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Mangoria - raphael

Politischer Science-Fiction-Roman, ähnlich wie "1984". Gelegt in einen fiktiven Zukunftsstaat 350 Jahre nach dem Atomkrieg. Geschrieben in den Jahren 1995 bis 2002.

"Mangoria" handelt von einem fiktiven Zukunftsstaat nach dem Atomkrieg, einer sozialistischen Diktatur der Gleichheit, und steht somit in allerbester Nachfolge von Romanen wie "1984" oder "Schöne Neue Welt". Hauptfiguren sind ein Minister dieses Systems und seine Sekretärin, die im Zuge der Geschichte drastische Veränderungen durchleben. Der Autor Thomas Meier-Goldau, geboren 1971 und wohnhaft in Augsburg, will mit diesem Roman einerseits seine Faszination für Futurismus und politische Systeme, aber eben auch gleichzeitig die Unmöglichkeit des Funktionierens von solchen aufzeigen. Auch wenn grundsätzlich eine gemeinschaftliche und gute Absicht im Menschen angenommen werden darf, so ist deren Verwirklichung eine Unmöglichkeit, da der Mensch doch immer individuell und somit radikal egoistisch sein wird. Folglich gibt es für die Menschheit nur eine vermeintliche Lösung: die Auslöschung des Individuums!

3.5 Sterne Aktueller Rang: 37
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    Rezensionen

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    • Abschreckender Anfang, abtörnendes Vorwort

      von ChristianWeiss am 17.05.2012

      Handlung: Im Vorwort, obwohl das Buch eigentlich für sich selbst sprechen soll, macht der Autor auf die Entstehungsgeschichte aufmerksam und die ersten 2 Kapitel aufmerksam, die er in einem Akt künstlerischer Freiheit leider so belassen hat, wie sie ihm eingefallen sind und beginnt darin, eine überarbeitenswerte Geschichte eines zukünftigen Überwachungsstaats zu erzählen.
      Figuren:

      Die Kellnerin spricht komisch. Formulierungen wie "Mein Herr ..." lassen ihren Sprachgebrauch nicht nur höflich sondern gekünstelt wirken.

      Und ein betrunkener Anzugträger würde wohl kaum einen gestochenen, poetischen Satz wie: "Fräulein, sie sind sehr hübsch und bestimmt voll wunderbarer Sünde. Wenn sie möchten, kann ich schweigen", von sich geben.

      Der lange Dialog auf Seite 13 war ebenfalls nicht gut.

      Sprache/Duktus:

      Manchmal mischten sch seltsame Formulierungen (bayrisch?) ins Sprachbild. Zum Beispiel: Umhertratsch, als Bezeichnung für eine Standard-Unterhaltung in einem Café. Auch die Beschreibungen könnten an mancher Stelle abwechslungsreicher sein. Z.B beim sich wiederholenden Bild der beiden unbekannt rasierten Männer. Über den Wiederholungsfaktor hinaus auch noch falsch. Müsste unbekannten heißen

      Ist das ein ganzer Satz: "Platz dreier Personen wartend."??? Scheint so.

      Struktur:

      Es gibt Zeitfehler in der Perspektive. Der Text ist im Präsens verfasst, doch zwischendurch verrutscht er in die Vergangenheit. Beispiel S. 11: Gerade noch in der Gegenwart heißt es da plötzlich: Etwas verunsichert entschied sie sich ...

      Formatierungsfehler störten auch. An einer Stelle sieht der Text z.B. so aus: es bestehe ein unaus-

      gesprochen freundliches Verhältnis.

       

       

       

      Zusammenfassend: Man kann ein Buch natürlich als Selbstbildnis der psychischen Verfassung beim Schreiben betrachten, muss man aber nicht, wenn man ein tolles Buch schreiben will. Zumindest eine sprachliche Überarbeitung, hätte in meinen Augen Not getan. So verleidete mir der Anfang ehrlich gesagt die Lust darauf, dem Autor, über das Aufklappen des Buchdeckels hinaus, noch eine weitere Chance mich zu überzeugen, zu geben. Heute habe ich mich, direkt nach dem Training, an die vielbeworbenen Bücher gewagt und leider konnten auch das hier nicht richtig überzeugen.
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Hervorragend!!!

      von goldsteiner am 29.03.2012

      Zusammenfassend:

      Lieber Thomas,

       

      großes Lob an dich als Autor, denn du beschreibst die dargestellten Situationen nachvollziehbar und mitreißend. Bei den Dialogen fühlt man sich, als sei man selbst angesprochen. Besonders im Kontext zu einer düsteren Zukunft wirken die Zwiegespräche für den Leser sehr individuell, ebenso dein Schreibstil an sich. Allerdings im positiven Sinne. Ich wünsche dir für deine zukünftige schriftstellerische Laufbahn alles Gute. Du kannst gerne auch meine Leseprobe rezensieren, wenn du magst.

