Bitte aktivieren Sie JavaScript in Ihrem Browser

Fünfzehn - Novalee Namenlos

16 Jahre ist es her, dass sich die junge Fiona das Leben nahm. Niemand spricht darüber. Bis Nathalie, die ihre Schwester niemals kennenlernte, die Frage stellt, die ihre Familie erneut in eine tiefe Krise wirft: Gäbe es mich, wenn sie nicht tot wäre?

16 Jahre ist es her, dass sich die junge Fiona das Leben nahm. Niemand in ihrer Familie spricht darüber, jedes Wort scheint verboten. Nur Nathalie, die ihre Schwester niemals kennenlernte, wagt an ihrem 15. Geburtstag die Frage, die alte Wunden aufreißt und ihre Familie erneut in eine tiefe Krise zu werfen droht: Gäbe es mich, wenn sie nicht tot wäre? Ein Roman über das Verarbeiten von Trauer, menschliche Schwächen und die Kraft der Liebe. ***hierbei handelt es sich um einen Auszug des Romans, Leseprobe Kapitel 1-2*

Rezensionen

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Hoffentlich gleitet Fiona nicht in eine Depression ab, denken ist gefährlich!!!! in diesen Zeiten.

    von strassi am 12.04.2011

    Handlung: Wenn ich um die Mittagszeit, wo ich mir gerade den Schlaf aus den Augen reibe das Wort WACHSEIN lesen muss, dann wirkt dies besser als italienischer Espresso. Fiona gerade in der Pubertät (15) sinniert darüber nach welchen Sinn denn dieses Leben hat - und ob es überhaupt einen hat. Dabei ist ein wesentliches Element, dass sie ihre verstorbene Schwester nie kennen gelernt hat.
    Figuren: Fiona ein sensibles 15 jähriges Mädchen ist der zentrale Punkte des Textes indem auch die verstorbene Schwester und die Mutter eie tragende Rolle spielen.
    Sprache/Duktus: sehr gleichmäßiger, angenehmer Erzählstil in der Ich Form (nicht so ganz mein Ding).
    Struktur: Hier gibt es nichts zu bemängeln (allerdings bei dieser eher kurzen Leseprobe auch nichts zu loben - was nicht unbedingt eine negative Kritik sein soll). Ich vergeb bedenkenlos 5 Sterne samt Flieger, foffe aber dafür aiuch den Rest einmal lesen zu können.
    Zusammenfassend: Ein sehr schön formulieter Text, hat Stil und wirkt nie aufdringlich. Hier passt alles.
    • Kommentar von Novalee am 12.04.2011

      Danke strassi, für die schöne Bewertung und die Sterne sowie den Flieger. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Das Mädchen heißt übrigens Nathalie - die Schwester hieß Fiona. Und: Natürlich hoffe ich, dass du das Buch irgendwann auch einmal ganz lesen kannst. Sehr gerne.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Mit viel Gefühl

    von Sofie Fischer am 11.04.2011

    Handlung: Vor 16 Jahren brachte sich Fiona, Tochter von Dascha und Armin, um. Heute stellt die 15-jährige Tochter Nathalie die Frage der Fragen: Gibt es mich, weil Fiona nicht mehr da ist?
    Figuren: Im Wesentlichen Mutter Dascha und Tochter Nathalie, der Vater Armin spielt bisher keine große Rolle. In den Tagebucheinträgen von Fiona ist Theo eine sehr wichtige Person.
    Sprache/Duktus: Einfach gut zu lesen! Ohne zu lyrisch oder verschnörkelt zu werden, schafft es Novalee, eine sehr bildhafte Sprache zu schreiben. Toll gefallen hat mir z.B. "Ich schiebe meine Windjacke von der Uhr." Viel, viel schöner als einfach nur: "Ich schaute auf meine Uhr."
    Struktur: Die Ich-Perspektive bringt dem Leser das momentan Geschehene nah. Mich hat sie nicht gestört, doch ist sie bei einem so ernsten Thema sehr mutig. Durch die Tagebucheinträge, die tief in Fionas Gefühlswelt blicken lassen, erfahren wir die Hintergründe des damaligen Schicksalsschlags.
    Zusammenfassend: Schade, dass es nur eine Leseprobe ist. Hier hätte ich sofort weiter gelesen. Sehr einfühlsam ist hier ein schwieriges Thema erzählt. Novalee zieht mit ihrem Stil den Leser sofort in ihren Bann. Ich stelle mir jetzt schon viele, viele Fragen ... und das ist es, was an einem Buch fesselt. Wann darf ich die gesamte Geschichte lesen, liebe Novalee? ;-)
    • Kommentar von Sofie Fischer am 12.04.2011

      Es ist ein Pseudonym ... zusammengesetzt aus meinem Sternzeichen und meinem Lieblingsmädelsnamen. Als ich auf die Suche ging, stieß ich auch darauf, dass Drew in dem Film so heißt. Deswegen habe ich auch nicht die Schreibweise genommen, dir mir eigentlich lieber wäre, da ihre Figur nämlich Sophie Fisher heißt. Und Sophie mit ph ist schon schicker, aber man kann nicht alles haben. ;-)

    • Kommentar von Novalee am 12.04.2011

      Na ja, ich meinte damit eigentlich, wenn es nach mir ginge, könntest du das fertige Buch sofort in den Händen halten bzw. lesen. Der erste Entwurf ist schon fertig, allerdings leider nicht als Buch, das man irgendwo bestellen könnte. ;-) Andere Frage: Ist dein Name dein richtiger Name oder war die Inspiration eine gewisse Drew Barrymore? :-)

    • Kommentar von Sofie Fischer am 11.04.2011

      Sofort? Was, wie, wo? Her damit!!! :-D

    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Hab ganz lieben Dank für deine netten Worte, die Sterne und den Flieger. Du hast mir damit eine sehr große Freude gemacht.

    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Du wurdest mit Fragen zurückgelassen? Es freut mich, dass dich die Geschichte neugierig gemacht hat und so fesseln konnte. Wann du die ganze Geschichte lesen darfst? Also von mir aus gerne sofort. ;-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Alle Daumen hoch

    von /user/ am 11.04.2011

    Handlung: Die fünfzehn jährige Fiona begeht selbstmord und stürzt ihre Eltern in ein tiefes Loch. Von ihrem tragischen Schicksal erfährt man immer wieder mittels eines Tagebuches. Dann ist da noch Nathalie, die ihre Schwester nie kennengelernt hat. An ihrem fünfzehnten Geburtstag beginnt sich fragen über ihre verstorbenen Schwester zu stellen und verzweifelt an einer Vermutung. Gibt es mich nur weil sie nicht mehr da ist ?!
    Figuren: Dascha ist die Mutter aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Sie kann den Tod ihrer ältesten Tochter immer noch nicht fassen. Armin der Vater nimmt eine eher passe Position ein. Dann bleibt noch die fünfzehn jährige Nathalie die mitten in einer Identitätskrise steckt und sich mit dem Gedanken auseinandersetzen muss nur ein Lückenbüßer zu sein.
    Sprache/Duktus: Eine sehr rythmische Sprache die viel Spaß macht sie zu lesen.
    Struktur: Die Geschichte wird aus der Sicht der Mutter geschildert und durch die Tagebucheinträge der verstorbenen Tocher Fiona.
    Zusammenfassend: Eine sehr gergreifende Geschicht die mich wirklich tief bewegt hat. Dies ist ein sehr empfindliches Thema und die Autorin hat dies sehr realistisch erzählt. Ich konnte mit allen Beteiligten mitfühlen und hoffe das die Geschichte mit einem Happy End für alle enden wird.
    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Und: auf ein Happy End hoffen wir natürlich alle. Ich hoffe, das Ende wird zu gegebener Zeit überzeugen. :-)

    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Vielen Dank, Vivil. Dein Lob über die realistische Darstellung des Themas freut mich besonders. Danke vor allem auch für die fünf Sterne und Flieger! :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Bin sprachlos

    von ResiF am 11.04.2011

    Zusammenfassend: Ich habe beim Lesen wirklich einige Male stocken müssen, weil ich mich in die Lage der Mutter versetzt habe. Besonders die Tagebucheinträge von Fiona haben mich tief berührt und mich mitfühlen lassen. Was ist damals geschehen? Was hat die Familie in dieses Drama geführt? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie es weitergeht aber würde sehr gerne mehr lesen. Findet Natalie mehr über ihre Schwester heraus, über das Geheimnis ihrer Familie? Was war mit diesem Theo damals? Novalee Namenlos schreibt in einer Leichtigkeit und dennoch so ergreifend, dass ich nur meinen Hut ziehen kann. Klasse!
    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Und ich bin sprachlos bei so einer tollen Rezension. :-) Danke, ResiF!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Sinnfrage eines Heranwachsenden

    von Hans_Giebenrath am 11.04.2011

    Handlung: Wie oft stellen wir uns die Frage nach dem Sinn des Lebens? Nathalie (15) stellt sich eben diese Frage, leider hat es bei ihr einen anderen Hintergrund. Ihre Mutter Dascha und ihr Vater Armin hatten schon einmal eine Tochter. Fiona beging jedoch vor 16 Jahren Selbstmord. Nach einem aufklärendem und zerrüttendem Gespräch mit ihrer Mutter, beantwortet sie sich die Sinnfrage selbst und kommt zu dem Ergebnis, dass sie Mittel zum Zweck einer Psychotherapie zur Aufarbeitung des Todes der verstorbenen Tochter ihrer Eltern sei.
    Figuren: Armin, Vater von Nathalie. Dascha, Mutter von Nathalie. Nathalie, zweite Tochter von Armin und Dascha, welche in eine Sinnkrise abrutscht. Fiona, erste Tochter, von Armin und Dascha, welche Selbstmord beging.
    Sprache/Duktus: Von der ersten Seite an spürt man eine kühle und depressive Stimmung immer mitschwingen. Die kurzen und emotionslosen Sätze runden die Handlung ab. Auch die Wahl der Erzählperspektive und die einzelnen Rollen der Darsteller scheinen wohl überlegt zu sein.
    Zusammenfassend: Zusammenfassend sei zu sagen, der Roman vermittelt durch seine Darsteller und seine Art der Erzählung genau den Eindruck, den man anhand der kurzen Inhaltsangabe erwarten kann. Schon nach den ersten Seiten fällt einem das Aufhören mit dem Lesen schwer. Leider kam das Ende etwas überraschend für mich, so blieben einige Fragen offen und somit rechtfertige ich auch die Bewertungen zu dem Werk.
    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Ich habe den Vermek, dass es sich um eine Leseprobe handelt, jetzt noch mal im Beschreibungstext ergänzt. Danke noch mal für deine Bewertung und die Zeit, die du dir dafür genommen hast.

    • Kommentar von Hans_Giebenrath am 11.04.2011

      Das tut mir Leid Novalee. Leider habe ich mich mehr mit dem Lesestoff beschäftigt, als mit den hier niedergeschriebenen Kommentaren, wo mir hätte klar auffallen müssen, das sich hierbei nur um eine Leseprobe handelt. Ich entschuldige mich vielmals für meine Unachtsamkeit.

    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Vielen Dank, Hans, für deine Meinung und die nette Rezension. Ich habe mich sehr gefreut. Schade, dass du aufgrund der Vermutung, dass die Geschichte hier schon zu Ende ist, einen Stern abgezogen hast, denn natürlich handelt es sich hier nur um eine Leseprobe. Die Geschichte ist weit länger als nur bis zur Seite 33. Trotzdem: Hab lieben Dank! :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    ein bißchen kurz, aber heftig

    von Irinasheer am 10.04.2011

    Handlung: die 15jährige Nathalie fragt ihre Mutter: Gäbe es mich, wenn meine Schwester Fiona sich nicht mit 15 umgebracht hätte? Und die Mutter antwortet die Wahrheit.
    Zusammenfassend: Die Leseprobe hat mich zielich gepackt. Ich hätte gerne noch weitergelesen, wie sich der Konflikt löst und warum sich die Schwester damals umgebracht hat. Daher eine klare Empfehlung!
    • Kommentar von Novalee am 11.04.2011

      Vielen Dank, Irina. Schön, dass dich die Geschichte um Nathalie, ihre Eltern und Fiona packen konnte. Ich habe mich sehr über die Sterne und den Flieger gefreut!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von Mondentochter am 10.04.2011

    Zusammenfassend: Ein ganz schön schwieriges Thema, dem Du dich da gewidmet hast. Aber ich finde deine Worte sehr eindrücklich, Gefühle und Gedanken sind so nachvollziehbar. Danke für das Teilen und den Anstoß, selbst über diese Situation nachzudenken. Wie ginge es mir als Mutter? Wie würde ich mich an Nathalie fühlen? sehr aufwülend... :-) Da sollte unbedingt noch mehr kommen!
    • Kommentar von Novalee am 10.04.2011

      Danke, liebe Mondentochter, für deine kurze, aber sehr angenehme Rezension. Es freut mich, dass es dir gefallen hat.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Traurig aber schön

    von Amelie Rieger am 09.04.2011

    Handlung: Nathalie ist die jüngere von zwei Schwestern. Als sie mit 15 in die Pupertät kommt sucht sie verzweifelt wie viele andere Mädchen auch nach sich selbst und ihrer eigenen Identität. Doch für Natalie ist das Ganze nicht so einfach, denn ihre ältere Schwester Fiona hat in diesem Alter Selbstmord beganngen und das wirft sehr viele Fragen in ihr auf. Als sie dann von ihrer Mutter erfährt, dass sie nur geboren wurde um über den Schmerz von Fionas Tod hinweg zu kommen eskaliert die Situation.
    Figuren: - Natalie, die verzweifelte Tochter. Sie ist gerade 15 Jahre alt geworden und steckt in einer Identitätskrise. Ihre Befürchtung das sie nur der Lückenbüser ihrer verstorben Schwester ist bewahrheitet sich und wirft ihre ohnehin schon kaotische Gefühlswelt noch mehr durcheinander. - Fiona, die verstobene Schwerster. Fiona hat sich mit 15 Jahren das Leben genommen und ein großes Loch ins Herzen ihrer Eltern gerissen. - Dascha, Natalies Mutter. Sie ist von Schuldgefühlen zerfressen und kann den Tod ihrer älteren Tochter Fioan einfach nicht vergessen (wobei welche Mutter könnte das schon). - Armin, der Vater. Er zeigt sich nicht ganz so emotionsgeladen wie anderen Figuren und versucht sich eher im Hintergrund zu halten. Über ihn wird auch nicht ganz so viel geschrieben.
    Sprache/Duktus: Sprachlich definietiv auf einem sehr hohen Niveau. Da merkt man sofort das ein Könner am Werk ist. Sehr flüssig geschrieben mit gut gewählten Dialogen. Man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen wenn man einmal angefangen hat. Durch die liebevolle und detailreiche gestalltung der Erzählung war es als würde ein Film vor meinem inneren Auge ablaufen.
    Struktur: Eine schön fliessende und lineare Struktur die immer wieder von den Rückblicken aus Fionas Tagbuch durchbrochen wird. Dies gibt der Erzählung mehr Abwechslung und erleichtert es dem Leser sich noch besser mit den Figuren und ihrer Geschichte zu identifizieren.
    Zusammenfassend: Die Geschichte einer eigentlich normalen Familie die durch einen schrecklichen Schicksalsschlag in ein Gefühlschaos gestürzt wird. Die ältere Tochter hat sich das Leben genommen und die jüngere sieht sich als nichts weiter als nur den Lückenbüßer. Sie ist verwirrt, auf der Suche nach sich selbst und versucht in all dem Chaos Antworten über ihre verstorbenen Schwester zu finden. Dascha, die Mutter ist eine sehr gefühlvolle und verletzte Frau, die den Tod ihrer Tochter nie wirklich überwinden konnte. Auch über die verstobene Fiona erfährt man einiges mit hilfe ihrer Tagebücher. Es ist eine sehr dramatische Geschichte die einem mittens in Herz geht und tief gerührt. Ich hätte wirklch gerne noch mehr gelesen.
    • Kommentar von Novalee am 10.04.2011

      Vielen Dank, Amelie. Deine Rezension versüßt mir den Sonntag gerade sehr. Schön, dass dich die Geschichte mitten uns Herz getroffen und auch neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung gemacht hat. Ich freue mich über die Sterne und das Flugzeug.

  • tiefenblicke

    von Monika Velbert am 08.04.2011

    Zusammenfassend: seelenbetrachtung mal anderes. nn hat alles, was eine gute schriftstellerin so ausmacht: interessante idee, sprachliches vermögen und fingerspitzengefühl bei der umsetzung. hier handelt es sich um tiefe lebenskrisen, nöte und ängst und verdrängtem. die tode fiona und die lebendige schwester werden intensiv dargestellt. an der dramaturgie habe ich nichts auszusetzen und auch an der bildhaften sprache nicht, doch könnte die geschichte m.e.etwas mehr der spannung gebrauchen.
    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Danke, Monika. Ich habe mich sehr über deine Worte gefreut. Was die Spannung betrifft. In erster Linie stehen hier natürlich die Emotionen im Vordergrund, aber auch unvorhergesehene, noch nicht in dieser Leseprobe enthaltene Entwicklungen bringen hoffentlich für den potentiellen Leser im Rest der Handlung genügend Spannung auf. :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Identitätskrise eines Teenies

    von chauvi am 08.04.2011

    Handlung: Nathalie hatte eine Schwester,Fiona. Sie hat sich umgebracht, an ihrem fünfzehnten Geburtstag. Nun ist Nathalie auch 15. Bisher weiß sie wenig über das Wie und Warum vom Tod ihrer Schwester. Doch Nathalie ist in der Pubertät. Sie braucht Antworten, um ihre Identität zu erfahren. Es kommt zum Eklat zwischen Mutter und Tochter und der Mutter rutscht die Hand aus...
    Figuren: Dascha, die Mutter, Nathalie, die ihren fünfzehnten Geburtstag feiert, der Vater, der sich im Prinzip "raus hält" Fiona, die tot und doch per Gefühl anwesend zu sein scheint. Und die obligatorischen Randfiguren -wenig beleuchtet, dennoch unverzichtbar, denn sonst wäre eine Geschichte tröge.
    Sprache/Duktus: leicht zu lesen, gut nachvollziehbar und vor allem die Dialoge sind sehr authentisch.
    Struktur: Handlung entwickelt sich linear -ungestört von den Rückblicken und den Tagebucheinträgen der Fiona, die seit 16 Jahren tod ist.
    Zusammenfassend: Das Thema bekannt und dennoch spezifisch von der Autorin umgesetzt. Für mich nicht zu viel Selbstmitleid -ich denke, es wird genauso ablaufen können. Da brauchte man wahrscheinlich nur einen Psychologen fragen. Der Tag an dem sich ein Kind das Leben nimmt, wird wohl für immer und ewig in den Seelen der Eltern eingebrannt sein und ewig strahlen - wie Radioaktivität. Nathalie hat mit ihren bohrenden Fragen nur die Decke gelüftet, unter der es schwehlt und sie bringt eine Wahrheit zu Tage, die zu akzeptieren sich die Eltern bisher geweigert haben. Es wird dauern, bis Nathalie begreifen kann, dass die Vergangenheit nichts daran ändert, dass ihre Eltern sie genauso lieben wie die tote Fiona. Ich persönlich hätte mehr wissen wollen, wieso sich Fiona umgebracht hat. Das hätte der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben.
    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Was deinen Kommentar zum Schluss unter "Zusammenfassend" betrifft: Natürlich klären sich die Zusammenhänge um den Tod von Fiona noch im Laufe der Handlung auf - aber dies geschieht natürlich noch nicht zu Beginn der Geschichte. Hierbei handelt es sich ja nur um eine Leseprobe. Jetzt mal ganz doof gefragt: Dachtest du, das hier ist die ganze Geschichte? Hm... Ich glaube, ich muss da noch einen eindeutigeren Zusatz machen, dass es sich um eine Leseprobe handelt. Ich hoffe, das geht nachträglich.

