Hannelore Furch: Ich und Köln

Teil I (Einleitung zu Teil II): Die Erzählerin Erika sucht in Köln nach den Spuren ihrer Großeltern und erzählt aus deren Leben in Köln. Die Großeltern waren nach dem 1. Weltkrieg aus wirtschaftlichen Gründen von Pommern nach Köln gezogen. Aber auch das neue Leben in Köln war geprägt von Armut, die sie durch Tauschhandel zu mildern verstanden. Zusätzlich erschwerte ihr starkes Heimweh ihr Leben in der neuen Heimat. Auch hier gab es Milderung: eine befreundete Familie mit gleichem Schicksal. Teil II: Durch die Erzählungen der Großmutter entwickelte sich bei der Erzählerin eine Sehnsucht nach Köln. Sie zieht in die Nähe der Rheinmetropole, ist erst durch den Besuch des Abendgymnasiums regelmäßig im abendlichen Köln unterwegs, später tagsüber als Spaziergängerin. Die aufgenommene Atmosphäre verwandelt sie in innere Eindrücke, die merkwürdige Blüten treiben. So entfalten englische Touristen, die bei Regenwetter aus einem Lokal kommen, ihre Fantasie über Kölner in London. Bei anderen Gängen durch die Stadt werden verwahrloste Typen, die sie auf dem Rudolfplatz oder auf der Zülpicher Straße trifft, zu Jazz-Musikern aus New Orleans. Geheimnisvolle Züge und originelle Bedeutungen erhalten die „Oper am Dom“ und das „Weltstadthaus“. Ganz außergewöhnlich ist auch die Beziehung, die die Erzählerin zwischen sich und Köln herstellt – zwischen einer einzelnen Person und einer Großstadt.

Über Hannelore Furch

Hannelore Furch, Dr. phil., 1946 in Gifhorn geboren, zog später mit ihrer Familie nach Rösrath. An der Universität zu Köln studierte sie Germanistik, Geschichte und Philosophie und promovierte dort mit einer erzähltechnischen Arbeit zu Werken Günter Grass'. Ihre Leidenschaft galt schon immer dem literarischen Schreiben, so entstanden nach zwei umfangreichen Fachbüchern ihre Romane „Die Pommernfalle“ und „Stalingrad 3000 km“ (letzterer ebenfalls hier bei neobooks zu lesen), sowie die Lyrikbände „Dinner for Schaf. Ganz ernste und halbernste Gedichte“ und „Der lyrische Wandersmann. Kalendergedichte“. Auch Erzählungen und Kurzgeschichten, die in vielen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht sind, gehören zu ihrem Repertoire. In ihrer Erzählung „Ich und Köln“ setzt sie ihren lyrischen Kunstgriff, eine aufgenommene Atmosphäre in Visionen umzuwandeln und diese miteinander zu verknüpfen, in der Prosa um. Näheres zur Autorin und ihren Werken auf: http://www.hannelore-furch.de.