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Jakob, Aus dem Tagebuch von Claudia W., geb. L. - Ingo64

Es handelt sich um die Tagebuchaufzeichnungen der jungen Mutter Claudia, welche durch ihren neu geborenen Sohn Jens an ihren im 2. Weltkrieg umgekommenen Cousin Jakob erinnert wird.

Die vorliegende Erzählung ist ein Tagebuchroman. Die Geburt ihres Sohnes Jens nötigt die Protagonistin Claudia dazu, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, die sie bislang verdrängt hatte.

2.8 Sterne N/A
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    Rezensionen

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    • Warum so kurz?

      von Geist am 12.05.2012

      Handlung:

      Claudia lebt mit ihrem Mann in der jungen DDR. 1961 kommt der Sohn Jens zur Welt, und etwas an ihrem Kind erinnert Claudia an ihre Vergangenheit, an ihren toten Cousin Jakob. Einmal da, lassen sich die Bilder nicht mehr vertreiben, und Claudia beginnt mit der Spurensuche. Der Weg ihrer Kindheit war geprägt von Krieg und Vertreibung - und ihre Mutter weigert sich, der Fragenden Auskünfte zu geben.

       

      Figuren: Man erfährt vor allem etwas über Claudia. Ihre Gedanken und Gefühle werden durch die Tagebuchform sehr unmittelbar geschildert. Von den übrigen Personen konnte ich mir nur ein vages Bild machen, aber das mag der Form geschuldet sein. Wer würde in seinem Tagebuch schon seine Mutter vorstellen? Trotzdem lese ich, dass die Mutter offenbar etwas verdrängt.
      Sprache/Duktus: Die Sprache ist der Tagebuchform angemessen. Es gibt Ellipsen, Gedankenfetzen und -sprünge. Das ist dem Autor gut gelungen.
      Struktur: Die Struktur wirkt authentisch, wie man es bei einem Tagebuch erwarten kann. Und auch, dass man unmittelbar in die Welt der Schreiberin eintaucht, gehört zum Genre. Erzählt wird natürlich aus Claudias Sicht und zumeist im Präsens. Aber es gibt auch Rückblenden in Form von Erinnerungen.
      Zusammenfassend: Die Idee des Buchs erscheint mir ungewöhnlich und interessant. Ich hätte mir aber einen längeren Text gewünscht, denn das Thema ließe sich bestimmt ausweiten. Die Tagebuchform hat mich dabei nicht gestört, das hat mir auch schon bei anderen Büchern gefallen. Allenfalls möchte ich bemängeln, dass die einzelnen Einträge sehr kurz sind. Und vor allem ist mir zu Beginn aufgefallen, dass ich völlig unverhofft mit Jakob konfrontiert wurde. Mir hat die Überleitung gefehlt - warum erinnert Jens an Jakob? Wie alt war Jakob, als er starb? Es ist sicher nicht ganz leicht, solche Details in der gewählten Form glaubhaft einzuführen; mir haben sie aber ganz eindeutig gefehlt. Und ihr Fehlen hat mich den ganzen Text über begleitet.
      • Kommentar von Ingo64 am 13.05.2012

        P.S.: Jakob stirbt mit fünf Jahren. Claudia ist zu jenem Zeitpunkt drei Jahre älter.

      • Kommentar von Ingo64 am 13.05.2012

        Hallo, «Geist»! Danke für die wertvollen Hinweise! Ich habe sie berücksichtigt und eingebaut; allerdings nicht hier in der Online-Version, da man sie - noch - nicht bearbeiten kann. Vielleicht baue ich die Geschichte tatsächlich später zu etwas Längerem aus.

    • Erfahrung mit Tagebüchern

      von IdaLeu am 25.02.2012

      Handlung: Ich stimme Leeby81 zu, der Klappentext sagt alles zur Handlung, die Detailhandlung selbst muss man sich dann erlesen.
      Figuren: Claudia ist eine Frau, eine Mutter, sie schreibt das Tagebuch, das u.a. von Jens, ihrem Sohn handelt.
      Sprache/Duktus: Es ist interessant, wie gut sich der Autor, also ein Mann, in eine Frau hineinversetzen kann. Es erinnert mich an die Journale (auch Tagebücher), da hat auch ein Mann (Ole Börgdahl) aus Sicht gleich dreier Frauen geschrieben. Vielleicht können Männer das besser, aus der Distanz...
      Struktur: Es ist eine authentische Tagebuchstruktur, glaubhaft auch in der Aufmachung: Nicht jeder Tag ist mit Text belegt, es gibt Sprünge, wirkt authentisch.
      Zusammenfassend: Ich habe mir jetzt bewusst einen kurzen Text gesucht, um schnell in ein Sujet hineinzulesen..Der Autor kündigt ja an, dass es mehr geben wird. Ich vergebe ebenfalls 3 Sterne
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Schwierig!

      von Leeby81 am 02.02.2012

      Handlung: Klappentext lesen! Dort erfährt man alles Wissenswerte!
      Figuren: Hier wird tagebuchartig aus der Sicht der Protagonistin Claudia erzählt. Zunächst finde ich es bewundernswert, wie gut sich der Autor in diese Figur hineindenken konnte. Und dass obwohl die Hauptfigur weiblich ist. Gefühle und Gedanken wirken hier realistisch und nicht gekünstelt.
      Sprache/Duktus: Die Sprache ist angemessen. Es handelt sich um eine intime Berichterstattung. So wie ich mir ein Tagebuch vorstelle. Nicht nur den Ablauf einer Handlung zu beschreiben, sondern auch den persönlichen Bezug zu den Geschehnissen.
      Struktur: Chronologisch präsentiert uns Claudia ihren Alltag, der mit gewissen Ängsten verbunden ist.
      Zusammenfassend: Die Handlung ist sicherlich nicht schlecht, aber als Roman kann ich mir das ganze leider nicht vorstellen. Sprachlich wirkt die Geschichte noch etwas grau, obwohl die Handlung nicht schlecht ist. Als problematisch sehe ich tatsächlich die tagebuchartige Struktur, die auf Dauer für den Leser ermüdend ist. Ein ganzes Buch so zu lesen? Ehrlich gesagt nicht mein Fall. Zumal auch Dialoge gänzlich fehlen.
      • Kommentar von Ingo64 am 02.02.2012

        Danke für die Rezension! Keine Angst, diese Geschichte ist vollständig. «Roman» ist im Hinblick auf die Länge vielleicht etwas unpassend; aber es handelt sich um keine ausgesprochene Kurzgeschichte, und Kategorien wie «Erzählung» oder «Novelle» sind hier auf Neobooks leider nicht vorgesehen. Daher die Klassifizierung als «Roman».

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    Veröffentlicht am: 07.02.2012

    Gelesen 265
    0,99 €

    Autor

    Ingo64

    Ingo64

    Mitglied seit 18.11.2010
    5 Veröffentlichungen