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Kakophonien, was zum und übers Lachen - winterschlaefer

In unterschiedlichen, nicht ganz ernst zu nehmenden Kurzgeschichten sollen hier Denkanstöße für mancherlei Alltäglichkeiten gegeben werden, die aufgrund ihrer scheinbaren Banalität nur allzu schnell übersehen werden

In unterschiedlichen Kurzgeschichten sollen hier Denkanstöße für mancherlei Alltäglichkeiten gegeben werden, die aufgrund ihrer scheinbaren Banalität nur allzu schnell übersehen werden. Da wird zu einem der Disput zwischen zwei Weltverbesserern thematisiert und zum anderen über das Phänomen des Lachens sinniert. In einer weiteren KG wird die Sinnlosigkeit einer aussichtslosen Liebe debattiert. Obgleich alle Geschichten unabhängig voneinander stehen, haben sie doch eines gemein – sie animieren zum Lachen und zum Nachdenken – hoffe ich jedenfalls.

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  • 4.60 Sterne

    Kakophonien

    Von Viveka am 26.02.2014

    Handlung:

    Vier in sich abgeschlossene Erzählungen.

    P.S. "Angriff ist die beste Verteidigung" habe ich schon anderweitig bewertet, doch noch längst nicht alles gesagt. Dazu unten mehr.

    In allen Geschichten geht es um die Big 3 ( Das Balance-System, das Dominanz System und das Stimulanz-System)und ihre "Töchter" und "Söhne" (Bindung / Fürsorge / Spiel / Jagd - Beute / Raufen / Appetit- Ekel / Sexualität ) ; das Spiel der unbewussten Entscheidungen : Wunschtraum - Alptraum

    "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler"

    Kakophonien: Die Verantwortung der Funktionseliten, die moralischen Aufgaben der politischen Klasse, die öffentliche Verantwortung, die zwiespältige Rolle der Managerklasse, Lehrer, Richter, Professoren u.s.w. Wann ist Wandel möglich? "Immerhin haben wir über alles gesprochen..." Politik am Gartenzaun oder halt im Treppenhaus...

    Figuren:

    Figuren: der Briefschreiber, meine Lieblingsgeschichte: zutiefst menschlich. Wer würde nicht gerne mal einen Brief schreiben vollgepfercht mit Gefühlen und Offenbarungen. Der Wunschtraum und Idealzustandes einen seelisch Gepeinigten. Und er erhält eine fundierte, nicht verletzende tiefgreifende und zugleich distanzierte Antwort. Wieviel Wunsch bietet das Leben? Es erinnerte mich an den verliebten Jungen aus der Grundschulzeit. Die verzehrende Sehnsucht, nach der Abfuhr und der Offensichtlichkeit des erwählten Nebenbuhlers lautete: "Dann warte ich eben. Mein Leben lang."

    Die Geschichte handelt von menschlicher Größe. Wahrer Größe. Die Sehnsucht nach engste Vertrautheit und Offenheit. Er wünschte sich sehr, dass seine Angst nicht mehr ein peinlich geschütztes Geheimnis bleibt, sondern sich offen als menschliches gemeinsames zeigt. Beseelt vom Wunsch im gemeinsamen Tragen, das folgendes Doppeltes geschieht: Angst oder andere Befindlichkeitsstörungen müssen nicht mehr als ein störender Moment abgewertet werden, der mit dem Selbstideal ständiger Funktionstüchtigkeit kollidieren könnte. Durch die Akzeptanz so zu sein wie man ist, ohne anstößig zu sein, vermindert sich letztendlich die Fremdheit des Einzelnen zu sich selbst. Und damit verbunden, auch die Fremdheit der Menschen zueinander. Indem sonst das fremdbestimmte Leistungsideal uns in eine Konkurrenzhaltung zwingt und uns fremd werden lässt, wünscht er sich mit ihr eine Umkehr und meint diese erkannt zu haben. Sonst hätte er ihr nicht den zweiten Brief geschrieben. Eine zutiefst traurige und leider dem Alltag entsprechende Geschichte, doch Liebe lässt sich nicht erzwingen. In dieser Geschichte geht es um Fassungslosigkeit, Hoffnung, Unabänderlichkeiten, Schmerz, beschönigende Rückblenden und das zerstörende Ich.

