Arnold Illhardt: Re:Org

Die Erzählung beginnt und endet auf der Mittelmeerinsel Elba. Auf einem kleinen Balkon in der elbanischen Stadt Capoliveri schreibt der ehemaligen Krankenpfleger und spätere Psychotherapeut Martin Hausmann ein Resümee über sein umtriebiges Dasein in Form eines Tagebuchs. Strotzte sein Leben anfangs vor Freiheitsdrang, Ununterworfenheit und Nonkonformismus, so droht es immer mehr aus den Fugen zu geraten und von einem autoritativen Krankenhaussystem vereinnahmt zu werden. In Anlehnung an die Geschichte „die Wasserscheide“ von Ernst Bloch stellt sich Hausmann die Frage: Was hat mich zu dem werden lassen, der ich heute bin? Eine zufällige Begegnung mit der Künstlerin Marie Milani auf einer Zugreise und die daraus entflammende Liebe setzt eine deutliche Zäsur in seinem inzwischen ramponierten Selbst. Der Umzug nach Elba und damit der Ausstieg aus dem krankmachenden Hamsterrad erinnern anfangs an ein Exil und eine Rehabilitation, doch mehr und mehr bedeutet es eine Rückkehr zu den Wurzeln seines eigentlichen Selbst und damit eine Reorganisation. Eben Re:Org.

Über Arnold Illhardt

Ich bin ein reicher Mensch...reich an Momenten, die ich unentwegt sammle: Beim Lesen, Reisen, Tagträumen, Philosophieren, Spazierengehen oder in meinem Beruf als Psychologe. Doch wohin mit all diesen Eindrücken? Ein wichtiger Weg ist das Verfassen von Texten, die ich in Blogs, szenischen Lesungen, Kunstaktionen oder wissenschaftlichen Publikationen unter die Leute streue. 2013 erschien mein Erstlingswerk „Sterbewache“ im Echter-Verlag, Würzburg.