       

      PS: Ich wohne in Neusäß, womöglich können wir uns noch zusammentun :)

    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Dystopisches Kammerspiel

      von Ikondrar am 16.12.2011

      Handlung: Durch kleinere Vergehen im Sinne eines nichtkonformen Bürgerverhaltens gegenüber dem Staat, gerät Frl. Schmitt in Kontakt mit dem Überwachungsapparates Mangorias. Danach beginnen sich nach und nach die Ereignisse zu überschlagen.
      Figuren: Frl. Schmitt, die unfreiwillig zum Spielball eines entmenschlichten Überwachungsstaates wird und etliche Nebenfiguren.
      Sprache/Duktus: Die Sprache ist das eigentlich Besondere an dem Manuskript. Dennoch ist sie meines Erachtens nicht durchgehend auf einem gleich hohem Niveau. An einigen Stellen wirkt sie überambitioniert und so weit ins Künstliche überspannt, dass sogar der Sinnzusammenhang mancher Satzkonstrukte auf der Strecke bleibt. Hier wäre an einigen Stellen weniger durchaus mehr gewesen. Im Verlauf der Geschichte verliert sich dies jedoch mehr und mehr. Ich persönlich finde diese überzogene Sprache durchaus interessant, denn sie spiegelt hervorragend die gesellschaftlichen und psychologischen Verzerrungen in der beschriebenen dystopischen Enklave Mangoria.
      Zusammenfassend: Ich bin bei der Bewertung des Textes hin- und hergerissen. Mangoria ist ein wirklich interessantes und beachtenswertes Buch auf Neobooks, dem jedoch die durchgängige Geschlossenheit fehlt. Da ist zum einen die so manchesmal zu sehr überzogene Sprache. Dann finden sich auch weitschweifige Zwischensequenzen, die der Geschichte inhaltlich und „stimmungstechnisch“ nur wenig mitzugeben haben. Gut wurde dagegen die Atmosphäre und Stimmung in dieser düsteren Zukunftswelt (ist es überhaupt eine Zukunftswelt) dem Leser vermittelt. Auch die Beschreibung des Alltags ist gelungen und erinnert durchaus ein wenig an 1984. Bei meiner Wertung schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen. Da der Text aber einen sehr eigenständigen Eindruck hinterlässt, tendiere ich eher zu vier Sternen und einem Empfehlungsflieger.
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Die absolute Diktatur