    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Ganz lieben Dank, Chauvi. Ja, nicht nur ein Psychologe, auch ein Betroffener könnte einem sicher verdeutlichen, dass es genauso sein könnte. Aber ich denke, es kommt auch immer auf den Menschen selbst an. Hier zum Beispiel spielt auch eine große Rolle, warum Dascha sich solch eine Schuld an den Geschehnissen aus der Vergangenheit gibt. Dies klärt sich erst nach und nach im Buch auf. Danke für die schöne Rezension und die Zeit, die du dir genommen hast.

  • Die Stimmung sehr gut beschrieben!

    von Polo am 07.04.2011

    Zusammenfassend: Nur kurz, da die anderen eigentlich schon alles gesagt haben: Schwieriges Thema sehr gut und interessant verarbeitet - weiter so! Die Idee mit den Tagebucheinträgen fand auch ich sehr gelungen! Angenehm zu lesen.
    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Danke, Polo. Vor allem auch für das Lob der Tagebucheinträge.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Gefühlvoll

    von /user/ am 07.04.2011

    Zusammenfassend: Eine so leichte und dennoch gefühlvoll Sprache fasziniert mich ungemein. Ich bin der Aufforderung durch die Autorin gerne, wenn auch recht spät nachgekommen und wurde nicht enttäuscht. Lesefreundliche Seitengestaltung, spannende Idee mit dem Tagebuch und eine wirklich interessante Erzählung machen den Text zu einem Genuss. Nun, bloß ein bisschen mehr Salz und Pfeffer hätten dem Text aber nichts geschadet. Dies soll jetzt aber keine herabsetzende Kritik sein, sondern liegt nur im Auge des Betrachters.
    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Was das Salz und den Pfeffer angeht: Ich hoffe, auch aus Sicht des Leser nimmt dies im Rest der Handlung zu. ;-)

    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Vielen Dank, Sabie, für diese kurze, aber sehr schöne Rezension.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Gelungen

    von Regina Mengel am 07.04.2011

    Handlung: Hallo Novalee, das ist das erste, was ich von dir lese. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bisher habe ich nicht in deine Texte hineingelesen, weil mich die Flut der Neueinstellungen aus deiner Feder irritiert hat. Es kam bei mir die Frage auf, ob es sich womöglich um Testballons handelt. Wie auch immer, du hälst dich tapfer in den Top 10 und da wollte ich nun doch mal schauen, was sich dahinter verbirgt. Und was ich sah, gefiel mir gut - die Textprobe hätte durchaus auch länger sein können, ich hätte sicher weiter gelesen. Ein sehr schwieriges Thema hast du dir da gesucht, zum einen die Situation der Eltern, der Umgang mit dem Verlust und die Verdrängung. und dann die Seite der jüngeren Schwester und deren Wahrnehmung der Situation und deren Leid. Besonders die schwierige Situation zwischen den Eheleuten hast du m.e. nach gut und sehr sensibel dargestellt. Sehr gelungen. Also, Testballon hin oder her, was ich hier lese, gefällt mir ausgeprochen gut.
    Figuren: Nathalie, ihr Vater (der in der Leseprobe mehr erzählerisch beschrieben wird, als dass er einen eigenen Part hätte), die Mutter Dascha (der Name - ist das ein Kosename? - gefällt mir übrigen nicht so gut, aber das ist eine Kleinigkeit), eine kleine Familie, die nur auf den ersten Blick eine heile Familie ist. Tatsächlich schlummert da viel im Verborgenen. Die Figuren sind in ihrer Gefühlwelt für mich absolut stimmig dargestellt, ohne dass sie stark ausgefeilt beschrieben werden, wirken sie durch ihr Handeln bzw. ihre Innenwelt. Gelungen
    Sprache/Duktus: Einfach gut, sehr einfühlsam. Ich erlaube mir, mich astamics Wertung anzuschließen, sie hat es wunderbar in Worte gefasst.
    Struktur: Die Geschichte wird aus der Perspektive der Mutter erzählt, die mir als Leser viel zu sagen hat. Die Methode die Rückblicke und die Gefühle von Fiona als Tagebuch einzuflechten, halte ich für eine ausgezeichnete Idee, so lässt sich der Weg hin zum Selbstmord gut beschreiben. Ich würde mir wünschen, dass das Innenleben der toten Tochter für sich steht und vielleicht für die Mutter gar nicht so klar ist. Einzig die Frage, wo diese Tagebuch sich heute befindet, müsste für mich noch beantwortet werden. Ist es in Händen der Familie oder fällt es der jüngeren Schwester in die Hände... da kann man noch eine Menge draus machen.
    Zusammenfassend: Was soll ich denn noch sagen, Gelungen eben, gefühlvoll geschildertes Seelenleben einer nicht ganz alltäglichen Familie, wie es sie aber eben doch an jeder Ecke geben könnte. Wir können halt den Menschen nur vor den Kopf schauen. Sehr bedrückend empfinde ich übrigens den Gedanken, auf welche Weise diese Ehe miteinander und doch ohne einander, dennoch funktioniert. Ich möchte so nicht leben. Allein diese Überlegung zeigt mir, wie realistisch und lebendig deine Figuren vom Papier aufstehen und am Strand entlang wandern. ;-) Ich würde gern das ganze Buch lesen.
    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Liebe Regina, vielen Dank für deine Anmerkungen und die tolle Bewertung. :-) Ich hatte dir schon über deine Website ein paar Worte zukommen lassen, aber auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank. Einige Fragen zum Tagebuch beantworten sich auf jeden Fall noch im Laufe der Handlung. Ja, die Tagebucheinträge u. die Handlung darin stehen schon größtenteils für sich - manches davon ist allerdings auch wichtig für die Entscheidungen von Dascha u. erklärt gewisse Geschehnisse aus der Vergangenheit.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Vielversprechend

    von Mopple The Whale am 05.04.2011

    Handlung: Das ernste Thema wird mit Sensibilität und sehr guten psychologischen Einfühlungsvermögen behandelt. Die Story wirkt stimmig, wird in der Leseprobe im Großen und Ganzen gut eröffnet und man ist gespannt, wie es weiter geht.
    Figuren: Alle Figuren sind glaubwürdig gezeichnet, wirken "echt" und wecken Symphatie und Interesse, könnten dies aber noch mehr tun. Dem steht vielleicht die etwas steife Sprache entgegen, die dich diesmal irgendwie mit gebremtem Schaum arbeiten lässt, und die eher unglückliche Wahl des Erzählers.
    Sprache/Duktus: Wie einige der Vorrezensenten bin ich mir nicht so sicher, was Präsens und die erste Person angeht. Die Perspektive ist mir noch nicht intim genug, der Erzählton nicht figurspezifisch genug für ein "ich". Das Präsens ist für mich nun eine Modeerscheinung, die die wenigsten Texte wirklich besser macht, diesen hier eher nicht. Die Sprache sollte ein bisschen flotter, auch weniger umständlich sein. Auch wenn es ein ernstes Thema ist, muss man ja nicht gleich staatstragend wie in der Tagesschau erzählen. Sätze wie: "Trotz geringer Bezahlung und Arbeitszeiten, die eigentlich einen höheren Verdienst rechtfertigen würden, ..." (Seite 20) Novalee, das kannst du so viel besser!!! Da trauere ich noch dem Tofu-Würstchen und demTelefonroman nach.
    Struktur: Einstieg und Dramaturgie wirken durchdacht, ökonomisch und glaubwürdig. Einzig einen noch flotteren Handlungsfortschritt, ein bisschen mehr Drama würde ich mir wünschen. Könnte Nathalie nicht irgend etwas Dramatischeres tun als nur zwei Tage mir ihrer Mutter nicht zu reden? So ist die Geschichte vielliecht mehr am wahren Leben als unterhaltungssüchtige Leser sich erhoffen würden.
    Zusammenfassend: Wieder ein gelungener Text von Novalee Namenlos, diesmal mit ernstem, ambitioniertem Hintergrund. Mit etwas mehr sprachlicher Spritzigkeit und Drive in der Dramaturgie glaube ich fest daran, dass er viele Leser findet.
    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Auf jeden Fall schon mal ganz lieben Dank für deine Worte, die vielen Sterne und das Flugzeug. :-)

    • Kommentar von Novalee am 09.04.2011

      Danke Mopple, für deine Rezension. Ich kann leider erst heute darauf antworten, da ich Probleme mit dem Einloggen hatte. Ob das Buch am Ende tatsächlich diese Perspektive behalten wird, ist noch nicht sicher. In der jetzigen Version der Geschichte ist aber auf jeden Fall auch ein zwischenzeitlicher Wechsel der Perspektiven zu finden.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Mehr als nur Worte...

    von astamic am 01.04.2011

    Handlung: Nathalies Eltern verreisen zu ihrem 15. Geburtstag nach Rügen. Ein Familien-Urlaub zu dritt. Dennoch entkommen sie der Vergangenheit nicht. Denn ihre erste Tochter Fiona, hat sich mit 15 das Leben genommen. Feinfühlig wird erzählt, wie der verdrängte frühe Tod jeden einzelnen der kleinen Familie im Denken und Handeln beeinflusst.
    Figuren: Dascha, die liebevolle Mutter. Armin der Vater, der in seine Arbeit flieht. Nathalie, die versucht den Tod ihrer Schwester und nebenbei ihre eigene Existenz zu erklären. Fiona selbst, die durch ihre Tagebucheintragungen lebendig bleibt. Alle Figuren sind ausgezeichnet beschrieben. Mir fiel auf wie mühelos ich in ihre Rollen schlüpfen konnte. Wenn Dascha erzählt, habe ich wie sie gefühlt, bei Fionas Tagebucheintragungen war ich sie. Novalee hat es geschafft, selbst so gegensätzliche Charaktere glaubhaft und fühlbar lebendig werden zu lassen. Ich bin beeindruckt.
    Sprache/Duktus: Eine fließende, melodische Schreibe. Eine präzise Sprache die mitten in die Seele trifft, die ohne Übertreibungen auskommt, die Gefühle einfach transportiert und wunderschöne Bilder und philosophische Gedanken so leicht und treffend verpackt. Einfach fantastisch. Fragen, wie auf Seite 23: „Ist es nicht das, was eine gute Mutter ausmacht? Eigene Gefühle, den eigenen Schmerz hinten anzustellen?“ Treffen mich und berühren mich tief. Ich könnte so die halbe Leseprobe zitieren, aber lest einfach selbst....
    Struktur: Dascha erzählt aus der Ich-Perspektive. Fionas Tagebucheinträge bilden einen weiteren Erzählstrang. Ansonsten ein chronologischer Aufbau.
    Zusammenfassend: Ich bin tief beeindruckt und muss ehrlich gestehen, dass ich eine derart emotionale Tiefe und Reife nicht bei einer so jungen Autorin erwartet habe. (Ich weiß, blödes Vorurteil). Aus deinen Zeilen spricht eine Lebensweisheit, die manch einer mit 40 noch nicht erreicht hat. Die Gedanken und Gefühle der Protagonisten werden so lebendig und fühlbar geschildert, dass mir hierfür nur Worte der Bewunderung einfallen. Novalee, du hast viel Talent und du setzt es sehr gut ein. Weiter so, ich bin mir sicher von dir bald ein gedrucktes Buch in den Händen zu halten. Mehr als 5 Sterne kann ich dir leider nicht geben und den Flieger natürlich. Ich wünsche dir noch viele so schöne Ideen und ganz viel Erfolg! Liebe Grüße, die astamic
    • Kommentar von Novalee am 02.04.2011

      Ganz lieben Dank, Astamic, für diese tolle Rezension. Ich glaube fast, eine der schönsten, die ich bisher bekommen habe. Danke. Dass du dich in die Rollen hineinversetzen konntest, ist mit das größte Lob und mir sehr wichtig. Vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast.

  • Fünfzehn

    von Vorleser am 28.03.2011

    Handlung: Nathalie feiert ihren fünfzehnten Geburtstag im Urlaub. Sie fragt ihre Eltern, ob sie nur geboren wurde, weil ihre Schwester Fiona gestorben war. Ist sie nur ein Ersatz?
    Figuren: Nathalie, ihre Mutter Dascha, ihr Vater Armin, ihre verstorbene Schwester Fiona, von der aus Tagebucheintragungen erzählt wird. Die Figuren gehen nicht sehr in die Tiefe, was ich schade finde. Den Vater finde ich etwas zu klischeebehaftet.
    Sprache/Duktus: In der Ich-Perspektive von Dascha im Präsens erzählt. Die Sprache lässt sich flüssig lesen. Die ruhige Erzählweise hat mir gefallen.
    Struktur: Die Struktur ist chronologisch. Durch die Tagebucheintragungen der toten Nathalie erfährt man als Leser die Vorgeschichte..
    Zusammenfassend: Ich fand die Geschichte von der Idee her gut. Was mir nicht gefallen hat, ist die Ich-Perspektive von Dascha, mit der ich mich nicht identifizieren konnte. Dadurch wollte wohl auch keine rechte Spannung bei mir aufkommen. Gelungen fand ich dagegen die Tagebucheinträge der toten Tochter Fiona. Der Selbstmord eines Kindes ist ein sehr schwieriges Thema, das hier einfühlsam behandelt wurde.
    • Kommentar von Novalee am 28.03.2011

      Lieber Vorleser... im Laufe der Geschichte ändert sich die Perspektive zwischenzeitlich, damit mehrere Handlungsstränge möglich werden und somit auch die Spannung steigen kann. Ich danke dir für deine Worte. :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von Alegra am 28.03.2011

    Zusammenfassend: Mir gefällt die Geschichte sehr gut. Die Gefühle von Mutter und Tochter finde ich gut dargestellt. Die Tagebucheinträge sind eine sehr gute Idee. Obwohl die ältere Tochter nicht mehr lebt, erfährt man so einiges von ihr aus erster Hand. Die Leseprobe hat mir gut gefallen und Lust auf mehr gemacht.
    • Kommentar von Novalee am 28.03.2011

      Kurz und knapp auch von meiner Seite: Ganz lieben Dank! :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Ein tiefgehendes Thema gut umgesetzt

    von CBBach am 27.03.2011

    Handlung: Schon häufig geschildet und oben im Klappentext bereits skizziert, möchte ich mich an dieser Stelle nicht wiederholen.
    Figuren: Im wesentlichen spielen Mutter und Tochter Natalie die Hauptrollen in diesem Werk. Vater Armin ist eine überarbeitete Nebenfigur, die nur wenig Einfluss auf das Geschehen hat. Fionas Tagebucheinträge geben wichtige Einblicke in die Vergangenheit. Insgesamt eine sehr lebendige Schilderung der Figuren. Die pubertierende Tochter, die von verkrusteter Trauer deprimierte Mutter, der überarbeitete Vater. Und die eine Frage, die plötzlich die Emotionen auf bei allen Beteiligten hervor brechen lässt.
    Sprache/Duktus: Flüssig und gut lesbar geschrieben und trotz des schwierigen Grundthemas nicht ins deprimierende abfallende sondern sehr feinfühlige Sprache. Die Autorin hat einfach ein Gespür für die Situationen, die sie beschreibt, und trägt mit der Sprache die Grundstimmung einer Szene herüber ohne, dass die Figuren eigentlich viel mehr sagen müssen. Das finde ich persönlich ganz stark geschrieben, sowas findet man nicht allzuoft hier.
    Struktur: Die Erzählung erfolgt linear und wird nur durch Fionas Tagebucheinträge aus der Vergangenheit durchbrochen. Diese lockern zum einen die monoperspektivische Erzählung auf, und sorgen zum anderen nach und nach dafür, dass der Leser erfährt, was in der anfangs so totgeschwiegenen Vergangenheit passiert ist.
    Zusammenfassend: Gute Umsetzung, eines schwierigen und sehr tiefgehenden Themas, bei der die stimmungtransportierende Sprache ganz stark zur Geltung kommt und die Geschichte greifbar macht. Einzig die Plötzlichkeit mit der die entscheidende Frage gestellt wird, empfinde ich ein wenig überrumpelnd. Vielleicht wäre eine Möglichkeit gewesen, den Leser zuerst mit der tollen Sprache noch ein bisschen mehr in die Geschichte hinein zu ziehen ehe man zum eigentlichen Konflikt kommt. Aber das ist nur eine persönliche Einschätzung und schmälert kaum den wirklich guten Gesamteindruck , den ich von dieser Leseprobe erhalten habe.
    • Kommentar von Novalee am 27.03.2011

      Vielen Dank, CCBach, für diese wirklich schöne Rezension und deine Anmerkungen, gerade was die Schilderung der Szenen angeht. Zu hören, dass die Atmosphäre, die Stimmungen ohne viele Erklärungen bei dir ankommen, freut mich sehr. Das ist es, was ich erreichen wollte. Danke auch für deine Anmerkung mit der etwas plötzlichen Frage von Nathalie. Die Geschichte hat noch einige Überarbeitungen erfahren und wird vielleicht auch hier und da noch einiges klarer machen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Unter die Haut

    von FiannaCessair am 23.03.2011

    Figuren: Die Mutter: Sie hat den Verlust ihrer Tochter noch immer nicht verarbeitet, obwohl sie sich krampfhaft bemüht ein Leben in "Normalität" zu führen. Der Vater: Er scheint ein Meister in Sacher "Verdrängung" zu sein. Er überlässt seiner Frau den Alltag und die darin vorkommenden Probleme. Die Tochter: Ein normaler Teenager, den man bisher mehr oder weniger immer nur mit Fakten abgespeist hat und der nun endlich mehr wissen will.
    Zusammenfassend: Eine auf den ersten Blick normale kleine Familie. Aber dann kommt diese Zahl fünfzehn ins Spiel. Die erste Tochter ist mit fünfzehn gestorben. Ich vermute, dass die Art des Sterbens dem Leser verraten wird, warum die Trauerbewältigung für die Eltern so unmöglich scheint. Die Mutter ist von ihren Schuldgefühlen "zerfressen", emotional völlig unfähig wirklich zu leben. Der Vater hat sich sein eigenes Bollwerk gegen den Schmerz aufgebaut, dass ihn wie eine große Mauer umgibt, und vor der Realität mit all ihren Fragen schützt. Die beiden zusammen als Eltern haben eine scheinbar perfekte Abwehr gegen alle Fragen, sie von aussen kommen, aufgebaut. Und nun kommt ihre Tochter ins Spiel. Das Mädchen, dass von seiner Schwester nichts, ausser den nackten Tatsachen kennt. Sie ist jetzt fünfzehn, also in dem Alter, in dem man seine Identität sucht. Und sie stellt Fragen. Fragen, die beweisen, dass sie sich längst ihre eigenen Gedanken gemacht hat. Die Unfähigkeit, ja Hilflosigkeit ihrer Mutter ist greifbar. Als Leser möchte man schreien: Verdammt, sagt es ihr. Erzähl ihr alles. Schildere was geschehen ist und warum... Die Gefühle aller Personen sind unglaublich eindringlich beschrieben. Gänsehaut pur.... Ich möchte unbedingt wissen, ob diese Familie aus diesem Bollwerk von Schmerz, Trauer, Verdrängung und Selbstgeißelung herausfindet und lernt mit dem Verlust umzugehen und trotzdem zu "Leben".
    • Kommentar von Novalee am 23.03.2011

      Liebe Fianna, vielen lieben Dank für diese tolle Rezension. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ja, tatsächlich liegt die Unfähigkeit der Mutter, mit der Situation fertig zu werden, gerade weil ihre Tochter diese sozusagen "neu aufwühlt", in der Vergangenheit begründet. Dass ich mit dieser Leseprobe dein Interesse wecken konnte, freut mich sehr.

