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Gleichgewicht, Ein Ziel beherrscht sein Leben: Das Gleichgewicht muss wieder hergestellt werden - IMMON

Ein Mädchen ertrinkt in einem Schacht. Tragisches Ende einer Entführung. Jahre später erhält der damals ermittelnde Kommissar rätselhafte Botschaften , ein ehemaliger Zeuge wird ermordet. Jemand will die Rollen von Täter und Opfer neu verteilen.

Nach einem tragischen Entführungsfall hat sich das Leben für eine Reihe von Menschen stark verändert. Ein Täter wurde gefunden, vom Gericht verurteilt und die Menschen begannen, sich mit dieser Festlegung von Schuld und Unschuld zu arrangieren und ihr Leben neu einzurichten. Als der mutmaßliche Täter aus der Haft entlassen wird und auf eigene Faust beginnt, nach den Verantwortlichen von damals zu forschen, zeigt sich wie fragil und zerbrechlich die Strukturen sind, die sich die Menschen in den Jahren aufgebaut haben.

Rezensionen

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    wenig Aktion = viel Spannung? Hier schon

    von Arne am 14.01.2011

    Handlung: Ich verweise der Einfachheit halber auf die ausführlichen Inhaltsbeschreibungen bei den anderen RezensentInnen.
    Figuren: Auch die Figuren wurden weiter unten schon sehr ausführlich beschrieben.
    Sprache/Duktus: Manchmal ausschmückend, meist aber sehr gradlinig. Das gefällt mir. Adjektive werden sparsam und wirkungsvoll eingesetzt. Die Sprache ist literarisch optimiert und trägt stark zum Spannung saufbau in den einzelnen Szenen bei.
    Struktur: Es gibt mehrere Perspektiven, die pro Kapitel wechseln. Die Kapitel tragen in der Überschrift die Namen der Figuren, aus deren Perspektive gerade berichtet wird. Das hat mir am Anfang gut über die vielen neuen Personen geholfen.
    Zusammenfassend: Super spannend. Wir man mit so wenig Aktion, so viel Spannung aufbauen kann, finde ich beeindruckend. Weniger beeindruckend finde ich die Länge der Leseprobe, denn nach 30 Seiten ist schon Schluss – und jetzt, wer sagt mir wie es weiter geht?
    • Kommentar von Arne am 15.01.2011

      Ja, das war verdammt sportlich, da der Server ständig hing. Wenn ich das Buch so bekomme, bin ich entschädigt *g*

    • Kommentar von IMMON am 15.01.2011

      Arne, Deine Rezension traf ja wohl wenige Minuten oder Sekunden vor dem Ablauf ein. Ich habe das gestern gar nicht mehr gesehen. Vielen Dank und - ja, ich hoffe auch das Du irgendwann in einem Buch nachlesen kannst, wie es weiter geht ;-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Schön langsamer Spannungsaufbau

    von Florian Tietgen am 14.01.2011

    Handlung: Menschen, ihre Gegenwart und ihre Erinnerungen. Über diese scheinen diese Menschen verbunden zu sein. Dann neue Menschen, ein Kommissar und eine Leiche. Nach der Leseprobe mehr über den Inhalt zu sagen, finde ich schwer. Das ist keine Kritik, sondern eher ein Lob an die Struktur, denn das Geschehen schält sich erst langsam heraus, es wir Spannung aufgebaut und als Leser möchte in unbedingt wissen, wie es weitergeht.
    Figuren: Die Figuren bekommen vor allem Raum. Das ist sehr schön, weil ich sie dadurch kennenlerne und weil die Verknüpfungen dadurch langsam aufgebaut werden. In ihrer Gebrochenheit sind sie mir manchmal allerdings etwas zu gleichförmig. Das liegt vor allem an der ...
    Sprache/Duktus: Sprache, die in sich zwar sehr geschlossen ist, die sich schön lesen lässt und an der mir kaum ein nennenswerter Kritikpunkt aufgefallen ist, außer der, dass sie, wenn, was ich prima finde, die Kapitel über die Figuren gestaltet sind, in der Stimmung und Melodie gern den Charakteren entprechend unterschiedlicher komponiert hätte sein dürfen. Das erste Kapitel "Olaf Koog" steht zum Beispiel wie die ersten beiden eher in Moll, müsste meiner Meinung nach aber in Dur stehen, es zeigt ja erstmal den glücklichen Erfolgsmenschen. Und erst mit dem Brief und dem Telefonanruf dürften ein paar Dissonanzen in Moll auftreten. Wie immer bei solchen Rezensionen nimmt der kritische Teil natürlich wieder mehr Raum ein, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich die Sprache sehr gelungen finde. Es gibt hier nur wenige Texte, bei denen man überhaupt musikalische Vergleiche anstellen kann.
    Struktur: Den Kapitelaufbau über die verschiedenen Figuren finde ich, wie schon geschrieben, wirklich gelungen. Dadurch bietet sich die erzählerische Möglichkeit eines langsamen, aber steten Spannungsaufbaus, bis die Fäden ineinandergreifen.
    Zusammenfassend: Dies ist auf alle Fälle eine der besten Leseproben, die ich hier bisher gelesen habe.
    • Kommentar von IMMON am 15.01.2011

      Lieber Florian, vielen Dank für Deine nette Rezension und Deine Hinweise.

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    Spannendes Gleichgewicht

    von Anja Kornmeister am 14.01.2011

    Handlung: Die Handlung ist schon ausführlich beschrieben worden. Spannend ist, dass die Kenntnislage des Lesers durch verschiedene Handlungsstränge genährt wird. Man sammelt quasi kleine Puzzleteile und bekommt mit jedem Kapitel mehr ein Gefühl dafür, was sich als Bild abzeichnet. Jedes Kapitel hat für sich am Ende einen kleinen, subtilen Cliffhanger, der zum Weiterlesen animiert. Ich hoffe allerdings, dass sich das nicht über den ganzen Roman wiederholt, denn auch der beste Effekt kann sich abnutzen. Bis hierhin aber Top.
    Figuren: Die Hauptfiguren scheinen Brake (aus der Haft entlassen), Grothe (ehemaliger Ermittler), Koog (schleimiger, neureicher Versicherungsfuzzi, der früher wohl eher kriminell unterwegs war) und das aktuelle Ermittlerteam Jensen und Kuhlmann zu sein.
    Sprache/Duktus: Hier sitzt jedes Wort. Die Sprache ist immer schnörkelos und schafft es trotzdem komplexe Bilder schaffen. Die Metaphern sind zum Teil ungewöhnlich für einen Thriller, aber sie sind sparsam und wirkungsvoll platziert. Und vor allem (Danke) – sie sind logisch. Gut gefiel mir auch die Änderung von Satzaufbau und Rhythmus passend zu den wechselnden Perspektiven. Rechtschreibung und Interpunktion scheinen sehr gut – aber ich bin da auch eher die „Einäugige“.
    Struktur: Die Struktur mit Ihren Handlungssträngen ist unten schon gut beschrieben.
    Zusammenfassend: Kein stupider „Die Vergangenheit holt uns ein“- Krimi, auch wenn es hier trotzdem darum geht. Aber im Gegensatz zu vielen Vertretern des Genres, fallen hier nicht sofort alle Akteure in Rückblenden zurück und sinnieren über die Zeit. Im Gegenteil, bis zum Ende der Leseprobe gibt es überhaupt keine Rückblende (oder habe ich was übersehen?). Die Personen werden in dem hier und jetzt gezeigt und man merkt, dass weniger die Vergangenheit aufgearbeitet wird, sondern neue Verbrechen auf Basis alter Taten geschehen werden und im Fall des Grothe bereits geschehen sind. Das ist alles bisher so intelligent zusammengewebt, dass ich mir keine Sorgen mache, es könnte nach der Leseprobe schwächeln. Hier kann ich final nur das Komplettpaket mit 5 Sternen + Flieger vergeben.
    • Kommentar von IMMON am 15.01.2011

      Danke für das "Komplettpaket" ;-) und Deine Hinweise.

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    Das Gleichgewicht muss wieder hergestellt werden...

    von Ginger am 14.01.2011

    Zusammenfassend: Das klingt nach Psycho und ist es auch. Die Sprache ist authentisch und der Situation angepasst. Mich stört nicht, dass nicht sofort eine Leiche präsentiert wird. Der Stil des Autors macht mich sicher, dass ich sie noch bekomme, und ich will sie erwarten. Deshalb addiere ich Seite zu Seite und nun will ich wissen, wie es weitergeht. Geht es weiter?
    • Kommentar von IMMON am 15.01.2011

      Klar geht es weiter. Danke für die Rezension.

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    Psycho-Krimi

    von Leerzeichen am 06.01.2011

    Handlung: Ich mache immer wieder den Fehler, durch die ganzen Rezensionen zu lesen, bevor ich meine eigene schreibe. So habe ich bei diesem Text festgestellt, dass eigentlich fast alles schon gesagt wurde. Trotzdem werde ich versuchen meine eigne Sicht zu beschreiben, aber zum Beispiel beim Inhalt einfach mal auf die anderen Rezensionen verweisen. Ungewöhnlich für einen Krimi ist, dass ein Mord erst am Ende der Leseprobe entdeckt wird und das trotzdem vorher keine Langeweile aufkommt. Ganz im Gegenteil.
    Figuren: Die Figuren werden jeweils in Situation beschrieben: Der alte Kommissar beim Einkaufen, Jan Brake, wie er seine zugewiesene Wohnung nach dem Knast bezieht, Olaf Koog, wie er erst einer alte Frau eine Versicherung andreht und dann in sein neureiches Zuhause kommt. Der junge Kommissar beim Ermitteln in einem Mordfall. Ich habe dadurch sehr schnell einen Bezug zu den Personen entwickelt und mir gedanklich vorgestellt, welche Schauspieler wohl passen würden. Harms könnte gut von Axel Milberg dargestellt werden, Jan Brake vielleicht von Wotan Wilke Möhring. Ich habe dann überprüft, ob die Personenbeschreibungen tatsächlich passen würden und habe festgestellt, dass es überhaupt keine gibt. Das ist faszinierend.
    Sprache/Duktus: Die Sätze sind meistens kurz und prägnant. Dann gibt es aber auch komplexe Bilder, die aufgebaut werden. Eine wirklich ausgewogene Mischung. Die Dialoge sind sehr authentisch. Auch der Kindermund in einer Szene. Der Autor arbeitet aber zu viel mit Auslassungszeichen – das ist eine Unsitte.
    Struktur: Die verschieden Handlungsstränge sind schon zig-mal beschrieben worden. Bitte weiter unten nachlesen.
    Zusammenfassend: Spannender Psycho-Krimi würde ich diesen Text zusammen gefaßt nennen. Spannung, aber einmal anders. Nicht Morde, Blut und Gewalt bestimmen diese Leseprobe am Anfang, sondern Menschen mit Geheimnissen. Man ahnt Verbindungen, erfährt Kapitel für Kapitel neue Mosaikstücken und so bleibt es super-spannend bis die Leseprobe zu Ende ist. Toll und professionell geschrieben. In mir haben Sie einen neuen Fan, der unbedingt wissen will, wie es ausgeht.
    • Kommentar von IMMON am 06.01.2011

      Danke für Deine nette Rezension, Leerzeichen. Freue mich über jeden Fan ;-)

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    Mehr Handlung bitte

    von Malu am 28.12.2010

    Handlung: Es werden mehrere Figuren eingeführt, zu denen jeweils eine gesonderte Handlung gehört- oder auch nicht, aber das erfährt man in der Leseprobe noch nicht. Alles beginnt mit Jan Brake, der aus dem Knast entlassen wird. Dann lernt man Gregor Harms kennen, einen Kommissar mit Alzheimer? und einer netten, etwas neugierigen Nachbarin. Im nächsten Kapitel wird Olaf Koog beschrieben, ein Versicherungsfritze mit mehr oder weniger heiler Familie. Im vierten Kapitel geht es um einen Mord und zwei Ermittler.
    Figuren: Jan Brake, der Häftling, Gregor Harms, ehemaliger Kommissar, Olaf Koog, Vertreter, die Ermittler, der Tote, die Nachbarin etc.
    Sprache/Duktus: Wunderbar! Die Sprache finde ich sehr gelungen, sie hat keine Schnörkel, kein Zuviel an Wiederholungen, Erklärungen etc., wirklich nur hier und dort taucht ein Fehlerchen auf, das man getrost überlesen kann.
    Struktur: Die Handlung strickt sich kapitelweise zu einem Werk zusammen
    Zusammenfassend: Sehr, sehr schön geschrieben, anfangs passiert zwar noch nicht allzuviel, dennoch transportiert der Text eine gewisse Spannung, die einen beim Lesen bei der Stange hält. Allerdings finde ich die vielen verschiedenen Erzählstränge verwirrend und hoffe, das ändert sich noch im Laufe des Buches, so dass die Fäden am Ende zusammenlaufen. Ich muss gestehen, ich hätte gern mehr von der Geschichte erfahren, denn aufgrund der kurzen Textprobe mit den vielen Figuren bleibt einem die eigentliche Handlung ein wenig verborgen. Deshalb nur vier Sterne.
    • Kommentar von IMMON am 28.12.2010

      Vielen Dank, Malu. Ja, die Erzählstränge laufen zusammen, bzw. am Schluß ist es keine getrennte Handlung mehr, nur die Perspekte wechselt noch. Im wesentlichen sind es zum Finale nur noch die Perspektiven der zwei Kommissare, die sich unterstützen wollen, aber tatsächlich gegeneinander arbeiten.

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    Ich kam nur bis Olaf Koog...

    von /user/ am 26.12.2010

    Zusammenfassend: Das sagt ueberhaupt nichts ueber die Qualitaet aus: Aber diese Erzaehlweise ermuedet mich ungemein. Ich habe nur die beiden ersten Personenvorstellungen gelesen, der erste kommt aus dem Knast, und ihm wird eine Wohnung zugewiesen, der zweite hat Gedaechtnisluecken. Die Vorgehensweise ist mir schon klar. Alles wird sich irgendwann zusammenfuegen; doch Spannung tut sich auf diesen ersten Seiten nicht wirklich auf. Dennoch: Erzaehltalent ist vorhanden. Sauberer Stil, durchdachte Struktur. Nichts fuer mich, aber ohne Einschraenkung zu Recht auf einem der vorderen Plaetze des Wettberwerbs.
    • Kommentar von IMMON am 26.12.2010

      Danke für Deine Einschätzung, Castorld.