      von Sonja59 am 13.12.2011

      Zusammenfassend: So, nun habe ich die LB endlich fertig gelesen und auch Zeit gehabt mir meine Gedanken dazu zu machen. Denn die habe ich zugegeben, wirklich gebraucht. Warum? Ich habe mir hier vorgenommen nicht nach meinem Geschmack, sondern wirklich absolut unvoreingenommen und objektiv zu bewerten oder es, wenn ich es aus welchem Grund auch immer nicht kann, lieber sein zu lassen. Mit „Mangoria“ habe ich nun das, was man einen Grenzfall nennt. Eigentlich bin ich, die Urteile der Vorrezensenten ganz außer Acht lassend, hin und her gerissen. Es fällt mir ehrlich schwer es in Worte zu fassen, doch ich versuche es trotzdem mal. Die Geschichte, angesiedelt in einer absoluten Diktatur, gefällt mir sehr gut. Und jetzt kommt das „NUR“. 167 Seiten, wovon gut fünf Seiten nur für Deckblatt, Inhalt und Impressum drauf gehen, finde ich für 2,99 Euro doch ziemlich hoch angesiedelt, wenn ich ein Taschenbuch von Clive Cussler, also einen Bestsellerautor, mit mehr als 450 Seiten, für 5,90 Euro gedruckt, im Buchhandel bekomme. Das ist aber eher nur so ein kleiner Vergleich, der nichts mit meiner Bewertung zu tun haben wird. Es gibt da Beschreibungen und Sätze in „Mangoria“ die mich faszinierten aber auch Schachtelsätze, die mir das flüssige Lesevergnügen haben stocken lassen, weil ich sie mehrmals lesen musste, um sie zu verstehen oder aber auch kleine Tippfehler, wohl eher Schusselfehler, darin zu finden. An vielen Stellen kam mir der Roman mit seinen kurzen Anmerkungen wer wann was gesagt oder getan hat, eher wie ein Drehbuch vor. Sprich, mir fehlte da etwas mehr die Persönlichkeit der Darsteller, was sie vielleicht gerade dabei dachten oder fühlten. Ich meine, dass man das selbst auch, zum Beispiel in ihren Gesichtern oder ihrer Haltung und Bewegung, sehen und miterleben kann. Aber das ist wieder reine Geschmackssache. Einige Szenen sind fürs Lesen zu lang gezogen, wiederum aber als Regieanweisungen eines Drehbuchs nicht. Allgemein sagt man, dass es für den Autor am schwersten ist bei einem Roman über die ersten 100 Seiten zu kommen. Okay, die hast Du überschritten, auch wenn ich ja nur die LB mit weniger Seiten gelesen habe. Trotzdem sehe ich in dieser Geschichte ein gutes Potenzial für mehr. Deshalb bewerte ich das Werk mit 4 Sternen und einem Flieger. Ich hoffe Du bist mir wegen dieser Rezi nicht böse, sondern beziehst sie bei einer Überarbeitung etwas mit ein.
      • Kommentar von Ikondrar am 17.12.2011

        Zudem kommt es ja auch auf die "Textdichte" an. Viele dicke Bücher sind großzügig layoutet. Ganz nach der Verkausstrategie "dickes Buch = viel Inhalt". Mongoria würde mit einem derartigen Layout sicher auf fast 300 Seiten kommen.

      • Kommentar von YuutoNakamura am 15.12.2011

        Etwas zum Preis: Der Preis von 5,90 Eur für 600 Seiten bei einem der Bücher von C.C. ist aber nun auch wirklich ein echter "Kampfpreis" (1 Cent/Seite) - normal kosten seine und andere TB schon 9 oder 10 Euro. / Also 2,99 Euro für 167 Seiten sind weniger als 2 Cent pro Seite und damit faktisch immer noch sehr günstig!

    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Ein eigener Stil

      von scottcr1 am 09.12.2011

      Zusammenfassend: Der raphael hat sich immer durch sehr "lustige" Einladungen, sein Buch zu lesen, bei mir aufmerksam gemacht und da bin ich ja doch schon neugierig geworden. oder noch ein anderer witziger Spruch der durch die Shoutbox rasselte und mich grinsen ließ. Also, bei solch witzigen Aufforderungen muss ich natürlich mal lesen was hier so los ist. Mit meiner geputzten Sonnenbrille - Scherz- (habe noch keine andere), sitze ich jetzt hier und schaue was mich so erwartet. Natürlich habe ich nicht alles gelesen, aber schon nach wenigen Seiten wusste ich, das raphael ein einzigartiges Werk hat mit hohem Wiedererkennungswert. Das ist gut und hat mir super gefallen. Du kannst perfekte kurze Sätze setzen, die Aussagekräftiger nicht sein könnten. Wütendes Gebläke Punkt ... "Auffällig?", überrascht Punkt (haste übrigens das b vergessen) .... usw. usw. Bei manchen Dialogen dachte ich an eine Theateraufführung, ohne das jetzt negativ zu meinen. Ich denke ich würde dein nächstes Werk sofort wieder erkennen. Das ist natürlich für jeden Autor gut, wenn es nicht negativ gemeint ist. Du hast ein paar zu lange Sätze drin, die du schnell teilen könntest um den Lesefluss nicht zu stoppen und ausserdem - das ist aber Geschmacksache- würde ich den Prolog des Autors weg lassen, der hat etwas Langweiliges, obwohl du darin natürlich viel bekannt gibst. Du siehst die Waagschale flattert bei mir hin und her, kommt aber zum Schluß immer wieder in die Waagerechte und deshalb- und wegen dem hohen Wiedererkennungswert, bleibe ich bei fünf Sternen und schicke dier den Flieger. Alles Gute im WB und LG von Marion Brüning scottcr1
    • Schreibart, Schreibstil, Schreibweise

