Manuel Magiera: Kamenz in Schlesien

Mein Vater wurde 1927 geboren und erlebte Hitlers Machtergreifung sehr eindrucksvoll: Am Tag seiner Einschulung 1933 gab es in der Schule Würstchen! Nach einer für damalige Verhältnisse sehr schönen Kindheit im Riesengebirge mit Lehrgängen an der Segelflugschule in Hirschberg, kam er mit sechzehn Jahren zum Reichsarbeitsdienst. Vom siebzehnten Geburtstag an hielt ihn dann nichts mehr: Er wollte in den Krieg ziehen und für den Führer und das Vaterland kämpfen. Nach anfänglicher Euphorie folgte relativ bald Ernüchterung. Dem Tode mehrfach entronnen, kehrte er als einer von siebzehn Kameraden von 150!! jungen Männern zwischen siebzehn und zweiundzwanzig Jahren, ausgezehrt und halb verhungert aus dem Krieg zurück. Seine schlesische Heimat gab es zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Der zweite Text mit dem Titel: Eine transsexuelle Lebensgeschichte, erzählt meine eigene transsexuelle Problematik und die damit verbundenen Schwierigkeiten in Familie, Beruf und Gesellschaft.

Über Manuel Magiera

Ich liebe Pferde, reite und laufe gerne Schlittschuh. Auch das Reisen gehört neben dem Schreiben zu meinen Hobbys. Mit der Biographie "Kamenz in Schlesien" habe ich die Lebenserinnerungen meines Vaters aufgeschrieben. Nach einer sehr schönen Kindheit im Riesengebirge durchlebte dieser mit siebzehn Jahren im Angesicht des Todes die letzten Schreckenstage des Krieges. Seinen achtzehnten Geburtstag verbrachte er ausgezehrt und halb verhungert in Himbergen in englischer Gefangenschaft. Die Erlebnisse unserer Elterngeneration dürfen nicht in Vergessenheit geraten, damit sich eine Katastrophe, wie der zweite Weltkrieg, nie wiederholt.