Ben Biller verliert innerhalb weniger Tage alles. Obdachlos, zurückgewiesen von seinen Mitmenschen erkennt er, was für ihn wirklich wichtig ist. Doch es ist zu spät sein Leben zu ändern, ein Wahnsinniger fordert seinen Selbstmord...
"Herzlichen Glückwunsch! Heute beginnt für Dich nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern auch ein neues Leben. Du wirst erkennen, was Du getan hast. Bereue und richte Dich selbst." Jahrelang hat Ben Biller all seine Energien darauf verwendet, sich an die Spitze eines namhaften Unternehmens zu kämpfen. Als er an seinem 38ten Geburtstag diese anonyme Nachricht in seinem Briefkasten findet, hält er es zunächst für einen üblen Scherz. Doch dann verwandelt sich die glänzende Fassade seines Lebens in ein Trümmerfeld. Ohne Job, ohne Geld, obdachlos, zurückgewiesen von seinen Mitmenschen erkennt er, dass ein wahnsinniger Rächer hinter ihm her ist. Ben kann die Hetzjagd nur überleben, wenn er den Jäger unschädlich macht. Doch wer ist er? Und was hat Annelie damit zu tun, seine Jugendliebe, die ausgerechnet jetzt wieder in seinem Leben auftaucht?
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Rezension schreibenBen Biller wird bereits im ersten Kapitel gut herausgearbeitet. Hinter der strengen Fassade blitzt Verletzbarkeit und Sehnsucht durch.
Die Figur des Gegenspielers Jakob ist ebenfalls klar herausgearbeitet, aber für meinen persönlichen Geschmack etwas zu eindimensional und klischeebeladen. (Aber da kommen ja noch einige Seiten ... )
Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so leicht ist, jemanden in den Selbstmord zu treiben: Der Gedanke alleine ist aber schon verstörend.
Warum wehrt sich das Opfer nicht? Spätestens nach Luckys Tod und dem Drohbrief wäre die Poizei einzuschalten. Hoffentlich gibt der weitere Verlauf hier befriedigene Antworten.
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Ben Biller ist ein verhandlungsstarker Mann, mit perfektionistischem Anspruch an sich und seine Verhandlungspartner. Er empfindet leicht Abscheu, wenn sein Gegenüber anderen Mode- und Hygienegewohnheiten nachgeht. Andererseits ist er aber auch ein Mann, der anfängt sein Leben in Frage zu stellen, der die Natur liebt und einen aufgelesenen Hund bei sich behalten und ihn gut erzogen hat. Ja, er ist auch der Mann, der seinen Hund liebt.
Jakob, sein Feind, im gleichen Alter wie Ben, scheint an einer Neurodermitis zu leiden und steht unter dem Joch einer christlichen Mutter, mit der er gemeinsam lebt. Seine Sexualität befriedigt er durch Gewaltsexvideos im Internet. Jakob fühlt sich durch das Alte Testament berufen, Jäger und Richter über diverse Menschen zu sein, eben auch Ben.
Es scheint eine Mode der neobooks-Autoren zu sein, mit Prolog zu arbeiten, was ich nicht immer passend finde. So auch nicht in diesem Buch. Der Prolog ist im Wesentlichen ein erstes Kapitel über Jakob. Problematisch scheinen mir die Anmerkungen über Jakob als Serientäter. Warum eigentlich? Seine Testopfer, sein ehemaliger Chef, dass sind alles Handlungslinien die aufgelöst werden müssten. Einen Mann in drei Tagen (der Chef) in den Selbstmord zu treiben, halte ich für sehr fraglich. Da muss noch ein passendes Opferprofil entwickelt werden. Dabei ist die Geschichte mit Ben spannend genug. Es ist ja gerade das unglaublich Gute an der Geschichte: Ben will sein Leben verändern und Jakob will das Gleiche. Er will Bens Leben soweit verändern, dass dieser den Freitod wählt. Da ist eine innere Logik angedeutet, die vortrefflicher nicht sein könnte. Diese Logik wird Jakob zu den anderen Opfern nicht haben.
Jakob könnte sich durchaus vornehmen, Ben innerhalb von drei Tagen erledigen zu wollen und würde sich dann wundern, dass das so schnell nicht geht.
Ich frage mich jetzt schon, ob mit der Sexualität des Täters nicht unter Umständen sogar ein Nebenschauplatz eröffnet wird oder ob sie Notwendig zum Täterprofil gehört. Das kann ich aufgrund der LP nicht entscheiden und das fließt somit auch nicht in die Bewertung ein.
Aber weitere Nebenschauplätze durch den Prolog festzulegen, nimmt auf Dauer die Spannung um Ben.