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    Ich weiß, wer der Mörder ist (unzensiert)

    von Erhard Schümmelfeder am 25.12.2010

    Handlung: Ich werde mein Geheimnis verraten. Leser, die meine bescheidene Rezension aufmerksam - Wort für Wort - durchlesen, werden am Ende klüger sein als zuvor. Oberflächliche Zeitgenossen und sogenante Schnellleser aber werden die entscheidenden Passagen überlesen. Jenen Leuten ist leider nicht zu helfen. Am Ende aber werden nur zwei oder drei Menschen das Geheimnis erfahren. Doch nun zur Sache: Jeden echten Thriller umgibt die nebelhafte Stimmung des Entsetzlichen, das immer dann eintritt, wenn mn sich sicher wähnt. So auch in dem Roman "Gleichgewicht" von Immon. Alles beginnt ganz harmlos. Jan Brake, eine dunkelhafte Gestalt, wird aus dem Gefängnis entlassen und zieht im Rahmen einer Resozialisierungsmaßnahme in eine Wohnung, die man für ihn bereitgestellt hat. - Gregor Harms, ein Ex-Kommissar, der sich im Stadium einer beginnenden Demenz befindet, erhält eines Tages einen Brief mit der Botschaft:"Der Sommer wird heiß. Stehst du das durch, alter Mann?" - Olag Koog, Versicherungsvertreter, kommt nach einem guten Vertragsabschluss nach Hause und erfährt von drei bedrohlichen Anrufen. - Jensen und Kuhlmann, zwei Ermittler, sind als Erste am Tatort, als Arnold Grute, der Alleskönner, tot aufgefunden wird. Spontan erinnert mich die Figur des Arnold Grute an die Hauptgestalt aus meinem Roman "Peter Pencil oder Die Schule der Alleskönner". Während Peter ein einbeiniger Superheld ist, erweist sich Arnold Grute als Leiche mit eingeschlagenem Schädel. Die Unterschiede zwischen beiden Figuren können nicht größer sein. Eines aber verbindet sie: Beide nennen sich "Alleskönner". Aber hier geht es nicht um "Peter Pencil oder Die Schule der Alleskönner", sondern um "Gleichgewicht, nicht wahr?
    Figuren: Jan Brake, ein desillusionierter und abgeklärter Ex-Sträfling. Er war gewiss nicht unschuldig hinter Gittern. Solchen Leuten traue ich ein hohes Gewaltpotenzial zu. Ich mag diese Gestlten nicht. Aber für einen Thriller braucht man diese Typen wie das Salz zur Suppe. - Gregor Harms, Ex-Kommissar, dement, grantig. - Frieda Mathies, Ärztin und Nachbarin von Gregor Harms, eine Nebenfigur, die sich innerhalb der Handlung unverschämt breit macht. Ob das was zu bedeuten hat? - Olaf Koog, der Versicherungsfritze, ein Realist und Zahlenmensch, der sich als Geschäftsmensch etabliert hat. Seine Jugend verlebte er in den 80er und frühen 90er Jahren. Seine Ideale hat er weitgehend begraben. Mit der heutigen Musik kann er wenig anfngen. Deshalb hört er lieber Metallica aus dröhnenden Lautsprechern oder, wenn er romantisch gestimmt ist, Supertramp. - Monika, seine Frau, schwanger, wenig belastbar, schonungsbedürftig. - Sybille, Tochter. - Jensen und Kuhlmann, verbeamtete Ermittler im Mordfall "Grute", solide Randfiguren, die sich gemäß ihres Stellenwertes randfigurenmäßig benehmen. Oder wissen sie mehr als sie zugeben wollen? - Alle Figuren sind nachvollziehbar und markant beschrieben. Es sind Menschen, die man aus seinem eigenen Umfeld zu kennen glaubt. Hier ist ein großes Lob für den Autor fällig, denn die beschriebenen Personen strahlen vor Lebendigkeit. Nur im Vergleich mit den Figuren in "Peter Pencil oder Die Schule der Alleskönner" wirken sie doch etwas blass. Meine Frau, die "Gleichgewicht" nicht kennt, meint, es sei ungerecht, dies zu behaupten. Sie misstraut mir bei allen Urteilen, die ich fälle. Sie sagt, es sei viel wahrscheinlicher, dass die Figuren von "Peter Pencil oder Die Schule der Alleskönner" im Vergleich mit den Gestalten aus "Gleichgewicht" sehr blass wirken. Ich meine, so etwas dürfte sie nicht einmal denken, keinesfalls aber aussprechen. Ich finde, jeder Leser sollte sich in diesem Punkte selbst eine Meinung bilden, denn mit platten Verallgemeinerungen kommen wir hier nicht weiter.
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist knapp, sachlich und von großer Klarheit. Autoren, die sich diser sprachlichen Ausdrucksweise bedienen, sind häufig tief im Innern Romantiker, doch trauen sie sich nicht, dies zuzugeben. Man merkt es trotzdem. Woran? Das verrate ich nicht. Die Wahl des Präsens beweist, dass der Autor Mut besitzt, wo doch jeder weiß, dass die meisten Thriller-Fans die Vergangenheitsform bevorzugen. In diesem Fall zeigt es sich, dass die gewählte Form sehr zweckmäßig ist, da sie die Spannung steigert. Die Erzählperspektive wurde weitgehend korrekt eingehalten. Nur an einer Stelle ist dem Autor ein kleiner Schwächeanfall nachzuweisen. Ich will jetzt nicht den Finger in die Wunde legen und aller Welt mitteilen: DA! DA! Da hat der Autor Immon sich einen derben Schnitzer geleistet! Kommt mal alle her und sehr euch das an!!! Der Mann weiß selbst, wo der Wurm sich versteckt hat. Er wird den Fehler gewiss schon im Originalmanuskript verbessert haben. Oder wie oder was?!!! Alles in allem lässt sich sagen: Der Autor versteht es, sicher und zielgerecht mit der Sprache umzugehen. Fast möchte ich den stilistischen Vergleich mit "Peter Pencil oder Die Schule der Allekönner" wagen, obwohl in diesem Werk noch ganz andere Rafinessen und Ideen zum Einsatz kommen. Aber das gehört nicht hierher, würde meine Frau sagen. In diesem Fall gebe ich ihr sogar Recht.
    Struktur: Die Struktur ist ein Mosaik aus kurzen Erzählabschnitten, die betitelt sind mit dem Namen der jeweiligen Hauptfigur. Diese Form halte ich für sehr gelungen, da sie es dem Leser erleichtert, sichzu orientieren. Wer in der Schule "Sansibar oder der letzte Grund" lesen musste, weiß, dass diese Technik in Fachkreisen als "bewährt" gilt. Den Hinweis meiner Frau, dass in "Peter Pencil oder Die Schule der Alleskönner" keine Titelüberschriften für die verschiedenen Kapitel gewählt wurden, greife ich gern auf und erkläre hiermit, dass dies einen höheren gestalterischen Grund hat: Ich rechne nämlich mit der Zurechnungsfähigkeit gebildeter Leser, die auch ohne Hilfsmittel durch den Blätterwald gelangen. Mehr sage ich nicht dazu. Jedenfalls nicht ohne meinen Anwalt.
    Zusammenfassend: Immon, der Autor von "Gleichgewicht", hat es geschafft mich zu überzeugen von seiner sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und seiner Fantasie. Hier ist kein Anfänger am Werk, sondern ein professioneller Typ, der weiß, wie man Spannung aufbaut, hält und steigert. Auch im HInblick auf Menschenkenntnis und psychologischen Tiefgang entdecke ich großes Potential. Drei Menschen kennen bislang den Mörder und sein Motiv: Der Autor, der Mörder selbst und ich.Aber da ich kein Spielverderber sein will, lenke ich an dieser Stelle dezent vom Thema ab und verweise bescheiden auf "Peter Pencil oder Die Schule der Alleskönner", denn es geht in dieser Welt manchmal auch ohne Mord. Ehrlich.
    • Kommentar von IMMON am 26.12.2010

      Danke Erhard, es macht mich stolz, hier und jetzt Teil einer von Dir erzählten Geschichte geworden zu sein :-). Wow, was für eine geniale Rezension. Vielleicht gibt es noch mehr Leser, die nach diesen fein granulierten Hinweisen den Mörder kennen (oder zu kennen glauben)? Sachdienliche Hinweise gerne an mich per PN und die erste richtige Lösung, die wird mit dem fertigen Buch belohnt. Also ;-)?

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    Sehr spannend und gut geschrieben!

    von /user/ am 24.12.2010

    Handlung: Fasse mich kurz, da hier schon zur genüge beschrieben. Vier Personen werden in ihrem Alltag sehr gut beschrieben. Es hat was vom Buch "Du" von Zoran Drvenkar, das mir ausserordentlich gefallen hat. Vier Handlungsstränge, aus der Sicht der Figuren, führen langsam zusammen.
    Figuren: Alle Figuren sind sehr gut gezeichnet. Keine ist zweidimensional oder gar blass. Identifikationsebene vorhanden.
    Sprache/Duktus: Der Text liest sich sehr flüssig. Die Sprache ist einfach, manchmal etwas blumig, aber passend im ganzen Kontext. Sehr gut!
    Struktur: Die Erzähung erfolgt aus der Perspektive der jeweiligen Figur, was mir persönlich sowieso am besten gefällt. Dies hat wohl auch mit der Identifikation des Lesers zu tun. Sehr gelungen!
    Zusammenfassend: Diese Leseprobe hat mich in allen Punkten überzeugt! Für mich stellt sich immer die Frage: Würde ich weiterlesen? Hier ein ganz klares "JA". Kompliment an den Autor!
    • Kommentar von /user/ am 24.12.2010

      Nein, also dein Text hat nix mit "DU" von Zoran zu tun, das wollte ich nicht sagen. Beim Lesen deines Textes kam mir spontan DU in den Sinn, weil ich dieses Buch erst kürzlich gelesen hatte und Zoran hat einen ganz eigenen Stil, so wie du einen eigenen hast, der mir sehr gut gefällt:-) Weiter so! Ich würde dein Buch jedenfalls sehr gerne lesen:-)

    • Kommentar von IMMON am 24.12.2010

      Zuck, vielen Dank für dieses kleine Weihnachtspäsent. "Du" ist eines meiner Bücher des Jahres, mein Text glücklicherweise schon vorher geschrieben, sonst müßte ich ggf. überlegen, ob mich da etwas zu doll inspiriert hat ;-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    spannende unterhaltung

    von mandala am 20.12.2010

    Handlung: über vier protas erfährt man zunächst das wissenswerte aus ihrem leben und umfeld. schon ganz am anfang wird deutlich, dass sie aus völlig unterschiedlichem holz geschnitzt sind, andere ziele verfolgen, aus unterschiedlichen verhältnissen kommen. trotzdem wird spürbar, dass sich ihre schicksale auf einander zubewegen. geschickt eingestreute details machen neugierig auf kommendes...
    Figuren: der leser erfährt, wie die einzelnen protas denken und erlebt sie in ihrem umfeld. das klingt langweiliger, als es sich tatsächlich liest: die figuren wirken lebendig- am gelungensten erscheint mir der kaltschnäuzige versicherungsagent olaf koog, der heile welt spielt und ein ziel zu verfolgen scheint, das man noch nicht kennt- hinter seiner vordergründigen sucht nach statussymbolen scheint mehr zu stecken. aber auch der verwirrte, ehemalige kriminalkommissar gregor wird mit liebevollen details gezeichnet. jan brake als entlassener häftling hält sich dagegen etwas bedeckt, viel erfährt man von ihm noch nicht. den in einem mordfall ermittelnden lars jensen stelle ich mir jung, dynamisch und sehr effektiv vor... einziges manko: nach den angebotenen 34 seiten fällt es mir immernoch schwer, die namen den personen sofort zuzuordnen, ich muss immer noch zurückblättern...
    Sprache/Duktus: in schöner, verständlicher weise wird der leser mit der ausgangssituation vertraut gemacht. über die sprache werden wunderbare und glasklare bilder geschaffen.
    Struktur: da es sich um eine größere zahl von protagonisten/ handlungssträngen handelt, die miteinander in einer noch unbekannten verbindung stehen, erscheint mir die gewählte struktur logisch. ohne einteilung des textes in kapitel mit den namen der protas wäre mir der einstieg vermutlich schwerer gefallen.
    Zusammenfassend: der versprochene thriller scheint richtig spannend zu werden. da mir der schreibstil sehr sympathisch ist, meine neugier geweckt wurde und mir die protas schon fast vertraut erscheinen, würde ich sehr gerne weiterlesen. das ist mir einen flieger wert!
    • Kommentar von IMMON am 20.12.2010

      Vielen Dank für Deine nette Rezension, mandala. Ja, die vielen Personennamen, aber es bleibt auch im Wesentlichen bei denen, die Du bereits jetzt kennst. Ich hoffe, man ist dann irgendwann so drin, dass es ganz ohne rückblättern geht.

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    Aber ja, das ist der Beginn eines Krimis nach meinem Geschmack

    von Squire1971 am 15.12.2010

    Zusammenfassend: Ein Krimi, den ich gerne weiterlesen würde. Mit Ecken und Kanten, neugierig machend, mit Humor und dramatischen Elementen gewürzt. Das ganze Manuskript könnte sich wohltuend aus den Unmassen von Krimis, die Tag für Tag veröffentlicht werden, abheben. Haneke (der Regisseur) meint, dass die Genauigkeit einen Film unverwechselbar macht. Das ist bei Texten genau so. Ein Text, der nicht bedacht ist, die Protagonisten und deren Umfeld so genau wie möglich in den Fokus zu nehmen (ohne gleich deren Leben und Denken großartig auszubreiten!), ist meist platt und langweilig. Ein Krimi muss keine großartige Literatur präsentieren. Und doch schreibt der Autor gekonnt, beherrscht sein Handwerk, zeigt, was er auf dem Kasten hat. Die ersten Sätze zeigen die Richtung an, in die es geht. Alles andere als die Höchstwertung für diese ersten Seiten dieses Krimis wären Unfug. Auch wenn der Text keineswegs "perfekt" ist, aber was ist schon "perfekt" und wen interessiert das? Wenn mich eine Geschichte fesselt, und ich nicht aufhören mag zu lesen, dann hat der Autor / die Autorin bei mir einen Stein im Brett. Gerade auch dann, wenn es nicht darum geht, eine literarische Höchstleistung zu bestaunen. Krimi ist ein eigenes, spezifisches Genre und diesbezüglich hat Immon von der Leseprobe ausgehend ausgezeichnet gearbeitet. Nicht mehr und nicht weniger. Die Namen der Protagonisten als "Kapitelüberschriften" herzunehmen, die sich somit wiederholen, finde ich nicht so gut. Aber das ist eine ebensolche Kleinigkeit wie das häufiger verwendete aber. Aber das ändert nichts an meiner Höchstwertung.
    • Kommentar von IMMON am 20.12.2010

      Das nenne ich mal eine knackig zusammengefaßte Rezension. Vielen Dank. Aber, verwende ich das "Aber" wirklich so häufig? - ich werde besser darauf achten, danke für den Hinweis.

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    Wie geht es weiter?

    von Rosalie am 15.12.2010

    Handlung: Die Handlung ist schon Genüge beschrieben worden, deshalb nur so viel: vier Personen werden namentlich in separaten Strängen vorgestellt
    Figuren: Sehr anschaulich beschrieben. Meine Lieblingszene: Der Versicherungsvertreter Koog im Verkaufsgespräch. Nein, die Szene im Supermarkt, in der Harms eingeführt wird, ist genauso schön.
    Sprache/Duktus: Schnörkellos fällt mir dazu ein. Für mich auffallend ist, wie sparsam der Autor mit Adjektiven und Adverbien umgeht. Und es dennoch schafft, in meinem Kopf Bilder entstehen zu lassen.
    Struktur: Noch laufen die vier Handlungsstränge linear nebeneinander, aber ich schätze, es dauert nicht mehr lange, dann verweben sie sich zu einem Ganzen.
    Zusammenfassend: Für mich einer der Top-Autoren hier auf neobooks. Jemand mit einem außergewöhnlichen Sprach-Talent, einem ganz eigenen Stil, der einen hohen Wiedererkennungswert hat. Was ich gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen, es war spannend und lebendig. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. (Über die wenigen Flüchtigkeitsfehler habe ich hinweg gesehen. :-)) Einziges Manko: der Autor hat viel zu wenig von seinem Manuskript eingestellt. Wie geht es weiter? Ich muss es wissen. Bald! Bitte!
    • Kommentar von IMMON am 20.12.2010

      Rosalie, vielen Dank. Das freut mich wirklich sehr.

