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Mutterfeuer, Handyroman - Heike Fröhling

Er sei ihr Großvater, behauptet der Fremde am Telefon. Und er weiß mehr über Helena, als ihr lieb ist. Schon einen Tag später merkt sie, wie sie die Kontrolle über ihr Leben verliert.

Er sei ihr Großvater, behauptet der Fremde am Telefon. Und er weiß mehr über Helena, als ihr lieb ist. Wer ist dieser Mann? Was will er von ihr? Wie kann sie sich vor ihm schützen? Schon einen Tag später merkt Helena, wie sie die Kontrolle über ihr Leben verliert. Ein spannender Psychothriller, in dem sich eine junge Frau nicht nur auf die Spuren der eigenen Mutter begibt, sondern auch auf die Suche nach sich selbst. Was prägt unsere Persönlichkeit? Diejenigen, bei denen wir aufwachsen? Diejenigen, von denen wir abstammen, denen wir aber nie begegnet sind? Lässt sich eines dieser beiden Elemente außer Acht lassen?

3.5 Sterne N/A
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    • Gefeuerte Mutter?

      von EmilyS am 03.02.2013

      Handlung:

      Vorweg: den Titel finde ich etwas unglücklich wenn man bedenkt, was mit der Mutter geschehen ist...

      Mitten in der Nacht erreicht Helena ein seltsamer Anruf. Ein fremder Mann will unbedingt mit ihre reden, legt aber nach einem Hustenanfall wieder auf. Kurze Zeit später ruft er wieder an, kennt komischerweise Detail über sie. Was will der Mann von ihr? Spannender Einstieg.

      Es stellt sich heraus, dass der Anrufer anscheinend Helenas Großvater ist. Er eröffnet ihr, dass sie wohl adoptiert ist.

      Gerade, als sie sich entschließt, sich mit ihm zu treffen, verstirbt er. Welches Geheimnis nimmt er mit ins Grab? Gutes Ende für die Leseprobe.

      Figuren:

      Helena Fries, Studentin. Sie wurde als Kind adoptiert, was man ihr aber verschwiegen hat. Sie fühlt sich von den Anrufen bedroht und wird ein wenig paranoid. Verständlich, das sie ganz alleine in ihrer Wohnung ist.

      Freunde von ihr. Tobi lernt der Leser ein bisschen besser kennen, er erscheint fürsorglich.

      Außerdem ihre Eltern bzw. Adoptiveltern. Der Vater anscheinend ein ordentlicher Pedant, die Mutter schnell nachgiebig. Sie sind mir etwas zu Klischeehaft.

      Sprache/Duktus: Kurze knappe Sätze, nicht viel Geschnörkel, keine unnötigen Beschreibungen. Manchmal vielleicht zu wenige, aber das gehört evtl. zu diesem Genre. Mir sind keine Fehler aufgefallen. Der knappe Stil, der gleichzeitig Helena charakterisiert, wird durchweg durchgezogen, keine Ausrutscher.
      Struktur: Im Präsens verfasst. Persönlich mag ich das nicht so, ich muss mich da immer sehr reinlesen. Ist hier aber gut gemacht und passt. Die Kapitel sind sehr kurz was vielleicht daran liegen mag, dass es ein Handy-Roman ist (ich habe das bis hier noch nie gehört...). Das Cover gefällt mir sehr gut, ich habe nur deswegen hier reingeklickt.
      Zusammenfassend: Ich habe gemischte Gefühle bei dieser Leseprobe. Mir gefallen die kurzen Kapitel nicht wirklich. Als Handyroman muss das vielleicht so sein, aber dann ist dieses Genre nichts für mich. Die Geschichte klingt sehr spannend und man könnte die Kapitel einfach etwas ausbauen, den Figuren mehr Farbe geben, dann wäre es etwas für mich. Generell ist es handwerklich aber gut gemacht. Deshalb vier Sterne von mir.
    • Seltsamer Titel ...

      von LSAnderson am 02.02.2013

      Handlung:

      Die Studentin Helena Fries wird immer wieder von einem röchelnden alten Mann angerufen, der ihren Namen, ihre Haarfarbe und ihr Geburtsdatum kennt, und behauptet, ihr Großvater zu sein. Helena ist erschrocken und gebannt zugleich von diesen Anrufen. Sie erzählt ihren Eltern davon und fällt aus allen Wolken, als die zugeben, was der alte Anrufer behauptet: sie wurde adoptiert. Um ihre biologische Familie und ihre frühe Jugend vor der Adoption gibt es anscheinend ein paar düstere Geheimnisse. Helena sucht ihren Großvater, aber bis sie ihn findet, ist er schon tot.

      Figuren:

      Helena Fries, eigentlich Zimmermann, blond, Studentin, zwanzig Jahre; ihre Freundin und Kommilitonin Jennifer, die „Alleinunterhalterin“; ihr Freund Tobias, netter Typ, hilft ihr den Großvater zu finden; Helenas Vater, Filialleiter einer Bank, etwas pedantisch; Helenas Mutter, kriegt leicht Kopfschmerzen; Helenas Großvater, stirbt.

      Sprache/Duktus:

      Eigentlich lese ich nicht gerne Geschichten im Präsens; sie fühlen sich oft irgendwie atemlos an und die Zeitform lässt ein Ausmalen von Handlung und Figuren und Innenansichten der Protagonisten schlecht zu. Bei „Mutterfeuer“ (seltsamer Titel …) funktioniert das Präsens allerdings gut, weil die Autoren die Technik (um nicht zu sagen „Kunst“) der knappen Charakterisierung beherrscht; selten braucht sie mehr als einen oder zwei Sätze oder Bilder, um eine Situation oder eine Figur anschaulich zu machen. --- Skeptisch bin ich auch gegenüber Ich-Erzählungen: unerfahrene Autoren und solche, die in Alter und sozialem Hintergrund ihren Figuren ähneln, verlieren leicht die professionelle Distanz zu ihnen. Aber auch da ist „Mutterfeuer“, zumindest über die Distanz der Leseprobe, ohne Makel. Der Text ist routiniert und ohne jedes überflüssige Wort geschrieben. Kein Wort zu viel, keine Schnörkel, keine Ornamente: ich mag das.

      Struktur:

      Kurze und kürzeste Kapitel, manchmal nur wenige Zeilen lang. In der Leseprobe funktioniert das gut; ob  es auch 120  Seiten lang geht, weiß ich nicht.

      Zusammenfassend:

      Gut geschrieben, deshalb habe ich gerne gelesen. Ob die Geschichte originell ist, irgendein Alleinstellungsmerkmal hat, lässt sich aus der Leseprobe nicht erkennen. Ich hoffe aber, dass die nicht nur formal gut gemacht ist, sondern auch inhaltlich was zu bieten hat. Auf jeden Fall aber kann ich sie empfehlen.

    • Spannend

      von Christine Bendik am 28.01.2013

      Handlung: Eine junge Frau erhält einen mysteriösen Anruf. Und damit ist man sofort in medias res. Die Handlung wechselt rasant, mit vielen neuen Eindrücken und rasch nacheinander vorgestellten Figuren. Dennoch weiß man immer, wo man sich gerade befindet. (5)
      Figuren: Ich fand die Figuren trotz der Kürze der Leseprobe sehr gut vorstellbar, vor allem Hauptfigur Helena, ferner ihren Vater und ihre lebensfrohe Freundin Jennifer.(5)
      Sprache/Duktus:

      Der Roman ist im Präsens verfasst, und in der Ich-Form. Nur ganz wenige Fehler gibt es zu entdecken, vor allem in der Interpunktion, die aber bei dem flüssigen Schreibstil nicht ins Gewicht fallen. Klasse Vergleiche: ...Die Nacht fühlt sich wie ein Sargdeckel an, der sich über mich legt.(4)

      Struktur: Mutterfeuer ist laut Autorin ein Handyroman. Bislang in der Leseprobe wird fortlaufend erzählt.(5)
      Zusammenfassend: Ich wurde gut unterhalten, der Spannungsbogen trägt von Anfang bis Schluss. Die Geschichte ist, wie ich finde, professionell erzählt. Alle Fünfe!(5)
    • Spannend und dramatisch

      von EParzefall am 27.01.2013

      Handlung:

      Schneller Einstieg, der rasch zum Kernproblem führt, aber trotzdem anschaulich und mit emotionaler Tiefe geschrieben. Kleine Schwächen in der Handlungslogik: Helena hat ein Handy (da sie SMSverschicken kann), trotzdem rufen Jennifer oder Tobi zurück, obwohl sie verzweifelte Nachrichten hinterlässt. Nicht ganz überzeugend.

      Wovon erzählt Jennifer während sie auf die Klausur warten? Da es so beeindruckend ist, wäre ein kleiner Hinweis gut. Party am Wochenende, lustige Begegnung mit...?

      Manchmal hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht, aber die straffe Präsentation hat ihren ganz eigenen Charme.

      Figuren: Helena überzeugt sofort, Jennifer und Tobias müssen sich noch etwas stärker herauskristallisieren, allerdings ist dafür noch genug Zeit. Die Eltern sind zwar auch nur skizziert, aber man bekommt trotzdem einen starken Eindruck davon, wer sie sind. Schade, dass Helena zu spät im Krankenhaus ankommt, was aber keine Kritik sein soll, nur eine Leserreaktion.
      Sprache/Duktus:

      Flotte Schreibe, passender Stil für die Hauptfigur. Winziger Ausrutscher:

      Zum sechzehnten Mal wähle ich die Nummer meiner Eltern, von Tobias und Jennifer.

      Besser: Zum sechzehnten Mal wähle ich die Nummer meiner Eltern, dann die von Tobias und schließlich versuche ich es erneut bei Jennifer.

      Struktur: Die simple Struktur funktioniert: linear, chronologisch, kurze aber meist eindrucksvolle Szenen.
      Zusammenfassend: Dramatische Ereignisse mit emotionaler Tiefe in leicht gehetzter Weise präsentiert, was durchaus zu den Ereignissen passt.
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    Heike Fröhling

    Mutterfeuer

    Mutterfeuer
    3.5 Sterne N/A
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    Seiten 122
    ISBN-13 978-3-8476-2833-0
    Veröffentlicht am: 25.01.2013
    Aktualisiert am 29.01.2013

    Gelesen 226

    Autor

    Blausommer

    Heike Fröhling

    Mitglied seit 17.08.2012
    6 Veröffentlichungen