  • Fünfzehn

    von Bücherwürmchen am 23.03.2011

    Handlung: Während eines Urlaubs in Binz feiert Nathalie ihren 15. Geburtstag. Im gleichen Alter hatte sich ihre Schwester Fiona das Leben genommen. Emotionen kommen hoch, bis Nathalie ihren Eltern die Frage stellt, ob sie nur als Ersatz für ihre tote Schwester geboren wurde.
    Figuren: Die 15jährige Nathalie, ihre von Schuldgefühlen geplagte Mutter Dascha, der Vater Armin, der Vergessen in seiner Arbeit sucht, schließlich die 15jährige Fiona, die wir anhand ihres Tagesbuchs kennenlernen.
    Sprache/Duktus: Eine flüssige Sprache, die es leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Der Schreibstil ist schnörkellos und verzichtet auf blumige Beschreibungen. Es wird aus der Perspektive von Dascha erzählt.
    Struktur: Die Struktur folgt chronologisch der Handlung, ist aber von den Tagebucheintragungen der toten Nathalie durchsetzt. Dafür ein anderes Schriftbild zu wählen, hilft dem Leser, sich auf die jeweiligen Abschnitte einzustellen.
    Zusammenfassend: Diese Geschichte ist einfühlsam erzählt. Was mich jedoch gestört hat, ist das übergroße Selbstmitleid von Dascha. Durch die Ich-Perspektive bin ich zu nah an etwas dran, das ich für etwas zu übertrieben halte, und mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Immerhin ist das Mädchen seit 16 Jahren tot. Somit sollte auch die Mutter wenigstens ein bisschen Abstand zu den damaligen Ereignissen gewonnen haben. In einer anderen Perspektive würde das wahrscheinlich nicht ganz so dick aufgetragen wirken. Aber das ist Geschmacksache. Möglicherweise rührt mein Eindruck daher, dass ich Geschichten aus der Ich-Perspektive nicht gern lese, weil man dabei als Leser eine Position aufgezwungen bekommt und sich mit der Figur identifizieren soll/muss. Wenn mir diese Person zusätzlich nicht sympathisch ist, nimmt mir das die Lust am Lesen. Aber wie gesagt, das ist Ansichtssache. Die Idee, die hinter der Geschichte steht, gefällt mir dagegen sehr.
    • Kommentar von FiannaCessair am 23.03.2011

      @ Bücherwürmchen Hast du schon einen geliebten Menschen verloren? Nicht an eine Krankheit, sondern durch einen Unfall oder ein Verbrechen? Abstand.. Letztendlich zeigt mir der Begriff "Selbstmitleid" in Verbindung mit einem Verlust, dass unsere Gesellschaft das Thema Trauer immer noch verdrängt. Hast du schon mal am Grab deines Kindes gestanden? Glaube mir, auch nach dreißig Jahren ist da noch nichts mit "Abstand".

    • Kommentar von Novalee am 23.03.2011

      Vielen Dank, Bücherwürmchen. Das "Selbstmitleid" der Mutter klärt sich im Rest der Geschichte auf und wird vermutlich noch um einiges nachvollziehbarer. Ich danke dir für deinen Eindruck, vor allem, wie Dascha und ihre Emotionen auf dich wirken. Werde diese und die anderen Meinungen beim Überarbeiten berücksichtigen. Danke für die vier Sterne! :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von TinaS am 20.03.2011

    Zusammenfassend: Gibt es mich nur, weil es die andere nicht mehr gibt? Bin ich nur ein Ersatz? Diese Frage kann ein jugendliches Leben durchaus durcheinander wirbeln und bringt vor allem die Mutter in "Fünfzehn" in arge Erklärungsnot. Spannend ist, dass der Leser dabei den gleichen Wissensstand hat wie die lebende Tochter, wobei die Tagebucheinträge der toten Tochter diese fast ein wenig greifbarer machen als das lebende Mädchen - zumindest habe ich das streckenweise so empfunden. Das dürfte daran liegen, dass wir der Mutter durch die Geschichte folgen, die alles weiß, aber weder der lebenden Tochter noch uns als gierigen Lesern etwas verrät - und genau das macht macht meines Erachtens die Spannung dieser Geschichte aus. Ich hätte mir hier und da etwas ausführlichere Beschreibungen der Orte und der dort herrschenden Stimmungen gewünscht, weil ich so etwas liebe, aber sonst habe ich an diesem Text rein gar nichts zu meckern - selbst die Kommata, die ich sonst in fast jeder Rezi einfordere, waren sämtlich vorhanden ;-) Also: Inhaltlich und sprachlich auf sehr hohem Niveau, und das Cover gefällt auch.
    • Kommentar von Novalee am 20.03.2011

      Vielen Dank, Tina. Es freut mich, dass dich die Geschichte überzeugen konnte. Vor allem dein Kommentar "die Mutter, die alles weiß, aber weder der lebenden Tochter noch uns als gierigen Leser etwas verrät..." hat mich sehr gefreut. Danke!!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Nahegehend

    von MarieTherese am 20.03.2011

    Handlung: Eine dreiköpfige Familie macht Urlaub in Binz. Die Tochter des Ehepaares, Nathalie, wird während diesen Urlaubs 15, ein Alter, welches bei den Eltern Dascha und Armin Erinnerungen an ihre Tochter Fiona wecken, die sich mit 15 das Leben nahm. Nathalie, die wenig über ihre tote Schwester weiß, fragt schließlich ihre Mutter, ob es sie nur gibt, weil ihre Eltern Fiona verloren, was bejaht wird. Das Verhältnis zwischen den Eltern und Nathalie leidet unter dieser Wahrheit und während man durch Einblicke in das Tagebuch Fionas von den Sorgen eines Teenagers erfährt, der seinen Eltern nicht vertraut, spürt man, wie der Konflikt zwischen Nathalie und ihren Eltern ähnliche Verlustängste aufsteigen lässt, wie die, die der Tod Fionas auslöste.
    Figuren: Nathalie: 15-jährig, neugierig, offen, sieht sich als Ersatz für Fiona und Therapiemittel ihrer Eltern / Dascha: Mutter von Fiona und Nathalie, geplagt von Schuldgefühlen / Armin: Vater von Fiona und Nathalie, Workaholic aus dem Grund, die Vergangenheit und die Gedanken daran zu verdrängen / Fiona: 15-jährig, tot, war Sängerin einer Rockband, fühlte sich von ihren Eltern weder unterstützt noch verstanden / Die Figuren werden sehr schön authentisch gezeichnet, wobei auf zu viele Beschreibungen verzichtet wird. Man empfindet mit ihnen, schon aus der Tragik der Handlung heraus.
    Sprache/Duktus: Mir gefällt der flüssige Sprachstil wirklich sehr, sehr gut. Es wird sehr ruhig und anschaulich erzählt und langsam an die Geschichte herangeführt.
    Struktur: Zum einen ist die Geschichte chronologisch aufgebaut, wenn man es in dem jeweiligen Kapitel mit Nathalie und ihren Eltern zu tun hat. Anderseits haben wir, auch optisch differenziert, Auszüge aus Fionas Tagebuch. Diese Auszüge haben genau die richtige Länge, um nicht aus dem Plot der aktuellen Geschehnisse zu reißen, und liefern genau die Menge an Informationen, die zum einen für einen Tagebucheintrag typisch sind und zum anderen ausreichen, um eine Vorstellung von Fionas Gefühlen zu bekommen.
    Zusammenfassend: Bisher eine der besten Leseproben, die ich hier lesen durfte. Der ernste Hintergrund der Geschichte wird sensibel behandelt und ist nicht schockierend, sondern anschaulich geschildert. Ich würde sehr gern wissen, wie es weiter geht.
    • Kommentar von Novalee am 20.03.2011

      Danke, MarieTherese. Deine Rezension versüßt mir gerade den Abend. Vor allem deine Worte zu den Tagebucheinträgen bzw. den Beschreibungen und Nicht-Beschreibungen haben mich sehr gefreut.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von kvoosen am 17.03.2011

    Handlung: Nathalies feiert ihren Ihre 15ten Geburtstag. Dieser soll etwas besonders sein. Ein feiner Urlaub und alles was man sich vorstellen kann um einen anderen Jahrestag zu vergessen. Aber so einen schrecklichen Tag kann man nicht aus dem Leben streichen. Er fällt auf, auch wenn man ihn verschweigen möchte. Ungemütliche Fragen und schreckliche Antworten ergeben, Nathalies ist ein "Erstkind". Ein Familendrama geht in die Verlängerung.
    Figuren: Die Firguren sind grundsätzlich nur oberflächlich beschrieben. Hier steht die Tragig im Vordergrund. Dennoch ist man als Leser mitten drin. Gänsehaut purt.
    Sprache/Duktus: Also die Sprache ist einfach nur vorbildlich. Novalee spielt mit den Wörtern, Sie hat die Gabe mich als Leser komplett zu fesseln. Hut ab.
    Struktur: Diese Geschichte wird aus den Gedanken der Mutter, in der Ich-perspektive erzählt und wird durchzogen mit den Tagebucheintragungen der toten Tochter.
    Zusammenfassend: Zusammenfassend ist diese Geschichte ist eine absolute Gänsehautgeschichte, wie sie eine Familie auch wirklich erleben kann. Es ist ein Drama und man fühlt sich verbunden mit allen Beteiligten. Die Autorin hat ein sehr senbilies Thema angestoßen und dieses einfühlsam und authentisch niedergeschrieben. Ich hoffe inständig es ist nur eine Erzählung und keine wahre Begebenheit. Ich bringe 5 Sterne mit dem Flieger rüber.
    • Kommentar von kvoosen am 18.03.2011

      Hallo Novalee, die Emotion kommen auch "real" rüber. Ich hoffe es geht dir wieder gut.

    • Kommentar von Novalee am 18.03.2011

      Hab ganz lieben Dank, kvoosen. Deine Rezension hat mich sehr gerührt. Du hast Recht: die Tragik, die Emotionen stehen im Vordergrund. Was deine Frage betrifft: Nein, genau dieselbe Situation habe ich nicht erlebt. Allerdings war und ist es ein eigenes, persönliches Ereignis, das mich dazu veranlasste, gerade die hier alles bestimmenden Emotionen in den Mittelpunkt zu stellen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Gelungen

    von Florian Tietgen am 16.03.2011

    Handlung: Nathalies fünfzehnter Geburtstag soll etwas Besonderes sein, Urlaub auf Rügen, Konzertkarten, jede Menge anderer Geschenke. Dabei sind es doch sonst eher die 16, 18, 21. Geburtstage, die besonders gefeiert werden, bevor es dann die runden werden. Auch die Geschenke verraten: Hier wird etwas ausgeglichen. * Bei Thommie Bayer heißt es in einem Lied: "Und nach vielen vielen Tränen in irgendeiner Nacht, da haben sich die Eltern einen neuen Stefan gemacht" - Das ist für Nathalie die harte Wahrheit. Und alle Beteuerungen echter Liebe können daran nichts ändern. Langsam blättert die Autorin ein Familiendrama um den Selbstmord der ersten Tochter auf und weckt Neugier darauf, wie es weitergeht.
    Figuren: Für die Tiefe des Themas finde ich persönlich die handelnden Personen recht flach. Selbstzweifel haben sie natürlich, sie flüchten sich in die Arbeit, psychologisch ist das alles nachvollziehbar. Auch die Stimmung, in der die Mutter Fiona "die Wahrheit" an den Kopf knallt ist plausibel. Aber die Hartnäckigkeit, mit der Fiona überhaupt auf der Frage besteht, entsteht für mich nicht aus der Geschichte, sondern eher theoretisch. Auch der Mutter nehme ich "die Wahrheit" als solche nicht ab. Denn gegen die Argumentation der "neuen Hoffnung fürs Leben" stünde doch emotional auch die "Angst, erneut zu versagen", die ich bei der Fluchttendenz der Eltern viel plausibler fände. Vielleicht macht das ein bisschen deutlich, weshalb ich die Menschen in dieser Geschichte in der Oberfläche plausibel finde, die Tiefe in ihnen aber vermisse. Es kann natürlich gut sein, dass diese Tiefe im Verlauf des weiteren Romans noch kommt.
    Sprache/Duktus: Zu Beginn klingt das Wort "Wachsein" wie die verstimmte D-Seite einer Gitarre, die zu häufig angeschlagen werden muss. Danach findet die Sprache langsam ihren Rhythmus und lässt sich gut lesen.
    Struktur: Den Wechsel aus Icherzählung aus der Sicht der Mutter und Fionas Tagebüchern finde ich gelungen, weil er einen schönen Kontrast setzt und - so stelle ich mir vor - im späteren Verlauf auch die Schwächen der Mutter gut aufdeckt.
    Zusammenfassend: Trotz meiner Anmerkungen zu den Figuren ist dies ein gelungenes Buch. Das war mir auch nach drei Seiten schon klar, und hätte ich da aufgehört zu lesen, wäre ich auf die negativen Überlegungen nicht gekommen. Da ich diesen Kritikpunkt nicht in die Wertung nehme (weil ich einfach nicht weiß, ob ich meine Bedenken überhaupt verständlich machen konnte), komme ich doch auf fünf Sterne. Liebe Grüße, Florian
    • Kommentar von Novalee am 16.03.2011

      ...können. Vielen Dank für deine Anmerkungen. Werde mir demnächst auch unbedingt dein „Haus der Jugend“ anschauen. Bin schon gespannt. Im Moment hält mich die Arbeit an „Fünfzehn“ in Schach und ich lese kaum noch. Aber das ändert sich bald wieder. :-) Danke, Florian.

    • Kommentar von Novalee am 16.03.2011

      Lieber Florian, ich habe mich sehr über deine Rezension gefreut. Vielen Dank dafür! Was die Geschenke angeht: Da spiegelt sich bereits zu Anfang der Geschichte ein wenig die Position wieder, die Nathalie bei ihren Eltern einnimmt, gerade wegen der Vergangenheit, die nicht so recht verblassen will. Auch Nathalies Hartnäckigkeit bzw. deren Ursache erklärt sich im Rest des Buches ein wenig genauer. Ich hoffe, dass dich die Figuren sowie ihre Beweggründe zu gegebener Zeit vollkommen überzeugen...

  • Alles schon dagewesen

    von PhDi am 16.03.2011

    Zusammenfassend: Die Handlung ist ergreifend und einfühlsam erzählt. Das Thema ist ein reales Problem der psychischen Verarbeitung. Jedoch überschlägt sich hier sehr oft eine in Selbstmitleid zerfließende Szene nach der anderen. Ebenso gab es solche Storys schon sehr oft in dieser oder einer ähnlichen Art. Hier gibt es aber leider nichts, was den Eindruck erwecken würde, dass die Geschichte unter all den vielen heraußstechen würde.
    • Kommentar von Novalee am 16.03.2011

      Danke, PhDi. Du hast Recht. Es ist alles schon mal irgendwie und irgendwann da gewesen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Ein Kind als billige Therapie?

    von delaluna am 15.03.2011

    Handlung: Als Nathalie 15 wird, fängt sie an, Fragen zu stellen. Sie möchte wissen, ob sie nur ein Ersatz für die tote Schwester ist. Ihre Eltern sind überfordert mit der Situation und würden alles am liebsten verdrängen.
    Figuren: Vor allem über die Gefühlswelt der Mutter erfährt man sehr viel. Ihre Gefühle sind glaubwürdig und einfühlsam dargestellt. Der Vater, der sich in die Arbeit stürzt, um nicht zuviel nachdenken zu müssen scheint mir auch sehr realistisch zu sein. Mit Nathalies Gedanken kann ich mich noch nicht ganz identifizieren. Ihre Denkweise ist meines Erachtens nicht ganz typisch für einen Teenager. Hier hätte ich etwas mehr Hormonchaos erwartet.
    Sprache/Duktus: Der Erzählstil ist gut gewählt und passt zum Thema. Die Dialoge erscheinen lebendig. Man hört deutlich heraus, wer gerade Spricht und nimmt unterschwellige Stimmungen wahr, auch ohne dass die Autorin daraufhinweist.
    Struktur: Der lineare Ablauf der Geschichte wird immer wieder unterbrochen durch Tagebucheinträge der bereits toten Fiona. Das finde ich eine wirklich gelungene Art, einen Einblick in das vergangene Geschehen zu bekommen. Nachdem man die Geschichte hauptsächlich durch die Gedanken und Gefühle der Mutter erfährt, kann die Autorin so auch die Gefühle der Tochter darstellen.
    Zusammenfassend: Die Autorin geht sehr sensibel mit dem Thema um. Es ist für die Hinterbliebenen nicht einfach, mit einem Selbstmord umzugehen und die Schuldgefühle lassen niemals nach, egal, wieviel Zeit vergeht. Das wird hier gut dargestellt. Was mir bei dieser Leseprobe jedoch fehlt, ist eine weitere Handlung. Ich habe keine Vorstellung, wo das Ganze hinführen wird. Geht das komplette Werk "nur" um die Verarbeitung von Fionas Tod, oder kommt noch mehr? Hier fehlt mir einfach ein wenig Spannung. Insgesamt muss ich sagen: Ein schwieriges Thema, mit dem die Autorin gut umzugehen weiß. Das Werk ist gut zu lesen und findet mit Sicherheit seine Leser. Ein Sternchen abzug, wegen mangelnder Spannung, sonst aber sehr gelungen.
    • Kommentar von Novalee am 16.03.2011

      Delaluna, ich danke dir für deine wirklich schöne Rezension. Nathalies Emotionen und Gedanken kommen bereits einige Seiten nach der Leseprobe noch näher unter die Lupe. Die Spannung kommt (hoffentlich :-)) auch nicht zu kurz, da sich noch einige Handlungsstränge auf unerwartete Weise miteinander verweben werden. In der Gegenwart sowie in der Vergangenheit, die beide gleichermaßen Platz in der Geschichte finden.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Bin ich nur Ersatz?

    von Karsten am 15.03.2011

    Handlung: Armin und Dascha verlieren die 15 jährige Tochter Fiona durch Selbstmord. Das Schicksal lastet schwer auf dem Paar, doch die Geburt der zweiten Tochter Nathalie gibt beiden neuen Mut. Als Nathalie ihren 15. Geburtstag feiert, beginnt sie jedoch Fragen zu stellen. Hat sie ihre Existenz nur dem Tod ihrer Schwester zu verdanken? ***Über Gefühle schreiben ist nicht einfach. Hier reicht es nicht, einfach seine schriftstellerischen Hausaufgaben zu machen. Gefühle müßen verstanden werden. Der Autor muß sich bis ins Detail in den jeweiligen Protagonisten einfühlen können. Ein hohes Maß an Lebenserfahrung, Beobachtungsgabe sowie Einfühlungsvermögen ist gefragt. Die Autorin Novalee scheint diese Eigenschaften zu besitzen, denn ihr gelingt es, die Gefühlswelt der Protagonisten vor uns auszubreiten wie ein Buch. Beklemmend authentisch, so daß man fast nur hoffen kann, daß nichts Selbsterlebtes in die Story eingeflossen ist.
    Figuren: Vater Armin, Mutter Dascha sowie Tochter Nathalie. Die Story dreht sich um die Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Es ist also fast logisch, daß diese dreidimensional gezeichnet sind. Der mentale Zustand der Figuren zu Beginn der Story ist genügend und vor allem gut beschrieben. Nun sollte sich langsam die Prämisse zeigen. Wohin werden sie sich entwickeln? Armin, als Stereotyp des Workoholics, der die Probleme nicht sieht, ist mir als Mann natürlich (negativ) aufgefallen und ich hoffe er wird dieses Klischee im Laufe der Story wiederlegen. ;-)
    Sprache/Duktus: Sehr angenehme, leicht verständliche Sprache. Flüssig und schnörkellos. Langsam, gefühlvoll, etwas melancholisch. Schöne, glaubhafte Dialoge. Der Fokus liegt auf der Darstellung der Protagonisten. Ortsbeschreibungen und gezeichnete Bilder kommen etwas kurz.
    Struktur: Ich-Perspektive im Präsens aus Sicht von Dascha. Für mich persönlich nicht die glücklichste Lösung. (auf die Ich-Perspektive bezogen). Vielleicht ist ein Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten (je nach Situation) eine Alternative. Die Tagebucheinträge Fionas sorgen gelungen für nötige Informationen aus der Vergangenheit. Ebenso einige Rückblenden.
    Zusammenfassend: Ein Werk mit überzeugender Sprache und einnehmenden Erzählstil! Ich mag den Stil der Autorin! Eine sehr traurige Story, die eine Odyssee durch Vergangenheitsbewältigung und Eltern-Kind Beziehung zu sein scheint. Mehr als ein Entspannungsroman! Dieses Buch hat Tiefe, für die der Leser Aufmerksamkeit mitbringen sollte. Mir hat die Leseprobe sehr gut gefallen!
    • Kommentar von Novalee am 15.03.2011

      ...nachempfinden lässt und auch ein wenig der Anreiz war, diese Geschichte zu erzählen und vor allem: sie so zu erzählen, wie ich sie erzähle. Danke für deine tolle Bewertung. Ich habe mich sehr gefreut.