    Sprache/Duktus:

    Ich danke Kristian Winter für seine verführerische tiefsinnige Sprache und die  amüsanten Nächte, die ich, dank ihm / mit ihm, verbracht habe.

    Ich wünsche mir einen anderen Titel.

    Struktur:

    P.S. : Manchmal entscheiden wir uns, auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln, weil das Ziel attraktiv ist. Ein andermal wollen wir unbedingt handeln und suchen uns ein Ziel, um diesen Wunsch zu rechtfertigen. Entschlüsse sollten aus allen Richtungen bedacht werden. Ein einziges Motiv kann stark sein und ist es wert, aber ! ein starkes Motiv, wie ein starkes Licht, kann uns blenden....

    Beispiel: Er geht wieder in den Club und beide erkennen einander. Sie tritt an die Stange und hält sich mit einer Hand daran fest; sie wendet ihm den Rücken zu und bückt sich tief und langsam, mit hoch erhobenem Hintern. Sie bleibt in dieser Position und dreht ihm den Kopf zu. Ihr Blick trifft ihn, gleichzeitig kindlich wissend, einladend und abweisend, verächtlich und bittend. Auf ihren roten Lippen liegt ein angedeutetes neckisches Lächeln. Sie dreht sich um, lehnt mit dem Rücken an der Stange, geht in die Hocke; ihre Hände liegen auf den Knien, sie spreizt langsam die gebeugten Beine und schließt sie sofort wieder. Sie entledigt sich ihre Slips und schleudert ihn in seine Richtung, ihm zu Füßen, auf den schmutzigen Fußboden. Er starrt sie mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Ungläubigkeit an, bemüht sie wiederzuerkennen, seine kindliche, verschüchterte Waise. Er sucht nach einem klaren Zeichen, dass sie es tätsächlich ist, kann aber keines Finden. Und dann raunt sie ihm zu: "Ich habe es nicht für mich getan." "Nicht..", antwortet er stammelnd. "Ich habe es für dich getan". Dann verschwindet sie hinter der Bühne.

    Es geht in dieser Geschichte um moderne Klischees von Wachstum und Veränderung (als begrenzte Metaphern eingesetzt). Doch Veränderung, wie sich so oft herausstellt, widerspricht unserer eigentlichen Natur.

     

    Zusammenfassend:

    Menschliche Systeme sind dazu entworfen, sich Veränderungen zu widersetzen und Stabilität anzustreben; und das aus gutem Grund. Ein völlig offenes System ohne eine Vorrichtung, um eine Auswahl zu treffen, zu filtern und äußere Einflüsse in Schach zu halten, wird nicht lange überdauern. Jeses lebendige System schützt sich selbst, indem es seine Grenzen schützt. Das ist der gedachte Einmeterabstand.

    Das Haus der Seele ist aus Stein erbaut. Möglicherweise heult der Wind durch die Fenster, Menschen gehen durch Türen ein und aus. Die Sonne wird aufgehen, Schnee wird fallen, Unkraut wird aus Ritzen wuchern, Moos wird ansetzen, Efeu wird es umschlingen...und dennoch wird der grundsätzliche Eindruck unverändert bleiben. Und deshalb müssen wir demütig und behutsam mit unseren Mitmenschen umgehen. Es ist unsere zutiefstmenschliche Pflicht!

    Hach, Kristian Winter immer wieder gerne gelesen.

    LG vom Wurm

    • Kommentar von winterschlaefer am 26.02.2014

      Jetzt weiß ich, warum ich mir immer wieder das Hirn zermartere – allein eine solche Rezension ist es wert, denn sie wiegt tausend Niederlagen auf, Vielen Dank

  • 4.20 Sterne

    Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Lachen ist gesund.