Kommentar von Lisa Fink am 23.04.2013
Vielen Dank für die lobenden Worte, das tut wirklich gut! Und natürlich danke für die Anregungen, was den Prolog angeht. Die Tagebucheinträge über die vorherigen drei Opfer sollen nur als Hintergrund dienen und nicht weiter ausgebaut werden. Ach ja, und die Sexualität des Täters wird noch eine wichtige Rolle spielen, daher wird das beizeiten thematisiert.
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Jakob, ein von der Bibel inspirierter Psychopat, der sich zum Richter gemacht hat, bringt Menschen dazu sich selbst zu richten. Waren es bisher eher Übungsobjekte, hat er jetzt sein erstes richtiges Opfer im Visier.
Ben Miller, ein erfolgreicher Geschäftsmann, der gerade erkennt, dass er seine Umgebung freundlicher behandeln sollte, bekommt zu seinem 38. Geburtstag eine anonyme Nachricht. Danach beginnt sein Leben auseinander zu fallen. Sein Hund wird ermordert, seine Freundin trennt sich von ihm und im Hintergrund zieht Jakob bereits an weiteren Fäden.
Ein Interessanter Beginn! der Klappentext deutet vieles an, das weiterhin viel Spannung verspricht.
Ben Miller, erfolgreich aber unglücklich/unzufrieden. Er ist ein guter Beobachter, lässt seine Probleme an seiner Umgebung aus, versucht aber das zu ändern. Sein bester Freund ist vierbeinig und heißt Lucky - der an Bens Kleidung erkennt, wann Zeit zum Spielen ist und wann nicht.
Jakob, der selbsternannte Richter. Geprägt durch eine Mutter, die ihn streng erzogen hat und ihm sämtliche Freuden verbietet. In ihren AUgen ist Begierde sein größtes Problem. Ob auch sie eines Tages sein Opfer wird?
Ben und Jakob sind gut getroffen und überzeugend dargestellt. Die Motivation Jakobs könnte noch etwas deutlicher ausfallen, und vielleicht auch eine Andeutung, warum er sich ausgerechnet Ben ausgesucht hat.
Dazu noch einige Nebenfiguren, die jedoch nur kurz auftauchen.
Guter Aufbau, gute Struktur.
Das zweite Kapitel ist vor allem im Vergleich zum ersten recht kurz. Vielelicht könnte man das erste teilen in Arbeit und Geburtstag bzw Bens Leben mit Lucky?
Eine recht kurze Leseprobe, die es aber schafft Spannung aufzubauen und den Leser zu fesseln. Nicht allein wegen der angedeuteten weiteren Handlung im Klappentext will man hier unbedingt wissen wie es weitergeht.
Um die Katze und den Hund tat es mir sehr leid, aber wenigstens hast Du dem Hund die Schmerzen erspart- hat Jakob doch eine "nette" Seite?
Interessante Figuren, beide mit Abgründen, die sie vielleicht noch gar nicht alle kennen. Spannende Handlung und Andeutungen. Ein wriklich gelungenes Werk, das ich gern empfehle. :)
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Der erfolgreiche Geschäftsmann Ben Biller ist ein harter Hund in der Hundefutterbranche. Er scheint kein besonders netter Zeitgenosse und Chef zu sein, jedenfalls deutet sich dies hier und da an und Ben scheint zu wissen, dass er sich freundlicher verhalten könnte. Zumindest gegenüber seinen Mitarbeitern. Sein einziger (?) Freund ist vierbeinig und hört auf den Namen Lucky.
Jakob hat beschlossen, sich um Bens Seelenheil zu kümmern. Jakob bringt Menschen dazu, sich selbst zu richten. Wir ahnen nichts Gutes für Ben...
Spannend!
Ben, oben schon angedeutet. Er ist nicht unbedingt sympatisch, aber auch nicht stumpf oder unreflektiert. Ein vielschichtiger Charakter, der sich m.E. sehr gut selbst vorstellt.
Jakob, vermutlich ein Psychopath, wird eher angedeutet. Seine Motivation zum Töten erinnert leider deutlich an den Film "sieben". Hier könnte nachgebessert werden, um diese Ähnlichkeit abzumildern.
Weitere Personen sind erst einmal eher wichtig, um die beiden o.g. zu beschreiben und sie erfüllen diesen Sinn.
Außer der o.g. Ähnlichkeit der Jakobschen Mordmotivation zu der im Film "sieben" habe ich nichts zu bemängeln.
