-
Glühfischhändler Kimrak
von Lucy am 13.03.2011
Handlung:
Kimrak ist mit seinem Glühfischhandel gescheitert. Kein Handel, keine Tochter des Inselverwalters. Was tun? Die Glühfische der Schleicher könnten Rettung bringen. Ein Erzähler der Ringleute berichtet.
Figuren:
Wie der Titel verrät, ist es die Geschichte von Kimrak, dem Glühfischhändler. Diese Figur lernt man im Laufe des Buches gut kennen und kann sich ein Bild von ihm machen. Er dominiert. Eine Anzahl weiterer Figuren, die da wären - Vaudelka, Zastoren, Ringleute, Forscher, Frauen namens Sanda. Kimraks Schwiegervater, Schleicher - tauchen auf, sind aber eher im Hintergrund bzw. noch etwas blasser. Das ist insoweit in Ordnung als, es die Vorgeschichte zur Schatzfahrt ist und Kimraks Schicksal erzählt.
Sprache/Duktus:
Die Sprache ist einwandfrei und in einer besonderen, nicht alltäglichen Erzählform. Gelungen ist der erste Satz, der schon vieles sagt. „Das ist die Geschichte von Kimrak und was uns sein Glühfischhandel letztlich eingebracht hat.“ Hier wird von einer anderen erschaffenen Welt berichtet. Die Sprache passt sich an. Fremde Welt, andere Sprache. Allerdings muss man sehr genau und langsam lesen, um alle Informationen aus dieser Welt aufzunehmen. Es erinnert an eine Berichterstattung, die es eigentlich auch ist. Der Erzähler berichtet von den Ereignissen. Als Vorgeschichte kann man das gelten lassen. Da ist es durchaus passend, jedoch wäre eine lebendigere Form mit Dialogen auch nicht zu verachten. Dies aber nur am Rande erwähnt, weil ich diese Geschichte persönlich als Einstig im Hauptbuch direkt bevorzugen würde. Ein ganzes Buch, in dieser Form, ist anstrengender zu lesen.
Struktur:
Die Ereignisse werden als durchgängiger Bericht erzählt und erklärt. Die Geschichte dient der Haupthandlung in einem weitern Buch. Insofern ist an der Struktur nichts zu bemängeln. Ganz langsam entsteht das Bild dieser anderen Welt für den Leser. Viele neue Begriffe, die hier und da stärker erklärt werden könnten. Hierzu sei erwähnt, dass Klammerinfos besser in den Text einfließen sollten. Das unterbricht nicht den Lesefluss.
Zusammenfassend:
Hier findet der Leser einen erstaunlichen Ideenreichtum. Die Autorin hat eine eigene Welt erschaffen. Vom Leben ihres Protagonisten Kimrak wird erzählt. Dies soll die Vorgeschichte zu einem Hauptbuch und zwar der „Schatzfahrt sein“ Das ist grundsätzlich eine gute Idee, aber ist dafür eine eigenes Buch in dieser Kürze erforderlich? Ich könnte mir diese Geschichte eher als Beginn des eigentlichen Buches vorstellen.
-
geschmackssache
von mandala am 10.02.2011
Handlung:
bei mir entscheiden oft die ersten sätze, ob ich einen text weiterlesen möchte oder nicht. ich habe die ersten sätze als etwas umständlich empfunden. vielleicht war es auch die vielzahl der informationen über eine fiktive welt, die mich - zusammengepfercht auf die ersten seiten und ohne dass es eine erkennbar spannende handlung gäbe- eher abgeschreckt haben.
Figuren:
beim glühfischhändler kimrak habe ich vergeblich nach identifizierungsmöglichkeiten gesucht. ich hätte mir gewünscht, dass bei mir ein wenig mehr interesse am schicksal des prota geweckt worden wäre.
Sprache/Duktus:
die autorin beherrscht zweifellos die sprache, brilliert duch ausgefallene ideen, kreiert neue wortschöpfungen... die jedoch bei mir nicht immer die entsprechenden bilder im kopf auslösen. die idee mit den glühfischen und den glühfischlampen ziiieht sich nach meinem gefühl endlos... auch die vielen, eingestreuten adjektive haben auf mich etwas ermüdend gewirkt. lange, oft verwirrende sätze trugen auch nicht gerade zu einem ungetrübten lesevergnügen bei...