      von wonderfulrose am 04.12.2011

      Zusammenfassend: Was das Werk in meinen Augen so besonders macht, ist definitiv der Schreibstil. Ich finde ihn sehr beeindruckend, denn ich selber könnte nie auf diese Art und Weise eine Geschichte schreiben. Aber gerade weil er so anders und irgendwie besonders ist, grenzt sich dieses Werk noch einmal zusätzlich von anderen ab. Und es hat einen ganz besonderen Wiederekennungswert. Vielleicht gefällt nicht jedem deine Art zu schreiben, aber ich persönlich sehe es als eine angenehme Abwechslung an. Zumal die Geschichte auch noch eine sehr interessante Idee besitzt. Ich kann nur sagen weiter so! Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass sich das Lesen durch zu stark verschachtelte Sätze mit der Zeit nicht als zu mühselig herausstellt.
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Auf in die Zukunft

      von Nelli am 28.11.2011

      Zusammenfassend: Ich kenne 1984 fast auswendig. Weiß gar nicht wie oft ich dieses Buch gelesen habe. Als ich dein Buch entdeckte wurde ich natürlich sehr neugierig. Also dein Schreibstil hat mich ziemlich überrascht. Er gefällt mir. Ich mag es, wenn jemand seine Richtung gefunden hat und sie konsequent beibehält. Die Charaktäre sind stimmig und nach wenigen Seiten beginnt man sich in diese düstere Geschicht richtig einzuleben. Deine Idee zu Mangoria finde ich großartig und du hast diese Geschichte mit deinem eigenem Stil toll umgesetzt. Behalte deine Richtung bei, denn du bist auf dem Richtigen Weg.
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Mangoria

      von FiannaCessair am 24.11.2011

      Zusammenfassend: Ein Text, der unter die Haut geht, wobei ich nicht einmal genau sagen kann, warum das so ist. Es sind sehr kurze Sätze, die teilweise wie abgehackt wirken und trotzdem ergeben sie insgesamt ein sehr harmonisches Gesamtbild. Während der ersten Seiten ist man distanziert und auch verwirrt, gerät dann aber in den Bann der Geschichte. Fällt einem zunächst noch auf, dass dort sehr häufig "sie" benutzt wird, so stört einen dass im Verlauf der Geschichte aber nicht mehr. Ich konnte diese Welt sehen und spüren. Und letztendlich befinden wir uns längst auf dem Weg in so eine Zukunft. Ob Neobooks der richtige Verlag dafür ist? Ich denke eher nicht. Ich werde auf jeden Fall weiterlesen.
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Mangoria

      von Mona Frick am 21.11.2011

      Zusammenfassend: Bemerkenswerte Handlung. Den Text sehe ich irgendwo zwischen Goethe, Kafka und Orwell. Für den Inhalt 5 Sterne und Empfehlung. Allerdings ist der Text zum Teil nur sehr mühsam zu lesen. Ob es an der manchmal ungewöhnlichen Sprache liegt? Die Kapitel 3 und 4 (bis zum Dialog) ziehen sich sehr, auch wegen der wenigen Absätze und ausführlichen Gedanken anstelle von Dialogen. Daher ziehe ich einen Stern wieder ab. Ich denke, nach einem ausführlichen Lektorat könnte ein wirklich großes Buch draus werden. Ich fürchte nur, dass sich kein Verlag die Mühe machen wird.
    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Mangoria

