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Verlorene Ideale, Robert und Franz - lukas

Zwei Abiturienten, kurz vor Ausbruch des II. Weltkrieges, sind trotz unterschiedlicher politischer Ansichten zu Freunden geworden. Die Kriegsereignisse formen sie derart, dass sie sich sehr verändern und letztendlich zu politischen Feinden werden.

Robert ist überzeugter Nazionalsozialist, sein Freund Franz dagegen ist sozialdemokratisch geprägt. Sie müssen in den Krieg und erleben ihn auf unterschiedliche Weise, die sie zu Feinden werden lässt.

3.5 Sterne
42 Empfehlungen

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    • 3.40 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Freunde?

      Von Steen Wolf am 09.11.2013

      Handlung:

      Die Handlung ist einfach: Zwei Freunde, einer Nationalsozialist (Robert), der andere Sozialdemokrat (Franz) leben sich aus ideologischen Gründen auseinander. In diese Handlung sind Elemente der damaligen Politik auf neuerem Niveau eingearbeitet (z. B. Hitler als Soldatenrat, S. 16/32). Dass die Jungen „frohgelaunt“ (S. 36) zum Vater, der in Schutzhaft in Sachsenhausen ist, fahren, das dürfte etwas ungenau sein. Auch der Satz über das Aussehen von Robert in Uniform bei der Abiprüfung scheint sehr gewollt zu sein (S. 47). Das gilt auch für die Begründung, wieso Robert Franz nach Sachsenhausen begleitet hat (S. 50). Überhaupt wäre es interessant zu wissen, ob hinter den Figuren eine wahre oder teilweise wahre historische Geschichte steckt oder ob sie frei funden ist. Möglich hätte sie schon sein können, aber ist sie exemplarisch? Ist dieser Text eine Erzählung mit pädagogischer Absicht? Mir scheint manches konstruiert zu sein, sodass ich an der "Glaubwürdigkeit" zweifle.

      Figuren:

      Die beiden Freunde werden durch die gegensätzlichen Weltanschauungen getrennt. Weshalb sie Freunde sind, das wird nicht gesagt. Was sie verbindet, das wird nicht gesagt, wäre aber wichtig.

      Sprache/Duktus:

      Die Dialoge sind etwas hölzern geraten, so, als hätte man Argumente aus einem Lehrbuch abgeschrieben (S. 47 ff. u. a.). Es ist allerdings auch schwierig, die konkrete Sprache aus früherer Zeit zu rekonstruieren. Kempowski ist das gelungen. Die Erzählersprache hat ein akademisches Niveau. Der Erzählfluss ist langsam, was einerseits die Leseintensität fördert, aber streckenweise das Gefühl aufkommen lässt, dass Überflüssiges und Gedehntes einfach den Fortschritt hemmen.

      Struktur:

      Einfache Linearität schafft einen guten Überblick über die Chronologie der Ereignisse. Die Konzentration liegt sehr auf den beiden Freunden. Deshalb geraten die Nebenfiguren zu kurz.

      Zusammenfassend:

      Lukas hat sich einer schwierigen Aufgabe gestellt, den Alltag aus der jüngsten Vergangenheit zu beschreiben. Er hat Elemente der Zeit gut in die Handlung eingearbeitet, seine historischen Kenntnisse, die im Roman eine Rolle spielen, sind gut. Es ist sicherlich schwer, die Umgangssprache der damaligen nachzuempfinden. Nur teilweise scheint mir dies gelungen. Sehr umfangreich, vielleicht zu umfangreich, scheint das Buch zu sein. Es würde vielleicht helfen, den Handlungsablauf zu straffen.

    • 3.20 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Verlorene Ideale

      Von MaAnne am 12.09.2013

      Handlung: Die beiden Freunde Robert und Franz haben unterschiedliche politische Ansichten. Während Robert - ganz linientreu - dem Nationalsozialismus anhängt, regen sich bei Franz Zweifel gegenüber deren Idealen.
      Figuren:

      In der Hauptsache Robert und Franz sowie deren Lehrer und Eltern.

