SVEN SCHUMANN: Von einem verschwundenen Land und einer verordneten Jugend
Dass es im Leben alles verändernde Brüche geben kann, muss die Protagonistin bereits sehr früh und am eigenen Leibe erfahren. Als Heranwachsende auf eine behördliche Anordnung hin verschleppt, als Jugendliche unerwartet verreist, als junge Frau von einem sich bahnbrechenden Freiheitsbegehren jenes revolutionären Umsturzes des Jahres 1989 überwältigt! (Der Autor)
Der Roman erzählt die auf tatsächlichen Ereignissen beruhende Geschichte einer Entwurzelten, die dank ihres Naturells an jenem frühen Schicksalsschlag zu keiner Zeit zu zerbrechen droht, sondern sich stattdessen ihre aufgeweckte Neugier und eine bewundernswerte Leichtigkeit bewahrt. Wer die DDR in eigener Person noch erlebt hat, wird sich der Absonderlichkeiten und Absurditäten, die der Heldin im Verlaufe dieser Geschichte begegnen, mit Schmunzeln erinnern. Alle anderen mögen darüber staunen. Dabei kommt der Roman jedoch weniger angestrengt anklagend, sondern vielmehr mit einer erzählerischen Beschwingtheit sowie augenzwinkerndem Humor daher. Dass die staatlichen Indoktrinationsbestrebungen zumeist nur klägliche Versuche sind, die lediglich bis zu einer gewissen Entwicklungsstufe verfangen, um sich letztendlich eher kontraproduktiv auszuwirken, so dass darüber in völlig unbeabsichtigter Weise jener oppositionellen Saat der Boden bereitet wird, die im Herbst ’89 aufgeht und das System stürzt, wird ganz nebenbei ersichtlich.
Der Roman spiegelt das zeitgeschichtliche Kolorit einer Epoche, die kraftvolle Atmosphäre der nahezu friedlichen 89er-Revolution sowie die Ernüchterung der turbulenten Folgemonate. Taucht ein und begebt euch auf eine literarische Zeitreise, die sowohl heiter als auch nachdenklich, bisweilen gar philosophisch und mit Überraschungen aufwartend unterhält.
Über SVEN SCHUMANN
Der Autor hat als Jugendlicher die Absonderlichkeiten und Absurditäten des »real existierenden Sozialismus« der damaligen DDR noch in eigener Person erlebt und verarbeitet diese vergnüglich in seinem Debütroman. Aufgrund des »wendebedingten Bruches« im Lebenslauf hat der Autor den zweiten Bildungsweg eingeschlagen, das Abitur nachgeholt und ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert. Nach dem Verfassen unzähliger Essays schien sich die Herausforderung eines Romans geradezu aufzudrängen.