Struktur:
ich habe die angebotene leseprobe nicht bis zum ende durchgehalten. sorry. es wäre daher vermessen, die struktur der geschichte zu beurteilen. allerdings hat es mich auch etwas abgeschreckt, einen langen text ohne schwerpunkte in form von kapiteln o.ä. vor mir zu haben.
Zusammenfassend:
der name der autorin prägt sich gut ein, ist mir auf grund von treffenden, manchmal emotional gefärbten, einfühlsamen rezensionen relativ vertraut geworden und ich war neugierig auf ihr werk.
stoff und schreibstil haben mich jedoch aus den genannten gründen nicht so richtig erreicht. ist wahrscheinlich geschmacksache.
-
Erzählte Geschichte
von fraun am 10.02.2011
Handlung:
Der Glühfischhändler Kimrak führt das Kommando über die Wächter. Kimrak hat seine Fischzucht aufgeben müssen und leider auch seine Angebetete, die Tochter des Inselverwalters. +++ Kimrak trifft die Schleicher, ein fremdes Volk, das den Segelschleim erforschen möchte. Er nimmt Kontakt zu ihnen auf. +++ Die Glühfische der Inselleute sterben und Komrak wendet sich an die Schleichter, um von ihren Leuchten was abzubekommen. +++ Die Glühfische der Schleicher werden zum Verkaufsschlager und Kimrak macht ein Bombengeschäft damit. Er verkauft die Fische an seine Inselleute. +++
Hauptsächlich geht es um das Inselvolk.
Figuren:
Kimrak, der Ringwächter und neu ernannte Glühfischhändler. Aufgrund der Erzählperspektive gibt es eine Distanz zu Kimrak, die wahrscheinlich gewollt ist. +++ Die Schleicher, ein fremdes Volk, das den Segelschleim erforschen möchte +++
Sprache/Duktus:
Wie nicht anders von Inga Hetten zu erwarten, ist die Sprache einwandfrei. Der Text wurde dahingehend sicher penibel überarbeitet. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern. +++ Folgende Kleinigkeiten haben mich gestört: ==> Mir ist nicht klar, aus welcher Perspektive erzählt wird. Es heißt auf den ersten Seiten „Unser Volk" usw. , wer ist der Erzähler? Habe ich vielleicht überlesen? +++
Den Klammereinschub (Kimrak pflegte seine Gespielinnen…) fand ich überflüssig, was will mir das mitteilen? Überhaupt mag ich diese Klammereinschübe nicht. Aber das ist mein subjektiver Geschmack.
Struktur:
Ich sage jetzt einfach, dass der Text als Geschichtsstunde für die Leser der Schatzfahrt gedacht ist. Da ich Dussel die aber noch nicht gelesen habe, ist das jetzt mal einfach eine Vermutung.
Zusammenfassend:
Zuerst muss ich für die ansprechende Optik ein Lob zollen. Das Cover spricht mich an, der Fließtext ist sehr übersichtlich und durch die Absatzschaltung gut zu lesen. Wie machst du das? Bei mir sind immer die blöden Leerzeilen drin. +++ Ich denke, der Text ist als Zuckerle für die Leser der Schatzfahrt (muss ich noch lesen) gedacht, um sich über gewisse Hintergründe zu informieren. Denn für sich alleine genommen finde ich den vorliegenden Text zu anstrengend zum Lesen. +++ Ich sehe ihn als informatorisches Zusatzwerk, wie es sie auch bei Tolkien über Mittelerde gibt. +++ Denn die vielen Begriffe haben mich verwirrt und immer wieder rausgeworfen ==> Faudekla, Fänger, Zwerge, Ringwächter, Ringinseln, Große Barriere, Außenleute, Kom-Netzwerk, Fussel-Kusseng sind tolle erdachte Fantasiewörter, die mir alle supergut gefallen, aber ich wurde damit zugeballert. Ich musste immer wieder vor und zurückblättern, um den Überblick zu bewahren. +++
Insgesamt tat ich mich schwer mit dem Lesen, habe zwischendurch drübergeblättert, weil mir zu viel erklärt wurde, zu ausführlich, wenn auch sprachlich sehr gut geschrieben. +++ Aber wie gesagt, als Zusatzinfo zur Schatzfahrt sicher sehr interessant. Hat mich manchmal an ein Geschichtsbuch erinnert. +++ Vielleicht hätte ich die Schatzfahrt zuerst lesen sollen??? Wahrscheinlich mein Fehler. Aber als Nachschlagewerk zu der Schatzfahrt vier Sterne wert.
