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Die beste Rache ist ein gutes Leben
von vincent casca am 11.02.2011
Handlung:
Frau will sich an dem Mann rächen, den sie für den Schuldigen am Selbstmord ihrer Schwester hält
Figuren:
Die Frau, während der Tatvorbereitung Sinnlichkeit empfindend, der Mann, nichts weiter als ein Arschloch?, die dem Mann verfallene Schwester in der Erinnerung.
Sprache/Duktus:
Die Sprache ist sehr geschmeidig und selbst bei der Beschreibung des Tanzes ändert sich das nicht.
Insgesamt fallen mir zu viele Fehler auf für den kurzen Text. Gegen Ende wechselt Issi Trist vom Imperfekt (Neudeutsch Präteritum) ins Präsens. Ein Versehen oder Absicht?
Struktur:
In einem langsam ansteigendem Tempo, unterbrochen von kurzen Erinnerungen, schwebt die Geschichte auf den schowdown zu, zu dem sie dann rasantes Tempo aufnimmt.
Zusammenfassend:
Komisch, mir war von vornherein klar, dass die Frau auf Rache aus war. Daher hätte ich es als spritziger empfunden, wenn ihr der Triumph, dass der Mann mit ihr ging, gereicht hätte und sie ihn genau nicht umbringt. Die Tötung eines mir verhassten Menschen scheint mir sowieso nicht die geeignete Form der Rache zu sein. Woher weiß der Rächer, dass es dem anderen nach dem Mord nicht besser geht. Die beste Rache ist ein gutes Leben (leider nicht von mir, sondern von Selim Özdogan).
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Klitzekleine Kille-Kille-Geschichte
von skinni am 02.02.2011
Handlung:
Jana trägt heute das Tanzkleid ihrer toten Schwester; sie wartet auf Richard. Sie weiß, das er zum ball kommen wird. Sie weiß, dass er sie auffordern wird und sie weiß, das er sie genau so benutzen wird, wie er es mit ihrer Schwester Milla tat. Doch Jana ist ganz anders, das bekommt Richard zu spüren.
Figuren:
Jana im Kleid ihrer toten Schwester. Milla, ist in den Gedanken ihrer Schwester anwesend. Wir erfahren von Jana, dass Milla von einem ICE überrollt und zerfetzt wurde. Richard der große, schlanke, gefühlskalte Tangotänzer, der Frauen hörig macht und mit ihnen spielt, wie mit Marionetten
Sprache/Duktus:
Ausgefeilt und cool bringt die Sprache die Atmosphäre des Ballsaals ´rüber und treibt die Handlung voran. Bitte die Punkte am Ende der wörtlichen Rede kontrollieren.
Struktur:
Extrem-Kurzkrimi, Spannung von Zeile eins bis Ende. Der Autor hat keine Zeit verplempert und allen Ballast abgeworfen. Dennoch, wow!
Zusammenfassend:
Super gemacht. Es gibt nichts zu meckern. Der perfekte Fünf-Minuten-Mord. Mehr davon in einem Buch und ich kauf´ es mir.
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Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen
Millas Kleider
von Jana am 28.01.2011
Handlung:
Jana wartet auf den besten Tangotänzer. Noch bevor sie ihn trifft und auch nur kennenlernt, steht ihre Absicht auch schon fest.
Figuren:
Jana und der unbekannte Tänzer. Beide Figuren sind trotz der kurzen Geschichte gut gezeichnet.
Sprache/Duktus:
Flüssig geschrieben und, was einer der größten Pluspunkte ist, der Leser "tanzt" mit, kann den Tango fühlen.
Struktur:
Bei so einer kurzen Geschichte gibt es dazu nicht viel zu sagen. Geradlinig angelegt mit ein, zwei Rückblenden.
Zusammenfassend:
Sehr schön Geschichte, noch dazu gut erzählt. Mein einziger Kritikpunkt ist die Kürze. Ein bisschen länger hätte diese Kurzgeschichte für meinen Geschmack schon sein dürfen. Die Autorin kann erzählen, ist stilsicher, hat eine interessante Idee. Das nächste Mal bitte mehr!
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Originell
von Novalee am 22.01.2011
Handlung:
Jana wartet in einem Tanzlokal auf ihn. Man spürt die Wichtigkeit, die sein Erscheinen und vor allem: ein Tanz mit ihm für sie haben wird. Doch es wird zum Ende hin deutlich, dass es um weit mehr geht...
Figuren:
ER und Jana. Und in der Erinnerung: Janas Schwester Milla
Sprache/Duktus:
Sehr flüssig zu lesen. Nie zu plump, nie zu hochtrabend. Gesundes Gleichgewicht.
Struktur:
Von der ersten Sekunde an bis zur letzten Zeile strebt sie auf die Umsetzung ihres Plans zu.
