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Der Heldenkönig, die Thidrek-Saga
von hulong am 09.01.2011
Zusammenfassend:
Eine mittelalterliche Saga auf historischen, spätantikem Grund, die es Wert ist, wieder und neu erzählt zu werden. Der Autor tut dies in einer niveauvoller Sprache, präzise und mit Spass am punktgenauen Ausdruck. Den Germanisten kann er in seinen Konstruktionen und der Wortwahl nicht leugnen; für mich aber eher wohltuend als so viele andere Beispiele hier. Er kennt sich aus im Thema und er erzählt bildreich.
Mir hat das Lesen Spass bereitet und ich denke es wird auch anderen Lesern so gehen. Daher diese Empfehlung, zumal ich ebenfalls der Epoche der Völkerwanderung verfallen bin.
Einen kleinen Abzug gibt es für die manchmal zu ausgeprägte Lust an bildhaften Formulierungen und für die gewählte Ich-Form.
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Alte Sage neu aufbereitet
von Schiller am 15.12.2010
Zusammenfassend:
Alte Sage neu aufbereitet. Nicht unbedingt das, was ich gerne lese, aber die Geschichte ist nett erzählt. Die Ich-Perspektive stört mich etwas. Der Stil des Autors gefällt mir, obwohl man an manchen Stellen kürzen könnte.Die vielen Beschreibungen sind etwas nervig.
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Mitten im Wort...
von Gänsekiel am 15.12.2010
Handlung:
hörts auf °heul°.
Thridek ist bereit für die Schwertleite, die ihn zum vollwertigen Helden in der Königsstadt seines Vaters macht. Er und sein alter Waffenmeister Hildebrandt brechen zur Avanture auf, der Bewährungsprobe der jungen Helden. Es kommt zu einem Kampf mit zwei Riesen und dann... und dann... hört er einfach auf :(
Die direkte Bezugnahme auf die nordische Mythologie und die Edda steht dem Werk vorzüglich.
Sprache/Duktus:
Schöne, sorgfältige Sprache. Ausgezeichnete Verwendung von Originalbegriffen. Die Ich Perspektive kommt überraschend gut.
Zusammenfassend:
Das ist ein detailverliebter, ausführlicher und bezaubernder Anfang. Genau so muss das sein. Äkschn in der ersten Minute gibt´s im Privatfernsehen. Sehr gerne würde ich den jungen Königssohn noch ein Weilchen begleiten. Wenn Meister Voescha mich denn ließe:)
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zu viele Beschreibungen
von Laura am 14.11.2010
Handlung:
Aus der Sicht des alten Helden Thidreks wird die Geschichte seines jungen Ichs erzählt. Thidrek ist fünfzehn und bekommt in einer Zeremonie das Schwert, das ihn zum Mann machen soll.
Figuren:
Thidrek wird als junger Held beschrieben, der die Schwertleie kaum erwarten kann und nur so vor Kraft und Tatendrang strotzt.
Sein Schwertmeister hat eine sehr gute, vielleicht schon väterliche Beziehung zu ihm, da er ihm seit seiner Geburt auf seinem Weg begleitet und belehrt hat.
Beide Charaktere erscheinen klar und widerspruchslos.
Sprache/Duktus:
Deine Schreibstil gefällt mir gut. Der Text an sich ist flüssig zu lesen, doch die ewigen Beschreibungen finde ich störend und bringen den Verlauf der Geschichte immer wieder zum Stocken. An sich ist die Welt von Thidrek klar und gut beschrieben, doch weniger ist manchmal mehr. Ein paar Details zum Beispiel zum Aussehen von Thidrek würden reichen, damit sich der Leser mit seiner Fantasie das Bild selbst vervollständigen kann.
Struktur:
Der Aufbau des Werks gefällt mir gut. Das kurze Vorwort ist schön geschrieben und macht zusammen mit dem Prolog Lust auf mehr. Doch dann beginnen die ewigen Beschreibungen und lassen das Interesse sofort sinken..
Zusammenfassend:
Ein schöner Schreibstil, eine interessante Welt aber leider zu viele Seiten Beschreibungen auf denen nicht wirklich was passiert.
