Titelschutz für Bücher und eBooks

Das Werk ist geschrieben, der Titel (endlich) gefunden, dann steht einer Publikation doch nichts mehr im Wege. Aber wie kann man sicher sein, dass es nicht andere Bücher gibt, die genau den gleichen Titel tragen? Spielt es überhaupt eine Rolle?

Grundsätzlich sollte der Titel eines Buches sorgfältig gewählt werden, um dem Inhalt gerecht zu werden und natürlich die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken.
Aber der Titel muss noch mehr können: nämlich „einmalig“ sein. Weder Autor noch Verlag wäre erfreut, ein anderes Werk mit dem gleichen Buchtitel veröffentlicht zu wissen. Hier gilt jedoch eine Einschränkung: Der Titel muss eine “hinreichend unterscheidungskräftige namensmäßige Bezeichnung eines Werkes” (Quelle: http://www.boersenverein.de/de/158326) sein, damit er schützbar ist. Nennt man sein Werk als “Das Haus” oder “Angst”, so sind das nicht schützbare Titel, die von mehreren Werke gleichzeitig genutzt werden können. Hier bietet sich dann die Verwendung eines Untertitels an.

Bei einem unterscheidungskräftigen Titel tritt der Schutz des eigenen Werks mit tatsächlicher Ingebrauchnahme des Werktitels ein, also sobald das Werk erscheint. Ab diesem Zeitpunkt kann der Autor gegen die Verwendung des gleichen Titels durch andere Autoren vorgehen und z.B. Unterlassung fordern.

Wer seinen Titel bereits vor tatsächlicher Veröffentlichung des Werks schützen will, kann die Branche mit einer sog. Titelschutzanzeige beim Börsenverein des Dt. Buchhandels über den künftigen Titel informieren. Der Titelschutz besteht nun für die nächsten max. 6 Monate. Erscheint das Werk nicht in dieser Zeit, erlischt der Titelschutz.
Gibt es ein Werk in mehreren Auflagen erlischt der Titelschutz erst dann, wenn mehr als 5 Jahre keine Neuauflage erschienen ist.

Um als Autor selbst nicht in die Lage zu geraten, den Titelschutz anderer Autoren zu verletzen und damit juristischen Schritten zu entgehen, muss er seinen Wunschtitel auf Einzigartigkeit prüfen. Einen guten Überblick geben dabei das Verzeichnis Lieferbarer Bücher und der Börsenverein, da hier die Titelschutzanzeigen der vergangenen 6 Monate einsehbar sind, und somit geschützte Titel noch nicht lieferbarer Bücher eingesehen werden können.

Das Prüfen des Titelschutzes übernimmt in der Regel der Verlag. Im Self publishing ist der Autor allerdings selbst in der Pflicht, seinen Titel zu prüfen.

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