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Der Wald - Mike Wächter

Zwei Ritter auf Drachenjagd. Ein skurriler Historien-Roman.

3.5 Sterne
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    • 2.80 Sterne

      Drachenjagd

      Von Tamariel am 25.03.2013

      Handlung:

      Zwei Brüder wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden von ihrem Fürsten auf eine Drachenjagd geschickt, um ihm bei seinem schönem Mündel Llyle nicht im Weg zu stehen. Die nebenbei die Verlobte des älteren Bruders ist und vom Jüngeren heimlich angebetet wird. Damit ist Chaos wohl vorprogrammiert.

      Die Handlung wartet mit einigen interessanten Intrigen und Verstrickungen auf, die so zwar nicht neu sind, aber wohl gut in die mittelalterliche Zeit passen.
      Von Skurilität kann ich bis auf die erste Szene allerdings nichts finden. Der Plot kommt eher klassisch daher, aber dafür mit einer ordentlichen Portion Humor. Das wiederum finde ich für einen Historienroman innovativ. Gibt es viel zu selten und eine echte Marktlücke, wenn mich jemand fragen würde.

      Figuren:

      Die Figuren scheinen wohlüberlegt zu sein und sind gut ausgearbeitet. Die Charaktere haben Wiedererkennungswert, sind gut voneinander zu unterscheiden und bleiben im Gedächtnis haften.

      Als wir da hätten:
      Envin, der feingeistige, jüngere Bruder, der mit seiner Abneigung gegens Kämpfen eigentlich für die mittelalterliche Zeit eher ein Antiheld ist, aber für den heutigen Leser wohl gerade deswegen umso mehr Identifikationspotenzial bietet.
      Sidus, der ältere Bruder, scheint das ganze Gegenteil zu sein. Sicher nicht der Hellste, aber dafür mit Kampfkraft und Kühnheit (oder eher Tollkühnheit?) ausgestattet und einem brüderlichen Beschützerinstinkt.
      Die beiden zusammen müssten sich eigentlich gut ergänzen und ein brauchbares Gespann auf der Drachenjagd abgeben.
      Dann Fürst Svetopluk. Für mich die interessanteste FIgur mit seinem zum Mittelalter passenden Taktieren und Intrigieren. Fresssüchtig, fett, aber wohl nicht halb so dumm wie man meinen möchte, ist er wohl einfach ein bisschen gelangweilt vom Regieren.
      Und zu guter Letzt Llyle. Die Dame, um die sich am Anfang dieses kuriose Männerdreieck gruppiert. Sie macht eigentlich nicht mehr als zu baden und da zu sein. Zumindest auf den Seiten, die ich gelesen habe. Eigentlich würde ich mich über so eine inaktive Rolle einer Frau ja gerne aufregen, aber so war es wohl damals im Mittelalter einfach. Frauen waren schmückendes Beiwerk, das hübsch auszusehen hatte und ansonsten bitte nicht unangenehm aufzufallen. Erfrischend, wie ich finde, denn emanzipierte Dirnen und dergleichen hat die Literatur ja schon genug.

      Sprache/Duktus:

      Das Präsens, in der die Geschichte abgefasst ist, stößt mir persönlich beim Lesen ein bisschen auf, aber das kann auch einfach daran liegen, dass es ungewohnt ist.
      Im Großen und Ganzen ist die Sprache zwar der Zeit angemessen und dabei gut verständlich, aber mich stören die modernen Wörter, di immer wieder im Text auftauchen sehr. Sie stören mir irgendwie die mittelalterliche Atmosphäre. Sekunden, Pflegevater, durchbrennen, junge Dame nur mal als Beispiele.
      Auch häufen sich ab und an Wiederholungen bei den Satzanfängen oder mehrere kurz aufeinanderfolgende Sätze, die sich für mich irgendwie abgehackt lesen.