    • Kommentar von Novalee am 15.03.2011

      Lieber Karsten, ich habe mich SEHR über deine Rezension gefreut. Vielen Dank dafür! Was die Perspektiven angeht: Tatsächlich wechselt der Roman in der Hinsicht in einigen Passagen. Allerdings möchte ich noch nicht zu viel verraten. Nachdem diese Frage jetzt schon mehrfach gestellt wurde: Nein, dieselbe Situation habe ich nicht durchgemacht. Gott sei Dank. Allerdings ist es tatsächlich eine eigene, nicht ganz so schöne persönliche Erfahrung, die mich besonders die Intensität der Emotionen...

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Einfühlsam erzählt

    von Eisgräfin am 15.03.2011

    Handlung: Fiona war die Tochter von Dascha und Armin. die sich das Leben genommen hat. Die zweite Tochter Nathalie feiert sechzehn Jahre später ihren fünfzehnten Geburtstag. Genau an diesem Tag möchte sie wissen, ob es sie gäbe, wenn Fiona damals nicht Suizid begangen hätte.
    Figuren: Mutter Dascha, Vater Armin, die beiden Töchter Nathalie und Fiona.
    Sprache/Duktus: Die Autorin weiß überzeugend und flüssig zu erzählen. Mir persönlich liegt die Ich-Perspektive nicht so, aber das ist Geschmacksache. Die Dialoge sind einfühlsam und realistisch.
    Struktur: Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Dascha erzählt. Die Tagebucheinträge helfen dem Verständnis des Lesers. Sie sind sehr gut gewählt.
    Zusammenfassend: Die Autorin hat ein immer aktuelles Thema aufgegriffen, an dem sich bis heute nichts geändert hat. Jeder von uns kennt wohl eine ähnliche Geschichte und weiß von den Emotionen, die da hochkommen. Dies alles ist einfühlsam und lebensecht geschildert. Mir gefällt auch die Sprache. Wie gesagt, die Ich-Perspektive hätte ich nicht gewählt, weil man dadurch zu sehr an den Gefühlen der Mutter dran ist. Ein bisschen weniger Selbstmitleid könnte ihr auch nicht schaden. Dennoch hat mich die Geschichte mitgenommen und ich wüsste gern, wie die Krise gemeistert wird.
    • Kommentar von Novalee am 15.03.2011

      Hab ganz lieben Dank für die Rezension, Eisgräfin. Ich persönlich empfinde die Ich-Perspektive als am besten geeignet, gerade weil die Emotionen von Dascha (die sich zum Ende hin noch mehr begründen) sich so am besten widerspiegeln. Es kann aber durchaus sein, dass ich die Geschichte alternativ auch noch mal in einer anderen Perspektive überarbeite. Vielen Dank für deine Anmerkungen! :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Mit viel Gefühl

    von Captain Nemo am 15.03.2011

    Handlung: In der Leseprobe erfährt man, wie eine Familie mit dem Selbstmord des Kindes versucht umzugehen. Das besondere an dieser Geschichte ist, dass der Selbstmord 16 Jahre her ist und die 15 jährige Tochter sich fragt, ob es sie gäbe, wenn ihre Schwetser keinen Selbstmord begangen hätte.
    Figuren: Durch die einseitige Sicht der Mutter auch leider etwas einseitig gezeigt. hier hätte ich mir einen neutraleren Erzähler gewünscht. Vielleicht die personale Erzählform. Ansonsten gibt es nichts zu beklagen. Die Figuren sind bildhaft und dreidimensional. Man hat ein klares Bild vor Augen.
    Sprache/Duktus: Sehr schön und fließend. Man kommt locker in das Geschehen und mag die Geschichte nicht mehr aus der Hand legen.
    Struktur: Sehr schön gemacht. Tagebucheinträge aus der Vergangenheit halten die Spannung, die sich mit Kapiteln aus der Gegenwart abwechseln.
    Zusammenfassend: Eine Geschichte über Trauer, den Umgang mit dem Tod und Verlust eines geliebten Menschen und der Identitätskrise eines Teenagers. Mir hat die Leseprobe sehr gefallen, schade, dass sie nur so kurz war.
    • Kommentar von Novalee am 15.03.2011

      Vielen lieben Dank, Nemo, auch für diese Rezension. Die Erzählformen sowie der Fokus ändern sich tatsächlich im Laufe des Buchs noch ein wenig. DANKE!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Ein schwieriges Thema – einfühlsam umgesetzt!

    von Janeho am 14.03.2011

    Handlung: Fiona, die Tochter von Dascha und Armin, nimmt sich das Leben. Sechzehn Jahre später feiert ihre zweite Tochter Nathalie ihren 15. Geburtstag und will wissen: Gäbe es mich, wenn sich Fiona nicht das Leben genommen hätte?
    Figuren: Armin, Dascha, Nathalie und in der Vergangenheit durch die Tagebucheinträge: die erste Tochter Fiona, die vor sechzehn Jahren starb.
    Sprache/Duktus: Bei allen Werken, die ich bisher von der Autorin gelesen habe, überzeugt mich auch dieses in seiner Flüssigkeit. Schöne Passagen, unterbrochen mit einfühlsamen Dialogen. Gefällt mir sehr gut.
    Struktur: In Kapiteln unterteilt, in der Gegenwart geschrieben, aus der Perspektive von Dascha, der Mutter – dazwischen Tagebucheinträge der verstorbenen Tochter Fiona. Dialoge und Umschreibungen befinden sich in einem angenehmen Verhältnis zueinander.
    Zusammenfassend: Es gefällt mir, wie einfühlsam die Autorin dieses doch sehr schwierige Thema umsetzt. Im Grunde gibt es kaum die richtigen Worte für so eine Situation, egal wie lange sie her ist. Umso passender erscheint diese Geschichte, die einmal mehr zeigt, wie wichtig es ist, zwischen den Zeilen zu lesen. Es gibt für alles einen Grund und so hat auch Dascha sicher ihre Gründe für ihre Schuld und Armin seine Gründe für das Stürzen in seine Arbeit. Und es ist absolut nachvollziehbar, dass auch Nathalie endlich mehr wissen will, zumal sie nun das Alter erreicht hat, mit dem sich Fiona damals das Leben genommen hat. Man fühlt sich ein in diese Handlung und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Aber ganz besonders, was damals geschehen ist. Ich habe bisher alle Werke der Autorin gelesen und muss zugeben, dass mir dieses mit Abstand am besten gefällt! Ich bin gespannt, wie sie gewisse Dinge in den folgenden Kapiteln begründet und weiß schon jetzt, dass ich das Buch kaufen würde!
    • Kommentar von Novalee am 15.03.2011

      Vielen, vielen Dank, Janeho! Es freut mich, dass du wissen möchtest, wie es weitergeht. Danke für die tolle Bewertung. Die Geschichte wird noch einige Entwicklungen mit sich bringen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von LDraco am 14.03.2011

    Zusammenfassend: Unglaublich... wow... mir stockt immer noch der Atem... Eine Geschichte, die wahrlich unter die Haut geht. Sagenhaft gut und vor allem packend geschrieben. Selbst, wenn einem als Leser persönliche Erfahrungen mit dem Thema erspart geblieben sind, so kann man sich unglaublich gut in Dascha, die Mutter und erzählende Person, einfühlen. Ehrlich, mir schnürte sich beim Lesen mehr als nur einmal die Brust zusammen... Diese kühle, schmerzvolle Apathie der Mutter nach dem Tod der Tochter... Ihre Gedanken über Verdrängung und das Schlimmste, was man machen kann: Schweigen. Was mich ein bisschen geplättet hat war ihre knallharte Ehrlichkeit der Tochter Nathalie gegenüber. Wobei diese es ja auch irgendwie herausgefordert hat. Die Dialoge sind gekonnt kurz gehalten, gerade genug und nicht zuviel. Zwischendurch die Tagebucheinträge der verstorbenen Tochter, die das ganze irgendwie noch trauriger und herzergreifender machen. Im Ganzen sehr stimmig. Schwere Kost, aber unglaublich gut. Man will wissen, wie es weitergeht. Was tut Nathalie nun? Und wird es ein gutes Ende geben? Durch die extreme Gefühlstiefe mag man schnell auf den Gedanken kommen, dass das Geschriebene etwas Selbsterlebtes der Autorin ist. So präzise nachgefühlt, wie es sich liest. Der Selbstmord eines Kindes ist ein unglaublich schwieriges Thema und Novalee beschreibt es mit sehr sehr viel Feingefühl. Ich bin immer noch ganz mitgerissen und will schnellstens weiterlesen, bitte!
    • Kommentar von Novalee am 15.03.2011

      Und jetzt muss ich WOW sagen. Für deine begeisterte Rezension. Ganz lieben Dank, LDraco, für deine Einschätzung und Wertung.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Die Geschichte möchte man weiterlesen

    von Egypt am 13.03.2011

    Handlung: Die Handlung ist in der Beschreibung schon genügend beschrieben worden. Das Verhalten der Mutter ist für mich etwas fragwürdig. Darf oder muss man Kindern immer die Wahrheit sagen? Ich bin gespannt zu erfahren warum sich die erste Tochtre umgebracht hat.
    Figuren: Dioe Figuren, die Eltern und Nathalie, der Teenager, sind gut dargestellt. Vielleicht könnte man gleich am Anfang noch etwas mehr beschreiben: wie sehen sie aus?
    Sprache/Duktus: Die Sprache liest sich sehr gut. Ich finde nicht, dass es zu langsam abläuft. Mich stört allerdings ein wenig der Dialog zwischen Mutter und Tochter. Der ist mir etwas zu gepflegt. Ich habe selbst Kinder und Enkel, so redet man in der Familie nicht. Das kann man sicher noch realistischer rüber bringen. Lass das mal einen Teenager lesen..
    Struktur: Die Struktur ist einfach. Die Ich Perspektive der Mutter und dann dazu die Tagebucheintragungen der verstorbenem Tochter Das erzeugt genug Abwechslung.
    Zusammenfassend: Ein guter Anfang. Ich bin gespannt darauf, wie esweiter geht!
    • Kommentar von Novalee am 13.03.2011

      Danke, Egypt. Du hast Rechtr, mit Beschreibungen halte ich mich immer ein wenig zurück. Das lasse ich gerne immer ein wenig für Spielräume offen, schaue mir die Stellen aber noch mal an. Danke für die schöne Bewertung und den Flieger! :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von Diago am 13.03.2011

    Handlung: Nathalie wird 15 und will wissen, ob sie nur wegen dem Tod ihrer Schwester auf der Welt ist.
    Figuren: Nathalie, Armin, Dascha, Jenny, Theo, Sina, Fiona die verstorbene Schwester
    Sprache/Duktus: Die Worte klingen, als kenne die Autorin diese Situation sehr genau.
    Struktur: Der Aufbau unterteilt sich in 2 Kapitel, die den Sinn des Textes wiederspiegeln.
    Zusammenfassend: "Es gibt dich, weil wir hofften, Fiona würde in deine körperliche Hülle schlüpfen". Diesen Satz hätte ich gewählt, wäre ich in der Situation. Auch als Vater kann man die Ohnmacht erahnen. Interessantes Werk mit wahrscheinlich familiärem Hintergrund, oder die Autorin ist eine Gefühlsspezialistin.
    • Kommentar von Novalee am 13.03.2011

      Danke, Diago! Es freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat. Danke auch für das Lob der "Gefühlsspezialistin". ;-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von Marius am 13.03.2011

    Handlung: Allgemein gesprochen geht es um die Methoden der Verarbeitung eines Todesfalles in der Familie und wiederum um die Verarbeitung der Methoden und die dahinter stehende existentielle Frage für Nathalie: Warum bin ich hier?
    Figuren: Die Figuren sind erstaunlich plastisch und realtistisch dargestellt, besonders natürlich die Gefühle, Gesanken, Äußerungen und Handlungen Nathalies, aber auch von ihrem direkten Umfeld, das zu reagieren versucht
    Sprache/Duktus: Wir haben hier ein einwandfreies flüssiges, angenehmes Sprachniveau, das überzeugt und zur Handlung passt. Auch die Ich- Perspektive lohnt sich hier eher, um einen tieferen Einblick in die Charaktere zu gewinnen, was so überzeugend wirkt, auch wenn die teils redundanten Gefühle, Gedanken etc. einen so etwas anstrengen.
    Struktur: Die Struktur ist überzeugend, die Tagebucheinträge bringen gute und vertiefende Einschübe der ausschlaggebenden Vorgeschichte. Wie schon gesagt wirkt die Redundanz in Nathalies Denken und Handeln, da sie nicht vorankommt etwas anstrengend, denn passt es natürlich zur Handlung, denn so eine Situation löst sich - wenn überhaupt - nicht schnell und mit einem Wisch und es ist logisch und nachvollziehbar, dass die Gedanken der Protagonisten um die Thematik schwirren, da sie sehr damit beschäftigt ist - es handelt sich ja auch nicht, um irgendein Thema, sondern um die für sie existentielle Frage, die sie auch schon vor Beginn der Haupthandlung einnahm. Von daher ist dies nicht furchtbar negativ zu bewerten.
    Zusammenfassend: Insgesamt recht gelungen, ein gutes und wichtiges Thema, das auch viele in der Realität beschäftigt. Daher ist es jedoch auch ein schon oft beschriebenes Thema und bietet eher wenig inhaltlich Neues, bis auf verschiedene Details. Von daher sind natürlich ein guter Sprachstil, Spannung und generell ein interessanter Aufbau umso wichtiger, was jedoch hier alles größtenteils geboten wird. Auf jeden Fall macht es Neugier auf Mehr.
    • Kommentar von Novalee am 13.03.2011

      Vielen Dank, Marius! Der Hintergrund für Daschas Emotionen (ich nehme an, dass du Dascha meinst, obwohl du Natahlie schreibst) ist ein sehr schlimmer, nicht nur, wenn man den Klappentext liest, sondern vor allem, wenn man nach und nach erfährt, was damals wirklich geschehen ist. Ich hoffe, dass sich ihre Gedanken dadurch später noch besser erklären werden. Danke für deine schöne Rezension. Habe mich sehr gefreut.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    *weiterlesen will*

    von silfiya am 11.03.2011

    Handlung: Eltern, Armin und Dascha, und (zweite) Tochter erleben Urlaubstage gemeinsam. Nachdem die Tochter ihrer Mutter eine ihr wichtige Frage über die Umstände ihrer Geburt stellt, verschlechtert sich die Stimmung zwischen den beiden und bessert sich auch in den ersten Tagen nicht, als alle drei wieder ihrem Alltag nachgehen. Zwischendurch tauchen Tagebucheinträge von Fiona, der ersten Tochter, auf und beschreiben deren Situation. Wäre Nathalie nie geboren worden, wenn Fiona noch leben würde?
    Figuren: Vater Armin, Mutter Dascha und die zweite Tochter Nathalie agieren aktiv im Buch. Über die Tagebucheinträge von Fiona erfährt man auch etwas über sie.
    Sprache/Duktus: Flüssig und angenehm lesbar. Anschaulich find ich's im ersten Moment auch - ob das so bleibt, kann ich nach der Leseprobe leider noch nicht sagen. ;-) Der gegenwärtige Stil war mir zuerst fremd, aber ich konnte mich schon nach den ersten Seiten gut daran gewöhnen. :)
    Struktur: Die eingeschobenen Tagebucheinträge find ich toll. Ich mag es, wenn ich nacheinander immer wieder Teile aus unterschiedlichen Handlungssträngen lesen kann.
    Zusammenfassend: Die ersten Seiten fand' ich sehr interessant und bin jetzt schon neugierig, wie es weitergehen, was noch passieren, wie die Familienmitglieder ihre Situation meistern / nicht meistern werden. Auch wenn ich nur die ersten Seiten deines Buches kenne: Danke Novalee! Dafür, dass du ein solches Thema aufgreifst und es verständnisvoll/einfühlsam darstellst, sodass auch Menschen, die sich selten(er) damit auseinandersetzen (Thema Tod/Freitod), etwas damit anfangen können!
    • Kommentar von Novalee am 12.03.2011

      Vielen Dank, Silifiya, für deine nette Rezension, gerade zum eher schwierigen Thema. Es freut mich, dass dich die Leseprobe überzeugen konnte.

