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Nazikind, Psychogramm eines Ungeliebten - gescha

Zwei durch ihre familiäre Herkunft traumatisierte Studenten - er ist Enkel eines Nazifunktionärs, sie wurde sexuell missbraucht - verlieben sich ineinander. Sie suchen die Konfrontation mit ihren Peinigern und schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Die Wege zweier beschädigter Seelen kreuzen sich. Er, emotional gestörter Enkel eines Nazifunktionärs, der verzweifelt gegen seine familiäre Prägung kämpft, trifft als Student auf seine Traumfrau Daniela, die, durch Missbrauch und Liebesentzug in ihrer Familie traumatisiert, unter dem Borderline Syndrom leidet. Beide werden ein Paar. Die Nähe zu Daniela löst in ihm elementare Sehnsüchte aus. Fortan ist er wie besessen davon, sie an sich zu binden. Er verfällt ihr vollständig. Als Daniela ihm gesteht, dass sie manchmal unter dem Zwang steht, sexuelle Kontakte zu sozial niedrig stehenden Männern aufzunehmen, mit denen sie eine Form von befreiender Selbsterniedrigung erlebt, ist er entschlossen, über alle moralischen und rechtlichen Grenzen hinweg, um sie zu kämpfen.

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      Och nein!

      von Endless Anaphora am 18.06.2011

      Handlung: Wieso wurde meine Rezension gelöscht? Ich hatte mir wirklich Mühe gegeben. Naja, dann auf ein Neues: Zwei kranke Seelen lernen sich kennen und lieben, ihre Beziehung wird spannend und nachvollziehbar skizziert. Mit Höhen und Tiefen. Ich habe die Probe quasi verschlungen!
      Figuren: Daniela: Eine junge Frau, die missbraucht worden ist und in Extremen lebt: Affären, Verletzungen, harter Sex, Alkohol, all das gibt ihr den Kick. Sehr realitätsnah wird ihr Borderlinesyndrom beschrieben, das einzige, was vielleicht unrealistisch ist, dass sie es mit ihren Problemen überhaupt schafft, zu studieren, aber darüber lässt sich diskutieren. Der Ich-Erzähler: Ein Student aus einem Nazielternhaus, der nicht viel Nähe erfahren hat. Ich habe mich wirklich sofort mit ihm identifizieren können. Seine Sicht der Dinge gleich zu Beginn hat mich so stark an mich selbst erinnert, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, weiterzulesen! Sehr realistisch (wahrscheinlich auch aus eigener Erfahrung, Charakterrecherche macht jeder für sich selbst), auch wenn mir die Naziherkunft oft als Vorwand erscheint. Ich weiß, dass du auf diese Tochter- bzw. Enkelgeneration hinweisen willst und das ist auch ein komplexes Thema, aber ich habe mich stark an mich selbst erinnert gefühlt, ohne dass meine Eltern in der Nazizeit aufgewachsen sind. Wahrscheinlich war dieser Teil deshalb weniger interessant für mich. Später im Verlauf der Geschichte wurde die Figur dann etwas unrealistischer, bzw. widersprüchlicher, denn so ganz nachvollziehbar fand ich die voyeuristischen Gedanken nicht, da die Figur eher klammernd und krankhaft eifersüchtig ist. Aber auch darüber kann man diskutieren.
      Sprache/Duktus: Sprachlich eigentlich einwandfrei, lediglich 2 kleine Kritikpunkte kann ich hier anführen. 1. Die gewählte Zeit hat mich manchmal etwas gestört. Der Roman ist im Präteritum verfasst worden und bei Rückblicken benutzt du dann das Perfekt. Erzählperspektivtechnisch ist das natürlich in Ordnung, wirkt aber etwas seltsam auf mich (persönliche Meinung). 2. Die Dialoge der beiden Liebenden sind zum Teil etwas konstruiert. So sprechen sie oft sehr lange und das Gesagt unterscheidet sich kaum von den komplexen Gedankengängen des Protagonisten, die man sonst lesen kann. Das wirkt teilweise etwas unrealistisch, die beiden wissen scheinbar spontan oft, was genau Sache ist und reden sehr abstrakt über ihre Situation ohne wirklich zu streiten etc. Vor allem Daniela weiß natürlich, dass sie Abwechslung braucht, muss das aber m.M.n. nicht immer so explizit ausdrücken und ausschmücken. Ansonsten ist das Werk sprachlich sehr gut nachvollziehbar!
      Struktur: Der Roman beginnt sofort mitten im Leben der Hauptfigur und erzählt nach und nach die Enwicklung der Beziehung zu Daniela. Der Spannungsbogen hierbei bleibt immer sehr hoch, ich habe mich nicht gelangweilt und konnte dennoch alles gut nachvollziehen.
      Zusammenfassend: Wow, emotional ist dieses Werk wirklich sehr realistisch und auch spannend. Die Vergangenheit der beiden Figuren ist komplex ausgearbeitet auch wenn ich das mit dem Nazieltern irgendwann eher uninteressant fand, da es schnell erklärt wurde und mir sofort klar war, was der Hauptfigur passiert war. Und diese Figur - wow, ich konnte mich lange nicht mehr (vor allem beziehungsmäßig) nicht mehr so gut mit einer Person identifizieren. Deshalb tun meine kleinen Kritikpunkte der Gesamtwertung keinen Abbruch. 3,99 werde ich jetzt nicht bezahlen (und über Preise will ich auch nicht diskutieren), aber empfehlen kann ich diese Geschichte trotzdem!
      • Kommentar von gescha am 20.06.2011

        Lieber Moritz, vielen Dank für Deine ausführliche Rezension. Das mit dem Löschen tut mir leid, aber ich musste das Buch noch einmal überarbeiten,und dabei wird wohl auch Deine erste Rezension mit verschwunden sein. Auf jeden Fall bin ich Dir für Deine Kritik (z.B. Tempusprobleme) dankbar und auch den Buchpreis habe ich gesenkt. Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück bei Deinem Abi. Gerd

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