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    Lesenswert

    von Riesenstein am 14.12.2010

    Handlung: Die Figuren des Krimis werden in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Es zeichnet sich schon ein Handlungsverlauf ab, obwohl die Kapitel sehr kurz gehalten sind. Einziger Kritikpunkt: Der Vater von Sibylle schien mir schon ein wenig hellseherisch, sofort zu erraten, daß es mehrere Anrufe gegeben haben muss. (Oder ist das schon einmal passiert..?)
    Figuren: Die vermutlich wichtigsten Figuren werden anschaulich vorgestellt. Obwohl manchmal nur ein paar Seiten bleiben, kam mir bei jeder Beschreibung gleich ein Bild vor Augen. Auch ob die Personen Täter oder Opfer in diesem Krimi sein werden, lässt sich noch nicht erahnen - sehr gut!
    Sprache/Duktus: sehr angenehm zu lesen, da die Sätze oft kurz aber prägnant sind.
    Zusammenfassend: Diese Leseprobe könnte sich wirklich gut entwickeln. Die Personen wirken erstmal interessant, der Fall nicht außerordentlich, aber er könnte sehr gut umgesetzt sein, was man bisher zu lesen hat. Ob der Autor die Spannung weiter aufbauen kann und die Figuren weiterhin überzeugend zeichnen kann, würde ich gerne lesen...
    • Kommentar von IMMON am 20.12.2010

      Danke Riesenstein für Deine Rezension. Der Vater von Sibylle vermutet ein wenig ins Blaue - ja das stimmt. Er interpretiert ihr Rumgedrugse - aber vielleicht ist das noch zu undeutlich.

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    Jetzt bin etwas aus diesem gekommen

    von /user/ am 14.12.2010

    Handlung: Da werden vier Personen durch ein Verbrechen, welches lange zurück liegt, zusammengeführt. Dies kann man allerdings recht leicht erahnen. Es zeichnet sich ein Rachefeldzug ab, bis ein Mord geschieht (dann ist erstmal Schluss).
    Figuren: Zwei Polizisten (einer im Ruhestand), der Ex-Häftling und ein Versicherungsvertreter. Nanu? Keine Frau? Keine (überflüssigen) Komplikationen? Was man wissen muss, erfährt man in jeweils eigenen Kapiteln. Man muss aber aufpassen, da sie sich etwas ähnlich bleiben – durchaus manchmal Verwechslungsgefahr.
    Sprache/Duktus: Manchmal erinnern mich die relativ kurzen Sätze an Simplify German – als ob eine Übersetzung schon angedacht ist. Diese „Einfachheit“ durchzieht fast alle Kapitel, auch die Gedankengänge der Figuren und macht sie gleicher, als es sein müsste. Es liest sich, als wäre allen das, was sie sagen und denken, diktiert worden (was ja stimmt, denn der Autor hat das ja für sie getan, leider zu prägnant). Ansonsten aber gehobenes Niveau.
    Struktur: Die Struktur ist gut, wenn auch manche Kapitel recht kurz ausfallen. Das dürfte vermutlich bis zum Ende so bleiben. Daher muss man hartnäckig immer wieder verschnaufen und schnell neu einsteigen, sonst ist man plötzlich draußen. Es kommt in der Kürze keine rechte Bindung zu den Protagonisten auf. Was weiter wird, ist denkbar.
    Zusammenfassend: Als nur „ab- und zu“ Krimileser könnte ich mir schon vorstellen, dieses Buch ganz zu lesen. Ich war „gespannt“ beim Abbruch. Ich glaube, es wird letztlich eine zusammenlaufende Handlung geben. Die harten Übergänge sollten etwas geglättet werden, also noch mal überarbeiten. Deshalb nur vier Sterne, aber eine Empfehlung wert.
    • Kommentar von IMMON am 14.12.2010

      Vielen Dank für Deine Rezension, Nebula. Die Frauen sind in der Leseprobe noch etwas unterrepräsentiert. Das wird sich zwar noch deutlich bessern, aber die vier Hauptpersonen sind tatsächlich nur Männer. Kein bewußter Schritt, ergab sich einfach.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Professionell

    von Martink am 10.12.2010

    Handlung: In der Leseprobe werden zunächt einige Personen vorgestellt und in ihrem Alltag gezeigt. Ein Mann wird aus der Haft entlassen und richtet sich in seinem neuen Leben ein. Ein älterer Herr, der Blackouts oder Konzentrationsstörungen zu haben scheint. Ein Versicherungsvertreter, der neben seinen nicht ganz ethischen Versicherungsverkäufen noch ein Geheimnis zu haben scheint und nicht zuletzt der Kommissar, der einen Tatort mit einer nicht mehr ganz frischen Leiche besucht.
    Figuren: Die Handlungsstränge werden jeweils aus der Sicht der verschiedenen Figuren beschrieben. Am Rande lernen wir noch deren Familien oder Bekanntschaften kennen. Die Erzählpersepktive und die Verwendung des Präsenz bringt mir die Figuren sehr schnell nahe. Auch wenn ich nicht viel über die Optik erfahre, gelang es mir die Figuren bereits emotional zu fassen und eine Beziehung aufzubauen, ohne bisher sagen zu können, wer jetzt gut und wer eher böse sein wird.
    Sprache/Duktus: Ausgezeichnet. Es liest sich sehr angenehm, die Wahl der Worte, die Verwendung von Metaphern, die schöne, teilweise blumige Sprache (wo sie angebracht ist),gefällt mir ausgesprochen gut. Auch die Wahl der Erzählperspektive ist hier gut getroffen. Die Geschichte wird im Präsens erzählt, was hier sehr positiv zur Dichte des Geschehens beiträgt. Ich bin wirklich begeistert. Es ist sehr gut geschrieben. MIr ist so gut wie nichts aufgefallen, worüber ich meckern könnte. Einzig ist mir einmal ein plötzlicher kurzer Perspektivwechsel aufgefallen, am Ende von Seite 10 verschwimmt das Firmenemblem vor Frau Kramers Augen. Als zweites sprang mir die Wortwahl transparent bei der Beschreibung der Nasenspitze auf Seite 28 ins Auge. Das ist aber auch wirklich das einzige. Klasse
    Struktur: Mehrere Handlungsstränge laufen aufeinander zu. Jeweils wird die Erzählung aus der Perspektive der beschriebenen Personen erzählt. Die Handlungsstränge scheinen sich zeitgleich abzuspielen. Es ist anzunehmen, dass sie nach und nach aufeinander zulaufen werden. wie sich die Struktur weiter entwickelt, lässt sich nach der Leseprobe nicht erkennen.
    Zusammenfassend: Ausgezeichnet, spannend und macht Lust auf mehr. Gerade, da es sich um ein Genre handelt, in dem ich normalerweise nicht als Leser unterwegs bin, ist es mir wichtig hier festzuhalten, wie sehr mich der Text gefangen genommen hat. Die Schreibe ist ausgefeilt und professionell. Nicht überzogen, nicht flach, genau richtig. Die klitzekleinen Fehlerchen sind ruck-zuck behoben. Weiter so.
    • Kommentar von IMMON am 10.12.2010

      Vielen Dank für Deine nette Rezension. Danke auch für die Hinweise, werde ich mir ansehen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Hat mich gefesselt ... obwohl Krimi so gar nicht mein Genre ist

    von Bloodymary am 08.12.2010

    Handlung: Zu Beginn werden uns abschnittsweise einzelne Personen vorgestellt. Ein Ex-Knacki (Jan Brake), der sein neues Leben beginnt (im ersten Moment dachte ich, es ginge um jemanden, der in Pension geht und seinen letzten Arbeitstag hatte :o) ), ein Mann (Gregor Harms), der offenbar Probleme mit seinem Kurzzeitgedächnis hat, ein Mann (Olaf Koog) mit einem dubiosen Job (Versicherungsvertreter?) etc. Die einzelnen Szenen sind ersteinmal gar nicht mit einander verknüpft aber ich denke, dass hier aller King-Manie (Stephen King) ein Netzwerk aufgebaut wird, dass sich im Laufe der Geschichte zusammen findet und sich miteinander verknüpft.
    Figuren: Die Figuren werden relativ distanziert vorgestellt. Trotzdem bekommt man ein Bild vor Augen, weil der Autor *zeigend* beschreibt. (bekanntes "Show-don´t tell- Prinzip). Die Verwirrung von Harms zum Beispiel. IMMON behauptet nicht einfach, dass er vergesslich ist oder verwirrt, er zeigt es, indem Harms mit einem leeren Einkaufswagen zur Kasse geht. Auch sein Charakter wird durch Kleinigkeiten gut gezeigt (ihm gefallen die Grübchen bei der Frau, er möchte sie deshalb lächeln sehen, trotzdem bemerkt er es, wenn ihr Lächeln nicht ihm gilt, etc.) Ich fand, seine Einsamkeit wird dem Leser sehr gut vermittelt.
    Sprache/Duktus: Wie schon in der Überschrift erwähnt, bin ich kein Krimi-Leser. Ich bin eher im Fantasy zu Hause :o) Warum? Krimis sind mir meist zu trocken, zu sachlich. Hier (und deshalb habe ich gern weitergelesen) bedient sich der Autor einer sehr bildhaften, metapherlastigen Sprache. Das wurde glaube ich teilweise kritisiert und ist wohl geschmackssache. Mir gefällt es sehr, wenn jemand in die Metapher-Kiste greift und sich kreative, unkonventionelle Bilder überlegt. Deshalb liebe ich Stephen King-Bücher auch so gerne. Auch die Personenbeschreibung über ungewöhnliche Wege finde ich toll. King hat einen Mann mal mit drei Sätzen extrem dreidimensional beschrieben. Sinngemäß schrieb er: "Er trug einen teuren, grauen Anzug, die Haare ordentlich zurückgekämmt, der Bart akkurat rasiert. Ein Mann von jener europäischen Eleganz, die auf ein altes Adelsgeschlecht schließen lässt. Er sah wie eine schleimige Kröte aus." WAMM! Drei Sätze nur und man hat ein deutliches Bild vor Augen!!! IMMON hat das in Ansätzen auch drin. Er benötigt nicht vieler Worte, um ein rundes Bild zu schaffen. *Das* ist übrigens nicht so leicht, wie es aussieht!
    Struktur: Wie schon unter Handlung erwähnt, benutzt IMMON die sogenannte "Spotlight-Funktion". Er bestrahlt einzelne Personen, gibt der Geschichte somit einen Rahmen und am Ende wird alles in der Mitte zusammenfließen. (Ich bitte um Klarstellung, falls ich die Struktur falsch erfasst habe).
    Zusammenfassend: Für mich ist es sehr schwer einen Krimi zu bewerten, weil ich nicht weiß, was ein Krimi-Leser von einer Geschichte erwartet. Ist unterkühlte, sachliche Sprache erwünscht? Eine Aufzählung von Fakten? Keine Ahnung. Mein Ansprüche an ein Buch sind Charaktere, mit denen ich mitfiebern kann, ein spannender Plot, neue Ideen. Inwieweit die Ideen neu sind, weiß ich daher nicht. Aber der Plot verspricht Spannung und die Charaktere sind bereits zu Anfang so gezeichnet, dass ich mich in sie hinein versetzen kann. Zudem ist die Sprache nicht hyper kühl. ;o) Sie ist bildhaft und mit Metaphern geschmückt. Da ich King lese (der nicht rein Fantasy schreibt, sondern eher Thriller mit paranormalen Elementen) fühle ich mich trotz meiner Krimi-Unkenntnis ausreichend für eine Rezi qualifiziert! Einen Stern Abzug wegen des für mich unbekannten Genres und des "keine-Ahnung-habens" was neu oder ein alter Schuh ist. ;o) Aber sonst ...
    • Kommentar von IMMON am 08.12.2010

      @bloodymary: :-) @dominic: Übelnehmen? Nein, alles voll im grünen Bereich. Ich war ja selber erstaunt. Und mit meinem Stil hast Du Dich ja auch unten bereits sehr sachlich auseinandergesetzt.

    • Kommentar von Bloodymary am 08.12.2010

      Wie blöd, hab "aller King-Manie" geschrieben! Das soll natürlich "à la King-Manie" heißen!

    • Kommentar von Dominic Franke am 08.12.2010

      @Immon Ich hoffe du namst mir das bei Yasmin nicht übel? Denn ich weiß auch, dass du zurecht hier oben stehst! Selbst wenn ich den Stil nicht mag. Aber ich bin auch kein King-Fan und mache einen Bogen um seine Bücher. ;) Ist nur Geschmackssache. Viel Glück dir weiterhin, auch wenn du das nicht brauchst ;)

    • Kommentar von Bloodymary am 08.12.2010

      Ich wusste es!!! HA!!!!! Wollte es ja nicht schreiben, dass der Stil was von King hat bzw. mich daran erinnert! (Damit meine ich nicht kopiert, sondern inspiriert) :o) Cool!!!

    • Kommentar von IMMON am 08.12.2010

      Mit Herrn King habe ich quasi lesen gelernt. Eine große Ehre für mich, dass ein King-Fan meinen Text mag. Vielen Dank für Deine Rezension.

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    Mein Favorit

    von Yasmin am 08.12.2010

    Zusammenfassend: Warum bewertet man ein Buch, das schon viele bewertet haben und das Top im Ranking liegt? Ganz einfach, weil man es selbst gut findet und dem Autoren seine Unterstützung bekunden möchte, mache weiter so, es ist ein gutes Buch, bring es heraus. Es würde mich freuen, wenn ich hiermit mit dazu beitragen kann, denn es ist lesenswert, mein Favorit! Und fuer alle Zweifler, ich bin mit dem Autoren nicht verwand oder bekannt!
    • Kommentar von Bloodymary am 08.12.2010

      ...den ich bekomme Panik,irgendwer könnte denken,dass sei ein Pusch-Flieger!Das ist doch nicht Sinn des Wettbewerbs?!Ich hoffe wirklich sehr,dass das Bewertungssystem bald so umgestellt wird,dass alle wieder durchatmen können.Wenn ich in den Top 10 bestehen kann (durch ehrliche Rezis) freue ich mich sehr.Wenn mich irgendwer überholt (durch ehrliche Rezis) ist das vollkommen okay.Ist dann so! :o) Das mag jetzt nach in-Tücher-gehüllter-Öko klingen,aber mir kommt es echt nur auf Fairness an! LG

    • Kommentar von Bloodymary am 08.12.2010

      Hi,mir ist aufgefallen, dass ich mich von der Paranoia auch hab anstecken lassen.Und dafür schäme ich mich tatsächlich.Aber ich denke wir(ich eingeschlossen)sollten uns alle wieder besinnen.Nur weil einige Leute eine Möglichkeit gefunden haben das Bewertungssystem zu umgehen,heißt das nicht,dass das nun hinter jeder Ecke lauert.Bei IMMON ist der hohe Platz wirklich,weil es den Leuten gefällt, das sieht man an den Rezensionen und den Rezensenten.Mittlerweile hab auch ich bei jedem Flieger ...

    • Kommentar von Dominic Franke am 08.12.2010

      Ich will ja auch niemand unterstellen, dass es nicht wirklich gefallen hat. Auch glaube ich nicht, dass alle "Einmal"Rezensionen böse gemeint sind. Doch wirkt es erstmal komisch. Daher sollte Yasmin da vielleicht Stellung nehmen und nächstes Mal einfach nicht Copy-Paste nehmen ;)

    • Kommentar von IMMON am 08.12.2010

      dominic, ich weiß es nicht - was sollte man damit umgehen? Und wer? Ich sicher nicht. Die meisten etablierten Rezensenten waren hier, was will ich mehr. Schade ist aber auch, dass jetzt schon überall Paranoia entsteht - ist die gute Rezis echt, ist die schlechte aus Hass etc. Wenn Yasmin das einfach ehrlich gemeint hat und ihr diese beiden Texte gut gefallen haben, sie sich aber die Arbeit durch Copy/Paste erleichtern wollte, dann sollten wir uns alle eine Runde schämen gehen.