    Von Brockenhexe am 24.02.2014

    Handlung: Eine eigentliche Handlung gibt es - fast - nicht. Der Autor gibt seine Ansichten zu verschiedenen Situationen und Menschen seiner Umgebung wieder und analysiert diese so lange, bis das Zwergfell des Lesers anfängt zu kitzeln und er sich einen Lacher nicht verkneifen kann.
    Figuren: Im Mitelpunkt der Autor, der Menschen, die er trifft und mit denen er zu tun hat, ins Spiel bringt.
    Sprache/Duktus: Die Sprache erinnert mich in ihrer ausschweifenden Genauigkeit in manchen Passagen an Thomas Mann. Doch dann blitzt plötzlich Ärger und persönlicher Verdruss auf, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei den Personen um den real existieren Nachbarn, Chef usw. handelt. Der Autor scheint sich über die beschriebenen Situationen und Phänomene viele Gedanken gemacht zu haben, die jetzt überstürzt auf das Papier gepurzelt sind. Es gibt viele Flüchtigkeitsfehler, falsche Bezüge usw. die unbedingt korrigiert werden sollten, da sie den schönen Fluß der Gedanken stören.
    Struktur: Es sind in sich abgeschlossene Kurzgeschichten, die nichts miteinander zu tun haben, die also völlig unabhängig voneinander gelesen werden können.
    Zusammenfassend: Sehr ungewönliches Büchlein. Auf die Idee muß man erst mal kommen, sich über die verschiedenen Arten des Lachens ein Bild des jeweiligen Menschen machen zu wollen. Das gleicht einer empirischen Untersuchung mit wissenschaftlicher Auswertung. Das ist einfach komisch, aber das erfordert einen speziellen Humor.
    • Kommentar von Brockenhexe am 24.02.2014

      Jetzt hab ich doch dieses Flyer Kästchen übersehen. Ich schreibe an NB und versuche das zu reparieren. Entschuldigung.

    • Kommentar von winterschlaefer am 24.02.2014

      Vielen Dank fürs Lesen meiner Geschichte zum und übers Lachen und die Anmerkungen

  • 4.20 Sterne

    Herrlich hintersinnig

    Von EParzefall am 07.01.2014

    Handlung: Scheinbar alltägliche Situationen werden vom Ich-Erzähler und später der Empfängerin skuriler Briefe "analysiert".
    Figuren: Die Figuren leben vor allem durch ihre Gedanken und Interpretationen der Vorgänge um sie herum. Für den Leser ist das manchmal etwas anstrengend aber lohnened.
    Sprache/Duktus: Leider gibt es noch einige Tippfehler und sprachliche Ausrutscher, aber die Texte lenkten mich zu sehr ab, sie zu notieren.
    Struktur: Zunächst nur einzelne Situationen, gefolgt von Brief-Episoden über einen längeren Zeitraum. Funktioniert.
    Zusammenfassend: Interessante, skurile, ironische Lektüre, die auch nachdenklich stimmt.
    • Kommentar von winterschlaefer am 07.01.2014

      Vielen Dank für die Rezi, was mir zeigt, dass selbst ältere Werke noch nicht ganz verschüttet sind

  • 5.00 Sterne

    Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    genial...

    Von Jay88 am 06.03.2013

    Zusammenfassend:

    Zufällig verriet mir die Shuffle-Box, dass die „Kakophonien“ sich noch Rezensionen wünschen. Draufgeklickt, runtergeladen, nicht bereut! Ich schreibe bewusst nur zusammenfassend, weil ich sonst vergesse, was ich dazu sagen möchte.

    In meinen Augen ist das ein echter Leckerbissen einer KG-Sammlung. Genau wegen solchen Werken ist es einfach nur schade, dass KG`s im WB nicht mehr zugelassen sind. Ist nachvollziehbar, aber ein separater WB für Kurzgeschichten wäre doch sehr wünschenswert!

