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morgen gehts los
von Lady Godiva am 14.05.2012
Handlung:
In einer Zeit, in der für die Jugendlichen, ein Leben ohne Handy, Computer und ihre Community gar nicht mehr vorstellbar ist, macht sich sicherlich niemand Gedanken darüber, wie es wohl wäre, wenn es kein McDonalds mehr gibt und selbst das Lebensnotwendigste nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Überall auf der Welt toben Kriege und es gibt unendlich viele Menschen, die tagtäglich verhungern. Deshalb ist diese Story, nicht nur für die verwöhnte, jüngere Generation, ein wirklich genialer Denkanstoß.
Figuren:
Ich würde gerne ein paar mehr Details über Anna erfahren, damit ich sie mir nochbesser vorstellen kann.
Sprache/Duktus:
Annas Blog passt perfekt zur Story und sehr zeitgemäß geschrieben.
Struktur:
Vielleicht wäre eine Einleitung von Vorteil, damit sich der Leser noch besser vorstellen kann, was eigentlich passiert ist und wie Anna überhaupt in diese Situation kommen konnte.
Zusammenfassend:
Liebe Nana, Du hast da eine wirklich tolle Geschichte zu Papier gebracht, die unsere luxusverwöhnten Jugendlichen, hoffentlich mal zum Nachdenken anregt. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es weiter geht. Viele Grüße Sylvia
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Zu viel Effekt, zu wenig Inhalt
von Florian Tietgen am 10.05.2012
Handlung:
In einem dystopischen Deutschland von 2029 lernen sich Anna und Ben über das Internet kennen. Die Welt ist düster beschrieben, die dadurch erzeugte Atmosphäre kommt durchaus an. Ich musste mich allerdings bemühen, die geschilderten Zustände einfach als gegeben hinzunehmen. Immer wieder fragte ich mich, wie die Welt in 16 Jahren so weit kommen konnte, welche Strömungen sie dazu gebracht haben und welche Strömungen vor allem trotz Internet dazu geführt haben, dass niemand sich dagegen wehrte. Es ist von Schüssen, von Krieg, von Plünderungen die Rede, die sicher durch Überspitzungen der momentanen Eurokrise sogar in möglicher Plausibilität herzuleiten gewesen wären, aber nicht wurden.
Als von China als möglichem, aber zu weit entfernten Fluchtpunkt die Rede war, dachte ich noch, okay, die Verkehrung von Welt ist auch eine Möglichkeit. Die Diktatur als demokratische Oase, die Demokratie als allgegenwärtige politische Diktatur. Aber auch diese Denkmöglichkeit wurde nicht weiter verfolgt. So erschöpft sich die Erzählung über die Blogeinträge über weite Strecken in der enervierenden Beschreibung, wie schrecklich alles ist und wie schön es früher gewesen sein muss. Dabei geraten die Erinnerungen mit dem Alter nicht immer plausibel, etwa wenn von Straßenspielen die Rede ist, die Anna nun wirklich in ihrem Alter nicht erinnern kann.
Ein weiteres Problem habe ich mit der technischen Entwicklung in dieser Geschichte, selbst, wenn die natürlich auch mal rückwärts gehen kann, nur gibt es dafür eben auch keine Herleitung.
Figuren:
Die Figuren sind auf ihre Blogeinträge angewiesen, um sich zu entwickeln. Das birgt innerhalb des Settings die Gefahr einer gewissen Selbstmitleidigkeit der Figuren. Manchmal hatte ich das Gefühl, ihnen wurden von der Autorin einfach so viele Probleme an die Backen geschmiert, wie es irgend geht, leider habe ich dafür innerhalb der Geschichte keinen Grund gesehen. Probleme in einer Geschichte sind dafür da, dass die Protagonisten und die Geschichen sich an ihnen entwickeln, hier habe ich eher den Eindruck, sie sind nur als Effekt für die Figuren da anstatt dem Stoff zu dienen. Sie unterdrücken die Figuren, nehmen ihnen die Mögllichkeit, sich zu entwickeln.
Sprache/Duktus:
Sprachlich stelle ich infrage, dass Deutsch nur für die Glaubwürdigkeit der jugendlich-weiblichen Erzählstimme falsch sein muss. Immerhin schrieb sie bis vor zwei Jahren an einem Blog und tut es jetzt wieder. Man könnte also von einer Protagonistin mit etwas Sprachgefühl ausgehen. So stören mich einige der Formulierungen dann in der Häufung von Artikeln mancmal als zu gewollt gossenhaft hipp, ohne dass ich es der Geschichte abkaufe. Weniger gewollt jugendlich hätte hier sicherlich jugendlicher gewirkt. Positiv fällt durchaus auf, dass die Sprache durchgehalten wird.
Struktur:
Die Struktur, eine Geschichte über die Blogeinträge im Internet zu erzählen ist gut gewählt, selbst, wenn ich mit gewünscht hätte, dass die technische Entwicklung einer zeit in 16 Jahren etwas fantasievoller angegangen wäre. Blogs liest vielleicht dann gar keiner mehr, weil das Web 3.0 ganz andere Möglichkeiten hat. Infrage stelle ich die Notwendigkeit dieser dystopischen Beschreibung für die Entwicklung der Liebesgeschichte. Nicht, weil so etwas nicht grundsätzlich spannend wäre, sondern weil ich in diesem Falle das Gefühl habe, die düstere Zukunft dient nur der Effekthascherei für eine romantische Geschichte. Ich frage mich nicht nur andauernd, wie es so weit kommen konnte, ohne, dass es beantwortet würde, ich frage mich vor allem, in wiefern es überhaupt der Geschichte dient? Ja, natürlich lese ich in der Klappenbeschreibung, die untergehende Welt sei die Geschichte. Nein, genau das habe ich beim Lesen nie so empfunden.
Zusammenfassend:
Es hätte tolle Gelgenheiten für diese Geschichte gegeben. Gerade das heutige Netz zeigt an Beispielen wie Syrien, Libyen, sogar China die Macht, Menschrechte einzufordern und Menschenrechtsverletzungen aufzuzeigen, so sehr sich die Machthaber auch dagegen wehren wollen. Es gibt die Occupy-Bewegung, es gäbe so viele tolle aktuelle Hintergründe, um eine Liebesgeschichte vor einer (für die Protagonisten) "untergehenden" Welt zu beschreiben, bei der Untergang vielleicht auch nur Zerstörung des Alten zugunsten von etwas Neuem bedeutete. Es hätte gerade in diesem Stoff die Möglichkeit gegeben, etwas von politischer oder gesellschaftlicher Brisanz oder von Belang zu erzählen. Und genau hier versagt der Roman, in dem er durchaus stimmungsvoll die Klischees aller Dystopien widerkäut, nur um des Effekts willen, eine angehende Liebesbeziehung zwischen Jugendlichen zu dramatisieren. Wirklich schade. Liebe Grüße, Florian
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Interessant gestaltet, gute Idee
von Banja am 08.05.2012
Handlung:
Ein wirklich gelungenes Werk und eine Besonderheit dazu. Früher schrieben die Kids Tagebuch, heute eben Blog. Bestimmt auch nich in zwanzig Jahren. Was m.E. Deinem Werk gut tun würde, wäre ein Prolog. Da könnte man super den Klimawandel erklären, warum es kein Trinkwasser im Sommer gibt, oder weshalb und gegen wen Krieg geführt wird. Als Leser hätte ich das gerne gewusst.
Figuren:
Man bekommt super Einblicke in Ben und Anna. Natürlich bleibt der Rest blass, werden sie ja nur erwähnt. Schade eigentlich!