    • Kommentar von Dominic Franke am 08.12.2010

      @ Immon: Ja es wirkt komisch und ist schade. Oder sind das die neuen Versuche, dass neu Bewertungssystem zu umgehen?

    • Kommentar von IMMON am 08.12.2010

      Yasmin, das ist sehr nett. Aber fast denselben Text hast Du auch dem Buch von Axel de With gegeben. Das verwirrt mich etwas, ehrlich gesagt klingt es auch fast nach einer dieser PushRezis. Ich weiß also nicht, ob Du mir damit wirklich geholfen hast.

  • Hmmmm

    von wolfi am 07.12.2010

    Zusammenfassend: Ich kenne zwar faint nicht, aber obwohl es nicht gerade durch nette Worte ausgedrückt wurde, kann ich mich da nur anschließen. Die Geschichte müsste sehr dringend überarbeitet werden, vor allem an vielen Metaphern und Ausdrücken sollte gearbeitet werden. Schon der erste Abschnitt schreckt eher ab, als dass er den Leser einlädt weiter lesen zu wollen. Derzeit verliert man sehr schnell die Lust am Lesen und das ist ja nicht Sinn und Zweck.
  • Zu weit von den Figuren weg.

    von Dominic Franke am 05.12.2010

    Handlung: Wurde oft genug beschrieben. Daher gehe ich auf die anderen Punkte ein.
    Figuren: Der Autor kann schreiben, doch wünschte ich mir, eine andere Perspektive. Gerade bei einem solchen Krimi möchte ich mit der Figur leiden und sie nicht nur beobachten. Dieses finde ich sehr schade, da die Grundidee spannend wirkte.
    Sprache/Duktus: Hier fand ich gerade den Anfang schön geschrieben. Dann geht der Stil aber in eine Art Beobachter über, welches mir es schwer macht die Figuren wirklich zu fassen. Auch sind die Sätze oft so kurz, dass es zwar an Tempo gewinnt, mich allerdings nicht hinein zieht. Als Beispiel hierfür nehme ich, den Bezug der Wohnung. Diese wird so aneinander gereiht dargestellt, dass sie nicht bildlich wird. Klar, muss diese nicht wichtig sein, aber ich möchte doch ein paar Details, die ich wieder erkenne.
    Struktur: Soweit ich es gelesen habe, baut der Autor die Geschichte langsam auf. Was für mich auch ideal erscheint.
    Zusammenfassend: Mich würde interessieren, ob der Autor den Text in eine nähere Sicht bringen könnte. Denn bis auf kleinere Schreibfehler, ist an der Geschichte nicht so viel zu bemängeln. Doch leider stört mich die Distanz und so macht das Lesen zumindest mir kein Spaß.
    • Kommentar von IMMON am 05.12.2010

      Danke für die Rezension, Dominic Franke.

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    Hammerspannend

    von Twin Susanne am 30.11.2010

    Handlung: In kurzen Kapiteln rollt die Handlung an dem Tag neu los als Jan Brake aus dem Knast kommt. Alle wichtigen Protagonisten werden in ihrem Umfeld vorgestellt, es wird gezeigt, was sie gerade so machen, wie sie denken, und wer sie sind. Dahinter schwingt das Ereignis mit, das Jahre zurück liegt: die Entführung. Doch plötzlich gibt es einen Mord und merkwürdige Briefe. Punktgenau auf Seite 29 lässt mich der Autor vor Neugier platzend mit dem angefangenen Thriller alleine - nicht nett.
    Figuren: Gregor Harms ist alt und senil, ein ehemaliger Ermittler, der sehr glaubwürdig redet, denkt ("Aber des Schusters Kinder müssen natürlich barfuß laufen") und handelt. Olaf Koog ist Versicherungsmakler und unsympathisch, einer, der seine Mitmenschen für seine Ziele ausnutzt und für den die Familie Besitztum ist, um zu zeigen: ich habe es geschafft, seht her! Jan Brake ist frisch aus dem Knast und vermutlich nicht der Täter. Lars Jensen und Kuhlmann wirken nicht besonders motiviert bei der Arbeit. Sie ahnen kein Stück, dass die Leiche irgendwie mit den anderen Geschehnissen zusammen hängen muss. Vermutlich ahnen sie es lange nicht? Muss Gregor Harms noch mal ran? Aber wie gut kann er sich noch erinnern? Ihm läuft die Zeit davon, denn er scheint Alzheimer zu haben. Er hat eine nette Nachbarin mit sechsjährigem Sohn (hoffentlich bahnt sich da nicht ein Drama an... Fortsetzung! Ich will weiter lesen!
    Sprache/Duktus: Knapp, kurz und bündig und trotzdem sieht, riecht und hört der Autor Details, die der Handlung Farbe geben. Die Präsensform ist ja schon angesprochen worden. Merkwürdigerweise habe ich das sofort vergessen. Habe umgekehrt beim Lesen gedacht, ob es in der üblichen Vergangenheitsform noch besser sein könnte - und stets mit nein beantwortet. Lasse es so, wenn der Lektor nicht meckert. P.S. Gedanken und wörtliche Rede noch vereinheitlichen - ist doch ein Klacks.
    Struktur: Ein moderner Thriller. Ich hoffe, dass es so gut weiter geht, wie auf den ersten Seiten. Ich drücke dir die Daumen für das Exposee, das ich ja nicht einsehen kann. Also wenn da kein Lektor anbeißt...
    Zusammenfassend: "Willkommen im Club" sagt hoffentlich bald ein Lektor von Droemer/Knaur zu dir, denn du hast das Schreiben wirklich drauf.
    • Kommentar von IMMON am 30.11.2010

      Twin Susanne, vielen Dank für Deine Rezension. Der letzte Satz gefällt mir natürlich ganz besonders ... :-)

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    Alles da, alles klar

    von Eva Schuh am 30.11.2010

    Zusammenfassend: Ein Top-Krimi-Drama. Die vorliegende Leseprobe ist wohl das Beste, was ich seit geraumer Zeit hier gelesen habe. Absolut straight erzählt, ohne überladen zu sein. Die Figuren sind glaubwürdig und je nach Charakterbeschaffenheit ausreichend beschrieben. Die Idee des Romans wirkt auf mich, so fern man das von einer Leseprobe sagen kann, durchdacht und die Umsetzung spannend gelungen. Daumen ganz weit oben.
    • Kommentar von IMMON am 30.11.2010

      Vielen Dank, Eva Schuh. Krimi-Drama gefällt mir als Begriff sehr, da ich mich mit der Genre-Bezeichnung immer etwas schwer tue.

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    Sensible Beobachtungen

    von astamic am 28.11.2010

    Handlung: Kapitelweise werden drei Männer vorgestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Häftling, ein alter nachdenklicher und verwirrter Mann, ein junger egoistischer Versicherungsvertreter. Jedes Kapitelende legt eine neue Spur, eine Spur die neugierig macht und langsam aber sicher die Spannung steigert. Ab S. 20 taucht ein Kommissar auf, der in einem Mordfall an einem "ALLESKÖNNER" (:-), hat mir sehr gut gefallen!) ermittelt. ..... Kapitel für Kapitel verdichtet sich die Spannung. Fragen wie: "Was will der alte Harms vergessen? Welchen Brief hat er erhalten? Was hat der Ex-Sträfling Jan noch dringendes zu tun, bevor er die Frau aus dem Bus anspricht? Was hat es mit den mysteriösen Anrufen auf sich, die Olaf Kroog aus seiner selbstgefälligen Ruhe aufschrecken lassen? Was war in diesem Sommer geschehen? Was hat die Musik von Supertramp damit zu tun? Warum hat seine Tochter geweint? ..... Fragen, die auf den 30 Seiten die Spannung gekonnt steigern und mit eine schrecklich verwesten Leiche ihren Höhepunkt finden - weil dann leider die Leseprobe zu Ende ist! :-( .... Immon gibt seinen Lesern gezielt nur die Information, die er benötigt um gebannt zu bleiben. Gratuliere! Ich habe mich wie bei einer Schnitzeljagd gefühlt und nun fehlen mir die nächsten Hinweise... GRUMMEL
    Figuren: Indem jedes Kapitel sich eine Person vornimmt, konnte ich mich ganz auf die jeweiligen Charaktere einstellen, die übrigens sehr gelungen recherchiert sind! Mich beschlich das GEfühl, dass der Autor persönlich ein jedes dieser Leben miterlebt hat - oder zumindest, dass er sehr sensibel und sorgsam beobachten und dies auch wiedergeben kann...... Der erste ist Jan, ein Ex-Häftling, der seiner nun gewonnen Freiheit zu misstrauen scheint. Seine Gedanken verraten ein bisschen über ihm, lassen aber genug Raum für Spekulationen. Auch er wrikt nicht unsympathisch. Dann folgt Georg Harms, pensioniert, sympathisch, verwirrt, eigenbrödlerisch, aber trotz der Verwirrtheit weist er oft einen messerscharfen analytischen Verstand auf. Er neigt zu übermäßigen Alkoholkonsum und danach unter Blackouts. Er scheint älter zu sein, aber irgendwie nehme ich ihm nicht ab, schon "zu" alt zu sein. Das nächste Kapitel führt Olaf Kroog ein. Ein Versicherungsvertreter. Er entspricht diesem Bild bis ins kleinste Detail - genau so stelle ich diese Vertreter mir vor. Falsch und berechnend. Sogar ihr Selbstbild stimmt nicht. Sein großer Sympathiepluspunkt ist einzig seine Tochter, aber auch ihr gegenüber äußert er Versprachungen, die er nicht halten kann. Für mich nimmt er ganz klar die Position des Unsympathen an. Erst auf Seite 24 betritt dann eine vierte Hauptperson die Geschichte. Lars Jensen, ein junger Kommissar. Auch er wirkt, auf den wenigen Seiten, die ich von ihm lesen durfte, sympathisch und glaubwürdig. ..... ..... Bei den Figuren fällt mir auf, dass Immon damit auskommt sie nicht äußerlich zu bescheiben. Er zeigt nur ihr Inneres auf..... und dass reicht für diese Geschichte, was mich verwundert hat. Es passt. Mehr brauchen wir nicht. Unser Kopf fühlt diese Lücke auf und schafft eigenen Bilder deren Charakter gekonnt vorgegeben ist.
    Sprache/Duktus: Immon ist ganz sicher kein Anfänger, seine Sätze sitzen und mir fiel nur wenig zu kritisieren auf. Zum Beispiel auf S. 6, 1, Absatz könnte ein "bitte" weg, dann würde es noch schärfer wirken. Und direkt darunter, 2. Absatz: " Der Tag draußen ist feucht." Kann ein Tag feucht sein, wäre LUFT nicht besser? Wie viele meiner Vorleser, hatte auch ich meine Probleme mit dem Präsens. Ganz besonders, da ich diese GEschichte (aus Zeitmangel) nur Häppchenweise geniessen konnte und mich so immer wieder neu reinlesen musste. Es war jedesmal wieder Gewöhnungsbedürftig, aber kaum war ich drin, hatte ich es auch schon vergessen. Um aber nun zum ausgesprochen Positivem zu kommen, so sind mir die sensiblen und wunderschönen Bilder aufgefallen, mit denen Immon seine Person belebt und Charakterisiert. Auch hier möchte ich einige davon zitieren. S. 2, Absatz 2: "Das Warten nutzt sich mit den jahren ab, wird stumpf und schmerzlos." Oder auch Seite 2, ein Satz der mir umgangssprachlich, aber gelungen Jan, den Ex-Häftling näherbringt: "Dann gehst du raus, setzt dich in ein Scheiß-Taxi und inhalierst den Geruch, nach all denen, die hier vorher saßen, als wenn du ein Junkie auf Entzug wärst." (Okay, das mit den "nach all denen" hätte etwas anders formuliert werden können, aber die Stimmungsnote stimmt!) ..... Auf S. 6, 4. Absatz werden zum Beispiel die Gefühle von Harms, dem alten Kommisar schön und nachvollziehbar beschrieben, als er über sein Alter nachdenkt. ... oder auf S. 11 wird gelungen im Text, die Vertretermentalität von Olaf Kroog beschrieben. (Hier jedoch, wie unten schon erwähnt, auf eine eineitliche Kursivsetzung der Gedanken achten. Die fehlt bei anderen Personen).... Ein anderes erzählerisches Highlight ist auf S. 16 zu finden, als Jan die Haltestelle betritt und seine sensiblen Beobachtungen über seine Mitfahrenden bescheibt. SEHR SCHÖN. Gute Beobachtung... aber das sagte ich schon. ..... ..... Der Autor lässt seine sensible Beobachtungsgabe seiner Mitmenschen, durch das Medium der Sprache, der Worte, lebendig werden. Und dabei benutzt er sehr eigenständige Bilder! Das zeichnet ihn aus!
    Struktur: Der Roman ist sorgfältig nach Kapiteln und Personen gegliedert. Der Leser ahnt, dass die Personen alle auf einander zukommen werden, da ein Geheimnis sie verbindet. Die Spuren hierfür legt der Autor sorgfälig am Ende seiner Kapitel und hinterlässt so immer wieder neue Fragezeichen (Cliffhanger), das habe ich unter Handlung allerdings schon angesprochen. Der rote Faden ist erkennbar.
    Zusammenfassend: Ich bin nicht unbedingt ein Krimi oder Thriller Experte, aber meiner Meinung nach hat diese Geschichte ihren Platz ganz oben in den TENS verdient. Ich bin selten so berührt worden, von "beschriebenen" Charakteren und Bildern wie hier. Nochmal ein ganz großes Lob auf die gelungenen sensiblen Beobachtungen und Beschreibungen der handelnden Personen. ..... ..... Möglicherweise kann die Geschichte noch flüssiger, süffiger sein, wenn sie nicht im Präsens geschrieben wäre.... aber da bin ich mir nicht so sicher. Es erzeugt auch eine ganz eigene Atmosphäre... Also, mir hat die Leseprobe sehr gut gefallen und ich wünsche dem Autor ein gutes Händchen bei den kleineren Schönheitskorrekturen .... ansonsten... GO!!!! LG, astamic
    • Kommentar von IMMON am 28.11.2010

      Herzlichen Dank für Deine tolle, feingranulierte Rezension. Beeindruckend, wie präzise Du hingesehen hast und wie genau Du dem Leser der Rezension jetzt vermittelst, welche Stellen im Text und Aufbau welche Wirkung bei Dir erzeugt haben. Natürlich kenne ich Brake, Harms und Co tatsächlich sehr gut - sie leben schließlich seit Monaten in meinem Kopf ;-). Jetzt wollen Sie allerdings raus - möglichst zwischen zwei Buchdeckeln.

