Michael Böhnhardt: Die kybernetischen Gärten von Babylon

Bei der Belagerung einer Festung stößt die Armee des assyrischen Königs Nimrod auf ein seltsames Wesen: Semiramis ist das Ergebnis der genetischen Experimente der Künstlichen Intelligenz Gott. Sie landet als Kampfsklavin am Hofe des Königs und wird bei dessen Eroberungskriegen zur unverzichtbaren Geheimwaffe. Nach Nimrods Tod wird sie von dessen Sohn Ninyas mit Hilfe der Erzengel aus der Hauptstadt Ninive vertrieben. Am Fuße eines aufgegebenen Weltraumaufzuges erbaut sie die Stadt Babylon mit den berühmten hängenden Gärten. Als sie auch dort von Ninyas und den Erzengeln angegriffen wird, bricht sie zusammen mit dem gefallenen Engel Luzifer und seiner defekten Sicherheitskopie Satan ins All auf, um Gottes Weltraumstation zu erobern. Der Supercomputer entschließt sich daraufhin ebenfalls zu drastischen Maßnahmen: zur Anrichtung einer Sintflut …

Gott ist ein Computer. Diese Feststellung wird den meisten nur ein Achselzucken entlocken. Es ist inzwischen eine Binsenweisheit, dass für den heutigen Menschen der Computer zu einem Gott geworden ist. Aber was, wenn dies schon immer so war? Wenn es sich bereits bei dem eifersüchtigen Gott der Bibel um eine Künstliche Intelligenz handelte, die bei der Erschaffung unserer Welt stur einem festgelegten Algorithmus folgte? Einem Programm, das vielleicht nicht sonderlich gründlich durchdacht war, möglicherweise auch schlampig implementiert? Und in puncto Cybersicherheit ein offenes Scheunentor für jeden halbwegs fähigen Hacker?

Über Michael Böhnhardt

Michael Böhnhardt wurde 1973 geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitet als Software–Berater. Mit seiner Familie lebt er in der Nähe von Dortmund. Sein Interesse gilt der phantastischen Literatur. Er war Herausgeber und Übersetzer der Romane um den viktorianischen Gentleman–Verbrecher Dr. Nikola, dem der Wurdack–Verlag eine Sammleredition widmete.