Sprache/Duktus:
Sprache typisch Teen, wirklich gut gemacht. manchmal habe ich wörtlich Dialoge vermisst. Kommt das später noch, oder bleibt es beim Blog? Ansonsten solltest Du drüber nachdenken.
Struktur:
Handlung ist klar, roter Faden zieht sich durch. Hätt gerne die Blogpausen gefüllt gehabt, also die Spanne dazwischen.
Zusammenfassend:
Bestimmt würden Jugendliche gerne lesen, ich hab es auf jeden Fall. Alles Gute für den WB!
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Atmosphärisch dicht und unter-die-Haut-gehend!!
von Michaela Gruenig am 06.05.2012
Handlung:
Anna versucht in einem apokalyptischen Berlin 2029 zu überleben. Es gibt nichts Essbares, Brennbares oder Anziehbares mehr, aber eines gibt es noch: Die erste Liebe!
Figuren:
Anna, ein vierzehnjähriges Mädchen, das durch die dramatischen Umstände in denen sie aufwächst, viel früher selbstständig und erwachsen werden muss. Toll gezeichnet.
Ben, ein Junge aus Hamburg, der für Anna nach Berlin kommt-
Sprache/Duktus:
Sensationell. Die Blogform ist unglaublich authentisch. Die Sprache gespickt mit Teenager-Jargon. Bindestrichsätze, um die sinn-entleerten Durchhalteparolen der Eltern festzuhalten. Toll, toll, toll! Quasi "Gut gegen Nordwind" als Dystopie für Jugendliche und Erwachsene.
Struktur:
Gerade die Blogform bewirkt eine schon fast alptraumartige Dichte der Geschehens Man kann sich kaum von dem Gelesenen distanzieren. Um diese schreckliche neue Welt besser zu beschreiben kann man die Blogs vielleicht kurz mit Erzählpassagen abwechseln, aber wir würden davon abraten!
Zusammenfassend:
Diese LP hat mich (und meine fast zehnjährige Tochter) sehr berührt. Die Blogform ist so authentisch. Die Sprache so treffend. Natürlich hat Stefanie recht mit ihrer Kritik über Internetanschlüsse und Thunfischdosen. Aber bis ich das unten gelesen hatte, war es mir nicht aufgefallen. Solche Sachen treten meines Erachtens auch völlig hinter der kreierten Atmosphäre der Angst und des Schreckens zurück. Vor diesem Hintergrund Anna die erste Liebe erleben zu lassen, ist ein starker, hochemotionaler Plot. Ein Stück Menschlichkeit im Inferno. Wenn wir könnten, würden wir Dir auch 6 Sterne verleihen... LG Michaela und Anabel
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Spannend
von SvenWolters am 03.05.2012
Zusammenfassend:
Obwohl es sich um ein Jugendbuch handeln soll ist es spannend und interessant zu lesen. die Aufmachung als Webblog in dem Anna erzählt fand ich auch gut. Auch hier wüsste ich gern wie's weitergeht.
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WOW!
von Pavla am 03.05.2012
Handlung:
Wir schreiben das Jahr 2030. Die Welt befindet sich im Krieg. Und Anna mit ihrer Familie lebt mittendrin. Alles wird kontrolliert, alles wird überwacht, es herrschen Chaos, Lebensmittelknappheit, Hunger, Gewalt und Tod.
300 km entfernt lebt Ben. Er hat nur noch einen älteren Bruder, seine Familie ist gestorben.
Anna beginnt nach über zweijähriger Pause, in ihren Blog zu schreiben. Sie und Ben vernetzen sich, tauschen sich aus, begegnen sich und verlieben sich schließlich ineinander.
Figuren:
Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Sie stellen keine Stereotype dar, sondern Individuen mit eigenständiger Persönlichkeit.
Sprache/Duktus:
Dein Schreibstil ist hochprofessionell. Du triffst genau ins Schwarze. Als Leser wird man innerhalb kürzester Zeit in die Geschichte hineingezogen. Die Schreibweise weckt unweigerlich jede Menge Assoziationen. Hut ab! :-)
Einen einzigen Verbesserungsvorschlag hätte ich: Der Schreibstil von Anna unterscheidet sich kaum von Bens Schreibstil. Die einzige Eigenart, die Anna hat, ist dieses ICH-SCHREIBE-IN-GROßBUCHSTABEN-UND-MIT-GEDANKENSTRICH-WENN-ICH-ANDERE-ZITIERE. Jeder hat doch so seine eigene Schreibe. Wenn du den Schreibstil von Anna und Ben noch ein wenig mehr individualisieren könntest, wäre das das Sahnehäubchen.
Struktur:
Die Leseprobe ist durchstrukturiert, die Struktur ist leicht zu erkennen und führt den Leser durch die einzelnen Szenen bzw. Blogeinträge.
Zusammenfassend:
Ich kann nur sagen: WOW-DAS-HAT-MICH-UMGEHAUEN!
Viele Grüße!
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Fast aber nicht ganz
von Lesewurm am 14.04.2012
Zusammenfassend:
Auch hier war ich nicht völlig begeistert. Die Handlung könnte, wenn die reine Chatform verlassen würde, nocvh viel mehr hergeben. Ein Buch und Autor mit Potential, das leider nicht voll genutzt wurde.
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So empfand ich die Story:
von Stefanie Maucher am 27.03.2012
Handlung:
Die im zerstörten Berlin spielende Handlung beschreibt, in Web-Blog- und Chatform, ein Jahr in Annas Leben, online kommunizierend mit Ben, einem Jungen aus Hamburg. Grundsätzlich finde ich die Idee gut, trotzdem gab es Einiges, was ich inhaltlich noch auszusetzen hätte. Einerseits gibt es die gefürchtete Web-Polizei und das Militär, andererseits wird die Gesellschaft als zerfallen dargestellt. Keiner den Anna kennt, kann noch ins Internet. Es ist sogar gefährlich und wird streng kontrolliert. Sie selbst konnte 2 Jahre nicht mehr online, bevor sie endlich den passenden Chip für ihr Netbook fand. Dennoch scheint es kein Problem zu sein, easy eine Online-Verbindung herzustellen. Wie macht sie das, wenn das Netz so kontrolliert und sogar rar ist, sie keinen Internetprovider hat...? Loggt sie sich in eins der mannigfaltigen ungesicherten Netzwerke ein, die es eigentlich nicht geben dürfte? Da krankts m.E. ein bissl an der Logik.
Und was mir ein wenig unglaubwürdig schien war der viel zu einfache Thunfischdosenfund im zerstörten KaDeWe. In der Stadt gibts nix mehr zu essen, ein Glas Marmelade kostete schon vor Jahren über 150€ auf dem Schwarzmarkt, aber die ziehen da flott die Konservendosen aus den Trümmern, in denen doch wohl bereits einige Hungrige gesucht haben dürften. Konnte ich in diesem Szenario, in dem kurze Zeit später Annas Eltern sogar verhungert sind, nicht ganz abkaufen.
Figuren:
Ben drängt sehr schnell darauf, die 300 km zu Anna zu laufen, dabei kennen sie sich ja kaum. Allzuviel hat er zu dem Zeitpunkt noch nicht von ihr erfahren und seinerseits kaum etwas von sich preisgegeben. Gerade am Anfang fehlt mir Bens Motivation. Was die Beiden so zueinander hinzieht, konnte ich nicht so ganz nachfühlen. Am Ende der LP findet sich eine schöne Passage, wie Anna in der Kälte auf dem Dach sitzt und Bilder von Ben, den sie nicht aus dem Herzen bekommt, vor ihrem Inneren Auge vorbeiziehen. Da klang für mich, ebenso wie bei der Schilderung des Kusses, der so schmeckte wie sie sich Brausepulver vorstellt,das Gefühl füreinander durch, das mir ansonsten zu blass blieb und ich mir gar nicht so richtig erklären konnte.
