Thomas R.P. Mielke: Die Entführung des Serails

Im Jahr 2134 lebt der Großteil der Menschheit in einer riesigen, erdumspannenden Röhre. Das schützende Magnetfeld der Erde ist zusammengebrochen und Zeit gibt es nicht mehr, bloß noch eine »angenehme« Form des Vegetierens mit Hilfe synthetischer Gefühle. In »Gefühlsräumen« schwebend ruft man beliebige Träume, Genüsse und Abenteuer ab, die als Lebensersatz dienen. Die Erde selbst ist chaotisch geworden und fast unbewohnbar. Nur im Reservat Britannien leben noch Menschen, in rivalisierende Gruppen aufgespalten. Sie alle kommen einmal im Jahr zusammen: im berühmten Opernhaus von Glyndebourne, in dem immer noch Aufführungen stattfinden. Aber diesmal ist alles anders. Aus der Röhre um die Erde kommen Agenten, die das passive Wohlleben nicht mehr ertragen können. Sie wollen Raum und Zeit vollends aufheben, um die echten Gefühle und Erlebnisse der Erdmenschen authentisch in ihre eigene Welt zu transportieren. Gerade als die Menschen im Erd-Reservat den unsterblichen Klängen Mozarts lauschen, schlagen die Agenten zu. Doch zugleich geschieht etwas mit dem Magnetfeld der Erde ...

Über Thomas R.P. Mielke

Thomas R.P. Mielke, 1940 als Sohn eines Brasilienpastors in Detmold geboren, lebt in Berlin. Nach der Ausbildung zum Fluglotsen, danach Texter in der Psychologischen Kampfführung und dem späteren Besuch der Werbeakademie Hamburg arbeitete er drei Jahrzehnte als Kreativdirektor in internationalen Werbeagenturen und als "direttore creativo" in der zentralen Produktentwicklung von Ferrero in Italien (z.B. für die Ü-Eier). Zum Ausgleich schrieb er Krimis und mehrfach preisgekönte Science fiction wie den bereits 1985 erschienenen Politthriller über einen friedlichen Mauerfall. Dazu historische Bestseller wie »Gilgamesch«, »Attila« oder »Karl der Große«. Seine Bücher erreichen sechsstellige Auflagen und wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Russisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch.