Er sei ihr Großvater, behauptet der Fremde am Telefon. Und er weiß mehr über Helena, als ihr lieb ist. Schon einen Tag später merkt sie, wie sie die Kontrolle über ihr Leben verliert.
Er sei ihr Großvater, behauptet der Fremde am Telefon. Und er weiß mehr über Helena, als ihr lieb ist. Wer ist dieser Mann? Was will er von ihr? Wie kann sie sich vor ihm schützen? Schon einen Tag später merkt Helena, wie sie die Kontrolle über ihr Leben verliert. Ein spannender Psychothriller, in dem sich eine junge Frau nicht nur auf die Spuren der eigenen Mutter begibt, sondern auch auf die Suche nach sich selbst. Was prägt unsere Persönlichkeit? Diejenigen, bei denen wir aufwachsen? Diejenigen, von denen wir abstammen, denen wir aber nie begegnet sind? Lässt sich eines dieser beiden Elemente außer Acht lassen?
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Rezension schreibenVorweg: den Titel finde ich etwas unglücklich wenn man bedenkt, was mit der Mutter geschehen ist...
Mitten in der Nacht erreicht Helena ein seltsamer Anruf. Ein fremder Mann will unbedingt mit ihre reden, legt aber nach einem Hustenanfall wieder auf. Kurze Zeit später ruft er wieder an, kennt komischerweise Detail über sie. Was will der Mann von ihr? Spannender Einstieg.
Es stellt sich heraus, dass der Anrufer anscheinend Helenas Großvater ist. Er eröffnet ihr, dass sie wohl adoptiert ist.
Gerade, als sie sich entschließt, sich mit ihm zu treffen, verstirbt er. Welches Geheimnis nimmt er mit ins Grab? Gutes Ende für die Leseprobe.
Helena Fries, Studentin. Sie wurde als Kind adoptiert, was man ihr aber verschwiegen hat. Sie fühlt sich von den Anrufen bedroht und wird ein wenig paranoid. Verständlich, das sie ganz alleine in ihrer Wohnung ist.
Freunde von ihr. Tobi lernt der Leser ein bisschen besser kennen, er erscheint fürsorglich.
Außerdem ihre Eltern bzw. Adoptiveltern. Der Vater anscheinend ein ordentlicher Pedant, die Mutter schnell nachgiebig. Sie sind mir etwas zu Klischeehaft.
Die Studentin Helena Fries wird immer wieder von einem röchelnden alten Mann angerufen, der ihren Namen, ihre Haarfarbe und ihr Geburtsdatum kennt, und behauptet, ihr Großvater zu sein. Helena ist erschrocken und gebannt zugleich von diesen Anrufen. Sie erzählt ihren Eltern davon und fällt aus allen Wolken, als die zugeben, was der alte Anrufer behauptet: sie wurde adoptiert. Um ihre biologische Familie und ihre frühe Jugend vor der Adoption gibt es anscheinend ein paar düstere Geheimnisse. Helena sucht ihren Großvater, aber bis sie ihn findet, ist er schon tot.
Helena Fries, eigentlich Zimmermann, blond, Studentin, zwanzig Jahre; ihre Freundin und Kommilitonin Jennifer, die „Alleinunterhalterin“; ihr Freund Tobias, netter Typ, hilft ihr den Großvater zu finden; Helenas Vater, Filialleiter einer Bank, etwas pedantisch; Helenas Mutter, kriegt leicht Kopfschmerzen; Helenas Großvater, stirbt.
Eigentlich lese ich nicht gerne Geschichten im Präsens; sie fühlen sich oft irgendwie atemlos an und die Zeitform lässt ein Ausmalen von Handlung und Figuren und Innenansichten der Protagonisten schlecht zu. Bei „Mutterfeuer“ (seltsamer Titel …) funktioniert das Präsens allerdings gut, weil die Autoren die Technik (um nicht zu sagen „Kunst“) der knappen Charakterisierung beherrscht; selten braucht sie mehr als einen oder zwei Sätze oder Bilder, um eine Situation oder eine Figur anschaulich zu machen. --- Skeptisch bin ich auch gegenüber Ich-Erzählungen: unerfahrene Autoren und solche, die in Alter und sozialem Hintergrund ihren Figuren ähneln, verlieren leicht die professionelle Distanz zu ihnen. Aber auch da ist „Mutterfeuer“, zumindest über die Distanz der Leseprobe, ohne Makel. Der Text ist routiniert und ohne jedes überflüssige Wort geschrieben. Kein Wort zu viel, keine Schnörkel, keine Ornamente: ich mag das.
Kurze und kürzeste Kapitel, manchmal nur wenige Zeilen lang. In der Leseprobe funktioniert das gut; ob es auch 120 Seiten lang geht, weiß ich nicht.
Gut geschrieben, deshalb habe ich gerne gelesen. Ob die Geschichte originell ist, irgendein Alleinstellungsmerkmal hat, lässt sich aus der Leseprobe nicht erkennen. Ich hoffe aber, dass die nicht nur formal gut gemacht ist, sondern auch inhaltlich was zu bieten hat. Auf jeden Fall aber kann ich sie empfehlen.
Der Roman ist im Präsens verfasst, und in der Ich-Form. Nur ganz wenige Fehler gibt es zu entdecken, vor allem in der Interpunktion, die aber bei dem flüssigen Schreibstil nicht ins Gewicht fallen. Klasse Vergleiche: ...Die Nacht fühlt sich wie ein Sargdeckel an, der sich über mich legt.(4)
Schneller Einstieg, der rasch zum Kernproblem führt, aber trotzdem anschaulich und mit emotionaler Tiefe geschrieben. Kleine Schwächen in der Handlungslogik: Helena hat ein Handy (da sie SMSverschicken kann), trotzdem rufen Jennifer oder Tobi zurück, obwohl sie verzweifelte Nachrichten hinterlässt. Nicht ganz überzeugend.
Wovon erzählt Jennifer während sie auf die Klausur warten? Da es so beeindruckend ist, wäre ein kleiner Hinweis gut. Party am Wochenende, lustige Begegnung mit...?
Manchmal hätte ich mir etwas mehr Details gewünscht, aber die straffe Präsentation hat ihren ganz eigenen Charme.
Flotte Schreibe, passender Stil für die Hauptfigur. Winziger Ausrutscher:
Zum sechzehnten Mal wähle ich die Nummer meiner Eltern, von Tobias und Jennifer.
Besser: Zum sechzehnten Mal wähle ich die Nummer meiner Eltern, dann die von Tobias und schließlich versuche ich es erneut bei Jennifer.