  • Sauber geschrieben, aber leider gar nicht meines …

    von Kratzfeder am 10.03.2011

    Handlung: Zur Handlung, wie sie in der Leseprobe angerissen ist, braucht man nichts mehr weiter zu sagen, die ist allhier beschrieben. Mich würde vielmehr interessieren, wie die Geschichte weitergeht, – weitergehen kann. Denn Fiona ist tot, der Konflikt zwischen Nathalie angerissen, ein Konflikt, den ich mir so, wie er hier angerissen wird – ehrlich gesagt – über keine weiteren Seiten antun würde. Dazu mehr unter Struktur.
    Figuren: Es ist mir schwer gefallen, mir in der vorliegenden Leseprobe ein Bild dieser drei Menschen zu machen. Achim, der Workoholic, der etwas abseits der Familie steht, die Mutter und Ich-Erzählerin, Nathalie der gar nicht so sehr aufmüpfige Teenager. Ja, sie waren da und doch nicht da, mir nicht wirklich greifbar, noch nicht einmal in ihrem Schmerz. Woran es liegt? Vielleicht an der Art und Weise, wie die Autorin diese Geschichte aufrollt. (siehe Struktur)
    Sprache/Duktus: Sprachlich gibt es nichts zu meckern. Die Autorin kann erzählen, keine Frage. Sehr ermüdend fand ich allerdings die Form und den Inhalt des Gesagten. Dieses endlose im-Kreis-drehen der Ich-Erzählerin, das die Geschichte nicht vorwärts bringt ist nicht meins gewesen und ich hätte vermutlich auch keine 10 Seiten mehr weitergelesen. Manche Bilder fand ich ein wenig … naja, eigenartig, z.B. das eine Frau nach dem Sex denkt: "Mein Haar kräuselt sich feucht auf der Stirn." Das sind aber wohl die Tücken der gewählten Perspektive.
    Struktur: Persönlich finde ich eine Ich-Perspektive extrem schwierig. Ich glaube, man sollte sehr gut überlegen, wann man sie wählt. Auf Grund des Klappentextes hatte ich erwartet, dass hier die Geschichte Nathalies erzählt wird, aber dann spricht die Mutter in "Ich" über Gefühle, Schmerz und Trauer, und ich erkenne, dass die Ursache, der Selbstmord der Tochter 15 Jahre in der Vergangenheit liegen. Nach ein paar Seiten schon mag ich den (etwas selbstmitleidigen) Ton der Mutter schon nicht mehr hören. Ich werde als Leser "gezwungen" mich mit der Protagonistin in ihren Gefühlen zu drehen … die unter Umständen sehr viel spannenderen und lebhafteren Gedanken, Gefühle, Handlungen von Achim und Tochter bleiben eher außen vor, sind abgedämpft und (logischerweise) nur durch diese Mutter-Brille wahrnehmbar.
    Zusammenfassend: Für meinen persönlichen Lesegeschmack ist diese Geschichte ZU langsam, ZU vorsichtig aufgebaut und dadurch hat die Autorin mich als Leserin verloren. Denn es geschieht nichts, ich fühle mich (zusammen mit dieser Familie) wie in einer sirupartigen Flüssigkeit gefangen, die langsam im Kreis wabert. Und dadurch passiert es, dass mir sowohl die Protagonisten eher unsympathisch werden und ich kein Interesse mehr habe, weiterzulesen. Denn, was soll bitte geschehen, was mich noch aus dieser Lethargie reißen könnte. Nathalie wird depressiv?, die Mutter muss aus ihrem Sumpf raus, um wenigstens dieses Kind zu retten?? Nathalie entdeckt, dass es gar kein Selbstmord war, läuft weg? Die Mutter muss kämpfen? etc. Passt alles irgendwie nicht. Und die Vorstellung, ich lese und lese und am Ende können nur alle etwas besser mit ihrer Trauer und der Vergangenheit umgehen … hu, nicht meines. Der Texte bleibt auf einer musikalischen Schwingungsebene gedacht auf einem gleichlauten Moll-Akkord, was es – zumindest mir – schwer gemacht hat, zu folgen und vor allem dran zu bleiben. Für mich ganz schwierig zu bewerten. Für Sprache und "Souveränität" im Schreiben auf jeden Fall Sterne, ich erlaube mir aber aus meinem Bauchgefühl heraus Sterne abzuziehen für die m.E. ungeschickte Struktur/Aufbau (die ich mir in gar keinem Fall für einen ganzen Roman vorstellen kann). Der Flieger kommt dazu, weil ich mir gut vorstellen kann, dass das Thema für eine gewisse Lesergruppe interessant sein könnte. Auch wenn ich das leider sicher nicht wäre. Aber meine Meinung ist ja nur eine unter vielen anderen :-)
    • Kommentar von Novalee am 11.03.2011

      Oh je... Das hab ich ehrlich gesagt eben gar nicht gemerkt. ;-) Hab nur gelesen, dass du mir einen gegeben hast. Aber wenn das mit dem Nachtrag klappt, umso besser. :-)

    • Kommentar von Kratzfeder am 11.03.2011

      *räusper* Ja, der Flieger. Das sind diese Schrecksekunden, der Versuch zu klicken, wo es schon passiert ist ;-) Habe aber gleich danach bei NB um Nachtrag gebeten.

    • Kommentar von Novalee am 11.03.2011

      ..."Tochter läuft von zu Hause weg". Man erfährt mehr über die Vergangenheit und das, was damals wirklich geschehen ist, gleichzeitig geschehen in der Gegenwart Dinge, die vieles über den Haufen werfen und natürlich ist es mir beim Schreiben ein großes Anliegen, viele verschiedene Seiten der Geschichte zu zeigen. Danke für das Lob meiner Schreibe. Das hat mich sehr gefreut, vor allem natürlich der Flieger. :-)

    • Kommentar von Novalee am 11.03.2011

      Danke, Kratzfeder, für deine Meinung. Ja, es stimmt, besonders zu Beginn ist die Geschichte SEHR vorsichtig aufgebaut, was natürlich in erster Linie an dem sehr schweren Schicksal liegt, das die Familie verbindet (oder eben auseinander reißt). Ich bin mir nicht sicher, ob dich der weitere (nicht unbedingt vorhersehbare) Verlauf der Geschichte wieder positiv stimmen könnte, kann aber auf jeden Fall sagen, dass es kein 300 Seiten langes Selbstmitleid geben wird, auch nicht das typische...

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Wahrheit ist schmerzhaft.

    von Nathan Jaeger am 10.03.2011

    Handlung: Fiona war 15, als sie sich das leben nahm, ihre Eltern bekamen eine weitere Tochter, nathalie, die heute 15 ist und mit der schwierigsten Frage, die sie ihren Eltern stellen kann die gleichzeitig ehrlichste und deshalb grausamste Antwort überhaupt erhält. Ein tiefgründiges Thema, sehr einfühlsam aufbereitet.
    Figuren: Nathalie, die zweite Tochter, das "Trostpflaster" der Eltern Armin (Workoholic) und Dascha (Icherzählerin und Floristin), Fiona, die gestorbene Tochter, die durch ihre Tagebucheinträge aktiv an der Handlung teilnimmt, auch wenn ich durch die Leseprobe noch nicht weiß, wie weit diese Teilnahme gehen wird.
    Sprache/Duktus: Wie gewohnt von dieser Autorin: Druckreif. Ich fand nur ein Wort im text, das ich so noch nie gelesen hatte: Schuldvorwürfe. Das klang seltsam für mich, ich hatte "Schuldgefühl" oder auch "Selbstvorwürfe" in dem Zusammehang erwartet. Einen Schuldvorwurf ansich kenne ich jedoch nur aus dem juristischen Jargon. Ist aber nicht weiter tragisch, wie gesagt, die Texte dieser Autorin sind druckreif. Jedes Wort ist klar pointiert, steht an der richtigen Stelle, um bei mir als Leser die richtigen Bilder und Emotionen wachzurufen. Ein Beispiel: Die Ohrfeige war unvermeidlich. Auch wenn ich streng gegen jede Art von Gewalt, körperlich wie geistig bin, an dieser Stelle habe ich vollstes Verständnis für Dascha gehabt.
    Struktur: Von tagebucheinträgen der toten Fiona durchbrochene Icherzählung aus Sicht der Mutter Dascha. Sehr passend gewählt, wie ich finde, auch wenn ich mich schwerlich mit einer Frau zu identifizieren vermag, es passt einfach. Ich erhalte tiefe Einblicke in das Seelenleben einer Mutter, die ihr Kind durch Selbstmord verloren hat.
    Zusammenfassend: Perfektion existiert nur in meinem Wortschatz, nicht jedoch in meinem Sprachgebrauch, hier in diesem Werk bewegt sich die Autorin jedoch sehr dicht an der Perfektion in Schreibstil, Wahl der Perspektive, Wortwahl, Aufgliederung in Dialoge und Erzähltext, Bildhaftigkeit und Stil. Beneidenswert! Aber da mir grün nicht steht und Neid keine gute Tugend ist, ändere ich meine Aussage dahingehend, dass ich "bewundernswert"(!!!) sage. Vielen Dank für diesen einfühlsamen Einblick. 5 Sterne und ein Flieger, dazu die "Androhung " einer PN, in der ich um weitere Einblicke in die Welt von Nathalie und Co. bitten werde! Liebe Grüße Nathan
    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Vielen Dank, Nathan, für die Rezension. Ich freue mich wirklich, auch über deine (mittlerweile eingetroffene) PN. ;-) Das Wort "Schuldvorwurf" muss ich doch glatt noch mal googeln.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Sehr gelungen

    von Artari am 10.03.2011

    Figuren: Ich benötigte einige Zeilen, um die Figuren der Geschichte zu "entwirren" und Ich-Erzählerin, Fiona,...richtig zuzuordnen. Mutter: ist sehr schön gezeichnet in ihrer Zerrissenheit Fiona: Lernt man nur über ihr Tagebuch kennen. Ist aber durchaus realistisch und greifbar geschrieben.
    Sprache/Duktus: Messerscharf. Jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle. Ich-Perspektive Präsens Recht ungewöhnlich und daher ist es auch so erfrischend und funktioniert nach einigen Sätzen hervorragend.
    Zusammenfassend: Wirklich eine sehr gelungene Geschichte. Als Leser ist man richtig enttäuscht, dass die Leseprobe so kurz ist und nicht einmal mehr Details über den Suizid verrät. Besonders die Herangehensweise der Autorin an dieses schwierige Thema finde ich sehr "rund"- auch ´die Sprache passt meinem Empfinden nach hervorragend zur Ich-Erzählerin. Ich finde diese Leseprobe durchaus empfehlenswert da sie Lust auf mehr macht...
    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Danke, Artari. Da macht das Weiterschreiben Freude!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Wenn Fragen zur Gewissheit werden - und alles zu ändern scheinen!

    von schmidtiberg am 10.03.2011

    Handlung: Armin, Dascha und Nathalie machen Urlaub auf Rügen. An ihrem 15. Geburtstag stellt Nathalie nochmals die Frage aller Fragen an ihre Mutter, während sie am Strand einen Vater mit 2 Töchtern sehen. Diesmal gibt es keine Ausflüchte. Sie ist alt genug, um die Wahrheit zu erfahren und sie besteht darauf. Ihre Mutter weigert sich innerlich, aber dann platzt es aus ihr heraus und Nathalie hat Gewissheit, wie ihre Eltern sie im Verhältnis zu ihrer toten Schwester Fiona sehen. Zumindest glaubt sie die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Aber stimmt das wirklich? Ihre Eltern sind aufgewült. Das ganze Trauma von vor 16 Jahren ist wieder da. Der Verlust ist gerade für Dascha greifbar. Sie steht zwischen einer lebenden und einer toten Tochter, die noch immer einen gewaltigen Einfluss auf die Familie hat und immer haben wird. Nur wie geht man richtig damit um? Genau das ist das Problem von Dascha und Armin. Aber eines hat Dascha widerwillig gelernt: Verdrängen ist KEINE Lösung - Jetzt nicht mehr ...
    Figuren: Die Figuren sind in der Kürze der Leseprobe gut gezeichnet. Am besten wurde Dascha (bisher) herausgearbeitet, wohingegen Armin noch etwas blass, unbeteiligt wirkt. Aber das ändert sich sicherlich noch, so wie ich die Autorin "kenne"... Nathalie kommt als erwachsenwerdende 15-jährige gut rüber. Ohne auf Äußerlichkeiten zu sehr zu setzen, schafft es die Autorin, Mutter und Tochter allein durch die intensiven Gefühlslagen und herorragenden Dialoge zu beschreiben. Klasse!
    Sprache/Duktus: Was soll man da sagen? Unglaublich gut! ... ähm ... ich sollte mich wieder beruhigen, schließlich hat die Autorin Anspruch auf eine sachliche Einschätzung ;-) Flüssig, gut und zügig lesbar, praktisch ohne Fehler. Doch, eine Kleinigkeit hätte ich: Seite 8 (Autorenseite 5): "Ich schiebe meine Windjacke von der Uhr." Vielleicht wäre "Ich schiebe den Ärmel meiner Windjacke von der Uhr" besser. Hauptmerkmal des Stils der Autorin sind ihre intensiven, auf den Punkt passenden, Dialoge, die die Geschichte vorantreiben. Letzlich erzählen die Gespäche die Geschichte und das ist gut so (auch weil ich ein Dialog-Fan bin!). Die Autorin verliert sich auch bei einem so heiklen und ernsten Thema NIE in seitenweisen Beschreibungen der psychologischen Abgründe und Probleme der Figuren, die niemals das echte Gefühlsleben und ihre Psyche beim Leser erwecken könnten (jedenfalls bei mir nicht). Gefühle, Verfassungen und Probleme der Protagonisten äußern sich für die Außenwelt und damit dem Leser immer im gesprochenen Wort. Was verschweigt wird, erfährt man normalerweise nicht, aber letztlich wird auch dies irgendwann einmal ausgesprochen. Genau das schafft die Autorin. Sie findet die richtigen Worte für die Dialoge und stanzt sie unausweichlich und unauslöschbar ins Papier. Nicht nur für den Leser, auch für die Figuren, die sich den Fragen und Aussagen ebenso unausweichlich stellen müssen. Genauso wie es in Wirklichkeit ist. Man kann ein gesprochenes Wort eben nicht mehr zurückholen. Man muss sich ihm stellen. So ist das nunmal! Sehr professionell!
    Struktur: Die Geschichte wird in der Ich-Form in der Gegenwart aus Sicht der Mutter Dascha erzählt. Geradlinig, mit kurzen gedanklichen Rückblenden und unterbrochen von kurzen Tagebucheinträgen der toten Schwester Fiona, wird die Story strukturiert. Nichts ist zuviel und nichts zuwenig erklärt oder beschrieben (Armin verträgt noch etwas Farbe). Auch die Tagebucheinträge sind genau an den Stellen gesetzt, in denen sie die Gedanken, Ängste und Probleme der Mutter unterstützen (sollen), um ihre Verzweiflung noch plastischer zu machen. Der Spannungsbogen erreichte seinen ersten Höhepunkt mit der Wahrheit auf Nathalies Frage, doch steigt der Bogen bereits wieder an, denn die Konflikte sind noch lange nicht gelöst. Für keinen der Beteiligten ...
    Zusammenfassend: Ein ernstes Thema, der Super-Gau für alle Eltern, wenn sie ihr eigenes Kind verlieren. Manche sagen auch, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn die Eltern ihre Kinder überleben. Genau dies verarbeitet die Autorin professionell. Intensität und Authentizität der geschilderten Handlungen, Dialoge und Figuren fesseln den Leser und lassen ihn Seite für Seite umblättern. Wer sich auf diese Reise durch solch einen familiären Abgrund einlässt, wird hoffen, dass er von seinen Kindern nie die selben Fragen gestellt bekommt. Wird hoffen, nie in die gleiche Verlegenheit zu kommen. Wird hoffen, die Autorin hätte sich die Problematik nur ausgedacht. Nach dem Motto, das passiert mir ja sowieso nicht. Aber genau das ist der Trugschluss: Es passiert jeden Tag und es kann auch DIR passieren, Dir als Leser ... Daher: Flieger her, Sterne her - Zack!
    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Ach Thomas, du kannst dir nicht vorstellen, auf welcher Wolke ich gerade nach deiner Rezension schwebe. Ich freue mich sehr über diese schöne und umfangreiche Bewertung und Schilderung des Buchs. Danke! Was Armin betrifft: Natürlich bekommt auch er im Laufe der Geschichte noch mehr Farbe. Vieles fügt sich im Laufe der Geschichte zusammen. Der Leser erfährt mehr Dinge aus Daschas und seinem Leben, natürlich aber auch über Nathalie und nicht zuletzt – über Fiona. Danke für diese tolle Bewertung!

  • Berührend

    von eusebia am 10.03.2011

    Handlung: Eine Familie (Vater, Mutter, Tochter Nathalie) feiert den fünfzehnten Geburstag der Tochter auf Rügen. Traurige Erinnerungen werden wach, denn im selben Alter hat sich die erste Tochter der Familie, Fiona, das Leben genommen. Nathalie glaubt, dass sie nur geboren wurde, weil Fiona gestorben ist und sie somit nur Mittel zum Zweck war. Ihre Mutter Dascha bestätigt ihr ungewollt diesen Verdacht. Das Verhältnis der beiden verschlechtert sich dermassen, dass es sogar zu Handgreiflichkeiten kommt.
    Figuren: Die Protagonistin Dascha, die in der Ich-Person über ihre Ängste und Probleme und ihrem Verhältnis zu ihrer Tochter Nathalie, die gerade ihren 15then Geburtstag feiert, erzählt, Armin der Vater von Nathalie
    Sprache/Duktus: Eine in Ich-Form und in der Gegenwart (sehr ungewöhnlich )geschriebene Geschichte.
    Zusammenfassend: Eine sehr berührende Geschichte, die durchaus auf einer wahren Geschichte beruhen könnte. Der Konflikt zwischen Mutter und Tochter ist bezeichnend, auch das sich der Vater eher im Hintergrund hält und sich hinter seiner Arbeit versteckt. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Danke Eusebia, für deine netten Worte. Es freut mich, dass dich die Geschichte berühren konnte.

  • spärlich, unergründlich, unzureichend, fraglich – diese knappe Leseprobe

    von Elamichi am 10.03.2011

    Handlung: 23 Seiten Text ist zu entnehmen, dass eine Familie auf Rügen Urlaub macht. Die Tochter mag ihren 15. Geburtstag nicht recht feiern, da sich vor 16 Jahren die damals ebenfalls fünfzehnjährige Schwester das Leben genommen hat. Das Geburtstagskind stellt sich die Frage nach seiner Existenz oder Nichtexistenz, falls sich die Schwester seinerzeit nicht umgebracht hätte. (In der Realität ist es tatsächlich so, dass die Natur bei Totgeburt, Kriegstod, Freitod etc. für entsprechenden Ausgleich sorgt.)
    Figuren: Dascha, aus deren Perspektive hauptsächlich erzählt wird, betreibt einen Blumenladen und ist die Mutter von Nathalie und der toten Fiona. Von Armin, dem Vater und Ehemann Daschas erfährt man, dass er Auto fährt. Er ist der blasseste der Figuren, die alle recht spärlich charakterisiert werden und noch nicht wirklich glaubwürdig wirken sowie deren Gedanken und Gefühle (noch?) nicht nachvollziehbar.
    Sprache/Duktus: Weitgehend flüssige Sprache, die vorwiegend Daschas immer gleiche Gedanken enthalten, die sich im Kreis zu drehen scheinen und den Lesefluss hemmen. Manche Formulierungen wirken noch ein klein wenig unbeholfen und das eine oder andere Wort erscheint mehrfach hintereinander.
    Struktur: Die sich chronologisch gebende Schilderung wird immer wieder unterbrochen von Daschas wiederholten Reflexionen und Abdrucken von Fionas Tagebuch.
    Zusammenfassend: Aus 23 Seiten Text (dazu noch mit durchschnittlich kaum 25 kurzen Zeilen) zu einer Bewertung zu kommen, ist wohl etwas voreilig. Die eingestellte, schön geschriebene Leseprobe ist sowohl durch ihre Kürze als auch durch die Wiederholungen noch undurchsichtig und wirkt langatmig. Die Handlung kommt gar nicht recht voran, die Dialoge sind spärlich, die wenigen Protagonisten bleiben dabei allesamt noch recht blass. Ausgenommen vielleicht ansatzweise Dascha, deren wiederholte Gedanken und Reflexionen sich freilich sowenig einordnen lassen wie ihre zu ahnenden Schuldgefühle. Die potentielle Lösung des Konflikts, der sich aus dem Freitod Fionas für die Mutter und die Schwester ergibt, bleibt unerkennbar. Warum also Vorschusslorbeeren vergeben für einen derart knappen Text, bei dem Klischees, Plattitüden und Wiederholungen nicht ausgeschlossen scheinen?
    • Kommentar von Novalee am 11.03.2011

      Ganz lieben Dank für eure Worte. Sehr schön zu sehen, dass wir dasselbe Verständnis von menschlichem Miteinander haben. :-)

    • Kommentar von Bloodymary am 10.03.2011

      Ja, ganz schön seltsam diese Plattform ... auf der man sich - man glaubt es kaum - höflich und sachlich verhalten sollte, weil hinter jedem dieser süßen kleinen Nicks Menschen mit Gefühlen stecken. *augen-verdreh* und *kopf-schüttel* und *nasenwurzel-kneif*

    • Kommentar von K Illing am 10.03.2011

      Frau K. ist laut ihrem Profil Waldorf-Pädagogin. Mehr sage ich dazu jetzt mal lieber nicht.

