Sarah L. R. Schneiter: Zombies, Ratten und anders Ungetier

Nani Walji, eine Ex-Soldatin, die sich als Abenteurerin und Gelegenheitskriminelle über Wasser hält, reist als Anhalterin mit dem Raumfrachter „Ratloader“ und verbringt die Zeit bis zu ihrer Ankunft mit täuschend realen Videospiel-Simulationen, in denen sie an Bord des Schiffes Zombies niedermetzeln muss. Als Marcus, der Captain, sie zum traditionellen Halloween-Essen einlädt, ahnt sie nichts Böses und will die Nacht der Untoten geniessen, bis sie nach dem Abenessen erfährt, dass die Crew eine grauenhafte Halloween-Tradition hat: Sie veranstalten eine Menschenjagd auf Leben und Tod und suchen sich dafür Anhalter, die niemand vermissen würde - dieses Jahr fällt Nani die Rolle des Opfers zu. Ehe sie es sich versieht, findet sich Nani auf der Flucht, als sie angeschossen, unbewaffnet und mit nur fünf Minuten Vorsprung auf dem Weltraumriesen von vier überlegenen Gegnern gehetzt wird. Es gibt kein Entkommen und während Nanis Gefühle zwischen Angst, Panik und Verzweiflung schwanken, beginnt sie zu begreifen, dass sie nur eine Chance hat: Sie muss sich ihren Verfolgern stellen und sie überwältigen, wenn sie die Hetzjagd überleben will. Doch diese Gegner sind keine dummen Untoten sondern erfahrene Menschenjäger, die in ihrem Sport erprobt sind und vor keiner Untat zurückschrecken. „Zombies, Ratten und anderes Ungetier“ ist eine kurze Science-Fiction-Horrorgeschichte, die eine Halloween-Nacht an Bord eines Frachtraumschiffes erzählt. Die Protagonistin Nani findet sich mitten in einer grausamen Menschenjagd, von der es kein Entkommen gibt und versucht so gut sie kann, zu improvisieren, um zu überleben. Die in möglichst schlichter und gradliniger Stilistik erzählte Story folgt der Hauptprotagonistin, mit einem Fokus auf ihre Erlebnisse und ihre wechselnden Gefühle von Panik über machtlose Wut bis hin zum sturen Willen, um jeden Preis zu überleben. Rückblenden, die das Geschehen erst nach und nach erklären, tragen zu der bedrückenden Atmosphäre bei. Nanis verzweifelter Versuch, einen Grund für das Grauen zu finden, stellt sich letztlich als fruchtlos heraus.

Über Sarah L. R. Schneiter

Sarah L. R. Schneiter ist eine bekennende Buchliebhaberin mit kaum zu stillender Neugier. Sie interessiert sich für Kunst genauso wie für Wissenschaft und Technik und ist der Überzeugung, dass diese Welt zu spannend und unterhaltsam ist, um sich zu langweilen. Sarah schreibt bereits seit ihrer Jugend, ihre Texte sind vorwiegend Kurzgeschichten sowie längere Geschichten im Genre Science Fiction und Essays. Einige kürzere Texte von ihr sind in verschiedenen Publikationen erschienen. Zudem betreibt sie zusammen mit ihrer besten Freundin seit August 2012 den Blog „Clue Writing“, auf dem wöchentlich zwei Kurzgeschichten erscheinen. Diese Geschichten müssen jeweils fünf Stichworte enthalten und an einem vorgegeben Handlungsort spielen. So sind auf dem Blog bereits weit über zweihundert Geschichten veröffentlicht worden, die jederzeit abgerufen und gelesen werden können.