      Manche Figuren wirken überzeichnet, besonders die zugedachten Dialoge der Nazischergen scheinen mir nicht ganz stimmig zu sein - s.u.

      Sprache/Duktus:

      Flüssig geschrieben, auch die Sprache gefällt. Allerdings finde ich an manchen Stellen die Dialoge nicht stimmig.

      Bspl.:

      Die Äußerung des Studienrats "darauf können Sie einen lassen!" Die Fäkalsprache war zu damaligen Zeiten in den Schulen doch verpönt, oder?

      Auf Seite 33 fährt der Offizier die "unwissenden" Jugendlichen an: "Wie heißt denn der Ganove ... Auch das nachfolgend von ihm Gesagte klingt meiner Meinung nach unglaubwürdig. Soweit mir bekannt ist, gaben sie so schnell den Verbringungsort nicht bekannt. Auch in einem Konzentrationslager erteilte man meines Wissens in der Regel andere Auskünfte. Auch der Jargon war ein anderer.

      Als Plus möchte ich anführen, dass die "Klassenzimmerdialoge" gut die aufgewiegelte Stimmung widerspiegeln.

      Struktur:

      Die Erzählperspektive ist gut gewählt. Allerdings wurden meiner Meinung nach zu viele Informationen eingebaut. Geschichtskenntnisse zu vermitteln, ist zwar wichtig, aber wenn zu viele Fakten und Ereignisse geschildert werden, fällt es schwer, das Geschilderte aufzunehmen - jedenfalls mir :-)

      Manches war mir zu dick aufgetragen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Soldat, dessen Bauchhöhle aufgeschlitzt ist, noch dazu fähig ist, seine Gedärme in die Bauchhöhle zurückzuschieben.


      Auch bei der Schilderung, dass Ratten bei Tageslicht zuhauf hin- und herflitzen, regen sich bei mir Zweifel.

      Zusammenfassend: Stimmt nachdenklich! Die Ereignisse dieser Zeit sollten nicht in Vergessenheit geraten. Auch deshalb empfehle ich dieses Werk
    • 3.00 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Freundschaft über alle Grenzen

      Von KleinesLiesschen am 30.05.2013

      Zusammenfassend: Ich weiß nicht, wie ich das Werk bewerten soll. Es war nicht schlecht geschrieben, andererseits wollte der Funke nicht überspringen. Der Text hat kaum Tipfehler und hat aufgrund seiner kurzen Sätze ein schnelles Tempo. Dem Gegenüber steht das belehrende Erzählverhalten des Autors über Aspekte, die mir auch klar sind. Hier sollte man den Leser nicht zu untersschätzen. Die Geschichte selbst dümpelt an etlichen Stellen seicht dahin, nur um mit einen Knaller wieder die volle Aufmerksamkeit zu verlangen... Deshalb tendiere ich zu einer guten 3* Wertung, goldene Mitte also.
      • Kommentar von lukas am 31.05.2013

        Donnerwetter, erst ein paar Stunden an Bord und dann diese aussagekräftige Rezension - Hut ab. Hat mir glatte fünf Plätze gebracht, nach unten!

    • 4.80 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Krieg als Jungenspiel

      Von BB2013 am 25.05.2013

      Handlung:

      Robert und Franz, zwei Berliner Abiturienten, geraten in die gesellschaftlichen Wirren vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie wirken im Grunde unpolitisch, als gäben sie nur Gehörtes oder Gelerntes wieder und sind trotz heftiger Diskussionen weiter Freunde. Der von beiden zunächst auch völlig ausgeschlossene Krieg bringt den einen aufs U-Boot, den anderen in den Polenfeldzug.

      Ein interessanter Plot über Menschen in einer grauenvollen Zeit, stimmig und nachvollziehbar.