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    Ausgezeichnet

    von Gänsekiel am 26.11.2010

    Figuren: Jan mag ich jetzt schon:) Die Figuren sind mit schnellen, präzisen Strichen gezeichnet und trotzdem lebendig. Stark!
    Sprache/Duktus: Irgendwie schreibst Du, wie früher die französischen Krimis waren. Ja, film noir- das ist es. Und wenn ich ein Bild von Gregor Harms vor Augen habe, dann sieht er aus wie Jean Gabin. Und Jan wie nicht mehr ganz junger Alain Delon vielleicht?:)
    Struktur: Sehr, sehr klar. Es treibt einen voran und die 31 Seiten vergingen wie im Fluge. Und ich bin gar kein Krimi-Fan!!!
    Zusammenfassend: Mach hin und lad mehr hoch :-P Das ist nicht nett, uns hier so hängen zu lassen. In der Gewissheit, dass die Fortsetzung nicht hinter der Leseprobe zurückbleiben wird. Bestnote!
    • Kommentar von IMMON am 26.11.2010

      Jean Gabin :-) Klasse, weiter unten schlug jemand Götz George vor. Toll, freut mich ohne Ende, wenn bei Euch so ein Kopfkino startet. Alain Delon, hm, wie wäre es mit Oskar Werner, der Jules aus "Jules und Jim"? Deine Rezi ist knackig und macht Spaß. Danke dafür.

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    Keine Zweifel.

    von Martin Mehner am 25.11.2010

    Handlung: Hier werden verschiedene Personen eingeführt und handeln auf eine Weise, wie sie handeln müssen, wenn sie noch nicht so recht wissen, was auf sie zukommt. Der Plot des Romans zeichnet sich zwar ab, ist aber noch nicht ganz klar. Die Kurzbeschreibung allerdings ist bei aller Kürze aussagekräftig genug und ergänzt die Leseprobe.
    Figuren: Eine Reihe von Personen wird einfach nur durch ihr Handeln charakterisiert. Und das ist hervorragend gelungen. Es braucht keine ermüdenden Beschreibungen. Da sind: Ein nach zehn Jahren entlassener Strafgefangener, der sich zurechtfinden muss, ein verwirrter Altkommissar, ein Versicherungsvertreter und sensibler Papa mit Geheimnis sowie ein amtierender Komissar mit einem sympathischen Schuss Arroganz.
    Sprache/Duktus: Äußerst überzeugend. Es finden sich kaum Stolperstellen. Mir gefällt die Erzählweise im Präsens. Für Rückblicke in die Vergangenheit würde ich wahrscheinlich öfter mal das Präteritum verwenden, auch um einen Unterschied zu machen zur Alltagssprache. Da passt Perfekt ganz gut. Der Gebrauch von Adjektiven und Vergleichen ist sparsam. So gefällt es mir. So passt es zum Thema. Und dann kommen doch gelegentlich sprachliche Bilder vor, die mich aufhorchen lassen. Die Dialoge scheinen mir größtenteils gelungen. Gerade auch die Kindermundpassagen wirken authentisch. Kleine Hinweise vielleicht: S.6: die Kollegen damals – das passt nicht in den Präsens-Satz. Besser: die Kollegen von damals. S.11: es sollte heißen: starrt wieder auf das Papier vor sich. Sonst stimmt die Perspektive nicht. S.15: „... und wohl auch ein bisschen geweint.“ Das passt nicht, denn vorher haben wir ja schon erfahren, dass sie geweint hat. Vielleicht ist nur das „wohl ein bisschen“ zu viel. S.27: Ich hatte dich gewarnt. Hier passt das Plusquam nicht so recht, ist ja alltägliche Umgangssprache. S.28: Die Madenpopulation erreicht einen „Höhepunkt“? Da müsste ein anderes Wort her, finde ich. Nur nebenbei: Die verschiedenen das/s-Konjunktionen. Manche Kommata könnten durch Punkte ersetzt werden.
    Struktur: Verschiedene Handlungsstränge, die später zusammenlaufen - sowas kann ich gut leiden. Das ist vielleicht Geschmackssache. Na und? Ich finde es nur beeindruckend, da, wo Personen zum zweiten Mal auftauchen, dass ich sie zwar nicht gleich am Namen unterscheiden kann, sehr wohl aber an ihrem Handeln. So muss es sein.
    Zusammenfassend: Diese Leseprobe ist so angelegt, dass ich keine Zweifel habe, dass der Roman in ähnlicher Qualität weiter geht. Bei aller Kürze - hier traue ich mich dennoch, eine Empfehlung zu geben. Stilistisch halte ich dieses Werk für eines der Besten hier.
    • Kommentar von IMMON am 26.11.2010

      Danke Martin, für Deine detailierte Rezension. Es ist anscheinend alles so bei Dir angekommen, wie ich es beim Schreiben geplant hatte. Besonders freut mich, dass meine Art Personen zu charakterisieren, Dein Gefallen gefunden hat. Deine Verbesserungsvorschläge sitzen. Du hast sehr genau hingesehen - das ist, was ein Autor sich wünscht.

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    Gefällt mir

    von Twin Marion am 22.11.2010

    Handlung: Jan Brake kommt aus dem Gefängnis (Freiheit ist ihm wichtig). Der ehemalige Kommissar Gregor Harms scheint sein Leben zu vergessen (Alzheimer? Ich stelle mir Götz George in meinem Kopfkino vor, die Mischung aus ehemaligem Ermittler und dem an Alzheimer Erkrankten, eine Rolle, die George auch mal gespielt hat). Der Versicherungsagent Olaf Koog verkauft eine Versicherung und erinnert sich an einen heißen Sommer (Will den Neid der Nachbarn, legt Wert auf seinen Besitz, ist gleich unsympathisch). Ein Mord geschieht. Harms bekommt einen Brief, ob er noch so einen Sommer durchsteht. Lars Jensen beginnt zu ermitteln.
    Figuren: Jede Figur hat charakteristische Eigenschaften! Jan Brake kommt zwielichtig rüber. Will er Rache? Was verbindet ihn mit den anderen? Der erste Absatz befasst sich mit seiner wiedergewonnenen Freiheit, ein nachvollziehbares Gefühl, das Sympathie weckt. Ich frage mich, ist Brake ein brutaler Mörder oder gar unschuldig und suche beim Lesen nach Hinweisen. Die Spannung funktioniert. Alles ist noch möglich. Gegor Harms ist ein ehemaliger Kommissar, der vergesslich geworden ist. Er ist auch etwas mürrisch und verjagt die freundliche Nachbarin Frieda. Er wirkt dadurch lebendig. Olaf Koog ist ein Versicherungsagent, der seine Frau und seine Tochter zu lieben scheint. Er ist unsympathisch und berechnend (z.B. als er die Versicherung verkauft). Ich weiß gleich, den mag ich nicht. Lars Jensen ermittelt. Der Tote ist Arnold Grote, der Alleskönner. Jensen ist jemand, dessen Geruchssinne ausgeprägt sind, nicht nur die Verwesung, die ihm auf den Magen schlägt, auch der Geruch von Mundwasser und Zigaretten. Finde ich klasse beschrieben.
    Sprache/Duktus: Insgesamt liest sich der Text sehr flüssig. Das Präsens hat mich nicht gestört! Allerdings sind mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die sich aber leicht glätten lassen: S.2: „…inhalierst den Geruch, nach all denen, die hier vorher saßen…“ klingt komisch. Verstehe ich so: Die vor dir haben den Geruch inhaliert und du tust es jetzt auch (nach ihnen). Oder ist es so gemeint? Du inhalierst den Geruch all jener, die vorher hier saßen. In dem Absatz „die letzten Tage sind die schlimmsten…“ zitiert der Erzähler das, was die anderen Jan Brake gesagt haben? Deshalb die Anrede „Du“? Dann aber bleibt es beim Du. Das finde ich im nachfolgenden Absatz schwierig, denn das Rausgehen und sich ins Taxi-setzen ist doch wohl wieder die Handlung, also das, was Jan Brake in der Szene tut und nicht mehr das, was die anderen gesagt haben. Oder? Hier könnte der Autor etwas mehr Klarheit in die Perspektiven bringen. Wer erzählt hier? S.5: Er denkt über sich in der dritten Person? „Er kann sich nicht erinnern. Hat er die Waren aus dem Wagen genommen?“ Mir sind solche Wechsel zu krass. S.11: Das Gespräch ist plötzlich kursiv, die Gedanken sind nicht ausgezeichnet und kommen wie die Erzählerstimme daher. Aber auf Seite17 macht es der Autor anders: Hier sind die Gedanken nachvollziehbar in kursiv gesetzt. S. 12: „Koog lacht trocken (Erzähler). Was für ein Tag, und zum Abschluss…“ Das sind doch wieder Koogs Gedanken oder? Hier sollte der Autor einheitlich im Text vorgehen, um den Lesefluss nicht zu stören, zumal sehr schnell erzählt wird und dann noch vier Erzählstränge. Wenn Gedanken kursiv, dann immer so und nicht mal so und mal so. Ich empfehle, die Perspektiven im Text nochmal zu prüfen.
    Struktur: Die vier Hauptpersonen werden in vier Szenen eingeführt und wechseln einander ab. Stück für Stück erfährt der Leser mehr über die Personen und das, was sie verbindet. Wenn es so bleibt, könnte das Erzähltempo erschöpfen. Ich hoffe, dass der Leser, sobald er die vier Personen kennt und auseinanderhalten kann, tiefer in die Geschichte eintauchen darf und längere Passagen kommen.
    Zusammenfassend: Der Spannungsbogen findet seinen Anker bei Jan Brake, der aus dem Gefängnis entlassen wird, Kommissare ermitteln, ein erster Toter taucht auf, was hat der Versicherungsagent mit Jan Brake zu tun? Die Fragen lassen mich weiterlesen, der Text macht neugierig. Ich würde mir nur bald jemand wünschen, um den ich auch bangen kann. Und das Mädchen, das wie angekündigt in einem Schacht ertrunken ist, wäre dies nicht etwas für eine vorangestellte Szene? Oder einen Zeitungsartikel von damals? Denn darüber erfahre ich leider nichts auf den ersten Seiten. Das hat mir gefehlt.
    • Kommentar von Twin Marion am 23.11.2010

      Ich hadere jetzt zwei Tage mit mir, dass ich einen Stern zu wenig gegeben habe und möchte den offiziell nachtragen: vier Sterne und eine Empfehlung.

    • Kommentar von IMMON am 22.11.2010

      Herzlichen Dank für Deine sehr ausführliche Rezension. Besonders wertvoll für mich sind Deine Anmerkungen zu meinen – vielleicht etwas gewagten – Perspektivspielereien. Ich werde das noch mal kritisch in Augenschein nehmen.

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    Rätselhaft

    von Mahony am 21.11.2010

    Handlung: Vier Menschen und ein Toter haben anscheinend mehr miteinander zu tun, als es den Anschein hat. (Ich spare mir ebenfalls die Wiederholungen).
    Figuren: Die Beschreibung der eingeführten Prota ist noch sehr distanziert und ich habe mich, wenigstens für die Länge dieser Leseprobe nicht entschieden, wen ich mag und wen nicht. Aus dieser Sicht erscheinen sie mir alle irgendwie gleich.
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist ausgefeilt und gut zu lesen. Ich kann diese Anbeigung gegen den Präsens nicht nachvollziehen, mich hats nicht gestört. Für meine Begriffe ist man damit näher an der Handlung, es ist allerdings auch schwerer zu schreiben. Für einen Thriller finde ich das Tempo des Textes allerdings etwas zu behäbig. Da dürfte es ein bisschen rasanter zur Sache gehen, damit ich als Leser auch bei der Stange bleibe.
    Struktur: Ich habe mit der Struktur so meine Probleme, das kann aber daran liegen, dass ich ein ziemlich ungeduldiger Mensch bin. Andererseits kommt auch Follet immer ewig nicht in die Pötte und ehe bei "Säulen der Erde" Tom Builder auf den Plan tritt, muss ich mich durch mehr als nur 30 Seiten lesen. Ich denke, Follet nutzt die Episoden geschickter, in dem er einfach mehr erzählt. Ich frage mich als erstes, ist Jan der Entführer und bleibe im Regen stehen. Der arme Harmes steuer auf eine Demenz zu, ein Versicherungsvertreter bekommt ominöse Anrufe und alle miteinander einen rätselhaften Brief. Dass das irgendwie zusammen gehört, läßt sich vermuten. Für mich ist bei diesem Text der Grad zwischen der geweckten Neugier des Lesers und seiner strapazierten Geduld sehr schmal.
    Zusammenfassend: Sowohl sprachlich als auch vom Thema her klingt die Leseprobe interessant. Welche Lösung der Autor letzendlich findet, läßt sich noch nicht absehen. Gerne meine Empfehlung und 5 Sterne.
    • Kommentar von IMMON am 22.11.2010

      Mahony, ehrlich gesagt, ist mir Dein Patzer gar nicht aufgefallen - habe an Grat gedacht und entsprechend auch Grat gelesen :-).

    • Kommentar von Mahony am 22.11.2010

      Ach du mein Herrjee, das ist mir mit dem Grad ja ein schöner Patzer passiert. :-(

    • Kommentar von IMMON am 22.11.2010

      Danke schön für Deine Rezension und Deine Hinweise (vor allem zum schmalen Grat).

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    unterschwellige Spannung

    von Margot am 21.11.2010

    Handlung: Ich werde hier jetzt nicht alles wiederholen, was meine Vorredner/innen - vermutlich - schon zusammengefasst haben. Vermutlich, weil ich immer erst am Ende die bereits geposteten Kritiken lese, um mich nicht beeinflussen zu lassen. Es kann also durchaus sein, dass ich Dinge wiederhole, die bereits gesagt wurden ... man möge mir verzeihen. ;-)
    Figuren: Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Autor über jedes Kapitel den passenden Namen geschrieben hat. So weiss man jeder Zeit, wer spricht und wo die Geschichte gerade spielt. Die Figuren sind interessant. Jede hat ihre Geschichte, die in kleinen Häppchen präsentiert wird, oftmals in/durch die Handlung selbst. Gefällt mir. Sie unterscheiden sich auch gut, wenngleich ihre Sprache sich zu stark ähnelt. In der Richtung hätte ich mir noch einen Tick mehr Eigenheit gewünscht.
    Sprache/Duktus: Der Autor hat eine gute Beobachtungsgabe für die kleinen Dinge des Alltags und lässt diese leichtflüssig in die Geschichte einfliessen. Finde ich gut. Die Sprache an sich ist ein wenig distanziert, passt aber zu einem Thriller und erzeugt eine gewisse unterschwellige Spannung, die voran treibt. Bei der Identifikationsfigur würde ich sie mir aber eine Spur herzlicher wünschen. Kinder und schwangere Frau reichen (mir) zur Empathie nicht ganz. Ein paar Rechtschreibfehler habe ich auch entdeckt, aber das sind Peanuts.
    Struktur: Mir gefällt der Aufbau gut. Eien Sequenz pro Figur, die vermutlich auf das Unausweichliche zusteuern. Was ich mich natürlich frage, wer erzählt schlussendlich den Showdon? Was die Zeitform anbelangt. Da alles jetzt geschieht, erzeugt dies natürlich Tempo. Bis Ende Leseprobe hat mich das überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, ich finde Präsens passt sehr gut.
    Zusammenfassend: Die Geschichte würde ich mir vermutlich kaufen - käme auf den Klappentext an. Warum? Das erste Kapitel hat mir überaus gut gefallen, das zweite weniger. Alte Männer und junge Nachbarinnen reizen mich nicht besonders *g ... aber mit dem nötigen (reisserischen) Klappentext hätte mich der Autor/der Verlag am Wickel. Ja, ja, ich bin eben beeinflussbar! ;-)
    • Kommentar von IMMON am 21.11.2010

      Vielen Dank für Deine aufschlussreiche Rezension. Auch Dein Kommentar zu den Auslassungszeichen trifft bei mir auf offene Ohren.