      von Ulder am 20.11.2011

      Handlung: Die Geschichte spielt in einer totalitären Gesellschaftsform. Sie lässt bei mir Bilder aus aus '1984' und teilweise auch aus 'Brazil' aufleben.
      Figuren: Die Protagonisten sind gut getroffen. Man kann ihre Handlungen nachvollziehen. 'Frl. Schmitt' ist ein sehr schräger Name für einen Roman diesen Kalibers, aber das war wohl auch so beabsichtigt.
      Sprache/Duktus: Die Sprache ist sehr reif, aber schwierig. Die Beschreibungen sind ausgesprochen ungewöhnlich und teilweise sehr tiefsinnig. Der Leser benötigt etwas Zeit, sich auf diesen Stil einzulassen, aber dann macht es richtig Spaß.
      Struktur: Ich muss meinen Vorrezensenten beipflichten, was die Silbentrennung angeht. Da wäre vermutlich die Einstellung 'Flattersatz' im Text besser gewesen. Einigen Schachtelsätzen würde tatsächlich etwas Kürzung gut tun.
      Zusammenfassend: Die Schilderung einer dystopischen Gesellschaftsform, beklemmend und lesenswert zugleich. Obwohl ich ein bekennender Prolog-Fan bin, muss ich schreiben, dass ich diesen Prolog lieber auf der Autorenseite gelesen hätte. Die Befindlichkeiten des Autors beim Schreiben kommen schnell als Entschuldigung rüber. Alles in allem ein ungewöhnliches, aber unbedingt lesenswertes Werk.
      • Kommentar von raphael am 20.11.2011

        Danke für die Einschätzung und den Hinweis wegen der "Empfehlung". Ich werde mich da mal an neobooks wenden und nachfragen.

      • Kommentar von Ulder am 20.11.2011

        P.S. Ich wollte eigentlich 'Empfehlung' anklickern, aber das Feld war nicht da. Gibt es da ein technisches Problem?

    • Böses Utopia

      von etre et devenir am 19.11.2011

      Handlung: Hier verweise ich auf den Klappentext, da der Inhalt dort im Wesentlichen gut beschrieben ist.
      Sprache/Duktus: Teilweise sind die Absätze ein wenig ungünstig gewählt und auch die Silbentrennung hat es (wird aber eher an live-book liegen) ein wenig verhauen. Ab und an wurde ich von der einen oder anderen Formulierung aus dem Text geschmissen, mit der ich nichts anfangen konnte, "der unterdeck platzierte Monitor" z.B. gleich zu Beginn. Auch die Häufungen des "Sie", "grün" ´gleich zu Beginn sind ein wenig störend.
      Zusammenfassend: Eine beklemmende Atmosphäre, grau, wie man sie häufig verspürt in Gegenwart totalitärer Strukturen. An den Stil muss man sich erst gewöhnen, doch es lohnt sich, denn ist man ersteinmal drin, empfindet man ihn als essentielles Element dieser. Erzählung. Alles in allem eine Geschichte mit Potenzial. Würde gerne weiterlesen.
    • Interessant geschrieben

      von Shadowfang am 18.11.2011

      Handlung: Hier bin ich noch nicht so ganz drauf gekommen, was schlussendlich die eigentliche Handlung sein wird. Das Buch spielt aber in einer sozialistischen Diktaur, die Hauptperson ist das Fräulein Schmitt - eine Sekretärin.
      Sprache/Duktus: Die Sprache ist teilweise wunderbar ausgereift und ich fand zahlreiche sehr schöne und auch eindrucksvolle Beschreibungen (kann mich da der Rezension von Leeby voll und ganz anschliessen - der Satz, wo sie das Cafe betritt, ist ein sehr schönes Beispiel für die absolut gelungenen Sätze). Dann aber wiederum gibt es Formulierungen oder Satzkonstrukte, die mich an die gelben Reclam-Büchlein erinnern und an die dortigen Schriftsteller. Hoch komplex verschachtelte Sätze, bei denen ich am Schluss nicht mehr wusste, was am Anfang gestanden hatte. Diese Sätze stören den ansonsten sehr schönen Lesefluss. Hier würde sicher ab und an etwas mehr "Würze in der Kürze" drin liegen. Die Sprache der Protagonisten erscheint mir ebenfalls zu einigen Teilen sehr passend, zur anderen wiederum wie aus der tiefsten Vergangenheit - sehr förmlich, sehr höflich, als Beispiel: "Wer sind Sie, mein Herr! Sie ekeln mich, lassen Sie die Hände von mir¨" Ich denke hier würde eine Frau in der Zukunft sicher anders reagieren. Die Sprache gefällt mir persönlich zwar sehr (ich mag dieses alte, vornehme und höfliche sehr gut) aber es scheint mir, als wäre es in dem Kontext doch ein Spürchen zu viel des Guten.
      Zusammenfassend: Das Buch erscheint mir durchaus interessant. Leider habe ich nur die "Gratis-Version" bisher angesehen, aber das Lesen ist aufgrund dem doch sehr fortgeschrittenen Sprachniveau sehr fordernd. Grundsätzlich gefällt mir die Idee und auch die Sprache. Du solltest dich einfach wenn möglich auf einen Stil konzentrieren und diesen auch durchziehen. Welche Sprache willst du wählen, zum Beispiel? Das sollte sich dann durch das ganze Buch gleich durchziehen, um den Leser nicht zu verwirren. Aber man merkt, dass du sehr gut mit Worten umgehen kannst. Etwas mehr Handlung wäre am Anfang allenfalls als Einstieg ebenefalls nicht schlecht, ich war doch zuerst etwas irritiert und fragte mich, wann es denn nun mit der "Action" los geht ;) Am Anfang etwas mehr Informationen zum Plot würden da sicher helfen. Grundsätzlich sehr solides Werk, aber aufgrund des "Misch-Masch" in der Sprache gäbe es sicher noch das Eine oder Andere zum Überarbeiten, um den Lesefluss für den Leser etwas angenehmer zu gestalten. Aber wenn du deinen Stil festgelegt hast, solltest du ihm treu bleiben, der ist da doch sehr speziell und besonders - was schon mal was sehr positives ist :)
      • Kommentar von raphael am 19.11.2011