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Der Heldenkönig
von Cornelia Franke am 12.11.2010
Handlung:
Der Text hält sich an Thidreks Heldensage. Auf den ersten Seiten wird die Situation und die Besonderheiten der Stadt Weron beschrieben. Sowie Thidreks großer Tag, an dem er sein Schwert – gleichzusetzen mit dem Status als Krieger und Mann – verliehen bekommt.
Figuren:
Ich kann mir Thidrek als jungen Helden, dem Großes bestimmt ist, gut vorstellen. Die Szenen, wie er sich wünscht den Heldengruß zu erwidern, wie er mit seinem Waffenlehrer umspringt, und auch bei der Schwertleihe, all dies bringt die Figur dem Leser nah und man schmunzelt über seine jugendliche Ungestümheit.
Sprache/Duktus:
Die Sprache ist größtenteils sehr flüssig und angenehm zu lesen. Auch wenn sie an einigen Stellen zu detailverliebt ist. Der Autor beschreibt zwar alle Einzelheiten einer Rüstung, aber beim Leser bleibt dies aber nicht hängen. Dazu sind es zu viele Informationen.
Auch die Adjektivwut greift hin und wieder durch. Z.B. „Doch sie blieben still und starr. Grünes Moos wuchs an ihren Füßen hinauf und glänzte in den letzten Strahlen des Tageslichts sanftig auf der toten Haut des Tänzers, die nicht tanzen konnten, weil sie Gewächse banden.“
Still und starr ist überflüssig, genauso wie die tote Haut, da der Leser weiß, es handelt sich um Statuen. Moos ist generell grün, dazu ist grün ein flacher Ausdruck. Wenn es etwas Besonderes gewesen wäre wie „drachengrün“ o.Ä., könnte ich es nachvollziehen. Seit wann kann Moos glänzen? Wie sieht sanftiges Licht aus? Gibt es dieses Wort überhaupt? Der Schlussteil mit „Tänzer, die nicht tanzen konnten, weil Gewächse sie banden“ ist reine Wiederholung. Wir wussten schon, dass es Statuen sind, die einen Tanz darstellen und das Moos hatte man den Leser bereits gezeigt. Daher kann man es auch getrost streichen.
Die Idee, dass Thidrek im hohen Alter seine Geschichte aufschreibt, ist gut gewählt. Jedoch reißen mich manche Stellen im Text raus. Bei seiner eigenen Beschreibung meint der Erzählter „[Haare], die heute längst dünn und grau sind“. An dieser Stelle habe ich innegehalten und mich gefragt, wer da überhaupt spricht. Ich war so vertieft in den jungen Thidrek, dieser Einschub hat jedoch die Perspektive gesprengt und ich hatte einige Zeilen lang Mühe, mich wieder einzufinden.
Mir ist auf Seite 8 ein kleiner Rechtschreibfehler aufgefallen, der zwar nicht weiter schlimm und wahrscheinlich nur ein Tippfehler ist. Es ist „ein verkommenes Haus“ und nicht „einen“. Aber das wirklich nur am Rande …
Struktur:
Persönlich finde ich den Anfang umständlich geschrieben. Die Parts mit „Odoaker“ und den vielen Details zu den Zwergenhäusern hätte man auch anders setzen können. In dieser Form reißen sie den Leser aus dem Text. Mein Vorschlag wäre es, den Anfang wie ein Zoom-in zu gestalten:
Sprich, man fängt mit den Beschreibungen des Meeres wie gehabt an, dann der Insel, die Stadt (im Groben, dass es die Hauptstadt ist, der Vater der König, sie in vier Teile gesplittet ist) um dann zum Schluss auf die Hauptfigur das ‚Ich“ zu fahren, wie sie am Fenster steht. Dadurch könnte die Figur direkt ihre Empfindungen zur Stadt schildern, wie der Junge die Riesen sah, … Es klänge wie eine Übersicht gepaart mit seinen Empfindungen – so als würde man es mit seinen Augen sehen.