    • Kommentar von schmidtiberg am 10.03.2011

      @Roswitha K: Wenn man schon so wie der Herr Puma auf den Putz haut, dann sollte man auch den Anstand haben, auf die Stellungnahme der Autorin (Kommentare) zu antworten. Das hat nichts mit Betroffenheit sondern mit der Auseinandersetzung mit dem betreffenden Kommentar zu tun. Dies scheint hier aber durch einige Mitglieder, deren Bewertungs- oder Kommentarverhalten zweifelhaft ist, überhaupt NICHT gewollt zu sein, konstruktive Antworten zu verfassen. Ihrer letzter Satz bildet da keine Ausnahme!

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      @Roswitha: Ja, weil ich ein Mensch wie jeder andere bin und Kommentare wie diese selbstverständlich nicht spurlos an mir vorbeigehen. Deswegen habe ich mich dazu geäußert. Hätte ich dies nicht getan, wäre mir Gleichgültigkeit vorgeworfen worden. Danke, K Illing und schmidti, für eure Kommentare.

    • Kommentar von Roswitha K am 10.03.2011

      Die Reihe der Betroffenheitskommentare von der jungen Autorin erinnern freilich stark an ein allbekanntes Bonmot aus dem Volksmund: Getroffener Hund bellt – hier mehrmals. (Und bitte: Es ist ein Sprichwort, also kein wirklich persönlicher Vergleich. Schade, das man das auf dieser seltsamen Plattform wohl noch betonend hinterherschieben muss.)

    • Kommentar von K Illing am 10.03.2011

      Liebe Novalee, was dieser Herr Puma von sich gibt , ist einfach hohles Geschwafel ohne Sinn und Verstand. Zieh dir den Schuh bloß nicht an.

    • Kommentar von schmidtiberg am 10.03.2011

      Hallo Novalee, mach Dir mal keine Gedanken, der Herr Gottlieb ist seit 01.03.11 bei neobooks. Mehr sag ich mal nicht dazu. Auch sag ich mal nichts dazu, dass er in den Kommentaren auf Deine Antworten nicht im Geringsten eingeht. Zudem sind die "Feststellungen" alle auf das Bewertungssystem bezogen und haben letztlich nichts mit der Rezension Deiner Geschichte zu tun. Entweder will hier jemand seine Allwissentheit herauskehren, die er nicht hat, oder er hat Probleme mit dem Ranking.

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Einzelne Dinge kann man ausbessern, immer wieder auftauchende Anmerkungen annehmen und umsetzen, was ich auch tue – aber meinen ganzen Stil über den Haufen werfen werde ich ganz sicher nicht und das werde ich in meinen Kommentaren auch nicht vorgeben. Tut mir leid.

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Nur wenn eine Kritik meinen kompletten Stil infrage stellt, werde ich diesen Stil deshalb nicht komplett über den Haufen werfen (es sei denn, er würde einheitlich als schlecht bezeichnet werden) – dann könnte ich genauso gut den Stift zur Seite legen...

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Ich habe weder einen hohen Rang noch innige Freundschaften zu irgendwem. Ich bin seit Ende Januar Mitglied und kannte hier vorher niemanden. Also hat auch niemand einen Grund, meine Werke zu loben, wenn sie ihm nicht gefallen. Außerdem bekomme ich, genau wie fast jeder andere hier, ebenso schlechte Kritiken wie andere...

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Soll ich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich mich (derzeit) auf dem ersten Platz befinde? Wirfst du den Top-Rezensenten vor, mir ihre Sterne bereitwillig zu geben, obwohl mein Werk so miserabel ist, dass es höchstens zwei verdient hätte – oder stehe ich grad auf dem Schlauch? Ich wüsste nicht, was mich in die Position bringen sollte, Top-Rezensenten zur verschwenderischen Sternvergabe zu verleiten wenn nicht die Tatsache, dass ihnen das Werk einfach nur gefällt...

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Trotzdem bedeutet eine einzelne Kritik nicht, dass ich deswegen mein gesamtes Werk komplett überarbeite. Wenn einheitlich Dinge kritisiert werden (z.B. die Chatszenen in einem anderen meiner Werke), setze ich mich ernsthaft damit auseinander und lasse diese Kritik auch in die Überarbeitung einfließen. Verstehe die Kratzbürstigkeit hinter diesem Kommentar ehrlich gesagt gerade nicht? ...

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Ich verstehe den Hintergrund dieser Kommentare nicht ganz, kann aber ruhigen Gewissens behaupten, jede Rezension ernst zu nehmen. Die negativen genau wie die positiven. Ich gehe hin und wieder auf Anmerkungen ein, nehme Stellung dazu, das habe ich auch bei dieser Rezension getan (die ich ehrlich gesagt als ein klein wenig "wütend" empfunden habe – eine Wut, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte?)...

    • Kommentar von Gottlieb Puma am 10.03.2011

      Ja, ja: Es ist menschlich für einen Laien und Amateur, aber ganz unprofessionell für einen Autoren, gefälliges Lob eifrig einzusaugen wie Honig und sich treuherzig zu bedanken, jedwede Kritik hingegen eifernd und larmoyant von sich zu weisen. Ist gleichwohl auf dieser Plattform nichts Ungewöhnliches.

    • Kommentar von Gottlieb Puma am 10.03.2011

      Ganz richtig, Elamichi, mehrere Rezensenten bemängeln die Kürze der Leseprobe, kommen aber mit weiteren Rezensenten mit z. T. hohen Rezi-Punkten nach ganz wenigen Tagen zu den höchsten Bewertungen, darunter superwiser, der in seinem Profil von „Hilfstruppen“ spricht – honni soit qui mal y pense ...

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Diese Leseprobe bildet lediglich den Grundstein und der setzt sich vor allem aus dem Verlust der Tochter vor vielen Jahren und Daschas Schuldgefühlen zusammen. Und: Natürlich verlangt niemand von irgendwem "Vorschusslorbeeren" ;-) Danke für deine Rezension. :-)

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Und eben diese Fragen sind es, die (mich persönlich) beim Lesen eines Buchs vorantreiben, mich dazu bringen, dass ich weiter lese. Z.B. auch die Frage, was mit Armin ist, welche Rolle er spielen wird? Es hat seinen Grund, dass gerade Daschas Emotionen besonders zu Beginn so in den Vordergrund rücken, gerade wenn man im Laufe der Handlung mehr und mehr erfährt, was damals geschehen ist...

    • Kommentar von Novalee am 10.03.2011

      Liebe Elamichi, danke für deine Meinung. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, vielleicht aber auch für einige andere, die dieses Buch gelesen und rezensiert haben: Ich möchte in eine Geschichte nach und nach eingeführt werden, wobei sich natürlich gewisse Fragen aufwerfen, die ich nicht auf den ersten dreißig Seiten beantwortet bekomme, sondern erst im Laufe der Geschichte – manche sogar erst am Ende des Buchs...

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Gänsehaut

    von herby101 am 09.03.2011

    Handlung: Dascha und Armin verbringen den fünfzehnten Geburttag ihrer Tochter Nathalie auf Rügen. Zweifel über ihre Existenzberechtigung veranlassen Nathalie zu Fragen, die eine schmerzhafte Vergangenheit herbeirufen und zu einem ernsthaften Konflikt führen.
    Figuren: Nathalie, Armin und Dascha sind hervorragend beschrieben.
    Sprache/Duktus: Die Sprache und der Stil sind einfühlsam und nehmen den Leser in die Problematik des Konfliktes mit.
    Struktur: Die Struktur orientiert sich an der Handlung. Gelungen ist das Einfließen der Tagebucheinträge Fionas.
    Zusammenfassend: Was soll ich sagen? Das mir Gänsehaut über den Körper geflossen ist? Das wäre zu lapidar. Die Auseinandersetzung mit dem Tod in Familie ist sehr gut gelungen. Vor allem, wenn Eltern ein Kind verlieren und sich später mit der Tochter über den Sinn ihrer Existenzberechtigung auseinandersetzen müssen. Die tiefen Gefühle der Schuld bei der Mutter und der Anspruch Nathalies zu ihrem Leben können nicht besser vermittelt werden.
    • Kommentar von Novalee am 09.03.2011

      Vielen Dank, Herby. Es freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat. Besonders deine Worte unter "Zusammenfassend" haben mich sehr gefreut.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn - geht unter die Haut

    von Monika am 07.03.2011

    Handlung: Eine dreiköpfige Familie im Urlaub. Doch dunkle Erinnerungen trübten die Stimmung zwischen Tochter Nathalie und ihrer Mutter. Erinnerungen die Nathalies Eltern nicht mit ihr teilen wollten.
    Figuren: Dascha, Mutter zweier Töchter, die einander nie kennenlernen durften.
    Sprache/Duktus: Dieser Roman ist flüssig, anschaulich und angenehm geschrieben.
    Struktur: Sehr schön fand ich die einfließenden Tagebucheinträge der verstorbenen Tochter Fiona.
    Zusammenfassend: "Fünfzehn" hat mir sehr gefallen. Nicht nur die einfühlsame Schreibweise der Autorin, auch das einarbeiten der Tagebuchseiten, die Fiona (wenn auch nur kurz) aufleben ließ, hat mir gefallen. Das einzige was mich beim lesen Anfangs störte war die Gegenwartsform, besonders nach den Dialogen. Ansonsten - Super gemacht
    • Kommentar von Novalee am 08.03.2011

      Ganz lieben Dank, Monika. Es freut mich, dass dir besonders die Tagebucheinträge gefallen haben. Sie zeigen eine eigene Geschichte auf, die im weiteren Verlauf der Geschichte mehr und mehr erzählen wird. Danke für die tolle Bewertung - noch dazu eine deiner ersten Rezensionen.

  • Fünfzehn

    von mandala am 07.03.2011

    Handlung: ein ostsee-geburtstags-urlaub mit mann und tochter, oder sollte man besser sagen: mit zwei töchtern? eine davon lebt nicht mehr, ist aber unsichtbarer begleiter des familienlebens. ihre putzmuntere schwester stellt der mutter unbequeme, unerwünschte fragen. die handlung dehnt für meinen geschmack die mütterliche befindlichkeit mitunter sehr weit aus. ich hab mich dabei erwischt, wie z.b. auf seite 19, nur noch quer weiterzulesen... im gespräch mit sina, die angeblich ein vierteljahrhundert bei dascha arbeitet, gab es für mich ein kleines logikproblem, als diese danach fragt, wie alt nathalie geworden ist. wieso weiß sie das nicht?
    Figuren: dascha, eine von schuldgefühlen geplagte mutter zweier töchter, von denen eine nicht mehr lebt, aber unsichtbar am familienleben teilnimmt. nathalie, die jüngere tochter, ein typischer direkter, schonungslos fragender, erfrischend unbequemer teeager. armin, der ehemann von dascha, der sich in seine arbeit vergräbt- vielleicht um sich nicht ständig mit den schuldgefühlen seiner frau -oder den eigenen- auseinandersetzen zu müssen?
    Sprache/Duktus: der roman ist angenehm zu lesen, er ist gekonnt, flüssig und anschaulich geschrieben.
    Struktur: die handlung verläuft chronologisch, bis auf die eingestreuten tagebucheinträge von fiona, wodurch die zeit vor ihrem freitod lebendig wird. ein guter, bewährter dreh- zwei handlungsstränge nach und nach zusammenfließen zu lassen- wird gekonnt umgesetzt.
    Zusammenfassend: mir gefällt ganz besonders die einfühlsame erzählweise. der ton zwischen mutter und tochter wird nach meiner erfahrung sehr genau und nachvollziehbar getroffen. der konflikt geht unter die haut, allerdings bleibt für mich ein kleiner, nicht ganz so gelungener hauch von langatmigkeit durch zu ausführliche erklärungen, wo ich lieber handlung hätte, um selber erklärungen zu finden.
    • Kommentar von Novalee am 07.03.2011

      Danke, Mandala, für deine Rezension. :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Gelungen

    von Nana152 am 06.03.2011

    Handlung: Eine dreiköpfige Familie im Urlaub. Es ist der 15te Geburtstag ihrer Tochter Nathalie und gleichzeitig erweckt diese 15 schlimme Erinnerungen an die erste verstorbene Tochter.
    Figuren: Dascha, ich erzählende Protagonistin und Mutter von Fiona und Nathalie, Nathalie, 15jährige Tochter von Dascha und Armin, Schwester von Fiona. Armin, Ehemann und Vater, Fiona, sie lernt man nur durch Tagebucheinträge kennen. Die Figuren könnten ruhig etwas mehr gezeichnet sein, man macht sich, aufgrund der Konflikte und Reaktionen schon sein Bild, aber ein paar Details würde ich mir wünschen.
    Sprache/Duktus: Die Sprache ist normal, die der Kinder, z.B. im tagebuch sind treffend lässig und einfach gehalten. Hier gibts keine Kritik.
    Struktur: Die Geschichte zieht sich bisher geradlinig durch. Dialoge die treffend formuliert und angebracht sind durchbrechen das Format und machen das Lesen lebendiger, greifbarer. Sie vermitteln Schmerz, sie vermitteln Verzweiflung. Durchbrochen wird die Geschichte an sich durch die Einträge aus Fionas Tagebuch.
    Zusammenfassend: Dies ist die zweite Leseprobe, welche ich von der Autorin lese. Wieder ist es so, dass ich, persönlich mit dem Schreibstil in der Gegenwart nicht wirklich anfreunden kann, aber davon möchte ich nun einfach absehen, da mich der Text, die Geschichte dahinter berührt hat. Ich hab selber Kinder und das Schicksal in dieser Geschichte berührt mich daher gleich doppelt. Die Reaktionen der Figuren waren absolut nachvollziehbar und realistisch, der Spagat zwischen Erwachsenen und dem Teenager, was Sprache, Handeln und Denken betrifft ist hier wunderbar und realistisch ausbalanciert. Für Handlung, Sprache und Struktur gibt es einen Stern. Für Figuren einen halben, geteilt mit der Idee, ebenfalls ein Ganzer. Den Flieger vergebe ich normalerweise nur, wenn ich ein Buch kaufen würde, bzw die Geschichte zu Ende lesen möchte. Trotz, dass ich persönlich Probleme mit dem Sprachstil habe, würde ich diese Geschichte gerne fertig lesen, einfach um zu erfahren, welcher Weg hier als Lösung geplant ist. Super gemacht :)
    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      Vielen Dank, Nana, für deine Bewertung. :-) Die Figuren zeichnen sich im Laufe der Handlung noch deutlicher, gerade aufgrund des gemeinsamen Schicksals, das sie durchleben.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    DAS WEITERLEBEN NACH DER KATASTROPHE

    von Erhard Schümmelfeder am 06.03.2011

    Zusammenfassend: Nach jedem Buch von Novalee bin ich gezwungen, meine Meinung über diese ungewöhnliche Autorin zu erweitern. Meine Begeisterung für den Roman "Der fremde Gedanke" war und ist kaum zu steigern. Jetzt las ich den Auszug aus "Fünfzehn" und stelle fest, dass Novalee es wieder einmal geschafft hat, sich selbst zu übertreffen. Die Geschichte "Fünfzehn" behandelt das Weiterleben von Menschen nach einer entsetzlichen familiären Katastrophe. Dass Novalee dieses komplexe und äußerst schwierige Thema mit der Sicherheit einer Sprachästhetin anpacken würde, habe ich erwartet. Was mich immer wieder in Erstaunen versetzt, ist dieses Bescheidwissen in Lebensdingen, diese Kenntnis des Menschen und der vielschichtigen sozialen Beziehungen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass Novalee erst 29 Jahre alt ist. Aus dem vorliegenden Text spricht eine Lebenserfahrung, die ich persönlich mit 29 Jahren nicht hätte vorweisen können. Hinzu kommt die Einsicht, dass Erfahrungen nicht sofort verarbeitet und in eine literarische Form gegossen werden können. All dies lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln und erfordert viel, viel Zeit und gedankliche Reflexion. Auch die literarische Aufbereitung des Stoffes ist hochgradig professionell. Der Plott ist straff und filmreif. Die Figurenzeichnung besitzt allerhöchstes Niveau, da die Autorin es schafft, die skizzenhafte Andeutung zu nutzen, wodurch in der Fantasie des Lesers adäquate Bilder der beschriebenen Figuren entstehen. Die Auflösung dieses dramaturgisch meisterhaft in Szene gesetzten Geschichte interessiert mich brennend. Ich bin zuversichtlich, dass "Fünfzehn" den Weg in die europäischen Buchhandlungen schaffen wird. Meinen Segen besitzt das Werk.
    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      Aber hier klingt diese Feststellung zum ersten Mal nach einem Kompliment. Ganz lieben Dank für deine Worte. Und: Ich hoffe, dass du eines Tages auch das fertige Werk lesen können wirst bzw. dich auch dieses überzeugen kann.

