Eine vergiftete Katze versetzt Margret Commingdale erneut in Rage. Sie muss dem Tiermörder seine gerechte Strafe zukommen lassen. Und das bedeutet nichts anderes, als seinen Tod.
Eigentlich hatte Margret vorgehabt, ein paar Monate ins Land ziehen zu lassen, bevor sie sich einer neuen Berufung widmen wollte, doch ein vergiftetes Kätzchen bringt sie dazu, sofort zu handeln. Da Margret den Katzenmörder bereits zu kennen glaubt, will sie ihn unter dem Vorwand, ihm einen längst fälligen Gegenbesuch abzustatten, aufsuchen. Aber er ist nicht in seinem Haus anzutreffen. Bei der Gelegenheit kundschaftet Margret die Umgebung seiner Bleibe aus und entdeckt ein Gewächshaus. Im Inneren des Glasbaus findet sie den Beweis für ihren Verdacht. Außer sich vor Rage beschließt Margret erneut, im Namen der Opfer Rache walten zu lassen. "Mrs. Commingdale 3 - Scheinheilig" gehört zu einer Serie. Die einzelnen Geschichten knüpfen zwar aneinander an, sind jedoch in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.
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Das haben wir Mrs. Commingdale, alt, zierlich, auf den ersten Blick gebrechlich, aber das täuscht. Sie entwickelt ein erstaunliches Selbstwertgefühl. Der äußeren Beschreibung nach hätte ich sie älter als 65 geschätzt. Auf jeden Fall liebevoll gezeichnet. Und haben wir als nächstes Opfer Pfarrer Johnson, der nach Mrs. Commingdale's Meinung eine Fehlbesetzung als Pfarrer ist.
Kommentar von Jutta Wölk am 01.04.2013
Hallo Ulder, vielen Dank für deine netten Worte, über die ich mich sehr freue. Herzlichen dank auch für die Sterne und die Empfehlung, über die ich mich ebenso freue. LG Jutta
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In erster Linie: Mrs. Commingdale.
Sie dominiert (als Erzählerin) die Geschichte und drängt die anderen (wie hier z.B. den Pfarrer) in den Hintergrund. Das passt aber zur Geschichte. Eine sehr gute Darstellung dieser verschrobenen Person.
Sehr gut zu lesen, selbst längere Satzkonstrukte gelingen der Autorin vorzüglich!
Ein paar kleine Unstimmigkeiten:
S.6: "Grinsen" hier etwas unschön (Lächeln?)
"Eine Gänsehaut bildete sich" - das kann die Autorin besser!
S.8: "4 Wochen zuvor ... " "Gegenwart" das passt nicht so gut.
"... was die abblätternde Farbe verdeutlichte." - ist hier eigentlich überflüssig.
S.9: "Das war ja absurd!" - absurd ersetzen oder stattdessen: "Pfui Teufel!"
Ich habe die ersten drei offenen Teile gelesen, der erste war noch etwas schwankend, doch die anderen beiden schon ganz prima!
Sehr schön die Darstellung der Gedankenwelt der alten Dame, sozusagen eine Miss Marple der bösen Art.
Sprachlich und formal nichts auszusetzen!
Da wünsche ich mir nur (neobooks wird das wohl zensieren,oder?) eine leicht überarbeitete Gesamtfassung in gedruckter Form...
Kommentar von Jutta Wölk am 23.03.2013
Hallo Graukopf, vielen Dank für die Rezension. Die Vorschläge überdenke ich gern. Und danke auch für die Sterne und die Empfehlung, über die ich mich sehr freue. Gruß Jutta
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Wie auch in den beiden vorangehenden Werken ist Mrs. Margret Commingdale die Hauptperson und steht somit im Zentrum der Handlung. Nach und nach scheint sie von sich, ihren Erfolgen und ihren Taten derart überzeugt zu sein, dass sie beginnt, ansatzweise 'Starallüren' zu entwickeln: Beispielsweise ist sie ihrer eigenen Meinung nach "eine geniale Schauspielerin" (S.05), wie oben schon erwähnt, bezeichnet sie ihre zweite Tat als "Meisterwerk" und sich selbst überdies als eine "selbst geschulte Meisterin" (S.07). Während im ersten Teil also noch abzulesen war, dass Margrets Selbstzweifel ob ihres Aussehens, ihr Schmerz ob der jahrelangen Demütigungen etc. Auslöser für ihre mörderischen Triebe waren, scheint sich nun langsam aber sicher ein Wandel abzuzeichnen. Denn innerlich zerfressen wirkt sie eigentlich nicht mehr - sie scheint, so auch ihre eigene Ansicht, ihre Bestimmung gefunden zu haben. Dafür ist sie ihrem Verblichenen schon beinahe wieder ein klein wenig dankbar...
Desweiteren treten der Pfarrer samt Haushälterin in wichtigen Rollen auf - nämlich als potentiell nächste Opfer.
Wie in den ersten beiden Teilen der Serie erscheint auch hier die Sprache über weite Strecken makellos, dem Inhalt angemessen und in sich stimmig.
Einige kleinere Anmerkungen:
-S.05: Margrets Gedanken: "Vorausgesetzt man ist so eine geniale Schauspielerin wie ich." => mein Vorschlag wäre, hinter "vorausgesetzt" ein Komma zu setzen, da dies auch den Sinneinheiten des Satzes bzw. dem Redefluss entsprechen würde.
-S.06 "An und für sich hatte Margret vorgehabt ein paar Wochen..." => Vorschlag, Komma nach "vorgehabt" (s.o.)