        Danke für die Bemerkungen! Mit ihnen kann ich durchaus etwas anfangen und werde sie beherzigen. Allerdings wohl eher für die Zukunft, denn es wäre wohl für dieses Werk noch verwirrender, begänne ich daran herumzubasteln.

    • Dieses Buch wurde vom Leser empfohlen

      Tante-Emma-Laden!

      von Leeby81 am 17.11.2011

      Handlung: Kommen wir zunächst zur Handlung. Ich konnte neue Elemente, aber auch Altbewertes entdecken. Wenn ich den reinen Handlungsstrang betrachte, komme ich mir vor wie in einem Gemischtwarenladen, aber auch der Tante-Emma-Laden um die Ecke hat durchaus etwas reizvolles.
      Figuren: Die Figuren wurden sauber ausgeschnitten und konnten mich überzeugen.
      Sprache/Duktus: Hier sehe ich einige Punkte, die man verbessern könnte. Zunächst ist mir aufgefallen, dass du einen sehr eigenwillen Stil hast. Das ist soweit gut, da du als Autor wiedererkennugswert hast. Die Kunst liegt meiner Meinung nach darin einen Stil zu entwickeln, der der Leserschaft auch gängig ist und nicht bizarr vorkommt. Von dir erzeugte Bilder und Formulierungen verlieren sich gelegentlich in sich selbst. Bsp. "Zwei unbekannte rasierte Herren in Hemd und Hose, in angenehmen grün, jedoch Krawatte und Jacke missend, auf Barhockern verpflanzt in dreiviertelter Länge der Theke." Der Satz war mir beispielsweise zu verschachtelt, weist zwar einen ungewöhnlichen Stil auf, aber der Leser weiß trotzdem nicht genau, was der Autor meint. Ich denke eine umständliche Formulierung macht noch lange keinen guten Stil aus. Andere Sätze fand ich wiederrum schön zu lesen und haben mir gut gefallen, da sich auch hier die Eigenwilligkeit des Autors wiederspiegelt.
      Struktur: Zum Beispiel:"Das stilvoll kunstgoldene Cafe ist gut gefüllt und ein paar schräge Fratzen blinzeln ihr verschmitzt zu." Ein wundervoller Satz! Was mir auch noch aufgefallen ist, dass die Erzählweise nicht so gut mit den Dialogen harmoniert. Sie sind erstens sehr kurz und simpel gehalten und stehen im krassen Kontrast zu deinem ungewöhnlichen Stil.
      Zusammenfassend: Eine futuristische Utopie, die neue und bekannte Elemente aufweist. Der außergewöhnliche Stil des Autors macht da Lust auf mehr. Einiges könnte sicherlich noch sprachlich ausgebessert werden.
    raphael

    Mangoria

    Mangoria
    3.5 Sterne Aktueller Rang: 37
    9 Empfehlungen
    Seiten 167
    ID 09322
    Veröffentlicht am: 21.11.2011

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    1984, Schöne Neue Welt, Utopia, Das kommende Geschlecht, Krieg der Welten

    Autor

    raphael

    raphael

    Mitglied seit 20.09.2011
    1 Veröffentlichungen