    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      Was für eine tolle Rezension. Dafür danke ich dir von Herzen. Ich bin sehr gerührt. Vor allem über das „europäisch“ – „Deutsch“ würde mir ja schon reichen. ;-) Es freut mich, dass dich die Geschichte zu einer solch besonderen Rezension bewegen konnte. Das bedeutet mir sehr viel. Und: 29 ist nur noch bis Mitte April aktuell, dann werde ich 30. Vielleicht passt es dann besser. ;-) Habe oft zu hören bekommen, dass meine Interessen nicht so recht zu meinem Alter passen, z.B. auch die musikalischen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    WOW!!!!! [Achtung: Rezi enthält Spoiler]

    von Bloodymary am 06.03.2011

    Handlung: In der (leider viiiiiiiiiieeeel zu kurzen) Leseprobe erfährt der Leser von dem traurigen Schicksal einer Familie. Ihre erste Tochter nahm sich mit 15 das Leben. Die zweite Tochter fängt 16 Jahre später - an ihrem 15. Geburtstag - an unangenehme Fragen zu stellen. Der Leser wird langsam, fast "an der Hand", tiefer in die Geschichte geführt und erfährt nach und nach, wie es dazu kam. Unterschwellig fließen tiefe Emotionen wie Trauer, Verarbeitung und Aufbereitung des Themas Tod und der Umgang mit Identitätskrisen mit.
    Figuren: Die Figuren werden nicht sehr genau beschrieben. Vom Aussehen her (noch) gar nicht. Das ist aber auch gar nicht wirklich nötig, da das dem Leser Platz für die eigene Phantasie lässt. Dafür wird der Charakter der jeweiligen Figur über Gespräche und Gedanken nähergebracht. Die tote Fiona schwebt als Geist mittels Tagebucheinträgen über der Geschichte.
    Sprache/Duktus: Flüssig, angenehm, druckreif zu lesen. Man wird, ohne es zu merken, von den Worten in die Geschichte gezogen. Ich hatte eigentlich nur mal reinlese wollen, dann auf S. 20 merkte ich, dass ich schon auf Seite 20 war und beschloss alles zu lesen, nur, um auf S. 30 zu merken, dass die Leseprobe schon zu Ende war. :-( Hättest du den kompletten Roman upgeloaded, ich schwöre, ich hätte ihn komplett und in einem Rutsch gelesen.
    Struktur: Linear, beginnend mit Nathalies Geburtstagsfeier. Alles aus Sicht der Ich-erzählenden Dascha (den Namen mochte ich als einziges in der Geschichte nicht so, ich verbinde damit jemand unsympathisches - aber das ist natürlich dein Roman ;-)))) Durch die einfließenden Tagebucheinträge der toten Fiona, die wohl das kommende Drama ankündigen, wird eine enorme Spannung aufrechterhalten.
    Zusammenfassend: Ich bin vollkommen sprachlos ... Novalee Namenlos ist meiner Meinung nach ein Ausnahmetalent und ich frage mich, weshalb sie noch nicht verlegt wurde???! Da hat Droemer Knaur wirklich Glück! ;-) Diese Geschichte ist traurig, feinfühlig und emotional erzählt. Fünf Sterne und eine Empfehlung für den Wettbewerb. Weiter so, Novalee!!!! (Kleine Zwischenfrage: Wann schreibst du nur das ganze Zeug?? Hattest du das alles schon vorher oder zauberst du deine Texte innerhalb weniger Wochen aus dem Hut? ;-))
    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      daher noch mal für deine netten Worte. Freue mich gerade sehr. Und wann ich schreibe? Eigentlich immerzu. ;-) Aber das geht den meisten hier sicher nicht anders, oder? ;-)

    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      diese hier, an der ich noch schreibe bzw. die noch nicht abgeschlossen ist (zumindest noch nicht vollständig zu Papier gebracht ist). Ich gehöre nicht gerade zu den geduldigsten Menschen und mag daher den üblichen Weg (Manuskript zum Verlag schicken, auf Antwort warten) nicht sonderlich. Diese Plattform erschien mir erfrischend anders - daher meine Anmeldung. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Rezensionen wie diese sind mir auf jeden Fall eine unglaublich große Hilfe - in jeder Hinsicht. Danke

    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      Vielen Dank, Bloodymary, für diese so schöne Rezi. Ich habe mich unheimlich darüber gefreut, besonders über die fünf Sterne. Dass dich die Geschichte berühren konnte, vor allem deine Versicherung, es in einem Rutsch zu lesen, wenn es komplett online wäre, freut mich sehr. Zu deiner anderen Frage: Manches habe ich schon vor meiner Anmeldung hier geschrieben und in der Hoffnung auf Meinungen online gestellt. Manche Proben entstehen tatsächlich erst kurz bevor ich sie hier online stelle, z.B....

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Das Buch ist fertig

    von wenyueding am 06.03.2011

    Handlung: Während einer Urlaubsreise zu Natalias 15 Geburtstag erfährt sie von ihr Mutter Dascha, dass sie deswegen zur Welt gekommen war, weil ihre Eltern vor 16 Jahren ihre 15-jährige Tochter Fiona vor 16 Jahren verloren hatte.
    Figuren: Dascha, die Ich-Erzahlerin, Mutter von Natalia und Fiona. Amin, ihr Ehemann. Sina, die Mitarbeiterin in ihrer Blumenladen. Theo, der Freund von Fiona. Jenny, die Freundin von Natalia.
    Sprache/Duktus: Einfach, durchdringlich, und voller echten Emotionen. Durch die Ich-Erzähl-Perspektive und gekonnte Präsenz wird der Leser ummittelbar ins Geschehen gebracht, und zwar in die emotionalen Welt der Protagonistin.
    Struktur: Zwei Erzähl-Stränge: Das Geschehen jetzt um die Zeit zu Natalias 15. Geburtstag, Konflikt zwischen Dascha und Natalia. Und aus Fionas Tagebuch, ihr Leben zwischen Band und Schule, die Liebe zu Theo. Gut gelungen ist auch, dass die Autorin oft eine Szene nicht zu Ende erzählt, sondern das wichtigste in der Rückblende im Gespräche und im Gedanken zu End erzählt. Diese Kunst hält die Spannung konstant aufrecht.
    Zusammenfassend: Novalee ist jetzt schon eine Künstlerin der Erzählung, großer Erfolg wartet auf sie, wenn es nicht jetzt schon der Fall ist. Beneidenswert in ihrem 29.
    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      Vielen Dank für die Rezension und die netten Komplimente, wenyueding. Ich habe mich sehr gefreut, vor allem über die Bemerkung unter "Zusammenfassend". :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Identitätskrise einer Fünfzehnjährigen

    von Susanne Böckle am 05.03.2011

    Handlung: Nathalie feiert Geburtstag, sie wird 15, und fährt mit den Eltern ein paar Tage nach Rügen. Dort kommt es zwischen Mutter und Tochter zu einer Aussprache. Nathalie stellt Fragen über Fiona, ihre tote Schwester, die sich vor 16 Jahren das Leben nahm. Ist sie ein Ersatz für Fiona? Ein Kinder der Trauer? Die Mutter hat Probleme mit den Fragen der Tochter umzugehen, die Vergangenheit holt sie ein ...
    Figuren: Nathalie, 15 Jahre, und ihre Eltern, aber auch die verstorbene Tochter Fiona sind die Figuren der Geschichte. Die Figurenzeichnung gefällt mir sehr gut. Ich konnte mich während des Lesens gut in die Personen einfühlen, die Gedanken und Dialoge nachvollziehen.
    Sprache/Duktus: Hier gibt es nichts auszusetzen. Die Autorin ist sehr routiniert in ihrer Schreibe, das merkt man ab der ersten Seite und das lässt an keiner Stelle der Geschichte nach.
    Struktur: Chronologisch in Ich-Perspektive aus der Sicht von Nathalies Mutter erzählt. Ein paar Tagebucheinträge der verstorbenen Fiona bilden Rückblenden in die Vergangenheit, damit der Konflikt der Familie und der Tod der ersten Tochter greifbar wird. Das hat mir gut gefallen.
    Zusammenfassend: Eine Geschichte, bei der es keine reißerische oder gar blutrünstige Handlung benötigt, um einen Spannungsbogen zu erzeugen und zu halten. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, dass Familientragödien auch noch anderthalb Jahrzehnte später zu ungeahnten Konflikten zwischen den Familienmitgliedern führen können und sie die Nerven verlieren lassen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.
    • Kommentar von Novalee am 06.03.2011

      Vielen dank, Susanne. Ich habe deine Anmerkungen mit großem Interesse gelesen. :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fiona und Nathalie - Schwestern und doch Fremde

    von Verena75 am 05.03.2011

    Handlung: Fiona stirbt sehr jung (Selbstmord), die Eltern verkraften den Tod ihrer Tochter nicht und bekommen schon kurz danach eine zweite Tochter: Nathalie. 16 Jahre später, Nathalies 15. Geburtstag, an dem sie ihre Mutter fragt: Gäbe es mich, wenn sich Fiona nicht das Leben genommen hätte? Eine Frage, die vr allem die Mutter sehr belastet und die Familie vor Zerreißproben stellt.
    Figuren: Fiona, 15 Jahre alt, vor 16 Jahren verstorben, Nathalie, 15, Dascha, ihre Mutter und Armin, der Vater
    Sprache/Duktus: Sehr anschauliche Formulierungen, die sich sehr flüssig lesen. Ähnlich wie die anderen Werke der Autorin.
    Struktur: In Kapiteln aufgebaut sowie Tagebucheinträge von Fiona, die anscheinend die Zeit kurz vor ihrem Selbstmord schildern.
    Zusammenfassend: Dies ist die bisher emotionalste Geschichte der Autorin, die mich sehr berührt hat und bei der es mir von allen Leseproben, die ich bisher von ihr gelesen habe, am meisten ausmacht, nicht weiterlesen zu können. Würde das komplette Buch sofort kaufen und sicher sehr schnell durchlesen, um zu wissen, was damals zwischen Fiona und ihrer Familie geschehen ist, vor allem aber wie es mit Nathalie und ihren eltern weitergeht. Auch hier wieder fünf Sterne und bitte mehr davon!
    • Kommentar von Novalee am 05.03.2011

      Danke Verena. Vor allem für die tolle Bewertung. Und was das Weiterlesen angeht: Noch ist die Geschichte nicht fertig, aber ich bin fleißig am Schreiben. :-)

    • Kommentar von Verena75 am 05.03.2011

      Ach ja. Und auch hier wieder: Tolles Cover!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Wie immer unglaublich einfühlsam.

    von Jutta Wölk am 04.03.2011

    Handlung: Wenn ein Mutter ein Kind verliert, bricht eine Welt zusammen. Wenn sie dann noch glaubt Schuld an deren Tod zu sein, kommt sie höchstwahrscheinlich niemals darüber weg.
    Figuren: Dascha, die Mutter, die seit Jahren unaussprechliche Qualen durchlebt. Ihre Tochter, Nathalie, der schon seit Jahren eine bestimmte Frage auf dem Herzen liegt, und der Vater.
    Sprache/Duktus: Wie immer sehr einfühlsam und bildlich ge- und beschrieben. Mit gefällt die Ausdrucksweise der Autorin.
    Struktur: Es gab eine Zeit, da habe ich Dramen, egal ob Film oder Buch, verschlungen. Heute lese ich sie kaum noch. Aber Novalees schaffte es auch dieses Mal mühelos, mich in das Geschehen zu ziehen.
    Zusammenfassend: Novalee hat meiner Meinung nach riesen Talent, und sollte unbedingt ein Buch veröffentlichen. Ich drücke ihr die Daumen. Dafür fünf Sterne und eine Empfehlung.
    • Kommentar von Jutta Wölk am 05.03.2011

      Hallo Novalee, ich denke, dass du ein Ausnahmetalent bist. Ich habe zwar nicht alle Texte auf neobooks gelesen, aber keinem, außer dir, ist es gelungen, so gut in den verschiednen Genres zu sein. Das hebt dich deutlich von den anderen ab. Gruß Jutta

    • Kommentar von Novalee am 04.03.2011

      Liebe Jutta, deine Rezension hat mich sehr gerührt. Vielen Dank für deine netten Worte. Schön, dass ich dich ins Geschehen ziehen konnte.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von bongi am 03.03.2011

    Handlung: Der Suizid der ersten Tochter ist fünfzehn Jahre her. Nathalie, die unmittelbar nach dem Selbstmord ihrer Schwester gezeugt wurde, ist heute selbst fünfzehn. Die Erinnerungen, die niemals ganz geschwiegen haben, brechen wieder hervor. Alte Narben reißen auf und bluten wieder. Dascha, die Mutter, hat nie aufgehört, an Fiona zu denken und sie fürchtet nichts mehr als Nathalies Frage "Gäbe es mich, wenn sie nicht tot wäre"? Dieses Thema sorgt für große Brisanz zwischen Mutter und Tochter. Bei einem Spaziergang auf Rügen gesteht Dascha ihrer zweiten Tochter, dass sie mit ihrer Vermutung recht hat und ahnt nicht, was sie damit lostritt. Nathalie fühlt ihre lange Ahnung nun bestätigt. Auch die Liebe ihrer Eltern kann sie nicht von dem Gedanken abbringen, dass sie damals nur ein Trostpflaster war.
    Figuren: Dascha, die Mutter. Sie befindet sich im Kampf mit sich selbst und ihren Erinnerungen. Armin, der Vater. Er setzt sich mehr im Stillen mit den Problemen auseinander. Nathalie, die Tochter. Sie wird den quälenden Gedanken nicht los, nur ein Lückenfüller zu sein. Fiona, die sich vor 15 Jahren selbst getötet hat.
    Sprache/Duktus: Fehlerfreie, großartig geführte Sprache, die logisch und verständlich durch den gesamten Text führt. Die Gedanken und Gefühle der Mutter werden hier in der Ich-Form aus der Sicht von Dascha geführt. Dadurch erkennt man sehr gut, wie sehr sie leidet.
    Struktur: Sehr gut aufgebauter Handlungsstrang, der keine Frage offen läßt. Sehr sensibel und vorsichtig erzählt. Dem Thema absolut angemessenes Tempo.
    Zusammenfassend: Ja, liebe Novalee Namenlos (Namenlos passt nun aber wirklich nicht mehr) du hast mich mitgenommen auf die Reise in die Probleme dieser Familie. Dieses schwierige Thema hast Du sehr gefühlvoll angefaßt und mit den richtigen Worten beschrieben. Der Leser kann sämtliche Gedanken von Dascha, aber auch von Nathalie nachvollziehen. Hier wurde der richtige Tenor getroffen. Auch sehr schön die Rückblicke von Fiona in dem Tagebuch, aus dem Andeutungen heraus zu lesen sind, dass sie sich wohl aus Liebeskummer das Leben genommen hat. (In meiner Schule ist damals etwas ähnliches passiert, es war einfach schrecklich) Ich denke, dieser Konflikt wird die Familie nie richtig verlassen. Du zeigst sehr deutlich, wie ein solches Schicksal eine heile Welt aus den Fugen reißen kann und die Menschen auf Lebenszeit prägt. Besonders gut gefallen hat mir Deine Beschreibung des Konfliktes, in dem die Mutter sich befindet. Sie wollte sich damals mit einer weiteren Schwangerschaft trösten, um wieder Freude am Leben zu finden. Wie viele Mütter und auch Väter haben ähnlich reagiert, wenn ihr erstes Kind, aus welchen Gründen auch immer, ums Leben gekommen ist. Aber wie soll sie Nathalie erklären (die sich übrigens ebenfalls in einem schwierigen Alter befindet), dass aus dem ehemaligen Trostgedanken echte Mutterliebe geworden ist. Ich kann diese Frau sehr gut verstehen. Sehr gerne habe diese feinfühlige Geschichte gelesen. Du hast den absolut richtigen Ton getroffen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne für Deine Sensibilität und auf jeden Fall eine Empfehlung.
    • Kommentar von Novalee am 03.03.2011

      Vielen Dank, Bongi, für deine ausführliche und wirklich schöne Rezension. Dass dich die Geschichte berühren konnte, freut mich sehr. Vor allem dein Lob für den richtigen Ton. Ja, es ist ein sehr schwieriges Thema, deshalb hoffe ich, dass der Leser besonders am Ende des Buchs mit mir sein wird. Ganz lieben Dank für deine Unterstützung!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Hervorragend

    von K Illing am 02.03.2011

    Zusammenfassend: Liebe Novalee, deine Sprache hat mich auch dieses Mal überzeugen können. Ich weiß nicht, wie du das machst, bei dir klingt jeder Satz, als würde er dir aus der Feder fließen. Jedes Wort sitzt, kein Adjektiv zu viel oder zu wenig, die Dialoge sind erstklassig, die Sprache ist rhythmisch. Es passt einfach alles. Es gibt hier (mal wieder :-)) nichts, was ich bemäkeln könnte. Manchmal denkt ein Teil von mir, eigentlich ist mir die Sprache zu perfekt, aber der andere Teil von mir will einfach nur weiter lesen und wissen, was alles noch passiert. Du wirfst an den richtigen Stellen deine Angel aus und mich hast du als Leserin auf jeden Fall am Haken. Großartig, kann ich da nur sagen. Du kannst, wie du hier beweist, jedes Genre (bis auf Thriller vielleicht ;-)) bedienen. Und - jetzt kommt's :-)) - ich stelle mir daher auch ernsthaft die Frage, warum tut sie das? Ich meine, wenn ich mir ein Buch kaufe, auf dessen Deckel der Name Martin Suter steht, dann erwarte ich auch einen Martin Suter und nicht einen Martin Suter, der sich mal an einem Thriller à la Fitzek versucht und das nächste Mal in die literarischen Fußstapfen einer Connie Palmer tritt. Wenn ich hier einen Text von Novalee aufrufe, weiß ich vorher nie, was mich erwartet. Dahinter kann sich alles Mögliche verbergen. Besteht nicht so bisschen die Gefahr, sich zu verzetteln, wenn man so viel Genre zu bedienen versucht? Oder ist Novalee noch auf der Suche nach "ihrem" Genre? So, das wollte jetzt mal raus, und ich hoffe, du, Novalee, nimmst es mir nicht über, dass das Ganze jetzt rezensionsübergreifend ausgeufert ist. ;-)
    • Kommentar von Jutta Wölk am 05.03.2011

      Hallo Novalee und K Illing, gerade die verschiedenen Genres, die Novalee beherrscht, macht sie m.N. richtig gut. Ich habe ja bereits im Forum geschrieben, dass ich schnell das Interesse an einem Autor/rin verliere, wenn seine/ihre Geschichten immer gleich aussehen. Ich finde es gerade interessant, wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Da ist die Spannung am größten. Ich kann dir, Novalee, nur raten, die in verschiednen Genres auszuleben. Dann bleibst du interessant. Gruß Jutta

    • Kommentar von K Illing am 02.03.2011

      Nein, ausser meiner Krimi-Kurzgeschichte habe ich hier - auch nicht unter einem anderen Namen - nichts eingestellt. Eigentlich wollte ich erst auch gar nichts einstellen. Ich lasse mich von solchen Netzwerken so schnell vereinnahmen. Aus dem Grund schreibe ich auch so wenig im Forum. Sonst komme ich ja gar nicht mehr zum eigentlichen Schreiben. :-))

    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      So so... auch bei dir zwei Herzen in der Brust? Habe ich dich vielleicht schon unter anderem Namen gelesen, ohne es zu merken?

    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      Fangemeinde? Das hast du lieb gesagt - würde mich freuen, wenn es tatsächlich so ist. Hier und da wirft sich ja gerne mal ein Stock zwischen die Beine, aber irgendwann packt man es vielleicht. Und Rezensionen wie diese helfen dabei natürlich enorm. ;-) "Zitrone On Air" liegt mir übrigens gerade wegen seines letzten Kapitels besonders am Herzen, von dem ich sehr hoffe, dass es die Leser packen kann.

    • Kommentar von K Illing am 02.03.2011

      Was heißt hier: ein Fan? Du hast ja hier außer mir schon eine ganze Fangemeinde. :-))

    • Kommentar von K Illing am 02.03.2011

      sicher, dass du deinen Weg als Schriftstellerin machen wirst. Einen großen Fan hast du jedenfalls schon. Auch wenn mein Genre eher die "Verbrechensliteratur" ist.

    • Kommentar von K Illing am 02.03.2011

      Das "Tofuwürstchen" (mir ist leider auch noch nichts besseres eingefallen) hat mir neben der "15" auch tatsächlich am besten gefallen. Da bin ich ganz bei dir. Die "Zitrone" habe ich noch nicht gelesen, obwohl - oder vielleicht gerade weil - mich das Thema Stalking sehr interessiert und da bereits sehr viel recherchiert habe. Aber ich kenne das auch von wegen: "zwei (oder gleich mehrere" Herzen schlagen ach in meiner Brust." Zum Glück gibt es ja Pseudonyme. :-) Auf jeden Fall bin ich bei dir

    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      Abschließend vielleicht noch: Ich denke, das letztendlich Bücher wie Tofuwürstchen mein Genre sind. Aber auch Werke, die tiefer berühren möchten, wie dieses hier, liegen mir am Herzen. Da schwanke ich noch ein wenig. Vielleicht ist beides möglich.

    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      Mein Traum war ja immer, Männer und Frauen anzusprechen, daher wohl auch meine Reise ins Genre Thriller, zu dem du mir seltsamerweise den Zutritt verweigerst. ;-) Aber ich nehme es dir nicht übel, denn: dort fühle ich mich auch nicht wirklich wohl und du hast es eben sofort gemerkt. :-) Also: Vielen Dank für diese Rezension, die mir sehr viel bedeutet.