      In Teilen liest sich der Text flüssig und spannend weg, aber mittendrin kommen dann allerdings Strecken, wo ich mich wirklich gequält habe weiterzulesen.
      Envins Kampf am Anfang oder auch die Einführungsszene ins Fürstentum. Beides war mir zu trocken, zu Beipackzettel-mäßig und einfach so dahingeklatscht, weil es anscheinend abgearbeitet werden musste. Da fehlt mir der Schwung und die Spannung.

      Struktur:

      Eingeführt wird in die Geschichte durch eine Art Prolog, dann geht es weiter drei Jahre später geradlinig erzählt weiter.
      Ich hätte vor dem Prolog mit Palamon gerne eine Jahreszahl oder so eine Angabe wie "Drei Jahre früher" gehabt, da sich die Szene mit Palamon erst durch einen kurzen Nebensatz etwas später im Laufe der weiteren Kapitel ergibt.
      Der Sprung von Palamon auf seiner Drachenjagd zu Envin in der Schlacht war mir zu abrupt und hat mich verwirrt.

      Teilweise hätte der Text mehr Absätze gebrauchen können. Die langen Blöcke auf bspw. Seite 10 oder 13 erschwerten mir das Lesen.

      Zusammenfassend:

      Die Leseprobe lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Idee, Figuren und Humor gefallen mir sehr gut und haben meiner Meinung nach großes Potenzial. Außerdem ist ein nicht so bierernster Mittelalterroman ohne die Dramatik großer historischer Ereignisse mal was Neues. Allerdings ist handwerklich da noch einiges zu machen, siehe meine Anmerkungen zu Sprache und Struktur. Und diese Kritikpunkte haben mich doch erheblich beim Lesen gestört, so dass ich das Buch im Laden am Ende wohl doch liegen lassen würde.

      Allerdings hat mir das Cover sehr gut gefallen. Das hat was. Schön schlicht, trotzdem ein Eyecatcher und zum Titel passend.

    • 4.00 Sterne

      Kampf um Liebe und Macht

      Von ChristineN am 16.05.2012

      Handlung:

      Ein Fürst begehrt eine Komtess, ein Graf mit Schwäche für alles Weibliche ebenso, dessen jüngerer Bruder hingegen ist die Verkörperung der Unschuld und Naivität mit dem Hang, überall ein böses Ende zu sehen. Der Fürst schickt nun die beiden unterschiedlichen Grafenbrüder in den Wald auf Drachenjagd, um die Komtess für sich allein zu haben.

       

      Figuren:

      Die beiden Brüder sind sehr unterschiedlich, der eine ein Weiberheld, der andere ein naiver Romantiker. Doch beide scheinen ein gutes Herz zu haben.

      Der Fürst denkt nur an sein Vergnügen, ein Egomane, wie er im Buche steht.

      Der Narr führt eine spitze Zunge.

      Der Pater scheint Psychologie studiert zu haben.

      Die Perspektive irritiert manchmal, einmal ist der Leser im Kopf des Fürsten. Auf einmal steht da: Der Graf merkt, dass der Fürst nachdenklich geworden ist. Das finde ich schlecht gelöst. Zu auktorial, es reißt mich aus dem Lesefluss, besser weiter im Kopf des Fürsten bleiben. Er könnte ja an der Reaktion des Grafen bemerken, dass idiesem offenbar an seiner Mimik etwas aufzufallen scheint.

      Zusammenfassend eine witzige und gut durchdachte Figurengestaltung.

      Sprache/Duktus:

      Ungewöhnlich ist das Präsens als Erzählsprache, aber es passt.

      Manchmal rutschen sehr moderne Wörter, wie durchbrennen hinein, die ich als störend empfinde, schließlich soll es doch ein historischer Roman sein.

      Struktur:

      Zu Beginn ein gelungener Prolog mit witzigen Bildern, dann kämpfen die beiden Brüder, und wir lernen Envin kennen, ein Ritter, der keiner sein will.