Zu Beginn der Kommunikation ist Anna 14. Hatte sie mit 12, in einer untergehenden Welt, die so wie es klingt schon seit Jahren im Krieg lag (schließe ich aus den Erinnerungen an ein einziges Stück Schokolade, das ihr als Kind von einem Soldaten gegeben wurde und Bens kindliche Marmeladen-Erinnerung) und man schon ums überleben kämpfen musste, tatsächlich einen Webblog, den es praktischerweise 2 Jahre später noch gibt?
Ben blieb für mich relativ blass, Anna fand ich gut dargestellt. Aber die richtige Nähe zu den Figuren kam für mich leider nicht so ganz auf.
Sprache/Duktus:
Was mich störte waren die vielen Sätze-in-denen-die-Worte-mit-Bindestrichen-zusammengehalten-wurden-,-z.B.-um-wörtliche-Rede-darzustellen. Sowas kann man mal bei 'ner ungewöhnlichen Eigenwortkreation einsetzen, aber in dieser Form fand ich das nicht so gelungen. Einfache Anführungszeichten für Dialoge oder Aussagen, also ein 'normales Schriftbild' hätte ich besser gefunden. Vielleicht sogar solargenial.
Struktur:
Die Geschichte besteht ausschließlich aus Annas Blog und der Online-Kommunikation zwischen den Beiden. Erzählende Passagen, die die inzwischen verstreichende Zeit beschildern gibt es nicht. Ich habe eine Weile hin und her überlegt, ob der Geschichte die Dynamik, die durchaus vorhanden ist, verlorengehen würde, wenn man sie über diese Blog-Form hinaus erweitern würde. Ich bin mir nicht 100%ig sicher, aber ich glaube nicht. Vielmehr würde es dem Autor Spielraum verschaffen, die marode Welt besser auszuarbeiten und manche Unklarheiten zu beseitigen.
Dieses Stilmittel könnte man selbstverständlich für längere Passagen oder auch einzelne Kapitel beibehalten. Aber ich würde mich nicht darauf beschränken und es zur Auschließlichkeit machen, denn das nimmt die Freiheit, vieles einfach zu erzählen und nicht immer inhaltlich pressen zu müssen, damits auch glaubwürdig in 'nen Blog passt... Vielleicht wäre es, in einer gemischteren Form, auch zu weniger Fragen bei mir gekommen, da sie die Möglichkeit geboten hätte, ein umfassenderes und runderes Bild dieser Zukunft und den gesellschaftlichen Strukturen zu zeichnen.
Zusammenfassend:
Ich finde die Geschichte im Ansatz super und bin auch irgendwo sehr angetan davon. Für mich könnte sie als Kurzgeschichte mit der Szene in der Kälte auf dem Dach enden. Doch durch den letzten Dialog der LP schließe ich, dass da noch was Unerzähltes wartet... Doch auch für eine spätere, denkbare Handlung, wo sich Anna und Ben wiederfinden, möglicherweise über 'Umwege', oder das vermutliche Auftauchen der WEPO, müsste die Story in meinen Augen, um angenehm, schlüssig und flüssig erzählt zu werden, die reine Blogform verlassen.
Erzähltalent ist definitiv vorhanden! Die Wendung, von idyllischen Landleben zur Realität auf dem Dach fand ich super. Es gibt vieles, was ich an der Geschichte mochte, die, wenn sie noch weiter ausgearbeitet würde, nicht nur das Zeug zum Jugendbuch hätte, sondern auch für erwachsene Leser spannend und interessant wäre.
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beeindruckend
von Sylvia Dölger am 22.03.2012
Zusammenfassend:
Da ich selber ein Jugendbuch geschrieben habe, musste ich auch hier reinschauen. Sehr faszinierend. Es mag sein, dass die Hintergründe nicht genau ausgearbeitet sind. Zum Beispiel würde ich eher einen Atomkrieg erwarten. Aber wodurch diese Leseprobe überzeugt, ist die Sprache und die Bilder, die sie durch die kargen Äußerungen entstehen lässt. Das ist genau das, was ich gerne lese. Die Autorin lässt viel Raum für eigene Phantasien. Der Text hat eine ganz eigene Sprachmelodie, die mich in den Bann gezogen hat. Ein Blog-Roman ist sicherlich nicht ganz neu, aber er passt hier hervorragend zum Inhalt. Ich drücke die Daumen für den Wettbewerb und würde gerne bald weiterlesen.
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Dieses Buch wirkt lange nach
von Nordlicht am 23.02.2012
Handlung:
Es ist das Jahr 2029 (bzw. später 2030). Schon lange herrscht Krieg in Europa, wer gegen wen und warum, weiß man nicht. Muss man aber erstaunlicherweise auch gar nicht wissen, denn die Story an sich ist so sehr in sich stimmig erzählt, arbeitet mit wenigen, aber treffenden und vor allem die-Vorstellung-des-Lesers-anregenden Bildern, sodass man so sehr von der Geschichte gefangengenommen wird, dass man gar nicht nachfragt. Vor der Kulisse eines zerstörten Berlins, in dem nur noch wenige Menschen versuchen zu überleben und nicht von den patrouillierenden Soldaten aufgegriffen zu werden, spielt die Handlung: Die 14-jährige Anna lebt mit ihrer schon fast verhungerten Mutter und ihrem Vater in einer noch einigermaßen heilen Wohnung. Das Leben besteht darin, sich vor den Unbilden des Wetters zu schützen und irgendwie Essen zu organisieren. Als Anna einen alten Internet-Chip wiederentdeckt, geht sie regelmäßig ins Internet und bloggt; dabei lernt sie auch Ben kennen. Sie treffen einander in der Realität, eine äußerst zarte Liebesgeschichte beginnt.
Figuren:
Anna, 14, hat wohl nur den Krieg miterlebt und ist daher ziemlich abgebrüht; nimmt das, was alles Schreckliches passiert, als gegeben hin. Ben (ist die Namensanalogie zu P. Härtlings Kinderbuch Absicht?), der aus Hamburg kommt, gut Nahrung organisieren kann. Luki, eine Freundin, die im Verlaufe der Leseprobe stirbt. Annas Mutter, viel zu dünn, hat ihren Lebensmut verloren, kann nichts mehr essen, seitdem das Gerücht umgeht, man würde inzwischen Menschen essen, und Annas Vater, der wenige Tage nach der Mutter stirbt. Außerdem noch zwei weitere Freundinnen von Anna.
Alle Figuren sind mit wenigen Worten indirekt sehr stimmig charakterisiert.
Sprache/Duktus:
Einer der (vielen) Pluspunkte der Leseprobe ist m. E. die Sprache. Sie ist einerseits jugendlich, andererseits aber auch poetisch, einfach schön zu lesen. Dezent eingebaut Ausdrücke einer vielleicht im Jahre 2029 existierenden Jugendsprache (platinsolar, finalbescheuert). Was mich etwas genervt hat: Warum-Sind-Zitate-Und-Wörtliche-Rede-So-Seltsam-Mit-Bindestrichen-Geschrieben?
