Jules van der Ley: Das Verzeichnis

In "Das Verzeichnis" zieht sich ein reicher Ausländer in das düstere Ziegelgebäude einer ehemaligen Maastrichter Brauerei zurück und umgibt sich mit Stapeln von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften. Seine selbst gewählte Isolation lässt ihn zunehmend in surreale Vorstellungen abdriften, die von ihm Besitz ergreifen, bis er in der Unterwelt seiner Ideen ein unbestimmtes Ende findet. * * * Meuters Fluch - handelt von einem Kinomann, der durch Intrigen aus seinem geliebten Dorfkino vertrieben wird. Im Saalbau der Kneipe „Zum dreckigen Löffel“ richtet er ein neues Kino ein, von wo ihn seine Peiniger ebenfalls vertreiben. Vor seinem endgültigen Verschwinden scheint er einen Fluch über den Saalbau gelegt zu haben, alle Nachfolger scheitern. Die düstere Geschichte wird erzählt aus der Sicht eines Jungen, der unter gruseligen Bedingungen auf dem Dorf aufwächst. Als Jugendlicher erlebt er das Ende von Meuters Fluch. * * * Eine Nacht im Reiffmuseum - Ein Kunststudent erwacht aus einem Traum und findet sich und seine Welt völlig verändert vor, aber als logische Folge seines Traums. Der Icherzähler soll sich zu einem Seminar im Reiffmuseum, einem zyklopenhaften Gebäude der Universität, einfinden, um den surrealistischen Film 'Der andalusische Hund' anzusehen. Er kommt 30 Jahre zu spät und irrt in dem bedrohlichen Gebäude umher. * * * Einstürzende Altbauten - Um der Kündigung durch seine despotische Chefredakteurin zu entgehen, beschließt ein Journalist eine Nacht im Pataphysischen Institut der Technischen Hochschule zu verbringen, um darüber zu schreiben. Was unheimlich beginnt, entwickelt sich zur grotesken Geschichte seines Scheiterns.

Über Jules van der Ley

Jules van der Ley war Schriftsetzer in Neuss, Köln und Aachen, studierte an der RWTH Aachen Germanistik, Kunst, Psychologie, Soziologie und Pädagogik, war Studienrat am Gymnasium, arbeitet freiberuflich als Lektor und Autor pädagogischer Fachtitel sowie als Dozent in der Lehrerweiterbildung (Medienkunde) und war viele Jahre freier Autor beim satirischen Magazin Titanic. Jules van der Ley betreibt seit 2005 das mehrfach ausgezeichnete Internetblog "Teppichhaus Trithemius – offene Bloguniversität" auf den Plattformen blog.de, twoday.net und als Wordpress-Blog (trithemius.de) Die Erzählungen sind allesamt innerhalb seines künstlerischen Blogprojekts „Teppichhaus Trithemius“ entstanden. Jules van der Ley ist der Stilist unter den Bloggern. Als ehemaliger Titanic-Autor versteht er es, in knappen Worten, komplexe Geschehen auszumalen. Die unheimlichen Geschichten zeigen die Bandbreite seiner Erzählkunst, von surreal bis grotesk.