Blogtouren - Der alte Hase unter den Werbestrategien?


Altes bewährt sich. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Blogtouren sind unter Autoren genauso bekannt wie Leserunden oder bezahlte Bannerwerbung. Manche schwören darauf, andere suchen innovative Marketingkanäle. Ich persönlich schwöre darauf. Zu jedem meiner Romane plane ich fest eine Blogtour ein, denn:

  • Sie steigern die Reichweite
  • Man kann bestimmte oder auch verborgene Aspekte der Geschichte hervorheben
  • Sie stärken den Kontakt zu Lesern und Bloggern

Aber was genau ist eigentlich eine Blogtour?
Darunter versteht man eine mehrtägige Rundreise über verschiedene Blogs. Jeder Blogger schreibt zu einem vorab festgelegten Datum einen Beitrag zu einem bestimmten Thema. Als Autor kann man die Themen und Hintergrundinfos, die einem besonders am Herzen liegen, auch vorgeben. Beispielsweise war es mir bei meinem Roman „Als der Tod die Liebe fand“ außerordentlich wichtig, dass im Rahmen der Tour eine Auseinandersetzung mit dem Tod stattfindet, aber in einem anderen Beitrag auch der Kampfgeist aufgegriffen wird. Man hat durch solche Blogtouren also die Möglichkeit, bestimmte Thematiken der eigenen Geschichte zu vertiefen oder auch auf Details aufmerksam zu machen, die nicht direkt aus dem Klappentext hervorgehen. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn eure Geschichte in einer außergewöhnlichen Fantasywelt spielt oder Figuren darin vorkommen, die man noch nicht kennt.

Quicktipp: Für den Einstieg in eine Blogtour eignet sich ein Autoreninterview oder eine kurze Autorenvorstellung. Auch wenn du bereits zehn Bücher veröffentlicht hast, gibt es noch immer Leser, die dich nicht kennen, neu in dem Genre unterwegs sind oder gerne weitere Details über dich erfahren möchten. Mit deiner Vita und deinem Autorenfoto schaffst du einen Identifikationsfaktor. Im Anschluss daran kannst du mit interessanten Details aufwarten.

Meistens fallen einem gleich dutzende Themen ein, die einen Beitrag wert sind, aber man sollte den zeitlichen Rahmen einer Blogtour nicht überspannen. Kaum ein Leser schafft es, einer zweiwöchigen Tour zu folgen. Allerdings sollte eine Blogtour auch nicht nur drei Tage abdecken, da es manchmal ein wenig Anlaufzeit benötigt, bis die Leute auf die Tour und den damit verbundenen Gewinn aufmerksam werden. Es gilt also, die goldene Mitte zu finden. Für mich hat es sich bewährt, fünftägige Blogtouren zu veranstalten und am sechsten Tag den Gewinner auszulosen. Ja, Gewinner. Anreize sollte man auf jeden Fall setzen. Man muss nicht gleich ein riesiges Goodiepaket schnüren, aber drei Ebooks oder ein Taschenbuch sollten drin sein. Wenn man Glück hat, ist der oder die Gewinner/-in selbst Blogger und man ist in Kürze um eine Rezension reicher. Vielleicht gewinnt man auch einen neuen Stammleser dazu.

Klingt einfach, nicht wahr? Die eigentliche Kür ist das Auffinden der richtigen Blogger. Gerade, wenn man neu in der Autorenwelt ist, hat man meistens noch kein Netzwerk aufgebaut. Eine Möglichkeit besteht darin, eine Agentur zu beauftragen, was meistens gar nicht mal so teuer ist, aber wer sich als Self-Publisher bereits bis zur Veröffentlichung durchgerungen hat, kann sich auch gerne selbst darum kümmern. Ich habe mit beiden Varianten gute Erfahrungen gemacht, lege aber in beiden Fällen großen Wert darauf, dass ich bei der Themenwahl Mitspracherecht habe und auch den Bloggern bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Swantje Niemann erklärt euch in ihrem Beitrag, wie ihr Blogger erfolgreich anschreibt.

Quicktipp: Gerade bei Blogtouren ist es vorteilhaft und schafft eine entspannte Atmosphäre, wenn sich die Blogger bereits kennen und Hand in Hand arbeiten, vielleicht sogar gegenseitig die Beiträge teilen, um die Reichweite zu erhöhen. Aus diesem Grund kann man auch zu einem Blogger intensiveren, freundschaftlichen Kontakt aufbauen. Vielleicht kennt er Bloggerkollegen, die sich für das Buch interessieren könnten und die Lust und Zuverlässigkeit mitbringen, um eine Blogtour zu starten.


Mariella Heyd, 1989 geboren, studiert und lebt ganz in der Nähe von Frankreich. Ihre Freizeit widmet sie ihren drei Katzen und der Belletristik. Seit ihrer Kindheit reißen sie Romane aller Art in ihren Bann. Bereits im Alter von zwölf Jahren schrieb Mariella Heyd eigene Kurzgeschichten, später entdeckte sie das Bloggen für sich. 2017 wurde Mariella Heyd auf der Leipziger Buchmesse mit dem Indie Autor Preis ausgezeichnet.
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