Struktur:
Relativ große zeitliche Zusammenhänge werden in Blogeinträgen und Chat-Protokollen dargestellt. Manches, wie z. B. die Treffen mit Ben, werden retrospektiv gebloggt. Dadurch geht die Handlung zügig voran, erstaunlicherweise ohne dass das auf Kosten des Lesegenusses geht: Durch die Sprache und durch Annas Art, die Ereignisse zu schildern und statt Gefühle auszuwalzen, die Gefühle beim Leser entstehen zu lassen, ist man die ganze Zeit mittendrin und vermisst nichts.
Zusammenfassend:
Eine Leseprobe, die mich außerordentlich stark beeindruckt hat. Nach wenigen Seiten war ich mitten im Geschehen, fühlte mit Anna, entsetzte mich zunehmend über die Lebensumstände, ging mit ihr auf Traumreise und war hinterher umso mehr schockiert darüber, was unterdessen wirklich geschah. Besonders gefallen hat mir die Zartheit der Liebesgeschichte, die ihren Zauber entfaltet trotz der schrecklichen Umstände, die die Kulisse der Story ausmachen. Ich habe die Lesprobe (die übrigens sehr geschickt endet…) am Abend auf dem eReader gelesen und war nachts noch immer halb in der Geschichte drin. Großes Kompliment für Idee und Umsetzung, ich wünsche der Autorin alles Gute für eine baldige Veröffentlichung und bitte um Benachrichtigung, wenn es soweit ist, denn ich möchte unbedingt weiterlesen! Liebe Grüße, Sabine
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Ein anderes Anti-Kriegs-Buch
von MarionBecker am 19.02.2012
Handlung:
Es ist das Jahr 2029, es herrscht Krieg. Anna lebt in Berlin, sie hat ein Netbook und kann manchmal online gehen und bloggen. Die Geschichte zeigt ungefähr ein Jahr in Annas Leben.
Figuren:
Die 14jährige Anna aus Berlin, Ben aus Hamburg, Annas Eltern, ihre beste Freundin, die umkommt, ein paar weitere Nebenfiguren.
Sprache/Duktus:
Die Geschichte ist aus Annas Perspektive geschrieben, in der Ich-Form. Ben kommt in seinem eigenen Blog zu Wort. Die Erzählstimme wirkt auf mich jugendlich.
Struktur:
Die Leseprobe zeigt die Zeit aus Annas Leben, die in Berlin spielt, bis zum Tod ihrer Eltern.
Zusammenfassend:
Mir gefällt die Idee: Das ist mal ein anderes Anti-Kriegs-Buch als diese ewigen 3.-Reich-Geschichten oder Endzeitdramen. Mir gefällt der Wechsel zwischen den Gedanken und Bildern, die man durch Annas Augen sieht, und der Quasi-wörtlichen Rede in den Blogeinträgen. Mir gefällt die Liebesgeschichte. Da ich "Ben liebt Anna" von Peter Härtling kenne, stören mich die Namen der Hauptfiguren. sie sind für mich bereits belegt. Ein-bisschen-weniger-von-diesen-Bindestrich-Sätzen-auch-wenn-sie-einem-Muster-folgen-hätte-mich-nicht-gestört. Für meine Begriffe sind die Erzählanteile gegenüber den gezeigten Bildern und Handlungen zu ausführlich ausgefallen. Trotzdem: Ganz tolle Idee, die Liebesgeschichte finde ich "platinsolar".
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Wer die blaue Blume finden will...
von Anne Lay am 10.02.2012
Handlung:
Anna lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem sie ein Notebook reaktivieren konnte, schreibt und schreibt sie, was sie bewegt, was sie erlebt... und lernt Ben kennen, jemanden aus Hamburg, der seine Eltern und einen kleinen Bruder verloren hat und dessen Bruder noch stirbt. Deshalb macht Ben sich auf den Weg nach Berlin, um sie zu treffen.
Figuren:
Anna beschreibt sich in ihrem Kampf um das tägliche Überleben. Was sie alles anhat, weil die Winter kalt und das Feuerholz ausgegangen ist, erfahre ich, jedoch nichts über ihr Aussehen. Ihre Träume flicht sie in den Blog ein, so dass sie real wirken, bis sie schreibt, dass alles nur ein Traum war. Schließlich, nach langem Kontakt durch das Web, nachdem beide, Anna und Ben einen vertrauten Menschen verloren haben, kommt Ben nach Berlin. In diesem Moment wird aus Anna eine normales pubertierendes Mädchen, mit Schmetterlingen im Bauch, bis Ben verschwunden ist. Ben, der beschrieben wird, mit Jeans und Hemd, langen dunklen Haaren, lang und dürr. Am Ende der Leseprobe meldet er sich wieder.
Sprache/Duktus:
Die Sprache ist bisweilen ungewohnt, manche der Zusammenhängend-geschriebenen-Worte sind mühsam zu erfassen. Gleichzeitig werden Bilder gemalt, die mich in diese apokalyptische Welt mitnehmen. Es ist ein Mix aus Jugendsprache, wie sie in zwanzig Jahren sein könnte (solargenial, Feig-Fisch) und poetischer Beschreibung, die die Gefühle der Protagonisten eindrucksvoll vermittelt. Es sind die vielen, nebenbei erwähnten Details, die ein dichtes glaubwürdiges Bild schaffen.
Zusammenfassend:
Ein großartiges Jugendbuch, in dem viele Themen und Ängste der heutigen Zeit aufgegriffen und bearbeitet werden. Klimawandel (es gibt keinen Herbst und kein Frühjahr mehr), Verteilungskämpfe, wobei unklar bleibt, wer gegen wen kämpft, ohne dass dies wichtig ist und die Frage, wie überlebt man in einer Stadt ohne (Infra)Strukturen? Und natürlich die sich anbahnende Beziehung/ Liebe zwischen Ben und Anna. ("Ben liebt Anna" gibt es schon als Kinderbuch von Peter Härtling.) Eigentlich wollte ich die Geschichte nur kurz anlesen, bin aber hängengeblieben und würde weiterlesen. Die Sprache gefällt mir ebenso wie die Anlage der Protagonisten und der Handlungsfäden.
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Blumenblaue Seifenblasen
von MissGlueck am 07.02.2012
Handlung:
Anna und Ben begegnen einander über Annas Blog, ihre Gedankeninsel inmitten einer feindlichen, von Krieg und Umweltkatastrophen heimgesuchten Welt der Zerstörung. Sie tauschen einander aus. nähern sich einander an, begegnen sich schließlich in Berlin und verlieren sich fast wieder. (Die Leseprobe umfasst 36 Seiten)
Figuren:
Anna und Ben, Erwähnung finden in den geschriebenen Dialogen Bens verstorbene Eltern, sein Bruder, Annas Familie und ihre Freundinnen Santje, Luki und Daisy
Sprache/Duktus:
Nicht allein deshalb, weil sich hier ein erwachsener Mensch in die (einsame/traurige und resignierte) Seele eines 14jährigen Mädchens versetzt, ist dieser Text sprachlich besonders. Er schöpft seine Wirkung auch aus der Tatsache, dass zwei Menschen einander schreiben und - vor allem anderen - aus den absolut gelungenen Bildern und Gedanken, die Nana Rademacher ihrer Anna in den Mund legt. Beispiele gefällig? Bitte sehr: Er wollte wissen, ob ich noch weiß, wie die Zukunft begann, aufzuhören. (Der Vater zu Anna) / Ben nahm meine Hand, wir stiegen in eine Seifenblase, und hoben ab. / In der Stadt hielten wir zusammen, weil wir nicht sterben wollten. Hier halten wir zusammen, weil wir leben wollen. // Ich stelle bewusst nicht in Frage, ob ein 14jähriges Mädchen so denkt und spricht, weil ich überzeugt bin, dass die besonderen Umstände (Krieg/Weltuntergangsstimmung/Tod/Waisenkind), unter denen Anna mehr existiert, als lebt, einen jungen Menschen schneller älter und weise werden lassen, als wir glauben möchten. // Die-Bindestrich-Satz-Konstruktionen-liebe-Nana-sind-ein-Stilmittel-ich-weiß ... Aber: Sie haben eine seltsame Wirkung beim Lesen auf mich. Ich springe über gefühlte Hürden und finde sie nicht ideal. // Annas Spezialausdrücke jugendlicher Natur gefallen mir hingegen sehr gut. Ebenso wie der Wechsel zwischen längerer und ausführlicher Schilderung und knappen, lakonischen Kommentaren in ihren Blog-Einträgen.