-S.07: "Bis heute konnte sie sich rausgeredet..." => hier ist nicht ganz klar, was dieser Satz aussagen möchte. Vielleicht: "Bis heute hatte sie sich rausreden können..."?
-S.08: "Dennoch traute es den Pfarrer fast keines seiner Schäfchen zu, dass er derjenige war, der..." => hier Dativ vonnöten => "traute es dem Pfarrer fast keines seiner Schäfchen zu..."
Im Gegensatz zum zweiten Teil wird hier zügiger in die Handlung eingestiegen. Die Weichen in Richtung nächster Fall werden rascher gelegt - was mir persönlich etwas besser gefällt.
Davon abgesehen wird wiederum in medias res begonnen, die Vorgeschichte wird in bewährter Weise anhand von kurzen Rückblenden eingefügt.
Kommentar von AnTh am 24.02.2013
Hallo Jutta - gern geschehen :-)!! Nachdem ich einmal angefangen hatte, mich in die Welt von Mrs Commingdale einzulesen, musste ich mir die Geschichten in einem Rutsch zu Gemüte führen. Da war nichts zu machen... :) LG, Anke
Kommentar von Jutta Wölk am 24.02.2013
Hallo AnTh, ob dieser 3. recht ausführlichen Beurteilung fehlen mir jetzt tatsächlich die Worte ... Vielen Dank! Liebe Grüße Jutta
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Ethisch und moralisch kontrovers, empfindet man doch Sympathie für eine Dame, die die Gesetze selbst in die Hand nimmt.In den ersten Teilen der Commingdale Reihe hat man wesentlich mehr Sympathie für die Dame empfunden. Wird hier bereits auf eine eventuelle Festnahme hingespielt? Will Frau Wölk uns mit dem 3. Werk ins Gedächtnis rufen, dass es sich um eine Serienmörderin handelt, und man soetwas normalerweise nicht unterstützen sollte?
Trotzdem: Eine hervorragende und spannende Fortsetzung!
Das Preis Leistungsverhältnis passt zu 100 %. Danke für die gute Unterhaltung, wir dürfen uns auf die am Ende bereits angedeutete Fortsetzung freuen. Ich bin gespannt, ob meine oben genannten Fragen dann beantwortet werden :-)
Kommentar von Jutta Wölk am 11.02.2013
Hallo Herr Hundertwasser, ja, was Margret da auslebt, ist gesetzeswidrig, keine Frage. Aber sie sieht das nicht so, ist fest imGlauben, nur Gutes zu vollbringen. Wird man ihr auf die Schliche kommen? Vielleicht verrate ich etwas dazu im 4. Teil, der demnächst erscheint. Vielen Dank für die ausführliche Rezension! Und ein dickes Dankeschön für die Sterne und den Flieger. LG Jutta
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Erinnerungen an Miss Marple werden wach. Da ist so eine schrullige alte Rentnerin, welche die Szene mal so richtig aufmischt, gerade so, wie es ihr gefällt und prompt hat sie auch noch Erfolg. Wie soll die Männerwelt das verstehen? Mit einem unbestechlichen Gespür für Gerechtigkeit, sorgt sie überall für Ordnung, wo es ihrer Meinung nach nötig erscheint. Und siehe, sie trifft es immer richtig. Auch wenn man für ihre Dritten nur Corega Tabs empfehlen und auf das Funktionieren der Hüftprothese hoffen kann, so ist sie doch noch erstaunlich fit. Auch dieses Mal wird es den Katzenmörder mit aller Härte treffen, den sie schonungslos und mit kriminalistischem Scharfsinn überführt.
Ms. Cummingdale, als Original oder Antipode verkörpert in sich so ungefähr alles, wie ein versierter, rechtschaffende Detektiv nicht sein solle, aber gerade dadurch wird sie überaus liebeswürdig und interessant, da man leicht zu Unterschätzungen neigt. In jedem Fall aber ist ihr ein unbestechliches Gerechtigkeitsgefühl zu bescheinigen
Pfarrer Johnson, eine zwielichtige Type und Muriel Bake, eine Nervensäge sind mit von der Partie
In leger schnodderigem Ton gehalten, ist diese kleine Satire überaus gelungen. Und wenn auch mit leichtem Augenzwinkern, nicht so ganz ernst zu nehmen, ist doch ein gewisser Hintersinn unverkennbar. Geradezu ein Muss für all Fans dieses Genres
Kommentar von Jutta Wölk am 13.11.2012
Hallo Winterschläfer, vielen Dank für die aussagekräftige Rezension! Es freut mich sehr, dass dir die Kurzgeschichte gefalen hat. Und ein großes Dankeschön für Sterne und Flieger. LG Jutta
Kommentar von Jutta Wölk am 30.08.2012
Zum besseren Kennenlernen biete ich den 1. Teil "Mrs. Commingdale - Rache macht süchtig" heute kostenlos bei Amazon an. Darin kommt eine Person vor, die Du sicher wieder erkkenen wirst. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Vielen dank für deine ausführliche Rezi und die Sterne. Deine Anmerkungen lasse ich mir gerne durch den Kopf gehen. LG Jutta
Kommentar von Jutta Wölk am 30.08.2012
Hallo liselotterie, ich bin gerade hoch erfreut über so viel positives Feedback an einem Tag. Freue mich riesig, dass Dir meine Margret gefällt. Wie soll ich beschreiben, was manche Figur in den Geschichten zu suchen hat, obwohl sie scheinbar nichts mit der Handlung zu tun hat? Sagen wir es mal so: Weiter in Teil 2