    • Kommentar von Margot am 21.11.2010

      Vergessen: Ich wollte noch was zu den Dialogen sagen. Bitte achte mal darauf, wie oft du die Auslassungspunkte gebrauchst. Das ist zwar ein Stilmittel, sollte aber nicht überstrapaziert werden. Sonst bekommt man leicht das Gefühl, deine Figuren wüssten nie recht, was sie eigentlich sagen wollten.

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    Präsens oder Präteritum?

    von fraun am 21.11.2010

    Handlung: Jan Brake kommt aus dem Gefängnis frei, steigt in ein Taxi und fährt in (s)eine Wohnung +++ Gregor Harms, ein alter Mann, hat Schwierigkeiten mit seiner Erinnerung. Ist er einfach nur alt oder trinkt er zu viel Alkohol? Wieso schickt ihm jemand seltsame Briefe? Man erfährt, dass er ein pensionierter Kommissar ist+++ Olaf Koog ist erfolgreicher Versicherungsmakler, erhält mysteriöse Anrufe, hat ein Geheimnis, das mit einem vergangenen Sommer zu tun hat. +++Lars Jensen, aktiver Kommissar, ermittelt in einem Mordfall. Irgendwie ahnt man, dass alle Vorkommnisse miteinander zusammenhängen, erfährt es in der Leseprobe jedoch nicht.
    Figuren: Jan Brake, der Ex-Sträfling, wirkt einsam und verlassen nach einer langen Haftstrafe, äußerlich wird er nicht beschrieben+++ Gregor Harms macht auf mich einen traurigen und bemitleidenswerten Eindruck, wirkt ebenfalls einsam und irgendwie eigen. Dass er alt ist, sagt er selber, ansonsten keine Beschreibung+++ Olaf Koog wird dargestellt, wie mancher sich vielleicht einen Versicherungsmakler vorstellt: unsympathisch, nur auf Provision aus. "Er rast durch ein Wohnviertel", macht ihn besonders zum unliebsam. Wer durch ein Wohnviertel rast, muss ein Egoist sein, denkt man sich als Leser. Außerdem vergisst er die Ballettaufführung seiner Tochter. Welcher Vater tut das?+++ Lars Jensen, der aktive Kommissar wird als erfahrener Ermittler beschrieben (hat zig Tote gesehen)
    Sprache/Duktus: Tja, das ist eigentlich das einzige Problem, das ich hier habe: Präsens! Ich bin kein Präsensleser, gefällt mir eigentlich gar nicht. Das einzige Buch, an das ich mich erinnern kann, das im Präsens geschrieben war und das ich gelesen habe: "Das Boot" von Lothar Günther Buchheim. Und ich weiß noch genau, wie enttäuscht ich war, als ich die ersten Seiten aufgeschlagen habe. Ich habe es nur deshalb zu Ende gelesen, weil der Film so toll war. Allerdings denke ich, dass es sich hier evtl. lohnen könnte, weiterzulesen, weil der Anfang sehr gut gelungen ist. Der Spannungsbogen ist gespannt, die Geheimnisse sind da (was ist in jenem Sommer passiert? Wieso die Drohbriefe und die Anrufe? Wie passt der madenverseuchte Tote ins Bild?) Allerdings dürfte das weitere Geschehen keine Langweile aufkommen lassen, sonst hätte ich mit dem Präsens wahrscheinlich große Schwierigkeiten und würde aufhören zu lesen. Ansonsten ist der Text gut geschrieben, da kann ich echt nichts Negatives sagen. Wirklich gut.
    Struktur: Mehrere Hauptfiguren werden nacheinander eingeführt, deren Lebensläufe sich evtl. in der Vergangenheit gekreuzt haben und sich sehr wahrscheinlich im Laufe der Erzählung wieder kreuzen werden. Es geht um ein Geheimnis, das mit einem vergangenen Sommer zu tun hat. Geschickt wird die Spannung erhöht, dadurch, dass ein Toter mit im Spiel ist. Man will wissen, was hat das alles miteinander zu tun. Ich muss sagen: Gelungener Aufbau.
    Zusammenfassend: Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich die erste Seite des vorliegenden Textes schon einmal gelesen habe und nach der ersten Seite aufgehört habe, weil ich keine Erzählweise im Präsens mag. Irgendwann habe ich mich doch entschlossen, den ganzen Text zu lesen und muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Die Schreibweise passt, die Figuren passen, der Aufbau passt, die Spannung passt. Allerdings denke ich, dass das Werk im üblichen Präteritum geschrieben, gewinnen würde. Aber das ist meine persönliche Meinung. Es gibt ja durchaus Bestseller im Präsens (wie "Das Boot"). Insgesamt betrachtet ist das Werk auf jeden Fall eine Empfehlung wert und ich vergebe vier Sterne.
    • Kommentar von IMMON am 21.11.2010

      Deine Hinweise zum Präsens sind wirklich sehr hilfreich - spannend, wie polarisierend so eine Zeitform sein kann. Das ist bestimmt ein gutes Thema für das Forum. Fraun, vielen Dank für diese sehr genaue Rezension und dafür, dass Du den Text ein zweites Mal angegangen bist.

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    Ende der Leseprobe - Das darf doch nicht wahr sein!

    von Lucy am 20.11.2010

    Handlung: Diese Leseprobe stellt vier Figuren vor. Da ist Jan Brake, der aus dem Gefängnis entlassen wird. Gregor Harms, eine ehemaliger Polizeibeamter, der Problem behaftet zu sein scheint. Dann taucht Olaf Koog auf, ein „Klinkenputzer“, der dem Leser einen kurzen Einblick in seine Arbeitsweise und Familie gibt. Schließlich die Leiche und unvermeidlich betritt der Kommissar die Bühne, Lars Jensen. All diese Figuren geben Hinweise auf die Handlung und scheinen untrennbar miteinander, durch einen Zeitpunkt in ihrem Leben, verbunden zu sein.
    Figuren: Die Figuren habe ich bereits in der Sparte Handlung aufgeführt, weil es schwer fällt, die Handlung von den Figuren getrennt zu erzählen. Zu viele Spekulationsmöglichkeiten über die genaue Handlung, die den Leser noch erwarten wird. Genau diese Tatsache spricht jedoch für die Protagonisten. Jede Figur ist von Wichtigkeit, um herauszufinden, was passiert ist bzw. worum es eigentlich geht. So zwingt jede Figur den Leser zu Aufmerksamkeit. Dabei gibt jeder Protagonist etwas von sich preis ohne zu verraten, welche Rolle er genau spielt. Das kann ich ahnen, doch befürchte ich, es werden sich noch einige Überraschungen auftun.
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist meist kurz und knapp und schnörkellos. Einzig zu Beginn stolpere ich. Die Freiheit eines Entlassenen wird zwar gut verdeutlicht, obwohl mich die laufende Heizung bildlich irritiert und im nächsten Satz ist es fast so, als ob die Freiheit die Macht hätte, mit einem Mechanismus den Kofferraum zu öffnen. Das nur als Kleinigkeit am Rande, denn derartiges taucht nicht mehr auf. Insgesamt habe ich zwar unter der Rubrik Figuren klar machen wollen, wie gut die Protagonisten in ihrer Rolle dargestellt sind. Sprachlich würde ich jedoch mehr Tiefe für die einzelne Figur empfehlen. Das wäre für mich der Feinschliff. Damit will ich sagen, die wirklich unterschiedlichen Charaktere sollten sich auch sprachlich deutlicher unterscheiden. Hier wäre möglich, bei Jan Brake den eigenen Slang einer Gefängniszeit einfließen zu lassen. Gregor Harms ist diesbezüglich gut dargestellt. Olaf Koog könnte in seiner Arroganz oder Überheblichkeit noch drastischer daherkommen. Lars Jensen könnte eine Eigenart haben. Insofern meine ich sprachlich nicht nur die Dialoge, sondern auch die Gedanken und die Schilderung eines ganzen Kapitels einer Figur.
    Struktur: Die Struktur gefällt mir. Es dient der Spannung, dass jeder Protagonist ein eigenes Kapitel hat und der Leser ahnen kann und spekulieren darf, ob und wie alles zusammenhängt. Die Gegenwartsform fällt auf. Ich bin der Meinung, das erzeugt beim Lesen die Vorstellung mitten im Geschehen zu sein, es quasi mitzuerleben, statt die Handlung erzählt zu bekommen. Ist mal was anderes und passt hier sehr gut.
    Zusammenfassend: Zusammenfassend ist dies für mich ein gelungenes Werk. Figuren, die im Kopf bleiben, Fragen die sich auftun und beantwortet werden wollen. Die ersten Reihen sind gestrickt, ich will sehen was aus dem Maschenwerk wird. Was ist das Ergebnis? Ich bin aus dem Gleichgewicht und suche es Seite für Seite. Wirklich geschickt weckt der Autor mit jedem Kapitel die Neugier. Das erste Kapitel erzeugt ungemein viele Fragen- Was hat den Protagonisten ins Gefängnis gebracht und vor Allem, was passiert nun in seinem Leben? – Hat ihn die Gefängniszeit verändert? War er gar unschuldig? Will er Rache? War er schuldig und jemand rächt sich an ihm? Wie nutzt er seine Freiheit?........ Das zweite Kapitel lässt sich nicht richtig einordnen, bleibt wie eine einzige Frage. Besonders ist mir aufgefallen, wie gut der Autor Spannung erzeugen kann. Allein die Szene mit dem Lied. Hier reißt Olaf Koog den Leser in Erwartungshaltung. Es muss eine unheimliche oder schreckliche Bedeutung haben. Monika verharmlost as Ganze. Der Leser darf Unheil ahnen. Spätestens ab hier, will man nur noch weiter lesen. Jedes Kapitel sagt viel und doch so wenig. Diese gut dosierte Mischung weckt Neugier und den Willen weiter zu lesen. Gekonnt! Bravo! Jede Figur dominiert ihr eigenes Kapitel und doch wird sich alles zusammenfügen. Die Beschreibung einer Leiche zeigt gute Recherche. Dem Leser wird insgesamt viel Raum für seine Phantasie gegeben. Ganz plötzlich endet die Leseprobe. Das ist die einzige Unverschämtheit! Obwohl……ich gebe eine Empfehlung, in der Hoffnung irgendwann weiter lesen zu dürfen.
    • Kommentar von Lucy am 20.11.2010

      Das freut mich! Wenn ich noch mal drüber lese - "Das ist die einzige Unverschämtheit!"- Zur Klarstellung - ist ironisch gemeint, sollte nur ausdrücken, wie gut das Werk ist und es insofern schade ist, das die Leseprobe endet. Die Länge der Leseprobe ist allerdings für eine Beurteilung ausreichend.

    • Kommentar von IMMON am 20.11.2010

      Vielen Dank für diese ausführliche und engagierte Rezension. Die detailierten Hinweise zur Verbesserung helfen mir sehr weiter, und das sorgfältig begründete Lob - das tut einfach gut ;-)

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    Bitte den Rest auch noch einstellen!

    von Sanna am 19.11.2010

    Handlung: Jan Brake wird aus dem Gefängnis entlassen und beginnt seine "Wiedereingliederung". Gregor Harms hat eine beginnende Demenz und weiss nicht, warum er Drohbriefe erhält. Olaf Koog ist hat es geschafft, beruflich als auch privat, aber seltsame Anrufe, die seine Tochter entgegen nimmt, fangen an ihn zu beunruhigen. Lars Jensen, Kriminalkommissar, beginnt in einem Mordfall zu ermitteln. Vier Handlungsstränge, die scheinbar nicht in Zusammenhang stehen, aber bei denen der Leser ahnt, dass die vier Personen aufeinander treffen werden, dass man dem Konflikt nicht mehr ausweichen kann.
    Figuren: Dem Autor gelingt es, die Figuren glaubhaft im Laufe der Handlung zu entwickeln und verzichtet vollständig auf Beschreibungen. Man erfährt den Namen des Charakters in der Überschrift des Kapitels, in dem aus der Perspektive des Charakters erzählt wird, und schon geht die Handlung los. Langeweile oder Ungeduld mit den Figuren kommt nicht auf.
    Sprache/Duktus: Eine lakonische Sprache, die ich für sehr gekonnt halte. Der Autor kann auch komplexe Zusammenhänge, Gedanken, oder Gefühle kurz und bündig darstellen, was eine Seltenheit ist - ansonsten wird man eher mit einem "Zuviel" an Sprache konfrontiert. Sehr schön gemacht und ein Alleinstellungsmerkmal für den Text!
    Struktur: Wie schon gesagt vier unterschiedliche Handlungsstränge, bei denen man ahnt, dass sie über kurz oder lang zusammenlaufen werden. Ich bin gespannt, wie der Autor diese Zusammenführung gestaltet, ohne dass die Spannung, die durch die Handlungsstränge aufgebaut wird, verloren geht.
    Zusammenfassend: Dies ist für mich der erste Text hier auf neobooks, den ich zumindest basierend auf der Leseprobe für publikationsreif halte. Die Figuren und die Sprache "passen", das einzige Fragezeichen ist für mich, wie die vier Perspektiven später zusammengeführt werden, ohne das die Handlung an Spannung verliert. Ich würde gerne mehr lesen!
    • Kommentar von IMMON am 20.11.2010

      Vielen herzlichen Dank! Das macht mich sehr stolz und ich freue mich, dass Dir der Roman so gut gefallen hat.

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    Spannend

    von Verona Buchen am 19.11.2010

    Zusammenfassend: Diese Verwirrspiel hat mich fasziniert. Es war für mich am Anfang nicht ganz leicht in die parallel laufenden Handlungsabläufe reinzukommen. Aber die Erzählweise ließ mich weiter lesen und mitfiebern. Enttäuscht bin ich nur, dass der Roman nicht komplett heruntergeladen wurde.
    • Kommentar von IMMON am 20.11.2010

      Vielen Dank! Ja, tut mir leid das es nicht besser als 30-seitige Leseprobe gekennzeichnet war. Man kann das leider nicht mehr nachbessern.