Struktur:
Wie bereits erwähnt, liegt die Besonderheit dieses Textes auch in der Form der Blog-Einträge, die meist wechseln zwischen Anna und Ben und damit zu einem Dialog werden.
Zusammenfassend:
Toll. Idee, Plot, Gestaltung, Figuren. Und: Keineswegs ein Buch, ausschließlich für Jugendliche. Ich würde selbst mit großem Interesse weiter gelesen haben. // Dürfte ich Wünsche äußern, so gefiele mir ein Prolog bzw. eine kurze Einführung in das Geschehen. Wer führt Krieg gegen wen? / Web-Polizei? Gibt es Mittel und Wege, ihr zu entkommen? Durch ihr Netz zu schlüpfen? Etwas mehr Hintergrundinformation für den Leser wäre schön, weil sie der Geschichte einen festen Rahmen gäbe. // Fragen, die ich habe: Warum wählen Anna und Ben, auch nach dem ersten Kontakt noch, diesen offenen Weg, sich auszutauschen? Sie müssen mit Mitlesern rechnen. Warum nehmen sie das in Kauf? Bisher kommentiert niemand von außen das Blog von Anna? Warum nicht? Die Stadtflucht in Kriegszeiten ... Ist mir nicht so recht plausibel. // Schöne Ideen: Die Samen, um zu pflanzen, die Erde, die Annas Familie rechtzeitig in Sicherheit bringt. Schokolade und Himbeermarmelade erinnern durchaus auch an Wünsche der Kinder aus den beiden vergangenen Weltkriegen. Das finde ich schön insofern, als dass daraus zu erkennen ist: In Notzeiten werden die Wünsche der Menschen klein und bescheiden und das Glück, die Hoffnung zeigen sich genau in deren Erfüllung. // Zwischen dem 4. und dem 20. März empfinde ich die Funkstille zweier Seelen, die sich gefunden haben, als recht lang und das ohne Erklärung? Ebenso zwischen 20. Mai und 5. Juni, die vielen Tage, die vergehen, ohne eine Reaktion von Anna auf den Tod von Bens Bruder. Stilistisch gefällt mir dieser Minimalismus, aber in einem Jugendbuch empfinde ich diese fast emotionslose Reaktion des Mädchens erklärungsbedürftig. // Klasse gelungen auch der echte Schockeffekt, als Annas Landtraum zerplatzt und im Tod beider Eltern mündet. (Allerdings stirbt mir der Vater an dieser Stelle zu schnell. Es liest sich dramaturgisch wichtig, aber konstruiert. // Die 'Menschenbuletten' erinnern an Soylent Green, einen SciFi von 1973, und sorgen für unterschwelliges Gruseln. // Abschließend:
Ein klasse Text, auch unter dem Gesichtspunkt, einer Generation Jugendlicher den Wahnsinn eines Krieges vor Augen zu führen. Geschichte wiederholt sich und lässt sich nicht damit abtun, Schnee von gestern zu sein. (Das höre ich öfter, wenn ich mit Teens und Twens darüber spreche.) Auf Kriege hat nicht Hollywood oder der Ego Shooter-Entwickler das Patent. Sie sind eine beständige Bedrohung der Menschen, und das nicht nur im nahen Osten. Ich bin begeistert und wünsche Nana Rademacher und den blauen Blumen von Anna jede Menge Glück und Erfolg. Die fünf Sterne nebst Flieger auch dafür, weil das für mich kein reines Jugendbuch ist, eher ein All-Ager der ganz besonderen Art.
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Beklemmende Zukunftsvision
von Hydon am 04.02.2012
Handlung:
Anna lebt in einer düsteren Zukunft, in der die Ressourcen der Erde aufgebraucht sind und in den Städten Krieg und Hunger herrscht. In einem Blog schreibt sie nieder, wie sie das Leben in der Stadt meistert. So lernt sie Ben kennen, der zur gleichen Zeit in Hamburg lebt und der sie kennen lernen will.
Figuren:
Die Hauptfiguren, sind Anna und Ben, die sich über das Internet in knappen Kommentaren unterhalten.
Alle weiteren Personen (Familie, Nachbarn und Freunde) tauchen nur in den Berichten der beiden über ihr Leben auf.
Sprache/Duktus:
Die Sprache ist relativ einfach, so wie man es bei einer jugendlichen Bloggerin erwarten würde. Insbesondere Annas Wortschöpfungen wie z.B. "Platin solar" finde ich authentisch. Bei den Bindestrick-Wörtern habe ich mich gelegentlich gefragt, warum gerade da jetzt wieder ein Bindestrich sein muss. Fand ich aber prinzipielle auch nicht schlecht.
Struktur:
Die Geschichte ist aufgebaut wie ein Internet Blog. Die Unterhaltung zwischen Anna und Ben findet über die Kommentarzeile zu Annas Blogeinträgen statt (stell ich mir zumindest so vor). Auf diese Weise ist man Anna zwar einerseits ziemlich nah (weil man ja quasi ihr Tagebuch liest) andererseits besteht auch eine gewisse Distanz. Ich frage mich ob es im Verlauf der Geschichte noch einen direckten Kontakt von Leser und Protagonisten gibt.
Zusammenfassend:
Erst einmal wow für eine Geschichte, in die ich eigentlich nur mal kurz rein lesen wollte, die ich dann aber nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die düstere Stimmung die über dem ganzen liegt hat mich irgendwie sofort gefangen genommen. Ein bisschen hat es mich an George Orwell erinnert. Auf jeden Fall ein fesselndes Endzeit Szenario.
Ich hätte gern noch mehr über die Umstände erfahren, die zum Verfall der Welt geführt haben. Das wird leider ein bisschen zu allgemein abgehandelt. Etwas mehr Hintergrundwissen würde vielleicht helfen diese Welt noch besser zu verstehen.
Dennoch, ich bin hellauf begeistert von dieser Geschichte. Richtig gepackt hat es mich, als Anna von ihrem Umzug aufs Land erzählt und ihrer Begeisterung über die blaue Blume. Als dann kurz darauf klar wurde, dass alles nur erfunden ist, hab ich fast eine Träne verdrücken müssen.