      Figuren:

      Robert, der glühende Verehrer der Rassenideologie, plappert munter nach, was er für sich für richtig hält und redet beim Abitur bereitwillig dem Prüfer das Wort. Erlebt mit Charlotte die erste Liebe und agiert ansonsten - vom Autor sehr gut herausgearbeitet- als naiver Junge, der "in der Uniform der Elite" dazugehören möchte" und wenigstens später kurz differenziert zwischen "Töten im Krieg und Töten zum Vergnügen".

      Franz, der Sozialdemokraten-Sohn, redet zunächst auch das nach, was er von zuhause kennt, legt sich leidenschaftlich mit Robert an und versucht mit drolliger Naivität herauszufinden, warum sein Vater in Sachsenhausen sitzt. Um ihn zu retten meldet er sich zur Wehrmacht, kommt aufs U-Boot und empfindet schnell U-Boot-Fahren als Abenteuer. Kurz bevor er durch Abfeuern des Rohrs zum Mörder wird, stellt er noch fest, dass "Krieg so einfach ist." Als ein Matrose, den er von früher kennt und eigentlich nicht leiden kann, über Bord geht, springt er ohne zu überlegen in die Nordsee und rettet ihm das Leben.

      Wenn das alles auch so gemeint ist (so scheint es nach 100 Seiten Leseprobe ...) ist das ganz hohe Klasse und hätte 10 Sterne verdient.

      Sprache/Duktus:

      Flüsig, erfreulich wenig Adjektive und Klischees.

      Für meinen Gaschmack ein bißchen zu akademisch-erklärend. Einige Szenen sind dann wieder hervorragend subtil beschrieben wie der Zwischenfall mit der R-4 beim Polenfeldzug (der ja auch in derr späteren Solidarnosc-Diskussion immer wieder auftauchte).

      Einige RSF (siehe "Sinjane")

       

      Struktur: Das Switchen zwischen Nordsee und Polen trägt die Handlung und die Spannung, die geschickt eigestreuten Briefe geben Einblick ins Innenleben. Sehr gut!
      Zusammenfassend:

      Hier schreibt jemand über ein Thema, das in der Gegenwartsliteratur viel zu selten vorkommt. Ohne erhobenen Zeigefinger, einfach aus der Sichtweise der Leute von damals.

      Sollte man diskutieren. Also: Ganz nach oben damit, bitte!

    • 4.40 Sterne

      Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Freundschaft im Kontext der NS Zeit

      Von Autorenschule am 24.05.2013

      Handlung:

      Zwei Freunde werden durch die NS Zeit geprägt.

      Durch die polituschen Umstände und unterschiedlicher Ansichten, wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt und in Frage. Freundschaft oder Feindschaft geprägt durch die Umstände der Zeit.

      Figuren: Die Figuren werden so beschrieben, dass sie schnell Konturen annehmen. Ihre jeweilige Vita ist ihren politischen Überzeugungen angepasst. Motive und Hintergründe der NS ZEIT werden sehr gut beleuchtet.
      Sprache/Duktus: Eine bildhafte Sprache um der Zeit folgen zu können. Die detailierten Beschreibungen sind erforderlich, da nur die wenigsten Leser die Zeit selbst erlebt haben. Die Sprache ist fließend.
      Struktur: Eine gradlinige Handlungsarchitektur in chronologischen Abläufen. Variable Sätze, mal lang, mal kurz. Einige Absätze mehr würden das Lesen erleichern.
      Zusammenfassend: Eine Zeitreise in eine unmenschliche Zeit anhand der Zerissenheit von Freunden erzählt.
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    lukas

    Verlorene Ideale

    Verlorene Ideale
    3.5 Sterne
    Dieses Werk hat bereits am Wettbewerb teilgenommen.
    42 Empfehlungen
    Seiten 509
    ID 01451
    Veröffentlicht am: 15.10.2010

    Geklickt 3837

    Mein Werk könnte auch gefallen, wem Folgendes gefallen hat

    Wer Dieter Noll "Die Abenteuer des Werner Holt" gelesen hat, dürfte auch für dieses Buch Interesse haben.

    Autor

    lukas

    lukas

    Mitglied seit 11.10.2010
    5 Veröffentlichungen