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    Tatsächlich - ein Thriller! ;)

    von Inga Hetten am 19.11.2010

    Handlung: Ein Mann wird aus dem Gefängnis entlassen. Nur wer die Kurzinfo gelesen hat, ahnt, dass er womöglich unschuldig inhaftiert worden ist, angeklagt der Entführung eines Mädchens. Dieser Mann hat etwas zu erledigen, das nicht genannt wird. Doch die Umstände deuten immer mehr auf eine Rache hin. *** Ein Rentner ertappt sich bei einem krassen Fall von Vergesslichkeit. Beginnt so die Demenz? Wenig später klärt sich die Sache: Er trinkt (zumindest zu "Anlässen"). Er ist pensionierter Kommissar. Er erhält Drohbriefe. Der Vorfall, auf den sie anspielen, beschäftigt ihn noch immer. Hat er sich etwas vorzuwerfen oder leidet er wie Dürrenmatts Kommissar wegen eines ungeklärten Verbrechens? Hat er im Fall des entführten Mädchens ermittelt? *** Ein Versicherungsagent hat es geschafft. Bungalow, BMW, Familie, die Erfüllung stereotyper Träume sind sein Glück. Oder doch nicht? Auch er wird bedroht, und diesmal erfährt der Leser vom schlechten Gewissen. Hat dieser Mann damals das Mädchen entführt? *** Ein Kommissar fährt zu einem Tatort, nach der Beschreibung endet die Leseprobe. Der Text verrät nicht, wie Opfer und Tat mit den drei bereits vorgestellten Charakteren zusammenhängen. Doch ein Blick in die Kurzinfo lässt hinter dem Toten einen ehemaligen Zeugen vermuten.
    Figuren: Der in die Freiheit Entlassene wirkt desillusioniert, in sich gekehrt. Aber zunehmend auch wie eine Zeitbombe. *** Ob aktiv oder verrentet, die beiden Kommissare sind sympathisch. Der eine ist eigenbrötlerisch, der andere muss noch überzeugender werden. Er irritiert ein wenig durch seine abschließende Bemerkung über den "Alleskönner". Er hat schon viele Mordopfer gesehen, ist kein Berufsanfänger. Dazu passt nicht, dass er in aller Öffentlichkeit vor Journalisten (!) einen kindischen Spruch von sich gibt. *** Der Versicherungsmann ist ziemlich abstoßend dargestellt. Er betrachtet es als ertragreiche Kunst, Rentnerinnen überflüssige Versicherungen aufschwatzen. Es gibt Dinge in seiner Vergangenheit, für die er nicht geradestehen kann.
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist so gut gehandhabt, dass sie in den Hintergrund tritt. Das ist die übliche Anforderung an ein Buch, doch damit hapert es bei vielen der hier als "zum Überflieger tauglich" eingestellten Manuskripte. Daher bin ich erfreut und will trotzdem loben: Herrlich, der Leser kann in die Handlung eintauchen, ohne auf Schritt und Tritt durch Schreibfehler und missbrauchte Grammatik gestört oder gar grob aus dem Erzählfluss gerissen zu werden. *** Der Roman wird im Präsens erzählt, das die übliche Eindringlichkeit mit sich bringt - es liest sich unangenehm, erfordert Konzentration. Das macht den Einstieg etwas schwierig. Verblüffenderweise ist die Zeitform binnen kurzem nicht mehr wahrzunehmen.
    Struktur: Drei Spannungsbögen werden aufgebaut und binnen kurzem verquickt: Der unschuldig (?) Verurteilte plant etwas, das nicht näher erläutert wird. Der Versicherungsagent wird bedroht, der pensionierte Kommissar ebenfalls. Stichwort "Sommer", es scheint bei beiden um dieselbe Angelegenheit in der Vergangenheit zu gehen. Das legt eine Verbindeung zum Unschuldigen nahe. Schreibt er Drohbriefe? *** Nachdem die Handlung so weit gediehen ist, beginnt ein vierter Strang: Ein Kommissar kommt an einen Tatort. Wer ist dieser Tote? Beginnt der "Unschuldige" zu morden, wirkt er deshalb so bedrohlich? Oder hat er nichts damit zu tun? *** Die Kapitel tragen die Namen der Person, aus deren Sicht sie schildern. Das ist angenehm, der Leser weiß sofort, mit welchem der bisher vier Handlungsstränge er es zu tun hat.
    Zusammenfassend: Erneut habe ich auf Bitte des Autors rezensiert, diesmal hat mir das ein Lesevergnügen beschert. *** Auf Seite eins hat mich die Gegenwartsform abgeschreckt. Meine ersten Gedanken: "Oh nein, nicht schon wieder so eine Präsensgeschichte! Warum überhaupt ein Krimi/Thriller in der Gegenwartsform - nur weil die Klönne einen Preis für ihren Krimi bekommen hat?" *** Die übliche Erzählzeit ist das Imperfekt, daher die spontane Abneigung. Schade, wenn die ungewohnte Zeitform Käufer abschreckt! Nicht jeder schätzt die Aufdringlichkeit einer Präsenshandlung, denn was die meisten Leser von Lektüre wollen, ist Entspannung, nicht Anspannung. *** Trotzdem habe ich weitergelesen und verdutzt festgestellt: Die Gegenwartsform stört hier nur auf der ersten Seite, dann ist sie vergessen. Dennoch würde mich interessieren, wie sich das im Imperfekt läse. *** Mit den Sternen habe ich Probleme, es sind so wenige, wenn man mehrere Werke rezensiert hat und in Vergleich setzen muss. Bei zwanzig gäbe es zwei Sternlein Abzug, für das Präsens (weil es anfangs abschreckt), und für den anscheinend noch unausgereiften Kommissar - vielleicht rüht der Eindruck von zu wenig Text her. So gibt es natürlich alle fünf Sterne. Und obendrauf meinen zweiten Papierflieger, weil mir die Leseprobe hervorragend gefallen hat. Der Thriller ist schon jetzt spannend, ich will wissen, wie es weitergeht - meinethalben zahle ich auch für Lieferung im Präsens! ;)
    • Kommentar von IMMON am 19.11.2010

      Um diese Rezension werden mich viele Autoren beneiden, nicht weil sie mit Sternen und Flieger veredelt ist, sondern weil sie absolut kompetent und nachvollziehbar ist, die Stärken und Schwächen des Manuskriptes aufführt, dem Autor (mir) verdeutlicht, wo er nachbessern kann und auch dem potentiellen Leser wertvolle Informationen gibt, ob sich ein eigenes Lesen lohnt. Vielen Dank Inga Hetten, ich werde mir das als Vorbild für meine eigenen Rezensionen nehmen.

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    Charaktere, die zu begeistern wissen...

    von Michael Schmid am 18.11.2010

    Handlung: Mehrere Handlungsstränge, die in der Leseprobe noch parallel laufen. Ändert sich das? Abzuwarten… Mir gefällt dieser Stil auf jeden fall.
    Figuren: Gefallen mir allesamt sehr gut. Sie kommen authentisch rüber. Ihr Charaktere und ihre Gefühle werden vermittelt, wobei zwei mir bereits in der Leseprobe ans Herz gewachsen sind. So soll es sein, so macht es Spaß.
    Sprache/Duktus: Kann man nicht meckern. Immon weiß, wie man schreibt und Szenen inszeniert. Charaktere kommen lebendig rüber und m an will einfach wissen, wie es mit ihnen weitergeht.
    Struktur: Aufbau weiß zu überzeugen. Am Ende der Leseprobe kristallisiert sich ganz langsam heraus, wie sich die Story entwickeln könnte, ohne zuviel zu verraten und den Leser bei Spannung zu halten.
    Zusammenfassend: Kurz… ich will mehr!!! Die Leseprobe hat mich unterhalten, mich neugierig gemacht und mich in den Bann gezogen. Wenn es ein Buch gewesen wäre, hätte ich es gestern nicht mehr aus der Hand gelegt und es bald verschlungen, da bin ich mir sicher. Ich empfehle dieses Werk sehr gerne weiter, da ich es unbedingt als gebundenes Werk in Händen halten will. Dieser Autor gehört definitiv ins Büchergeschäft!!!
    • Kommentar von Michael Schmid am 18.11.2010

      Bitteschön.... und wir schaffen die Top Ten schon noch. ;)

    • Kommentar von IMMON am 18.11.2010

      Freut mich sehr, dass es Ihnen gefällt. Vielen Dank!

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    Gern gelesen

    von Jana am 16.11.2010

    Figuren: Jan Harms wird aus dem Gefängnis entlassen und die Darstellung des Charakters ist absolut glaubhaft, genauso wie bei den übrigen Figuren. Auch der vergeßliche Kommissar Brake d.D. ist gut dargestellt. Für meinen Geschmack werden Anfangs etwas zu viele neue Charaktere eingeführt, aber ich müsste das ganze Buch kennen um zu wissen, ob und wie sich die Geschichte dann entwickelt.
    Sprache/Duktus: Der Stil ist überzeugend und flüssig - fast immer - es hat die ein oder andere Formulierung gegeben über die ich gestolpert bin, aber trotzdem hat man gemerkt, dass hier ein Könner am Werk ist ihm sind nur ein, zwei Sätze bei der Überarbeitung "durch die Lappen" gegangen.
    Zusammenfassend: Der Atuor versteht sein Handwerk denn der Leser ist von der ersten Seite an gefesselt. Krimis sind normalerweise nicht das Genre das ich oft lese, aber diesen hätte ich gerne weitergelesen.
    • Kommentar von IMMON am 16.11.2010

      Vielen Dank für die nette Rezension!

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    Bravo

    von Sara Leub am 16.11.2010

    Zusammenfassend: Bravo! Ein waschechter Krimi mit spannender Handlung, einem roten Faden und passende Typen. An der Sprache habe ich auch nichts auszusetzten.Leicht u.flüssig erzählt, u. dennoch enorm fesselnd. Eingetaucht bin ich bereits auf Seite 3 und von da an gings ab.
    • Kommentar von IMMON am 16.11.2010

      Danke schön - freut mich!

  • Gleichgewicht

    von Sumpfhexe am 16.11.2010

    Handlung: Verschiedene, parallel verlaufende Handlungsstränge mit mehreren Personen. Alles weitere steht im Klappentext und ist bereits ausführlich erwähnt worden.
    Figuren: Durch die Vielzahl an Figuren fällt es zunächst etwas schwer, die einzelnen Personen näher kennenzulernen. Da aber bei jedem genügend Aspekte aus den näheren Lebensumständen aufgezeigt werden, gehe ich davon aus, daß dies im weiteren Verlauf der Handlung kein Problem darstellt.
    Sprache/Duktus: Flüssig geschriebene, leicht lesbare Sprache ohne Schnörkel und ohne Fehler. Der Autor wirkt in seinem Handwerk überzeugend, souverän und professionell. Allerdings vermisse ich ein wenig Orginalität und Witz. Mir persönlich ist die Schreibweise etwas zu sachlich und nüchtern, zudem kann ich mich mit Geschichten, die im Präsens erzählt werden, nicht recht anfreunden. Aber sowas ist Geschmackssache.
    Struktur: Bisher ist kaum ersichtlich, auf welche Art und Weise die verschiedenen Personen irgendwann zusammengeführt werden. Klar ist nur, daß sie das früher oder später tun werden, aber ich welcher Art und Weise, ist nicht vorhersehbar.
    Zusammenfassend: Kompetent geschriebener Krimi, der sichtlich von einem Autor mit großer Profession und Anspruch stammt. Leider aber nicht mein persönliches Ding, was die Sprache und den Schreibstil betrifft.
    • Kommentar von IMMON am 16.11.2010

      Danke für Deine Rezension. Deine Abneigung gegen das Präsens ist interessant, ich mag die Direktheit der Gegenwartsform, weiß aber auch, dass viele Leser so empfinden wie Du.

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    boah

    von Billie am 15.11.2010

    Zusammenfassend: was bin ich durch diesen text gehetzt. dabei konnte ich mir die typen gar nicht alle merken, die plötzlich auftauchten. toller gänsehautkrimi, der während des lesens immer wieder neue frage aufwirft, besonders weil die hauptperson jan brake so zwiespältig beschrieben ist. einziger mimuspunkt: der text müsste weitergehen. sehr empfehlenswert.
    • Kommentar von IMMON am 15.11.2010

      Freut mich - Danke! Natürlich geht der Text weiter - es ist ja nur ein Probe - und: Jan Brake wird einem noch fast ans Herz wachsen, während andere ...

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    Zu kurz!

    von Sylvia Dölger am 14.11.2010

    Handlung: Die Handlung wurde hier schon ausführlich beschrieben. Darauf will ich nicht näher eingehen. Allerdings gibt es schon Andeutungen darauf, dass es spannend wird. Diese Spannung ist bereits am Anfang latent vorhanden.
    Figuren: Es erscheinen hintereinander verschiedene Figuren. Sie werden in ihrem Umfeld eingeführt. Mich macht der Versicherungsvertreter am Neugierigsten. Was stimmt mit ihm nicht? Spielt er sein Familienleben nur vor? Über die Polizisten lässt sich am Anfang noch nicht viel sagen. Der Dialog mit dem ehem. Polizisten und seiner Nachbarin ist sehr gelungen.
    Sprache/Duktus: Die Sätze sind teilweise sehr kurz und nüchtern. Der Autor zeigt uns die Szenen so, dass ich sie mir gut vorstellen kann. Gefühle bleiben außen vor. Dadurch ist der Text aber recht anspruchsvoll.
    Struktur: In der Leseprobe werden die Figuren getrennt voneinander vorgestellt. Man ahnt bereits, dass sie aufeinander treffen und/oder eine gemeinsame Vergangenheit haben. Ich persönlich mag diese episodenhaft erzählten Romane und nutze diese selber gern.
    Zusammenfassend: Ein sehr interessantes Werk, das bereits in der Leseprobe große Spannung verspricht. Es besticht durch seine nüchterne Sprache, die für mich auch emotionaler sein könnte. Auf jeden Fall würde ich gerne weiterlesen!
    • Kommentar von IMMON am 14.11.2010

      Vielen Dank für die nette Rezension.

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    eine verdrängte "Leiche im Keller" ...

    von Brigitte am 14.11.2010

    Handlung: Die Handlung, wie sie sich in der Leseprobe darstellt – unabhängig von dem, was im Klappentext bereits verraten wird: Nacheinander werden verschiedene Menschen in ihrer momentanen Lebenssituation vorgestellt. Eine Verbindung über ein in der Vergangenheit liegendes Ereignis (die o.g. verdrängte Leiche im Keller) deutet sich an und am Ende wird ein (erstes?) Mordopfer gefunden.
    Figuren: Jan Brake – gerade aus dem Gefängnis entlassen Gregor Harms – Kommissar a.D. der erkennt das er langsam vergesslich wird; erhält einen anonymen Brief Olaf Koog – Versicherungsvertreter erhält merkwürdige Anrufe und einen anonymen Brief Lars Jensen – aktiver Kommissar wird zum Fundort einer Leiche gerufen
    Sprache/Duktus: Unaufgeregter, bisher eher distanzierter Erzählton, Präsens; beides (Präsens ud Distanz) erschweren es allerdings mit de Figuren "warm" zu werden. Das scheint sich bei der Einführung von Lars Jensen zu ändern, der mir spontan am sympathischten ist.
    Struktur: Interessanter Aufbau, jedes Kapitel folgt einer Person, was sich auf Dauer vermutlich ändern wird/muss? Die Charaktere werden so in ihrem jeweiligen Umfeld eingeführt und es ist klar, dass sich ihre Wege kreuzen werden - und das wohl auch in der Vergangenheit bereits getan haben.
    Zusammenfassend: Spannung durch Ruhe. Trotz des Einblicks in die Gefühlswelt des jeweiligen Protas, bleibt der Leser zunächst auf Distanz. Man spürt die unterschwellig lauernde Gefahr, das Geheimnis hinter den wenigen Andeutungen und Verweisen, auf einen zurückliegenden Sommer. Gerade der ruhige Erzählton erzeugt subtiles Gruseln. Sehr gut gemacht. Man weiß bis zum Ende der Leseprobe nicht, wem man trauen kann, und kann nur ahnen wer in der Vergangenheit schuldig geworden ist. Macht definitiv neugierig - bitte mehr!
    • Kommentar von IMMON am 14.11.2010

      Spannung durch Ruhe - ein sehr schönes Fazit, das Du gezogen hast. Vielen Dank für Deine Rezension. Diese Ruhe ist natürlich nur vermeintlich - die Ruhe vor dem Sturm ...