Ich wünsche der Autorin viel Glück im Wettbewerb mit dieser interessant aufgebauten, authentisch wirkenden Endzeit Vision. :-)
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Eine sterbende Welt
von Kiste am 13.12.2011
Handlung:
Es herrscht Krieg. Die 14-jährige Anna wohnt mit ihren Eltern im zerstörten Berlin. Es gibt nur noch selten Strom und Wasser, kaum Essen und keine Arbeit. Das Leben ist ein einziger Überlebenskampf. Anna verbringt ihre Zeit damit, mit ihrer Freundin Luki durch die Ruinen zu streifen und nach Lebensmitteln zu suchen. Eine nicht ungefährliche Angelegenheit. Durch die Stadt streift die Armee, nicht selten sterben Leute. Über das Internet lernt sie Ben kennen, einen Jungen aus Hamburg. Sie treffen sich in Berlin und eine zarte Liebe zwischen den beiden beginnt. Doch Ben verschwindet, Luki und Annas Eltern sterben. Als Anna selbst fast aufgegeben hat, meldet sich Ben erneut und wünscht, sich mit ihr zu treffen.
Figuren:
Neben Anna und Ben tauchen ein paar Figuren auf, die allerdings nie aus der Schattenwahrnehmung von Annas Ich-Erzählungen heraustreten. Ihre Eltern sind für Anna ‚Mäuse’, die sich eher aufs ‚Stillhalten’ versteift haben und die Wohnung kaum verlassen. Auch Luki oder die anderen Freundinnen Santje und Daisy bleiben vergleichsweise unausgeformte Charaktere. Anna selbst ist ein junges Mädchen, die sich mit der Welt arrangiert hat, wahrscheinlich, weil sie keine andere kennt. Aufgewachsen im Krieg, scheint sie stärker und abgebrühter als ihre Eltern zu sein, und hat für sich einen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen. Sie stellt sich als sehr unabhängig dar. Gleichzeitig ist sie vergleichsweise ignorant gegenüber der politischen Situation und der geschichtlichen Umstände, die zum Krieg geführt haben. Diese Haltung mag für ein junges Mädchen angemessen sein, verschenkt allerdings für den Leser die Gelegenheit, diese neue, düstere Welt zu verstehen, durch die Anna streift. Ben lernt der Leser auch nur aus Annas Erzählungen kennen. Bis auf den Chat zwischen den beiden gibt es keine Dialoge, sondern lediglich die durch Anna geprägten Erzählungen. Er ist Waise, hat keine Familie mehr, scheint aber ein Naturtalent zu sein, wenn es um das Auftreiben von Nahrungsmitteln geht. Die Perspektive selbst ist ein interessanter Ansatz; die Geschichte aus der stark persönlich eingefärbten Sichtweise einer 14-jährigen zu sehen.
Sprache/Duktus:
Sprachlich ist die Geschichte durchaus der Erzählung einer 14-jährigen angemessen. Der Stil schwankt ein bisschen zwischen flapsig und umgangssprachlich, eingefärbt durch ein paar Ausdrücke ihrer Zeit, wie Feig-Fisch, Goldklasse u. a., die der Geschichte einen authentischen Anstrich verpassen. Sprachlich handelt es sich dadurch natürlich nicht um das ganz große Kino, aber die Geschichte lässt sich gut und spannend lesen, und zeigt sich weitestgehend fehlerfrei, wenn auch Annas Art, ihre Mitmenschen mit Hilfe von Bindestrichen zu zitieren, anfänglich etwas irritierend wirkt. Alles in allem möchte ich der sprachlichen Ausarbeitung nicht nur Authentizität attestieren, sie passt auch zum Endzeitszenario und zu einem gerade 14-jährigen Mädchen. Ihre locker-flockige Art zu erzählen macht mit Sicherheit den großen Charme dieser Leseprobe aus.
Struktur:
Wie bereits erwähnt, lernt der Leser Annas Welt durch ihre Augen kennen, von ein paar kurzen Chatgesprächen mit Ben abgesehen. Ihre Beobachtungen sind natürlich sehr durch ihre Persönlichkeit, ihre eigene Wahrnehmung und ihren Interessen eingefärbt, weswegen sich hier ein sehr eng umrissenes Bild dieser Welt ergibt. Es sind eigentlich nur ein paar Häppchen, die dem Leser hingeworfen werden, sofern Anna sie gerade für wichtig und erzählenswert hält. Ich bin an dieser Stelle hin und her gerissen. Einerseits kann ich sehr gut nachvollziehen, warum sich die Darstellung der Welt auf Annas Wahrnehmung beschränkt: Sie ist diejenige, die eine Geschichte erzählt, und zwangsläufig legt sie ihren eigenen Filter über die Welt und ihre Erlebnisse. Das beschreibt die Geschichte sicherlich am Besten: Sie ist gefiltert, gefiltert von Anna. Dadurch erfährt der Leser nicht alles, was er vielleicht wissen will – das ist die Kehrseite der Medaille. Mir präsentiert sich eine Welt, die mir noch nicht ganz schlüssig zu sein scheint. Der Leser erfährt praktisch nichts darüber, was zu diesem Krieg geführt hat (abgesehen von ungesundem Essen, Naturkatastrophen und Wirtschaft). Es gibt keinen Ausblick darauf, wer die streitenden Parteien sind. Einerseits klingt es so, als seien einfach die Staatsgebilde unserer Zeit zusammengebrochen, andererseits gibt es immer noch Militär und Armee, die in gewisser Weise staatliche Kontrolle voraussetzen. Und dieser Widerspruch zieht sich durch die gesamte Leseprobe. Über weite Strecken klingt diese neue Welt nach Anarchie, nach einer Welt ohne Regierung. Es gibt keine Schule, keine Arbeit, scheinbar keine Polizei, keine zuverlässige Infrastruktur (Straßen, Wasser, Strom) keine erkennbare Sozialordnung. Auf der anderen Seite gibt es Nahrungsmittellieferungen, Nachrichten (in welcher Form auch immer) und eine Webpolizei (WEPO), wobei sich mir die Frage stellt, wer oder welche Institution diese WEPO und ihre Strafen durchsetzt, wenn es keine erkennbaren sozialen Strukturen mehr gibt? Wie gesagt, einerseits ist die durch Anna gefilterte Welt natürlich ein Kernelement dieser Leseprobe, andererseits fühle ich mich als Leser jedoch an manchen Stellen um Antworten betrogen.
Zusammenfassend:
Eine sprachlich wie stilistisch stimmige Leseprobe. Die 14-jährige Anna gewährt einen stark gefilterten Einblick in ihre zerstörte Welt. Die Sprache passt nicht nur zu der Protagonistin, sondern vermittelt dem Leser auch realistisch eine neue Welt. Es macht Spaß, die Leseprobe zu lesen, sie ist gleichzeitig ungewöhnlich wie faszinierend. Ein paar Abzüge würde ich wegen der unter ‚Struktur’ angesprochenen Unzulänglichkeiten in der Beschreibung von Annas Welt sehen. Ich kann es nachvollziehen, warum diese Dinge aus der Sicht einer 14-Jährigen nicht angesprochen werden, und kann somit auch verstehen, wenn das Manuskript bewusst auf dieser Ebene belassen wird. Als Leser hingegen interessiere ich mich für Annas Welt und würde gerne mehr darüber erfahren. Ich persönlich finde es schade, hier nicht mehr von ihr zu lernen. Wie auch immer, meine Kritik soll nicht darüber hinweg täuschen, dass ansonsten hier eine sehr lesenswerte wie beachtenswerte Leseprobe vorliegt.
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Als Jugendbuch empfehlenswert...
von Frieda Y am 09.12.2011
Figuren:
Vielleicht ändert sich das im Lauf der Geschichte, aber durch die gewählte Erzählweise im Blogstil fehlt mir persönlich die Nähe zu den Protagonisten. Der Protagonistin passieren während der Leseprobe mindestens zwei einschneidende Erlebnisse (zumindest würde ich diese so empfinden), die aber irgendwie so hingenommen werden...