Die vielen Details zu Odoaker finden sicherlich noch später Platz, da er laut Zusammenfassung ja der Gegenspieler werden soll. Auch die massiven Details des Zwergenviertels bei der Einführung der Stadt könnte man später verwenden. Wenn Thidrek mit seinem Lehrer durch die Straßen geht, wirkt das Viertel sehr blass. Hier würden die Details mit den Bibliotheken, … besser passen..
Zusammenfassend:
Chapeau! Ein gelungener Text! Mir gefällt der Stil des Autors, wenn er sich nicht gerade in Details verliert. Die Erzählstimme ist gut gewählt und der Text liest sich sehr flüssig! Dazu haben wir ja nach dem Erfolg von den Percy Jackson Bänden gelernt, dass das Wiederbeleben von alten Sagen durchaus erfolgreich und spannend sein kann! (Selbst wenn der Heldenkönig und Percy Jackson zwei ganz unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.)
Den fünften Stern würde es geben, wenn der Autor die Fehler bereinigt und im Falle einer Veröffentlichung ein Glossar hinzufügt. Ich persönlich kenne mich ein bisschen in dieser Sagenwelt aus, aber viele Leser – ohne dieses Vorwissen - würden bei Weltenbaum, Thing-Platz & Co aussteigen.
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Spannend
von Karin Zimmermann am 11.11.2010
Handlung:
Es geht um die Heldensaga des Thidrek erzählt aus Sicht des Thidreks selber in der Ich-Perspektive.
Sprache/Duktus:
Schön und anspruchsvoll gewählt aber nicht zu schwer. Verglichen mit vielen anderen Geschichten hier, sehr hohes Niveau.
Zusammenfassend:
Ich finde es absolut sinnvoll die Heldensagen noch mal neu aufzuarbeiten. Warum auch nicht? Dann könnte man auch fragen: Wozu noch einen Krimi? Wozu noch einen hist. Roman? Vier Sterne und eine Empfehlung!
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Historische Heldensaga - 4 Sterne (lassen sich net markieren)
von Captain Nemo am 08.11.2010
Handlung:
Die Handlung wird in der Beschreibung grob umrissen und sie orientiert sich an alten Sagen. Das heißt, das das Grundgerüst steht. Jetzt ist die Frage, wie es umgesetzt wurde ...
Figuren:
Die Figuren sind etwas klischeebehaftet aber auf so eine liebenswerte Weise ins Leben gerufen, das das nicht so störend ist. Was mir gut gefällt, ist die Ich-Perspektive des Erzählers. Das lockert das doch eher schwere Thema sehr auf.
Sprache/Duktus:
Ich finde die Sprache solide und angenehm. Sie sind Germanist? Merkt man! ;-)
Zusammenfassend:
Ich bin ein Vielleser und leide unter chronischem Büchermangel. Wenn ein Buch das Potential für eine Veröffentlichung hat, soll es veröffentlicht werden. Ich hoffe, dieses Buch irgendwann in einem Regal einer Buchhandlung zu sehen. Ich will wissen, wie es weitergeht. Deshalb eine Empfehlung für den Wettbewerb.
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Interessanter Historien-, Sagen-, Fantasy-Mix
von Patrick Kurtz am 07.11.2010
Handlung:
Mittels Perspektivendurcheinander zwischen jungem und altem Thidrek als Protagonist resp. Erzähler entfaltet sich (der Beginn von) Thidreks Kampf gegen Odoaker in neuartiger Generationen- und Zeit-/Realitätsproblematik.
Figuren:
Die bekannten Sagenhelden werden munter und recht witzig modernisiert, ohne dabei ihr mediävistisches Flair zu verlieren. Die lebendige Figurenzeichnung lädt ein ums andere Mal zum Schmunzeln ein.
Sprache/Duktus:
Stilsicher. Der Versuch einer Symbiose zwischen mittelalterlichem Originalsprech und den bekannten fantasy-spezifischen Stilvorgaben gelingt. Ein paar sprachliche Querverweise auf das Nibelungen-Mittelhochdeutsch würden mir die Lektüre noch erfreulicher gestalten.