Ich sehe den Text aber nicht als Wettbewerbsbeitrag, daher keine Empehlung
-
Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen
Grosses Erzaehltalent
von Ansgar am 10.02.2011
Zusammenfassend:
Partout nicht mein Genre, und seit Herr der Ringe muesste es eigentlich auch viel zu frueh ausgereizt sein. Alles, was heutzutage versucht, irgnendwelche Parallelwelten zu schaffen, zeitlich nicht zuzuordnen, scheitert klaeglich. hier allerdings liegt ein Werk vor, das durchdacht ist, kein billiger Abklatsch und noch dazu sprachlich anspechend. Mir fehlen am Anfang in der tat auch dieDialoge, aber auch das ist Geschmackssache.> man denke nur an Daniel Defoe und Konsorten, eben grosse erzaehler. Nicht etwa, dass ich Inga hetten schon in diesen stand erheben wollte, aber sie ist ohne zweifel ein Lichtblick.
-
Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen
Ganz stark.
von Martin Mehner am 09.02.2011
Handlung:
Das ist also die Vorgeschichte. Es liest sich wie ein Stück Geschichtsschreibung. Aber es ist so voll von ausgefallenen Ideen, die sinnvoll in Zusammenhang stehen, dass ich nur staunen kann. Hier, auf diesen Seiten, ist eine ganze, umfangreiche Saga konzipiert. Sicher kann man noch fragen, ob die Autorin auch Dialoge schreiben der Personen zeichnen kann, aber meine Zweifel sind da längst zerstreut.
Figuren:
Wie gesagt, Figuren sind in dieser Vorgeschichte nicht ausgeführt. Würde ja auch gar nicht passen. Und doch: Man bekommt einen Eindruck von der Wesensart dieser Bevölkerung des Inneren Rings. Das ist vorerst völlig ausreichend.
Sprache/Duktus:
Teilweise etwas komplizierte Sprache, aber so, dass man noch gut folgen kann. Und - es ist einfach herrlich, diese Menge an Spezialbegriffen, die es nur in dieser Welt geben kann, in sich aufzunehmen und sich im Zusammenhang die Bedeutung zu erschließen. Großer Lesegenuss. Einzige Meckerstelle: S.10 oben: die Formulierung „in den Fuß stecken“ ist missverständlich, ich dachte erst, in den Fuß des Menschen***Und:
Gelegentlich könnten die Sätze durch ein wenig mehr Punkte statt Kommata getrennt werden.
Zusammenfassend:
Das ist ein Fantasywerk, das mich in den Bann ziehen kann. Ich bin schwer beeindruckt. Ein Feuerwerk an Ideen wird hier präsentiert, und das in nahezu druckreifer Form. In diesem Fall lasse ich mich zu einem Fünfer bewegen.
Kommentar von Inga Hetten am 16.03.2011
Mögacht Lucy, vielen Dank für Deine Besprechung! Du triffst den Nagel auf den Kopf: "Kimraks Ende" war ursprünglich der Prolog zu "Die Schatzfahrt". Ich hegte die Befürchtung, dass nach einem so langen Vorspann niemand mehr in das Buch selbst hineinschaut. Weil er indes viel (wenn auch nicht gut genug) erklärt, habe ich ihn als "Bonusmaterial" ebenfalls eingestellt. *** Diese Klammern muss ich mir unbedingt abgewöhnen ...