Sprache/Duktus:
Die Sprache ist leicht verständlich und fehlerfrei. Das Umgangssprachliche der Geschichte passt sehr gut zum Inhalt, ebenso die frechen Spitznamen, die sich die Protagonisten geben. Ernste oder grausame Schilderungen werden treffend, aber mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt.
Struktur:
Schon rein optisch ist die Geschichte wunderbar strukturiert: keine zu langen Zeilen, ausreichend Weißraum und die Gliederung in Blogeinträge machen das Lesen leicht. Durch die Zwischenüberschriften weiß man immer sofort wer wann etwas schreibt, das empfinde ich als sehr gut gelungen.
Zusammenfassend:
Die Idee der Erzählung im Blogstil ist interessant, ebenso die zu Grunde liegende Geschichte. Doch leider erfährt man nicht allzu viel - weder über die Gefühlswelt der Protagonisten, noch über den Krieg. Wer bekämpft da eigentlich wen? Weswegen? Und wieso dauert der Krieg so lange? Wieso wird in der Zukunft noch mit "Kugeln" geschossen? Wieso kann Anna ins Internet ohne gefasst zu werden, obwohl heutzutage schon jeder Rechner und jede Aktivität verfolgt und genau lokalisiert werden kann? Mir ging es übrigens auch ein wenig wie leeby. Ich habe mich mehrere Seiten lang gefragt, ob noch etwas "spannendes" passiert oder wo die Geschichte eigentlich hin will. Sicherlich passiert so einiges, aber keine einzige "brenzlige" Situation wird für mich so geschildert, dass man sie mitfühlen kann. Es ist und bleibt natürlich ein Jugendbuch - übrigens eins mit einem schönen Cover - aber für mich fühlt sich alles noch "zu glatt" an. Das ist nur mein Empfinden und mag von Lesern im entsprechenden Alter ganz anders wahrgenommen werden, daher die Empfehlung. Und nun ab ins Ranking!
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Düster....
von LyFa am 09.12.2011
Zusammenfassend:
Es herrscht Krieg...mir fehlen aber ein paar Infos, Krieg gegen wen? Ein Webpolizei in einem autoritärem Staat (Deutschland der Zukunft) kontrolliert das Netz. Wie kann das alles noch funktionieren, wenn es den Menschen, wie hier beschrieben geht? Wie funktioniert Annas Netbook, sie tauscht einfach einen (gefundenen)Chip aus..und dann aufladen und es geht wieder...ist mir ein bisschen zu einfach.Ein derart totaltärer Staat würde die Menschen auch mehr kontrollieren...Die Soldaten patroullieren in der Stadt,manchmal schiessen sie, manchmal verteilen sie Brot. Haben die sonst nichts zu tun?
Die Story an sich gefällt mir gut. Tagebuchartig erinnert mich irgendwie an "Die Welt wie wir sie kannten" Nur ich möchte wissen , wer gegen wen kämpft, was genau passiert ist.
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Verliebt im Blog
von Jobst Zuso am 08.12.2011
Handlung:
Anna lebt in Berlin und teilt sic über Ihren Blog mit. Online trifft sie Ben und die beiden kommen sich näher. Als Bens Bruder stirbt, nähern sich die beiden weiter an. Die Gefahr duch die WEPO, die Soldaten, den Krieg und ein fremdes Berlin von 2029 geben den Rahmen zu einer rührenden Liebesgeschichte.
Figuren:
Anna könnte vielleicht auch Anne Frank sein, sie schreibt ihren Blog als Tagebuch. Sie ist mistrauisch und ziemlich wortgewandt. Das erfährt auch Ben aus Hamburg, mit dem sie sich immer wieder anlegt, der ihr aber wohl gewachsen ist. Ben ist aber nicht nur gewieft, er ist auch treu und wirkt wie ein ruhender Pol, dem nichts passieren kann.
Sprache/Duktus:
Ausdrucksweise und Satzbau orientieren sich sehr an Online-Texten aus Blogs usw. Zwischendurch leuchtet aber auch mal ein richter Satz oder schöne Schilderungen durch.
Zusammenfassend:
Der Leser wird sofort mitgenommen und steigt in eine abgefahrene Geschichte ein, die aber durchaus vorstellbar ist. Durch die kurzen Kapitel hat man immer wieder Zeit zum Durchatmen. Sehr zu empfehlen!
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Huch, nur so wenig Rezensionen?
von Schlauchen am 30.11.2011
Handlung:
s. Eingangstext und ich möchte nicht zu viel vorneweg nehmen.
Figuren:
Anna und Ben. Charaktarisiert werden die beiden durch ihre Texte, was mir sehr zugesagt hat. Eine Frage ist mir jedoch offen geblieben: Anna und Ben sind zwei häufig gebrauchte Namen, aber wird das auch im Jahr 2029 noch so sein? Teilweise scheinen sich Doppelnamen wie "Chayenne-Olive" oder ähnliches einzubürgern, ich habe erst kürzlich sowohl in der Grundschule, als auch im Kindergaren gearbeitet, deswegen ist mir das aufgefallen...Zwar habe ich mich nicht daran gestört, die Frage ist mir dennoch im Kopf herumgeschwirrt.
Sprache/Duktus:
Sprache ist jugendlich und frisch, Umgangssprachlich aber durchaus angebracht. Passend zu Anna, mit der man sich gleich anfreunden kann. Allerdings muss ich mich der Meinung von "YuutoNakamura" anschließen, manchmal habe ich mir zwischendrin tatsächlich einen Erzähler gewünscht, auch wenn die Blogs das besondere ausmachen. Aber vielleicht ist es auch einfach nur Gewöhnungssache, weil es so anders ist.
Struktur:
Die Geschichte wird im Austausch von einem Blog erzählt. An manchen Stellen zieht es sich ein wenig, da könnte man etwas straffen, da manche (vor allem jüngere Leser) dazu neigen, Passagen, die uninteressant sind, zu überspringen. Ich persönlich fand es dagegen sehr gelungen.
Zusammenfassend:
In diese Leseprobe habe ich bereits vor wenigen Monaten reingelesen. Heute gleich nochmal, weil ich schauen wollte, auf welchen Platz es im Ranking steht. Gar keinem. Und deswegen musste ich schnell meine Meinung loswerden:
Dieses Manuskript hat meiner Meinung sehr, sehr großes Potenzial. Ich würde allerdings ebenfalls nochmal auf die Bedrohung der Polizei eingehen, da man das Gefühl hat, dass die beiden sich fleißig hin und her schreiben, auch wenn Monate dazwischen liege. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg, bin davon überzeugt, dass sich daraus ein großartiges Buch machen lässt. Liebe Grüße; Schlau-chen
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Berlin 2029!
von Leeby81 am 30.11.2011
Handlung:
Eine Zukunftsvision in Berlin spielen zu lassen ist schon mal eine klasse Idee, da sonst üblich Orte in den Staaten oder sonst wo anders gewählt werden. Auch die Geschichte, die sich in diesem düsteren Szenario abspielt, war spannend zu lesen.
Figuren:
Gedanken und Gefühle werden ausführlich geschildert. Mir war es an manchen Stellen zu ausführlich. Ich hätte mir stattdessen mehr Handlung gewünscht.
Sprache/Duktus:
Sehr einfache Sprache, die trotzdem einen eigenen Charakter aufweist. Der Autor verwendet schöne bis grausame Bilder und Vergleiche, um die Sichtweise von Anna auf die brutale Realität zu beschreiben. Ein Stil, der mich überzeugen konnte.
