K. H. Graf: Eines Morgens im April - Leseprobe

Till hatte sich zur Weihnacht
auf einen Stumpf gestellt,
der halb vermodert
am Rand des Markts
zu Augsburg stand.
Es war der Heilig Abend,
an dem durch Schneegestöber
Leute zum Portal des Domes eilten,
um nach alter Christensitte
die Mitte der Nacht
mit der Mette
zu feiern.
Den Till
– verdrossen,
dumpf auf seinem Stumpf –
ritt der Teufel.
Er hob die Hände
und fragte laut:
Wo ist die Freude?
Und:
Quisquid necesse est
in klerikalum Portalum
intratere?
Et wer sagt denn,
dass maximo Deo
interesse est?
Only because
Ignatius behauptet it?
Plusquamperfekt
sind eigentlich die Priester da?
Einige Leute blieben
ob dieser Fragen stehen.
Wo zwei oder drei sich versammeln,
kommen bald mehr.

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