      Danach schmiedet der böse Fürst seinen teuflichen Plan gegen die Brüder aus.So hat der Leser bereits eine Beziehung zu den Brüdern aufgebaut, finde ich gut gelöst.

      Zusammenfassend:

      Eine witzige Geschichte um Liebe und Macht.

      Wirklich skurrril finde ich sie nicht, wenn auch die Figuren doch recht witzig gelungen sind, doch da müssten noch mehr skurille Beschreibungen (wie das Pferdeäpfelwerfen) hinein, es gefällt trotzdem.

      Manchmal hätte ich mir etwas mehr Kürzung gewünscht und mehr Bedacht auf die Wortwahl, z.B. "Ich werde mir seine Anmerkungen merken" (zwei mal hintereinander merk..)

      Ansonsten gefällt mir der Anfang, und ich würde gerne weiterlesen wie es den beiden unterschiedlichen Brüdern bei der Drachenjagt im Wald ergeht.

    • 4.75 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Einfach nur lustig!

      Von Leeby81 am 10.05.2012

      Handlung: Die Handlung bekommt von mir eine glatte 5! In der Tat ist diese Geschichte an Skurrilität kaum zu überbieten. Im Klappentext steht leider noch nicht viel, aber was ich bisher gelesen habe, konnte mich köstlich amüsieren. Bereits zu Beginn eröffnet der Autor ein urkomisches Bild, in dem der Edelmann Palomon seinen treuen Diener Alfric mit Pferdeäpfeln bewirft, während dieser mit seinem Fuß noch an einem Seil  baumelt. Danach musste ich an Don Quijote denken, aber in diesem Fall sieht Palamon eine potentielle Gefahr durch die Bäume des Waldes, die er mit seinem Schwert attackiert.
      Figuren: Die Figuren wurden mit der treffenden Prise Humor gezeichnet. Irgendwie musste ich bei der Konstellation an die Filme Zeitritter und Just Visting denken. Da auch hier ein größenwahnsinniger, paranoider Edelmann mit seinem dümmlichen Diener durch die Handlung führt.
      Sprache/Duktus: Wortwahl und Bilder, die der Autor erzeugt, sind einfach nur skurril bis absurd. Hat mir insgesamt gut gefallen. Allerdings müsste noch im sprachlichen Bereich etwas geschliffen werden. Bereits zu Beginn sind mir einige Schachtelsätze aufgefallen und eine präzisere Wortwahl wäre ratsam. Übertreibungen sorgen für einen Schmunzelfaktor. Die Fekalsprache, welche ich in anderen kritisiert hätte, passte mir in diesem Fall gut zur Handlung. Sie geht deswegen in Ordnung. Allerdings sollte der Autor darauf achten, es nicht zu überziehen, da der Schuss auch nach hinten los gehen kann. Den Mix aus moderner und altertümlicher Sprache finde ich sehr außergewöhnlich, aber es hat mich nicht so sehr gestört.
      Zusammenfassend: Ich mag den Schreibstil von Mike Wächter. Bereits "Die Shakespeare Lüge" hat mir ganz gut gefallen. Mit diesem Werk schlägt Herr Wächter nicht nur eine komplett andere Richtung ein, sondern hat auch ein neues Genre geschaffen. (Namen müsste man noch erfinden. Ich schlage vor Histcom.) Eine Geschichte, die so absurd und trashig ist, dass ich unfreiwillig an Don Quijote oder Kultfilme wie Sam Raimi´s Armee der Finsternis oder die Zeitritter errinnert wurde.
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    Mike Wächter

    Der Wald

    Der Wald
    3.5 Sterne
    Dieses Werk hat bereits am Wettbewerb teilgenommen.
    2 Empfehlungen
    Seiten 46
    ID 13090
    Veröffentlicht am: 10.05.2012

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    Autor

    Mike81

    Mike Wächter

    Mitglied seit 30.07.2010
    2 Veröffentlichungen