Im Gegenteil: ich finde es toll, dass Ben die Fliege in seinem Büro hasst, dass er Zeit findet, die kleinen Tröpfchen auf ihrem Weg aus dem Seltersglas auf seine Schreibtischplatte zu beobachten. Ja, er mag ein Kotzbrocken sein, aber was geht wirklich in einem Menschen vor, der solche Nichtigkeiten wahrnimmt? Der so gut und genau beobachten kann? Der sein Gegenüber so treffend zu durchschauen vermag? Und eigentlich auch sich selbst, sein eigenes, sinnfreies Leben?
Nein, hier ist kein Detail überflüssig, sondern ein kleines Puzzleteilchen im Charakter eines Menschen, der offenbar einen anderen Menschen dazu bringt, seine Existenzberechtigung in Zweifel zu ziehen.
Wie geht es weiter? Will ich unbedinbgt wissen und ahne, dass die weitere Lektüre mich genau so zu fesseln vermag, wie der vorliegende Text.
Flieger? Logo!!!
Kommentar von Lisa Fink am 03.04.2013
Vielen lieben Dank für diese tolle Rezension, habe mich sehr gefreut! Was "Sieben" angeht: Wenn ich mich richtig erinnere, stellt da der Täter die sieben Todsünden am lebenden (und dann toten) Menschen nach. An die Motivation kann ich mich jetzt spontan nicht mehr erinnern, auch nicht, ob er eine persönliche Beziehung zu den Opfern hatte. Da muss ich mir den Film wohl endlich mal wieder anschauen!
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Ben Biller könnte eigentlich ein ganz normaler, erfolgreicher Geschäftsmann sein. Mit einem ganz normalen Leben. Er könnte ganz normal wie jeder andere seine Zeit hier verbringen, altern und eines Tages eines natürlichen Todes sterben.
Doch das Leben schreibt eine andere Geschichte. Jemand will die ganze Sache beschleunigen…
Die Figuren sind alles andere als hölzern. Was manche als „klischeebehaftet“ betrachten, ist in meinen Augen einfach menschlich und zeitgemäss. Nur weil es viele Büros, viele Angestellte und viele Psychopathen auf der Welt gibt, sollte man eine Geschichte noch lange nicht als 0-8-15-Erzählung abstempeln.
Die glasklare Stärke der Autorin. Umgebungsbeschreibungen gelingen ihr bestens, sie wählt ihre Formulierungen mit bedacht und überzeugt dadurch voll und ganz. Wenn ich den Stil mit Werken, die bereits im Laden stehen, vergleiche, steht die Autorin hier den „Grossen“ in nichts nach!
Den Anfang finde ich mitreissend, das darauffolgende Büroleben eher langweilig. Klar muss auch ein gewisser Rahmen konstruiert werden, ein „normales Leben“ neben dem unausweichlichen Abgrund, der Bill bevorsteht. Leider wirkt sich dieser Kontrast m.E. nicht sehr geglückt auf den Spannungsbogen aus. Ich würde entweder versuchen, den Arbeitsalltagsteil zu reduzieren oder noch einen packenden Hinweis einzubauen. Keine Ahnung, vielleicht ein paar einschüchternde Worte auf dem PC-Bildschirm oder auf der Toilette oder sonst irgendwo, wo Ben am Morgen gewöhnlich hingeht. Aber das nur so als Idee. Der Anfang einer Geschichte ist ja letztlich auschlaggebend, ob der Leser weiterliest oder es auf die Seite legt. Wenn ich das Können der Autorin im Allgemeinen betrachte, bin ich absolut überzeugt, dass sie das noch hinbekommt. Möglicherweise sehen es aber die meisten anderen Leser nicht so eng wie ich, könnte also auch rein Geschmackssache sein, das fällt mir schwer zu beurteilen.
Ab Ende des ersten Kapitels stimmt das Tempo übrigens wieder voll und ganz!
In meinen Augen hat dieses Projekt durchaus Potenzial. Es ist immer heikel, einen Psychopathen als Gegenspieler zu einem (scheinbar) normalen Protagonisten zu basteln. Das gelingt der Autorin jedoch erstaunlich gut und ich denke, dieses Buch würde auch sehr viele Käufer für sich gewinnen, wenn man ihm die verdiente Aufmerksamkeit schenkt und es angemessen fördert. Die Autorin hat ganz klar Talent und Geschichten über die seelischen Abgründe des Menschen kann es einfach nicht genug geben, vor allem wenn sie so geschickt konstruiert sind wie diese.
Das Cover finde ich übrigens genial!
Kommentar von Lisa Fink am 29.03.2013
Vielen lieben Dank für diese tolle Rezi - sie zaubert an diesem grauen Karfreitag ein Lächeln auf mein Gesicht! Ja, an dem Büroalltag muss ich echt noch mal arbeiten...