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Indianerkinder , oder die Weisheit grauer Pferde (2. überarbeitete Version) - Frans Diether

Ein Indianerbuch? Nur vordergründig. Vor allem ein Buch über die Sehnsucht nach Freiheit, nach Liebe, nach Toleranz, vom Kämpfen und Verlieren. Ein Happy End kann es nicht geben. Oder doch?

Im Nordamerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts scheint das Indianerproblem gelöst. Die Rothäute, wie man sie abschätzig nennt, vegetieren in Reservaten, haben ihre Kultur fast vergessen und werden bald ganz verschwinden. Ein Mitglied der berüchtigten Arrow Boys trägt dazu bei. Nach gelungenen Bankraub noch völlig übermütig, tötet er zwei Indianer, Mann und Frau, denen er zufällig begegnet. Jetzt muss er ihnen nur noch die beiden Kinder hinterherschicken, dann gibt es keine Zeugen. Doch ausgerechnet Francis, den die Bande einstmals vor Kerker und Zwangsarbeit bewahrte, verhindert dies. Ihrem Anführer bleibt keine Wahl. Francis muss bestraft werden. Dabei bedenkt er jedoch den Mut der Kinder nicht. Er wird es bereuen.

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    • 4.00 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Lesenswert.

      Von Anne Lay am 07.03.2012

      Handlung: Francis, der deutsche Auswanderer, gerät durch Zufall zunächst in die Hände der Arrow Boys, einer Bande von Kriminellen und später in die Zwischenwelt von Weißen und Indianern. Er, der auch in der Bande der Arrow Boys seine Moralvorstellungen behalten hat, verhindert den Mord an zwei Indianerkindern und wird so zu deren Beschützer.... 
      Figuren: Francis spielt das Schicksal übel mit. Zu Unrecht verurteilt wird er von den Arrow Boys (mit)befreit, die sich um einen Mitgefangenen sorgen, bekommt Ärger mit "dem Boss", weil er den Mord an den Kindern verhindert und wird von ihnen animiert, ihnen zu helfen... Die Gängster spielen eine große Rolle, werden zwar später sesshafte Geschäftsleute, die aber ebenso skrupellos in Politik und Gesellschaft mitmischen. Die Begegnung mit den Indianern hinterlässt einen tiefgreifenden Eindruck bei Francis. Verschiedene Bewohner der Gegend entpuppen sich als vollkommen andere Persönlichkeit, als sie zunächst erscheinen (wollen),...
      Sprache/Duktus: Die Handlungen werden zielführend und in der richtigen Ausführlichkeit beschrieben. Die Lösung, die Sprache der Diné als Kursivschrift zu notieren, finde ich sehr gelungen, zumal über die Sprache auch immer der Unterschied deutlich wird. Meist findet sich die festliche  aufwändige Sprache der Indianer zu herausgehobenen Anlässen wieder. Einzig manche der Gleichnisgeschichten, die Francis zum Besten gibt, sind mitunter etwas ausschweifend geraten, finde ich. Da musste ich mich in paar Mal zurückhalten, nicht quer zu lesen.
      Struktur: Francis wird nach einem einführenden Prolog in der heutigen Zeit, chronologisch bei seinen Abenteuern und seinen (Irr)Wegen zwischen "Wildem Westen", d.h. der Zugehörigkeit zu den Arrow Boys, der Flucht, .... und Reservat begleitet.
      Zusammenfassend:

      Ich hatte das Werk beim ersten Mal heruntergeladen und erst vor kurzem ausgelesen, kann daher jetzt schon eine Rezension über diesen langen Roman schreiben. Das Aufeinanderprallen der Weißen mit der Kultur der Diné ist hochspannend und hier in einen Abenteuerroman verpackt, der eine lesenswerte Balance zwischen Philosophie und Western hält. Francis, der deutsche (?) Ingeneur, hat mehrfach Pech. Er verstrickt sich immer tiefer in Verbrechen und Schuld und folgt doch seinen moralischen Vorstellungen. Vor allem als "Lehrer" zeigt er ungeahnte Qualitäten, wenn er mit Gleichnissen und Geschichten seine Anliegen und für die Zeit revolutionäre Ideen vertritt. An einigen Stellen könnte gestrafft werden, oder ich war beim Lesen zu ungeduldig, das vermag ich im Nachhinein nicht mehr zu sagen. Ich habe mir auch keine Notizen gemacht, wenn mir Fehler aufgefallen sind, die aber sicher ohnehin bei der Überarbeitung ausgebügelt wurden. Ob der Prolog so besser ist, vermag ich nicht zu sagen. Es ist so oder so ein sehr harter Wechsel zur eigentlichen Geschichte, der die Orientierung schwierig macht. Die Kürze lässt dies aber vergessen, wenn die Geschichte im 19. Jahrhundert startet. Faszinierend fand ich die "Pseudoschlüsse" im Werk. An mehreren Stellen hatte ich das Gefühl: Jetzt ist die Geschichte fertig erzählt, aber dann kamen Andeutungen oder neue Aspekte und die Handlung nahm immer wieder Fahrt auf. Mich hat die Auseinandersetzung dieser verschiedenen Menschen mit der jeweils anderen Kultur fasziniert. Die leisen Töne, die trotz aller Abenteuer immer wieder in den Vordergrund gestellt wurden. Diese Mischung könnte aber m.E. noch ausgewogener sein, damit die Längen, die ich beim Lesen empfunden habe, nicht mehr auftreten. Auch gerät das spätere Familienleben an einigen Stellen eine Spur zu kitschig. Dafür ziehe ich insgesamt einen Stern ab.

      Alles in Allem ist es jedoch ein absolut lesenwertes Werk, das ich gern empfehle.

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    Frans Diether

    Indianerkinder

    Indianerkinder
    0 Sterne
    Dieses Werk hat bereits am Wettbewerb teilgenommen.
    1 Empfehlung
    Seiten 436
    ISBN-13 978-3-8476-2444-8
    Veröffentlicht am: 27.11.2012

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    Autor

    Frans Diether

    Frans Diether

    Mitglied seit 30.10.2011
    6 Veröffentlichungen