Struktur:
Eine Dichtung ist es wirklich nicht. Wenn man den Eindruck vermitteln möchte, würde ich eher "EINS" durch bspw. "Erster Gesang" oder - um das Flair noch besser einzufangen (falls das gewünscht ist) - "Erste Aventiure" ersetzen. Ansonsten übersichtlich und mittelalterlich unkompliziert.
Zusammenfassend:
Ich sehe schon den Sinn einer Nacherzählung des Thidrek-Stoffs, da den bislang veröffentlichten deutschen Übersetzungen ja doch gewisse Mängel anhaften. Außerdem möchte der Text ja noch mehr, nämlich ein zusätzliches Fantasy-Element. Dieses durchaus naheliegende Experiment ist in meinen Augen sehr gut gelungen und deshalb publikationswürdig.
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Gute Nachdichtung, aber worin liegt der Sinn?
von apollo am 07.11.2010
Handlung:
Die altbekannte Geschichte von Thidrek bzw. Theoderich bzw. Dietrich von Bern. Ich bin zwar nicht mehr ganz so sattelfest in der Thidreksage, aber ich glaube, die Vorlag(en) wurde(n) recht frei umgesetzt.
Figuren:
All die herrlich oberflächlichen Mustercharakter mittelalterlicher Literatur, die später das Fantasy-Genre stürmen sollten.
Sprache/Duktus:
Souverän und leichtfüßig - Sprache und Thematik weisen den Germanisten aus.
Zusammenfassend:
Nette Nacherzählung (nicht -dichtung) einer allerdings bereits relativ gut erschlossenen Geschichte. Es gibt mehrere ordentliche neuhochdeutsche Übersetzungen und einiges an Fachliteratur zum Thema. Wozu nun also noch eine Nacherzählung? Okay, man kann auch fragen, weshalb Gustav Schwab anno dazumal die homerischen Epen in vereinfachte Form brachte - der Erfolg gab ihm Recht. Von daher stimme ich diesem Projekt zu. Leider bleiben für mich aber auf Grund des nicht-originalen plots Zweifel, ob neobooks das Richtige für diesen Text ist, weshalb ich keine Empfehlung vergeben kann.
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Das ist wirklich mal was anderes ...
von Bloodymary am 07.11.2010
Handlung:
Die Handlung ist in dem Kurztext sehr prägnant beschrieben und klingt enorm spannend und vielversprechend! Was ich sehr gut finde: Es hebt sich von den typischen historischen Romane a la Ken Follett oder "Die + Beruf-in" (Die Päpstin, die Sultanin, etc.) ab, denn erstens ist es in der Ich-Perspektive geschrieben und zweitens findet es seinen Ursprung in altnordische? germanische? Heldensagen.
Figuren:
Die Figuren sind dreidimensional und anschaulich beschrieben. Sicher, das eine oder andere Klischee kommt vor (der tapfere Held, der listige Zwerg, die plumpen, einfälltigen Riesen) aber ein bisschen Klischee ist für den Wiedererkennungswert ganz gut, solange es sich nicht darauf beschränkt. Die Figur des Thidreks gefällt mir besonders gut. Er ist nicht perfekt, ein tapferer Gutmensch, sondern arrogant und gewaltfreudig. das gibt ihm Ecken und Kanten.
Sprache/Duktus:
Eins steht fest: Der Autor kann schreiben. Von der ersten Seite an war ich von den Bildern gefesselt. Trotz (oft umgangssprachlicher) Ich-Perspektive weist die Sprache eine gewisse gehobene Qualität auf.
Struktur:
Anhand der kurzen Leseprobe kann man dazu nichts sagen aber der Kurztext zeigt, dass der Autor sich Gedanken gemacht hat und das Ende offenbar schon steht.
Zusammenfassend:
Ich lese historische Romane eigentlich nicht so gerne. Ich bin eher im Fantasy-Genre zu Hause :) Was mir hier gefallen hat, war die Mischung aus beidem und dass die Story offenbar auf echte Sagen beruht. Ich kann nur hoffen, dass der Autor gewissenhaft recherchiert hat. Von mir ganz klar 5 Punkte un eine Empfehlung, da ich denke, dass diese Story unbedingt bei einem Lektor auf dem Schreibtisch landen sollte.
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