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    Zu empfehlen

    von Blanca am 04.11.2010

    Handlung: Es geht um ein schon Jahre zurück liegendes Verbrechen, welches die Figuren aktuell (vielleicht sogar erstmalig) zusammenführt. Dass sich ihre Wege auf irgendeine Weise kreuzen werden, lässt sich - auch ohne zuvor den Klappentext gelesen zu haben - leicht erkennen. Die Handlung erinnert mich schon jetzt stark an den Film "Das letzte Schweigen" (Buch: "Das Schweigen"). Das ist grundsätzlich nicht schlimm, da ich zumindest den Film nicht schlecht fand. Allerdings bleibt sehr zu hoffen, dass sich die Geschichte in ihrem weiteren Verlauf etwas von dieser Story distanziert. Vielleicht sind diese Übereinstimmungen aber auch purer Zufall und im Weiteren nicht mehr zu finden. Eines ist mir aufgefallen: auf Seite 28 fragt Lars Jensen, wie der Tote fünf Tage hat unbemerkt verrotten können. Da er aber gänzlich unwissend zum Tatort kommt und von seinem Kollegen nur den Namen und die Arbeitsstätte des Toten erfährt und auch der Arzt lediglich sagt, der Tod liege wohl schon länger zurück, frage ich mich, wie er dann auf genau fünf Tage kommt?!
    Figuren: Es gibt einen ehemaligen Häftling, einen pensionierten Polizisten, einen aktiven Polizisten und einen Versicherungsvertreter. Was mir sofort aufgefallen ist (ohne jede Wertung): es gibt (zumindest bisher) keine Frau, die den vier Männern in ihrer Rolle in dem Buch gleichgeordnet wäre. Meine Frage also: kommt da noch eine Frau? Über die Figuren an sich lässt sich leider wenig sagen. Wie die Figuren zu verstehen und wie sie menschlich einzuschätzen sind, ergibt sich wohl allein aus den jeweils aus ihrer Sicht geschilderten Kapiteln.
    Sprache/Duktus: Obwohl die Sätze kurz sind und fast ein wenig abgehackt klingen, lässt sich alles insgesamt sehr gut lesen. Die Kapitel sind ebenso alle recht kurz, weswegen sich ein Lesefluss nicht wirklich einzustellen vermag. Was ich allerdings sehr schade finde: da die Personen und ihr Charakter sich für den Leser scheinbar nur durch deren eigene Sicht der Dinge erschließt, wäre es schöner, wenn sie unterschiedlich denken würden. Es ist erkennbar, dass die Figuren alle aus einer Feder stammen. Gerade wenn die Personen und ihr Leben so wenig beschrieben werden, wäre eine Unterscheidung durch eine unterschiedliche Wortwahl, durch eine unterschiedliche Betrachtung ihrerseits sehr interessant. Dieser kurze, abgehackte Stil passt sehr gut zu dem Häftling. Bei ihm lässt sich eine solche Art des Denkens leicht nachvollziehen. So werden aber die anderen Figuren, die alle ein komplett anderes Leben führen, andere Schwerpunkte haben und sich alle in einem unterschiedlichen Lebensabschnitt befinden, die Welt und ihre Umgebung nicht betrachten.
    Struktur: Die Struktur ist sehr ansprechend. Es werden dem Leser von Beginn an gleich mehrere Fäden in die Hand gegeben. Dabei ist aber bereits ersichtlich, dass sich diese Fäden miteinander verweben werden. Es wird alles auf etwas hinauslaufen, was erkennbar, aber nicht vorhersehbar ist. Sehr schön!
    Zusammenfassend: Insgesamt scheint das Buch sehr vielversprechend. Gerade das Wissen um die letztlich gemeinsame Geschichte und die dahingehend aber noch unwissenden Figuren, lässt Spannung vermuten. Die Leseprobe macht definitiv Lust auf mehr. Für meinen persönlichen Geschmack könnten die Personen und auch die Orte etwas mehr, anschaulicher beschrieben werden. Genauso erfährt der Leser nicht, wo die Story spielt. Die Vermutung liegt da aber nahe, dass das Verschweigen des Autors Absicht ist (was mich allerdings wieder zu dem anfänglichen Vergleich mit "Das letzte Schweigen" bringt).
    • Kommentar von IMMON am 05.11.2010

      Danke für diese sehr differenzierte Renzension. Sie haben wirklich genau hingesehen und z.B. den Logikfehler entdeckt (für Leseprobe gekürzt). Eine Weile habe ich gegrübelt, warum sie eine Nähe zu "Das Schweigen" sehen, vermutlich weil es auch hier einen pensionierten Beamten gibt, der wieder eine alten Fall aufnimmt? Mein Roman ist eher durch den Fall der Ursula Herrmann, die 1981 in einer Kiste erstickte, inspiriert. Und was wenn dieses Ersticken die Mitschuld eines Polizisten ist?

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Beklemmend und spannend

    von Ellen am 04.11.2010

    Zusammenfassend: Etwas unübersichlich aufgrund zahlreicher Namen, aber dennoch spannend und packend geschildert. Viel mehr kann ich noch nicht schreiben, da ich noch nicht weiß, wie die Geschichte weitergeht
  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Interessant

    von Jutta Wölk am 03.11.2010

    Handlung: Der Leseprobe entnehme ich, dass es sich um mehrere Personen handelt. Ein älterer Kommissar, ein Versicherungsvertreter, ein anderer Kommissar und ein wenig beschriebener Protagonist, der eine schwierige Zeit hinter sich zu haben scheint. Ominöse Briefe und ein Anrufer, der sich bei einem kleinen Mädchen meldet, das sich zunächst vor diesem fürchtet, spielen sicher eine Schlüsselrolle.
    Figuren: Bis auf Jan Brake, -ein Psycho?-, der eine Aufgabe erledigen muss, und Lars Jensen, ein in Bezug zu Leichen immer noch nicht abgedroschener Kommissar, sind die Figuren gut ersichtlich. Olaf Koog, Versicherungsvertreter, liebt seine Familie und seinen Besitz. Manchmal scheint er aber auch seiner früheren Zeit nachzuweinen. Gregor Harms, ein ehemaliger Kommissar, fürchtet sich vor dem Altern und kommt mit seinem jetzigen Leben nicht zurecht.
    Sprache/Duktus: Die Sprache wirkt auf mich manchmal etwas zu abgehakt. Vielleicht ist es von dem Autor so gewollt, aber mich brachte der Stiel fast dazu auszusteigen. Zum größten Teil jedoch ist der Text flüssig zu lesen, und zu verstehen.
    Struktur: Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden. Meiner Meinung nach lag es auch zum Teil an den abgekackten kurzen Sätzen. Auch fehlte mir ein wenig die Spannung. Ohne es zu merken, wurde ich jedoch mehr und mehr in das Geschehen gezogen, was für den Aufbau spricht.
    Zusammenfassend: Meiner Ansicht nach wird der Markt im Moment von zu vielen Thrillern, in denen Kommissare und deren Teams vorkommen, überschwemmt. Aber >Gleichgewicht< kann da mithalten. Der Anfang könnte zwar meiner Meinung nach spannender gestaltet werden, muss aber nicht unbedingt. Ich wollte nach wenigen Seiten aussteigen, tat dies dann aber doch nicht, was mich im Nachhinein freut. Denn dann hätte ich die Spannung, die sich langsam aufbaut, verpasst. Die Briefe, deren Inhalte nicht verraten werden, und auch die Anrufe haben mich sehr neugierig werden lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Spannung weiter steigt, und vergebe vier Sterne, die wahrscheinlich wieder nicht sichtbar sind.
    • Kommentar von IMMON am 03.11.2010

      Danke schön. Das Deine Sterne nicht sichtbar sind, ist nicht weiter schlimm. Viel wichtiger ist Deine Menung - und die ist angekommen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Gerne mehr …

    von Kratzfeder am 02.11.2010

    Handlung: Wie man aus dem Klappentext entnehmen kann, wird sich der Roman an diesem Entführungsfall orientieren und das Leben der beteiligten Personen sich auf neue Weise entwickeln, verändern. In der vorliegenden Leseprobe kann man diesen Verlauf anhand einzelner Äußerungen schon erahnen.
    Figuren: Die verschiedenen Personen werden anhand eigener Kapitel eingeführt. Sie sind klar und lebhaft beschrieben und gezeichnet. Dadurch, dass sich die Personen aber nur durch ihr Umfeld unterscheiden, waren sie für mich auch ein wenig zu ähnlich. Ich hatte Schwierigkeiten sie auseinander zu halten. Vielleicht müsste man ihnen ein stärker unterscheidbares Äußeres oder auch Stimmen geben?
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist klar und eingängig, der Autor schreibt durchgängig auf hohem Niveau. Einzelne Bilder waren für meinen Geschmack zu häufig (Gedanken, Gedankenfetzen, Bilder im Kopf) und damit ein wenig eintönig. Aber das ist sicher auch Geschmacksache.
    Struktur: In der vorliegenden Leseprobe wird die Handlung über die Personen in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Man kann vermuten, dass sich diese Struktur weiter durchziehen wird. Obwohl ich diesen Aufbau ganz reizvoll finde, gefällt es mir … in der Vorstellung auf einen ganzen Roman … nicht wirklich. Ich wurde immer wieder auch rauskatapuliert, zudem hatte ich in den recht kurzen Sequenzen keine Zeit, mir die Personen zu verinnerlichen. Da war mir der Wechsel zu schnell. Natürlich könnte es sein, dass diese einzelnen "Einstellungen" dann im Verlauf der Geschichte verschmelzen … aber das kann man noch nicht erkennen.
    Zusammenfassend: Obwohl ich eher kein Krimileser bin, hat mir die vorliegende Leseprobe sehr gefallen. Vor allem durch die gelungene sprachliche Ausführung war ich schnell in der Handlung gefangen. Mir persönlich war der Aufbau über die einzelnen Charakterblätter zwar etwas zu schnell und damit zu unübersichtlich, aber das ist sicher auch stark eine Geschmackssache. Interessieren würde mich, ob der Autor plant, diese Struktur durchzuziehen oder ob die Handlung letztlich in einen Strang mündet. Sicher gäbe es auch hier noch einiges zu bürsten oder zu überarbeiten, aber wo gibt es das nicht … Von mir gerne eine Empfehlung und ich würde auch weiterlesen wollen …
    • Kommentar von IMMON am 02.11.2010

      Vielen Dank! Zu Ihrer Frage: Die Handlung mündet in einem Strang, hat aber pro Kapitel die Perspektive eines der vier Haupt-Protagonisten. Ihre Anregungen (Länge, Wechsel) werde ich gerne einbeziehen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Sogwirkung

    von Timmmann am 02.11.2010

    Zusammenfassend: Seit der Open Beta Phase konsumiere ich hier eigentlich nur - ohne angemeldet zu sein - ein Lurker quasi, denn ich stehe dem Ganzen recht kritisch gegenüber und fühlte mich durch einige Texte auch bestätigt. Diese Leseprobe hat mich aber so beeindruckt, dass ich dem/der/das Autor(In) (was um Gottes willen ist Immon?) tatsächlich einen Kommentar zukommen lassen muß. Handlung etc. sind ja weiter unten schon gewürdigt worden. Der Autor baut Figuren und Szenen geschickt auf, keine Klischees, keine Behauptungen, alles wird erlebt und fügt sich durch kleine Anmerkungen fast unmerklich zu Bildern in meinem Kopf zusammen. Das macht das Ganze zu einem Pageturner, ohne den üblichen platten Thrill. Jetzt werde ich mal schauen, ob ich der Plattform nicht doch unrecht getan habe :-)
    • Kommentar von IMMON am 02.11.2010

      Danke! Macht mich sehr stolz. Ich bin übrigens ein Mann.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Spannend

    von Birgit Böckli am 01.11.2010

    Handlung: In einzelnen Kapiteln lernt man die Figuren kennen, ahnt nach und nach die Verbindung und die Zusammenhänge, wobei hier hauptsächlich mit Suspense gearbeitet wird. Dadurch gelingt es dem Autor von Anfang an, Spannung aufzubauen.
    Figuren: Die einzelnen Figuren sind sehr anschaulich dargestellt, nicht Äußerlichkeiten, sondern Gedanken und Handlungsweisen lassen sie lebendig werden, das hat mir sehr gut gefallen.
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist toll, sehr lebendig und macht einfach Spaß. Sie paßt sich sehr gut den subtilen Andeutungen an, die überall im text versteckt sind.
    Struktur: jedes Kapitel ist einer Figur gewidmet, sodaß man die Protagonisten nach und nach kennenlernt. Ich gehe jedoch davon aus, daß sich ihre Wege früher oder später kreuzen werden.
    Zusammenfassend: Dieses Buch würde ich kaufen. Ich würde sehr gerne wissen, wie die Geschichte weitergeht. Beeindruckend gut geschrieben.
    • Kommentar von IMMON am 02.11.2010

      Vielen Dank. Freut mich sehr.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Brachial

    von Schildkröte am 01.11.2010

    Zusammenfassend: Ein wirklich gut erzählter Thriller. Auch wenn einige Szenen recht brachial beschrieben sind (es gibt auch das Stilmittel der Umschreibung), so sind sie doch aus der Geschichte heraus motiviert. Gut, ein Minuspunkt aus meiner Sicht sind die Pesonendarstellungen. Zu geballt und zu konfus. Sie haben mich etwas verwirrt und aus dem Tritt gebracht. Aber das sind Kleinigkeiten und vom Autor leicht zu beheben..
    • Kommentar von IMMON am 02.11.2010

      Vielen Dank. Werde über ihre Anregungen nachdenken.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Vom Feinsten!

    von K Illing am 01.11.2010

    Handlung: Nur Dreißig Seiten Leseprobe, sehr schade, denn ich will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Die einzelnen Kapitel tragen die Namen der Protagonisten, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Lose Handlungsstränge, die noch nicht miteinander verknüpft sind. Ein Haftentlassener, der versucht sein Leben neu einzurichten, ein Ermittler im Ruhestand, der eine merkwürdige Botschaft in seinem Briefkasten findet, der Versicherungsagent, der anscheinend die Rolle des braven Familienvaters nur spielt, Telefonanrufe von subtile Bedrohlichkeit, die seine Tochter annimmt, dann wird der Inhaber einer kleinen Firma brutal ermordet aufgefunden und das Ermittlerteam Jensen und Kuhlmann tritt auf den Plan. Doch schnell ahnt der Leser, dass die vier vorgestellten Personen, etwas verbindet. Etwas, dessen Ursprung in der Vergangenheit liegt.
    Figuren: Die Sprache in der die handelnden Personen beschrieben werden, ist sehr lebendig, sodass der Leser sofort ein Bild vor Augen hat. Dabei setzt der Autor den Schwerpunkt nicht so sehr auf Äußerlichkeiten, sondern lässt den Leser fühlen, was in der jeweiligen Person vor sich geht. Das hat mir an dem Text besonders gut gefallen.
    Sprache/Duktus: Die Beschreibung der einzelnen Szenen und die sich aufbauende Spannung ist subtil und nicht vordergründig oder plakativ angelegt. Durch die Intensität der Sprache wird man als Leser unmittelbar in die Handlung hinein gezogen.
    Zusammenfassend: Für mich ein Thriller mit literarischem Anspruch, ein wahrer Lesegenuss. Mehr davon bitte.
    • Kommentar von IMMON am 02.11.2010

      Danke schön!

  • Viele Namen ...

    von Kadhira am 01.11.2010

    Zusammenfassend: Ein Buchanfang, an dem zahlreiche Figuren vorgestellt werden - übrigens gut vorgestellt - und von denen man ausgehen kann, dass sie später eine wichtige Rolle spielen werden. Ich zögere etwas, denn es liegt mir nicht so, später zurückzublättern um zu sehen, wer wer war. Grundsätzlich finde ich es schöner, wenn die Figuren in eine einzige Handlung eingebunden werden. Wer's mag, wird es gerne lesen. Der Stil ist gut, die Beschreibungen nicht überzogen, die Figuren wirken lebendig.
    • Kommentar von IMMON am 02.11.2010

      Vielen Dank! Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer Person geschrieben. Ihre Wege werden sich immer mehr zu einer Handlung verweben.

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ID 01757
Veröffentlicht am: 31.10.2010

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