    Um auf das Werk zurückzukommen (Sorry, abschweifen ist mein zweiter Vorname):

    Momentaufnahmen, Charakteranalysen, schamlose Deklaration menschlicher Eigenschaften und vor allem menschlicher Schwächen. Wie oft habe ich solchen Gesprächen gelauscht, bei denen sich die Mehrbesseren mit unanfechtbaren Tunnelblickargumenten ihren ach so wichtigen Status hervorheben mussten. Und wie oft habe ich verkrampft versucht, meine Klappe zu halten. (was mir nicht immer gelingt) Ich weiss nicht, ob es nur daran liegt, dass ich ein ziemlich ähnliches Bild gegenüber Kategorisierungen und Statushervorhebungen habe oder daran, dass die Sprache einfach mit jedem Wort ins Schwarze trifft, alles was ich sagen kann ist: Geniales Werk.

    Ich bewerte dieses Werk als das was es ist: Eine Kurzgeschichtensammlung, die allein aufgrund des Genres kaum zu einem gedruckten Bestseller werden dürfte. Allerdings bin ich überzeugt, dass es als elektronischer E-Book-Leckerbissen - erst einmal RICHTIG entdeckt-, ein Kassenschlager werden könnte.

    Wenn ich jetzt einen Stern abziehen würde, dann höchstens aus Neid auf diese treffsichere Sprache, doch dies gehört nicht gerade zum Grundsortiment meiner Charaktereigenschaften (soll nicht arrogant klingen)

    Zuversichtlich, dass es noch genügend Leseratten gibt, welche die Besonderheit dieser Art von Momentaufnahmen ebenfalls erkennen und davon begeistert sein werden, vergebe ich bewusst und (m.E.) berechtigt die volle Punktzahl und einen enthusiastischen Papierflieger obendrauf.

    • Kommentar von winterschlaefer am 07.03.2013

      Vielen Dank für die Wertung und den Flieger, was mir zeigt, das auch Verrücktes hier ne Chance hat

  • 4.40 Sterne

    Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    ----tadellos----

    Von michael bardon am 05.03.2013

    Handlung:

    1. Männergespräch im Treppenhaus.

    2. 3 Männer unterhalten sich an einer Bushaltestelle.

    3. der Brief ( mein Favorit )

    Figuren: Die Charaktere wurden sehr weich gezeichnet, was ich in diesem Fall sehr gut finde. So bleibt genügend Raum für die eigene Fantasie, den man dann mit Personen aus dem eigenen Umfeld wunderbar auffüllen kann.
    Sprache/Duktus:

    Die Spracher ist der Hammer. Oder in den Worten des Autors "exzellent, superb, virtuos"

    Ich werfe jetzt einfach meinen Duden in den Müll und frage bei dir nach den passenden Fremdwörtern.

    Wirklich vorzüglich!

    Struktur:

    Tue ich mir bei KG echt schwer eine Beurteilung abzugeben.

    Scheint aber alles zu passen und ich bilde mir ein, einen hellroten Faden zu erkennen.

    Zusammenfassend:

    Unglaublich, dass du so triviale, alltägliche Handlungen in solche Worte packen kannst.

    Die Geschichten sind spannend und humorvoll.

    Wenn man dann noch einen Schuss Sarkasmus in den Cocktail hineinpackt, erhält man diese geilen (entschuldige bitte meine profane Ausdrucksweise) Geschichten.

    Ich verleihe dir hiermit einen exquisit gebastelten Papierflieger und wünsche dir viel Erfolg mit deinem Buch.

    Liebe Grüße, Micha

    • Kommentar von winterschlaefer am 06.03.2013

      Vielen Dank für den Kommentar und die Wertung, es gibt eben doch immer wieder tiefere Geister hier

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winterschlaefer

Kakophonien

Kakophonien
4.4 Sterne
N/A
Seiten 38
ISBN-13 978-3-8476-2333-5
Veröffentlicht am: 17.12.2012
Aktualisiert am 10.03.2013

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Autor

winterschlaefer

winterschlaefer

Mitglied seit 22.10.2012
7 Veröffentlichungen