    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      Ein bisschen ist diese Suche auch der Grund, warum ich hier mehrere Leseproben online gestellt habe, um ein bisschen Feedback zu erhalten und daraus abzuleiten, was den Leuten am besten gefällt.

    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      Liebe(!) (tjaha, ICH habe es begriffen ;-)) K Illing, vielen Dank für deine nette Rezension, die mich gerade sehr rührt und mir den Abend um einiges schöner macht. Was das Genre angeht, da liegst du mit der Vermutung richtig, dass ich noch ein bisschen auf der Suche bin. Wobei... eigentlich ist das die falsche Formulierung... ich probiere mich eher aus. Wenn es Geschichten zu erzählen gibt, die ich gerne erzählen würde, versuche ich, sie zu erzählen - und nicht immer sind sie auch heiter.

    • Kommentar von K Illing am 02.03.2011

      es muss natürlich "übel" heißen und nicht "über". Wo bleibt um Gotteswillen die "Ändern-Funktion"?? Ich sehe meine Fehler immer erst dann, wenn ich abgeschickt habe. :-(

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Einfühlsam!

    von MOCK am 02.03.2011

    Handlung: Inhalt: Es ist der Geburtstag von Nathalie. Ein freudiger Tag und doch mit Trauer verbunden, denn vor 16 Jahren hat sich ihre Schwester Fiona das Leben genommen. Die Mutter (Dascha) erzählt aus ihrer Sicht ihre aktuelle Familiensituation. Anlass für die Reflektion in die Vergangenheit ist der Geburtstag ihrer Tochter Nathalie und gleichzeitig ihre bohrenden Fragen, die für die Mutter äusserst schmerzlich sind, weil sie diese lieber verdrängt. Sie muss sich der Wahrheit stellen, aber welche Wahrheit ist für ihre Tochter die richtige? Dass sie geboren wurde, weil ihre Schwester sich das Leben nahm - quasi ein Ersatz? Oder wurde sie geboren, um für den Eltern einen Neuanfang zu erlauben? Mehr verrate ich nicht, unbedingt lesen:-) Schauplatz/Zeit: Die Geschichte spielt in der Gegenwart im Oktober. Die Familie hat eine Kurzurlaub geplant (Ort: Binz), um etwas Abstand vom Alltag zu gewinnen und um den Geburtstag der Tochter in einer Umgebung zu verbringen, die frei fon den Bildern der Vergangenheit ist.
    Figuren: Die Figuren sind klar gezeichnet und glaubwürdig dargestellt. Hauptfigur: Dascha (Mutter) Armin (Ehemann) und die fünfzehnjährige Tochter Nathalie.
    Sprache/Duktus: Dialoge: Die Sprache in den Dialogen passt zu den entsprechenden Figuren. Sie wirken absolut nicht platt oder gar blass. Die Wortwahl sowie die Satzlängen sind gut umgesetzt. Die Emotionen und die Spannungen innerhalb der Familie kommen klar zum Ausdruck. Erzählperspektive: ICH-Form Der Text liest sich flüssig und ist klar verständlich. Die Kapitelgliederung ist passend, insbesondere der Tagebucheintrag (kursiv) finde ich sehr erfrischend und unterbricht nicht den Lesefluss. Im Gegenteil, es baut Spannung auf und man dringt in die Gedanken eines Menschen ein, der sich das Leben genommen hat.
    Struktur: Der rote Faden zieht sich korrekt von Anfang bis Schluss der Leseprobe. Somit ist die Story gut strukturiert.
    Zusammenfassend: Das Thema "Suizid" ist heikel, traurig und zugleich wichtig für alle, denn es könnte jede Familie treffen. Und wer schon in einer sehr schwierigen Lebenssituation war, der weiss, dass der Tod auf der anderen Seiten einem schon verlockend "anlächeln" kann. Eine egoistische Tat, denken viele, ja, egoistisch für die Hinterbliebenen, aber was in diesen Sekunden im Kopf eines Menschen vorgeht, der sich das Leben nehmen will und vielleicht auch nimmt, kann niemand genau sagen, nein wir können es nur erahnen. Weil ich mich mit diesem Thema schon öfters auseinandergesetzt habe, hat mich die Story sofort interessiert, obwohl ich ein eingefleischter "Thriller" Fan bin. Ich fand, dass es für die Autorin eine unglaubliche Herausforderung war, sich nicht nur mit diesem heiklen Thema auseinanderzusetzen, sondern auch mit den Charakteren. Da ist die Mutter, die eine ganz andere Sicht und Beziehung zu ihrer Tochter und zu ihrem verstorbenen Kind hat. Ihre Gefühle unterdrückt sie, verdrängt sie und doch kommen sie immer wieder hoch, egal ob sie jetz auf Honolulu vereisen würde. Der Realität und der Vergangenheit kann sie nicht entfliehen. Zudem sieht sie sich mit der Problematik der lebenden Tochter konfrontiert. Nathalie ist in einem schwierigen Alter, das Alter der Pubertät, der Rebellion. Sie fordert die Mutter auf, ihr endlich alles zu erzählen. Die Konflikte sind vorprogrammiert und die Autorin hat diese sehr gut umgesetzt. Dann folgt die Sicht der heranwachsenden Tochter. Hier musste sich die Autorin in diese Figur zurückversetzen, wie hätte ich in diesem Alter auf eine solche Situation reagiert? Mit welchen Fragen hätte ich meine Mutter bombardiert? Wäre ich wütend auf sie und auf ihre Schweigemauer? Dies hat die Autorin ebenfalls sehr gut dargestellt. Die Sicht des Armin, die Gefühle, seine Reaktionen, wie z.B. sich in die Arbeit stürzen, tja, perfekt umgesetzt. Ein Mann reagiert oft anders als eine Frau und ein solcher Todesfall in der Familie bedeutet oft der Untergang, ja, sogar der Bruch einer ganzen Familie. In dieser Geschichte sind viele zwischenmenschliche Gesichtspunkte verankert. Die Konflikte, die hier aufgezeigt werden entsprechen dem realen Leben und ziehen den Leser in den Bann. Mir hat die Umsetzung der Story sehr gut gefallen und ich drücke der Autorin die Daumen! BRAVO!
    • Kommentar von Novalee am 02.03.2011

      Vielen Dank, Mock, für die wirklich schöne Rezension. Deine Anmerkungen zu meiner Leseprobe bedeuten mir viel, gerade weil du dich selbst einen eingefleischten Thriller-Fan nennst und dich dennoch mit einem heiklen Thema wie diesem auseinandergesetzt hast. Ganz lieben Dank!

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Fünfzehn

    von Song am 01.03.2011

    Handlung: Zwei Handlungstränge laufen paralell. Erstens: die Geschichte einer Mutter, die den bohrenden Fragen ihrer Tochter Nathalie antworten und gestehen muss, dass das Mädchen nur geboren wurde, um seine Schwester Fiona zu ersetzen, die mit 15 Jahren Selbtmord begangen hat. Zweitens: Fionas Tagebuchaufzeichnungen aus der Zeit kurz vor ihrem Tod, die das schwärmerische Verhältnis zu einem Mitschüler bis zum ersten Kuss beschreiben. Beide Stränge wirken abgebrochen und stellen allenfalls den Anfang eines Romans dar.
    Figuren: Die Figuren sind klar und glaubwürdig dargestellt. Die gefühlsblockierte, dann die Fassung verlierende Mutter, die auf Offenheit drängende, dann tief verletzte Tochter, der in die Arbeit fliehende Vater und die erstarrten Beziehungen der Familienmitglieder untereinander wirken stimmig und überzeugend. Auch der verstorbene Teenager wird durch seine Tagebuchaufzeichnungen durchaus lebendig.
    Sprache/Duktus: Der Text ist flüssig geschrieben, die Dialoge sind lebensnah. Die Gedanken und Gefühle vor allem der Ich-Erzählerin / Mutter sind gut nachvollziehbar. Die Tagebucheintragungen der verstorbenen Tochter etwas überfrachtet, aber insgesamt durchaus passend für einen Teenager.
    Struktur: Ausgehend von einem konkreten Anlass (15 Geburtstag) kommen tabuisierte Familiengeheimnisse an die Oberfläche und mischen erstarrte Gefühle und Beziehungen auf. Paralell dazu liefern Tagebuchaufzeichnungen Details aus der Vergangenheit und erste Hintergründe für die menschliche Katastrophe, die der Geschichte zugrunde liegt . Beide Erzählstänge fesseln und wecken Interesse.
    Zusammenfassend: Handlung, Figuren, Sprache und Aufbau des Textes sind gut gelungen. Vor allem die Gefühle der Mutter/Ich-Erzählerin sind differenziert geschildert und verleihen der Geschichte psychologische Tiefe. Die eingestreuten Tagebuchausschnitte der verstorbenen Tochter erweitern die Handlung um eine Perspektive aus der Vergangeheit und wecken das Interesse, mehr darüber zu erfahren, wie es zu der Selbsttötung der Jugendlichen und dem Umgang der Familie damit kommen konnte. Insgesamt würde ich den Text als vielversprechenden Anfang eines Romans bezeichnen. Die Geschichte kommt auf allen Ebenen gut in Gang, bricht aber auf Seite 33 ohne erkennbaren Grund ab. Oder handelt es sich um eine Leseprobe?
    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Und die Tatsache, dass neben meinem Buch "33 Seiten" angegeben ist, lässt doch eigentlich vermuten, dass es sich nicht um das gesamte Werk handeln kann. ;-) Aber trotzdem: Danke für deine Bewertung und deine wirklich schönen Anmerkungen. Besonders gefreut habe ich mich über den Flieger! :-)

    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Hallo Song, danke für deine Rezension. Schade, dass du das "abrupte Ende" bemängelt hast und sich dies in deiner Bewertung niedergeschlagen hat. Denn: dass es sich um eine Leseprobe handelt, hielt ich eigentlich für offensichtlich, da bei Neobooks – besonders bei den Romanen – fast grundsätzlich nur Leseproben online sind.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Sehr gefühlvoll und doch sehr kompakt

    von tHEfOOl am 28.02.2011

    Handlung: Ein 15. Geburtstag wird gefeiert und ein anderer 15. Geburtstag wird offenbar verschwiegen. Eine Mutter muss ihrer Tochter Erklärungen für Gefühle geben, die sie eigentlich am liebsten unterdrücken oder doch wenigstens verschweigen will. Der im Exposé erwähnte Selbstmord spielt in dieser Leseprobe nur als hintergründiger Schatten eine Rolle.
    Figuren: Die Leseprobe verrät nur wenig von der Beziehung der Mutter zu Fiona … nur die Problematik des Taschengeldes wird in die Tagebuchtexte eingefädelt, eine gewisse elterliche Strenge angedeutet. Mehr Profil erhält (auch in dieser kurzen Leseprobe) die Mutter selbst, die sich neben der aufmüpfigen Nathalie verliert und dann doch überreagiert. Der Vater -Armin- bleibt vorerst noch blass.
    Sprache/Duktus: Die Art der knappen und doch um Melodie bemühten Sätze hat mich sehr angesprochen - zumal sie dadurch immer sehr nah am beschriebenen Geschehen bleiben konnte. Ein sehr gelungenes Stilmittel ist die Erzählsprache in der ersten Person zu halten: Dadurch bleiben Daschas Gedanken auf derselben grammatikalischen Ebene wie Fionas Tagebucheinträge. Der Leser kann sich auf die Sprache einlassen und muss auch nicht mitten im Text umdenken. Das hat Vorteile, die sich stilistisch als sehr kompakt präsentieren und doch gefühlsmäßige Spannungen aufbauen. Einige Schludrigkeiten müssen noch ausgebügelt werden, doch das sollte eine gründliche Durchsicht schaffen und damit bereits ausreichende Ergebnisse bringen.
    Struktur: Auf der einen Seite steht die Ich-Erzählerin Dascha - auf der gegenüberliegenden -in der Vergangenheit angesiedelt- die Tagebucheinträge Fionas. Was daraus weiter werden kann, in welcher Hinsicht diese Konzeption Spannungen hochwirbeln und lösen wird können … das lässt sich nicht ermessen. Wäre aber zu wünschen, dass die Geschichte gerade als diesem Wechsel der perspektivischen Zeiten die entsprechenden Impulse erhält.
    Zusammenfassend: Ja, ein rundum gelungener Einstieg in eine -vorerst- noch etwas enge Welt, die andeutungsweise jedoch einige ganz heftige 'Ausbrüche' verheißt. Die musikalischen Interessen der Erstgeborenen, die Enttäuschung über die Erkenntnisse, die sowohl Mutter wie auch die Zweitgeborene haben … Eine sehr knappe Leseprobe … die ich so natürlich nur als gegeben hinnehmen und nicht weiter einschätzen kann. In jedem Fall ist hier meiner Meinung nach Potenzial vorhanden. Eine Empfehlung fällt mir leicht ... und soll die Autorin dennoch zu Höchstleistung anspornen.
    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Danke, thefool, für deine Rezension. Ich habe mich sehr über deine Anmerkungen gefreut. Auch der Rest des Buchs hat den Ansporn, den Leser zu erreichen und auf behutsame Weise in die Gefühlswelt und Hintergründe der Familie zu entführen.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Sensibel

    von Mahony am 28.02.2011

    Zusammenfassend: Es gibt viele Themen, von denen die Menschen glauben, es wäre besser, man würde daran nicht rühren. Dies hier ist eines davon. Ein Kind stirbt,ein anderes wird geboren; vielleicht nur aus diesem einen Grund. Wie fühlt sich das Kind? Wie fühlen die Eltern? Trennt es die Familie oder zerreißt es sie? Oder ist es egal, warum das Kind da ist. Ist es nicht wichtiger, dass es geliebt wird? Fragen, denen die Autorin nachgehen will. Der Text steht erst am Anfang un ich kann daher die Bedenken von Julie hinsichtlich der Wiederholungen von Daschas Gedanken nachempfinden. Aber ich denke, das muß man vielleicht im Verhältnis zum gesamten Text sehen. Und in diesem speziellen Falle würde ich sagen: das soll das Lektorat entscheiden. Denn an der Schreibe, an den Gedanken und am Thema ist nichts auszusetzen. Ich sehe die Familie vor mir. Ein Mann und eine Frau, die es bei ihrer zweiter Tochter besser machen wollen, die sie lieben, umsorgen und von all den Ängsten fernhalten wollen, die sie selber plagen. Ihr Schweigen heißt, dass sie lange nichts verarbeitet haben. Der Vater flüchtet in Arbeit, die Mutter in Fürsorglichkeit. Nichts, was nicht menschlich wäre oder nicht nachzuvollziehen. Die Frage ist allerdings für mich, wie löst sich der Konflikt. Das ist leider nicht zu erkennen. Ich nehme an, Nathalie wird keine Ruhe geben, sie wird wissen wollen, was damals passiert ist. 15 Jahre, das ist die Phase des Lebens, in der man sich selbst neu entdeckt; in der man beginnt, nach dem Sinn des eigenen Lebens zu fragen und in der man emotional überladen ist. Ich würde sehr gern wissen, wie es weiter geht. Für die Sprache 5 Sterne. Eine Empfehlung, weil der bisherige Text so sensibel ist, dass ich darauf vertraue, er wird nicht in Klischees und Plattheiten enden. Und eine Empfehlung: vielleicht ein wenig mehr einstellen.
    • Kommentar von Mahony am 01.03.2011

      Ich würde mich freuen, mehr davon zu lesen.

    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Vielen Dank, Mahony. Große Freude über diese schöne Bewertung! In die Handlung und die Emotionen der Protagonisten weben sich im Laufe der Geschichte mehr und mehr Hintergründe, die "Klischees und Plattheiten", wie du sie so schön nanntest, strikt zu meiden versuchen. :-)

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Umwerfend.

    von MCErfurth am 27.02.2011

    Figuren: Trotz oder gerade wegen der sparsamen Zeichnung der Charaktere wirkt das Geschehen vollkommen natürlich und völlig glaubwürdig, die Gedanken und Gefühle nachvollziehbar.
    Sprache/Duktus: Außerordentlich einfühlsam und sanft. Schön. Keine Verbesserungsvorschläge.
    Struktur: Sehr geschickt gelöst, die peu-à-peu Aufklärung über die Geschehnisse in der Vergangenheit durch die Ich-Erzählung in Tagebuchform.
    Zusammenfassend: Eine Leseprobe, die mich bedauern lässt, dass es nur 5 Sterne und einen Flieger zu vergeben gibt. Ich bin völlig begeistert von der Feinfühligkeit, mit der Novalee die Figuren beschreibt und bin sicher, dass die Zusammenhänge im Laufe des Buches ausreichend aufgeklärt werden. Ein großes Kompliment.
    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Vielen Dank, McErfurth, für diese wirklich schöne Rezension. Ich habe mich sehr gefreut. Ja, die Zusammenhänge fügen sich nach und nach im Laufe der Handlung zusammen und finden ihren Höhepunkt zum Ende der Geschichte.

  • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

    Die tote Schwester

    von JuLie am 27.02.2011

    Handlung: Vor sechszehn Jahren brachte sich die Tochter von Dascha und Armin um, im Alter von fünfzehn. Nun wird ihre Tochter Nathalie fünfzehn und stellt eine Frage, die alles verändert.
    Figuren: Dascha - leitet Blumenladen, Nathalies Mutter. Armin - Nathalies Vater. Nathalie - 15 Jahre alt. Fiona - Kind von Armin und Dascha, was sich mit fünfzehn das Leben genommen hat.
    Sprache/Duktus: Aus Daschas Sicht geschrieben. Überwiegend flüssig geschrieben, jedoch unterbrachen Daschas immer gleiche Gedanken den Lesefluss für mich. Vielleicht an der ein oder anderen Stelle streichen. Dann noch ein Hinweis zu einer Wortdoppelung: Seite zehn, zweiter Absatz: aussprechen durch etwas anders ersetzen, wenigstens einmal, kommt dreimal knapp hintereinander vor.
    Struktur: Chronologisch erzählt mit gedanklichen Rückblenden von Dascha, sowie Tagebucheinträgen von Fiona aus dem Jahre 1994.
    Zusammenfassend: Ich finde die Idee nicht schlecht. Aber die Leseprobe war für mich ein wenig stockend (siehe Sprache) durch die wiederholten Gedanken. Und es passiert auch noch nicht sonderlich viel. Im Moment sind die Figuren allesamt noch recht blass. Die einzige Person, die bisher ein wenig Profil erhalten hat, ist Dascha. Bei ihr spürt man die Schuldgefühle, kann sie jedoch noch nicht einordnen, weil man nicht weiß, was damals geschah. Vielleicht eine längere Leseprobe einstellen, dass man mehr von Handlung und Personen mitbekommt. Trotzdem vier Sterne von mir.
    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Ich habe mich sehr über deine Rezension gefreut. Danke.

    • Kommentar von Novalee am 01.03.2011

      Vielen Dank, Julie. Was die Emotionen und Gedanken von Dascha angeht: Der Verlust ihrer ersten Tochter ist ein äußerst traumatischer, der sie bis heute verfolgt. Lückenlos erklären werden sich ihre Gedanken und deren Hintergründe zum Ende der Geschichte, wenn sich dem Leser nach und nach alle Zusammenhänge erklären. Die von dir angemerkten "doppelten Formulierungen" sind an besagter Stelle übrigens beabsichtigt, aber haben ihr Ziel möglicherweise verfehlt.

Ähnliche Bücher

Novalee Namenlos

Fünfzehn

Fünfzehn
Seiten 33
ID 04061
Veröffentlicht am: 27.02.2011

Gelesen 2231
0,00 €

Autor

Novalee

Novalee Namenlos

Mitglied seit 21.01.2011
4 Veröffentlichungen