Karin Bottke: Ein Hauch von Minze

Meine Geschichte, die ich Ihnen hier erzähle, begann im Fahrstuhl des Hochhauses Kaiserstraße. Ich war wieder mal bei einem Bewerbungsgespräch abgeblitzt und war stocksauer. Da fehlte mir gerade noch die Bekanntschaft, die ich in jener langen Nacht aufgrund der unfreiwilligen Gemeinschaft im Lift machen musste. Dass es nicht bei dieser einen Nacht bleiben würde, ahnte ich damals natürlich nicht. Ich war vierzig Jahre alt, inzwischen alleinstehend und für nichts und niemanden mehr verantwortlich, als für mich selbst – dachte ich. Aber die Wechselfälle des Lebens sind nicht planbar, Liebe auch nicht unbedingt. Und Mord? Nun ja, mit so etwas werden nur andere konfrontiert – dachte ich.
Der Roman wird von der Protagonistin Julia Jensen erzählt. Schwerpunkt in dieser Story sind nicht die Toten und das Wie, sondern die Lebenden mit der Frage: „Was nun?“.
Eine Zufallsbekanntschaft, ein Mord. Julia, durch die Ereignisse gedrängt – betritt ein ihr fremdes Milieu, in dem Peer zu Hause zu sein scheint. Er hat Konflikte in seinem Leben und in seinen Ehen bisher einfach ignoriert. Das ist nicht neu. So was passiert. Aber was die beteiligten Personen daraus machen, das erzählt Julia - mit sehr viel wörtlicher Rede - in einem bisweilen atemberaubenden Tempo.
Schweigen, das zu Missverständnissen und Zerwürfnissen führt. Ein Ortswechsel nach Paris sorgt für Turbulenzen. Ein 2. Mord, sowie eine seit langem Vermisste, erschrecken die Gemüter, bereiten Kopfzerbrechen.
Dass Vertrauen permanent verdient werden muss, dass es immer einen Weg gibt, um zu einem guten Ende zu kommen – vielleicht nicht so, wie man es sich gewünscht hätte, aber so, wie es möglicherweise gut für uns ist, das macht das Leben und diese Geschichte spannend.

Über Karin Bottke

Karin Bottke gründete 2006 die Schreibwerkstatt am Marienberg Helmstedt. 6 Anthologien sind dort entstanden. Ihr wichtigstes Werk ist der autobiografische Roman "Demenz. Lass mich nicht alleine gehen". Näheres siehe www.karin-bottke.de