Ein negativer Punkt wäre, dass mir der Anfang zu langatmig war und ich eine Zeit brauchte bis ich mich im Geschehen einfinden konnte. Es dauert etwas bis der Plot in Fahrt kommt.
Zusammenfassend:
Die deutsche Hauptstadt für so eine Idee als Ort zu verwenden finde ich klasse. Irgendwie kam mir die Assoziation zum 2. Weltkrieg, als du die ganzen zerbomten Häuser und das Elend der Menschen beschrieben hast.
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Wahnsinn!!!
von Feya am 11.09.2011
Handlung:
Anna lebt im Jahre 2029 bzw. 2030 in Berlin, mitten im Krieg und berichtet in ihrem Blog aus ihrem Leben. Dabei lernt sie Ben kennen.
Figuren:
Die Web-Bloggerin Anne und Ben. Erwähnt werden noch ihre Eltern und Freundinnen.
Sprache/Duktus:
Liest sich leicht, angenehm fehlerfrei. Mir ist gar nichts aufgefallen. Kann das sein?
Struktur:
Im Blogformat wird die ganze Geschichte erzählt. Manchmal etwas lang, aber okay.
Zusammenfassend:
Whow, geniale Geschichte, gehört unbedingt in die Top10!! Vielleicht kann man das eine oder andere noch besser erklären. Z.B. wundere ich mich, wie Ben mitten im Krieg nach Berlin gekommen ist? Und die im Kurztext erwähnte Bedrohung durch die Webpolizei habe ich nicht gespürt. Vielleicht kann man das noch ausbauen? Ansonsten - ich bin begeistert!
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echt klasse
von MarcoKupfer am 07.09.2011
Zusammenfassend:
Sehr Zeitgemäß, obwohl es in der Zukunft spielt. Aber wahrscheinlich denkbar, dass es für uns auch mal so aussehen könnte.
Die Idee mit dem Blog finde ich erste Sahne.
Die Trauer die alles umglbit, bringt gleichzeitig eine gute Moral mit sich.
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Apokalypse
von Mona Frick am 25.08.2011
Zusammenfassend:
Super Geschichte. Traurig, und dovh vorstellbar. Interessante Darstellung mit den Blogs. Glaubhafte Dialoge, plastische Figuren und Bilder. Alle 5 Sterne und eine Empfehlung, was sonst.
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Berlin im Chaos 2029 / Blog
von YuutoNakamura am 25.08.2011
Sprache/Duktus:
Umgangssprache, aber gepflegt (z.B. ich hab statt ich habe, für den Blog angemessen) - ich schreibe es hier noch mit hinein: S. 4 Nach Indien ..., nehme ich an (ich würde sagen, mit 14 weiß sie, dass es nach Indien zu Fuß weit ist, muss sie nicht unbedingt annehmen) - ob die Wortkombinationen mit Bindestrich als Stil notwendig sind (war ich mir teilweise unsicher, z.B. bei Große Kälte, was hilft der Bindestrich?), im Prinzip aber ok.
Struktur:
Blogs, Kurznachrichten mit Datumsgaben, ggf. Uhrzeiten, ggf. Jahreszahlen
Zusammenfassend:
Prinzipiell hat mir die Idee gut gefallen. - Anhand eines Beispiels auf S. 6 (Ben, 22 Okt.) noch ein Punkt: Er wollte den Mantel gegen Fleisch tauschen, ist froh, dass er es nicht getan hat, aber er brauchte doch das Fleisch zum Essen? Was isst er jetzt? - Und da denke ich, das Ganze funktioniert doch nicht ganz optimal ohne Erzähltext ab und zu. An Stellen, die vielleicht eine Zusatzerklärung vertragen könnten oder auch da, wo ganze Monate einfach übersprungen werden, könnte ich mir etwas Erzähltext (auch als Kontrast zur Blog-Sprache, müsste nicht viel sein) vorstellen, auch am Anfang als Prolog, vielleicht durch den Autor als Erzähler oder einen Nachrichtensprecher. - Kurz gesagt: ganz ohne Erzähler möchte ich bei 4* bleiben.
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Morgen geht's los
von Geneviere am 25.08.2011
Handlung:
Anna lebt im kriegszerstörten Berlin im Jahr 2029. sie schreibt einen Blog, über ihr Leben. Ben antwortet ihr. Er lebt in Hamburg auch dort tobt der Krieg. Nachdem sein Bruder stirbt kommt er nach Berlin.
Figuren:
Anna, die den Blog schreibt. Ben, der ihr antwortet. Annas Eltern und einige Freundinnen,von denen sie erzählt.
Sprache/Duktus:
Man kann sich gut vorstellen, dass eine 14-Jährige das schreibt. Gravierende Fehler sind mir keine aufgefallen.
Struktur:
Deine Geschichte läuft chronologisch ab, man kann ihr sehr gut folgen.
Zusammenfassend:
Eine tolle Geschichte. Und, wenn man sichdas derzeitige Weltgeschehen so ansieht, vielleicht nicht mal so sehr Fiktion, wie mancher es sich wünschen würde. Einfach klasse!
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Schullektüre?
von Linne am 25.08.2011
Handlung:
Anna. Anna und Ben. Zwei Teenager, die die ganze Geschichte allein bestreiten, denn sie kommunizieren über Annas Blog miteinander. Dort schreibt Anna von ihrem Alltag in Berlin. Im Krieg. Ben liest mit und kommentiert Annas Texte.
Ein interessanter Ansatz, um aus der Ich-Perspektive erzählen zu können. Die Handlung ist gut durchdacht und folgt einem Strang, ist dennoch nicht vorhersagbar und animiert ständig zum Weiterlesen.
Sprache/Duktus:
Jung, frisch, mit ein paar "doofen" ;) Ausdrücken gespickt - eben so, wie man es von einem Teenager erwartet.
Zusammenfassend:
Beim Lesen der Geschichte kam mir immer wieder in den Sinn: Das hat genau die richtige Länge für eine Schullektüre. Die Sprache ist jung, der Stil in Blogform ist interessant, das Thema ist aktuell und bei weitem nicht so angestaubt wie die altbekannten Klassiker. Die Geschichte, Buch mag ich dazu nicht sagen, weil es wirklich zu kurz ist, bietet eine sehr gute Diskussionsgrundlage, um über Ängste, Perspektiven, Politik und Natur zu sprechen.
Mich hat diese Geschichte angerührt, weil sie gar nicht so weit hergeholt ist. Weil sie jederzeit Realität werden kann und ich mir vorgestellt habe: Was würde ich dann machen?
Fünf Sterne, weil so viel Geschichte auf so wenig Platz, dafür aber so interessant "rübergebracht" wurde.
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Das ist mal richtig, richtig geil!
von elenji am 24.08.2011
Handlung:
Die Handlung geht sofort los, man ist sofort drin im apokalyptischen Berlin und dem Leben von Anna, die ihren Internet-Blog nutzt, wie eine Insel im Chaos ihrer Welt, auf die sie sich von Zeit zu Zeit rettet. Sprache und Stil sind einwandfrei, die Atmosphäre saugt einen sofort in die Geschichte. Struktur - soweit ich das nach den ersten zehn Seiten beurteilen kann - sind auch gut, alles sehr knackig und klar, aber das ist natürlich alles noch Exposition.
Zusammenfassend:
Meine erste Rezension - dabei wollte ich gar keine schreiben. Ging aber nicht mehr, nachdem ich das gelesen hatte. Das ist wirklich richtig gut!
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