Zusammenfassend:
Originelle Handlung mit vor allem sehr originellem Ende, das erst beim Betreten des Balkons erahnbar wird. Sehr schöner Schreibstil. Der entscheidende letzte Satz ist fast perfekt, jedoch fehlt eine Kleinigkeit... irgendetwas, das noch besser zu der Eleganz der vorherigen Zeilen passt, dem Leser eventuell noch mehr Spielraum für Interpretation lässt - aber ihn trotzdem zum selben Ergebnis bringt. Da sich das "fast perfekt" jedoch eher in Richtig "perfekt" als "fast" bewegt, bleiben es trotzdem fünf Sterne. :-)
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Überraschung
von JuLie am 17.01.2011
Handlung:
Jana besucht ein Lokal und hofft dort den ehemaligen Freund/ehemalige Affäre ihrer Schwester zu treffen.
Figuren:
Milla, Janas tote Schwester, wurde von einem ICE überfahren.
Jana - Hauptprotagonistin, zwischen den Zeilen gelesen ist sie ziemlich sauer auf Richard.
Richard, der Ex-Freund/ die Ex-Affäre von Milla. Richard scheint von sich sehr eingenommen zu sein, wirkt selbst in dem kurzen Text überheblich und arrogant.
Sprache/Duktus:
Einfach zu lesen, man kommt schnell in die Geschichte rein.
Struktur:
Kurzer Gedanke an Millas Beerdigung, dann chronologischer Ablauf des Abends.
Zusammenfassend:
Die Geschichte ist zwar sehr kurz, aber empfehlenswert. Man spürt beim Lesen die Elektrizität zwischen den beiden, dass hat mir gut gefallen.
Das Ende war jedoch eine große Überraschung für mich - hätte ich nicht erwartet.
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Wäre das Ende nicht ...
von Bloodymary am 17.01.2011
Handlung:
Jana geht in ein Tanzlokal, um den ehemaligen Liebhaber ihrer Schwester zu verführen. Der Leser bekommt mit, dass sie leichte Verachtung für den Mann empfindet, der dennoch faszinierend auf sie wirkt.
Figuren:
Hauptsächlich der Tanzlehrer und Jana. Die Figuren sind nur sehr wenig beschrieben, doch ausreichend für die Kürze der Geschichte.
Sprache/Duktus:
Sehr schön und angenehem zu lesen. Die Geschichte hat eine bestimmte Melodie, in die man sich schnell einfindet und der man flüssig folgen kann. Das Handwerk sitzt m. M. nach. :-)
Struktur:
Es wird der Ablauf eines Abends linear beschrieben.
Zusammenfassend:
Wäre das Ende nicht, wäre es eine weitere Geschichte unter vielen. So, mit diesem schwarzen, sarkastischen Ende (ich hoffe ich verrate nicht zu viel), hebt sich diese kleine Geschichte deutlich von anderen ab. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Muss es ein ICE sein, weswegen Milla stirbt? Das erscheint mir sehr brutal und passt nicht in die stille Spannung dieser Geschichte. Soll das daraufhin deuten, dass die Schwester aus Liebeskummer Selbstmord begangen hat? Dann würde ich einen stilleren, eindeutig einem Selbstmord zuzuweisenden Tod wählen. Denn von Zug überollt zu werden, könnte auch ein Unfall gewesen sein. Vielleicht Schlaftabletten oder Fön in die Wanne ... das wäre für Milla auch etwas ehrwürdiger. Aber das sind nur meine Gedanken. Im Großen und Ganzen eine wirklich gelungene, kleine Kurzgeschichte.
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Tango der Sinne
von Susanne Böckle am 16.01.2011
Handlung:
Eine Frau geht in ein Tanzlokal, im Kleid ihrer verstorbenen Schwester Milla, um dort den Mann zu treffen, mit dem sich Milla getroffen hat und um Tango mit ihm zu tanzen.
Die Handlung wird auf das Wesentliche beschränkt, alles Unnötige wird weggelassen, daher sehr verdichtet und intensiv.
Figuren:
Jana, die das Tanzkleid ihrer verstorbenen Schwester Milla trägt und der Tangotänzer, mit dem sich Milla getroffen hat.
Sprache/Duktus:
Chronologisch aus der Sichtweise von Jana erzählt.
Struktur:
Leider ist die Geschichte sehr kurz, trotzdem wird alles Notwendige gesagt. Das Ende ist unerwartet, genau das macht die Geschichte für mich aber interessant.
Zusammenfassend:
Sehr schnell war ich mitten im Geschehen, wartete atemlos auf den Tangotänzer, dass er Jana endlich auffordert. Der Tanz wird emotional und sinnlich beschrieben, das hat mir sehr gut gefallen. Fast fühlte ich die Schritte, hörte die Musik und den Rhytmus. Die tote Schwester schwebte wie ein Geist über dem Geschehen. Das hat die Autorin - wie ich finde - wunderbar hinbekommen. Das Ende gefiel mit gut.
Insgesamt eine sehr lesenwerte, kurzweilige Geschichte.
Kommentar von IssiTrist am 15.02.2011
Vielen Dank für Ihre Rezension. Ihre philosophischen Anmerkungen werde ich im Herzen bewegen.